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Alt, Peter-André

Franz Kafka

Der ewige Sohn
Eine Biographie

Von Peter-André Alt

sofort lieferbar!

2005. 763 S.: mit 43 Abbildungen. In Leinen

ISBN 978-3-406-53441-6

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Franz Kafka ist der wirkungsmächtigste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein Werk gilt bis heute als Inbegriff des Dunklen, Mehrdeutigen, faszinierend Unheimlichen: als Musterfall der ästhetischen Moderne. Diese Biographie stellt Kafkas Leben und seine literarische Arbeit in den Zusammenhang der großen kulturellen Strömungen der Zeit zwischen 1880 und 1920. Kafkas künstlerische Individualität wird aus ihrer spannungsreichen Verbindung mit europäisch-jüdischen Traditionen neu verständlich – als Besitz eines ewigen Sohns, der sich selbst am Anfang und am Ende aller Überlieferungen stehen sieht.

Franz Kafka hat Leben und Schreiben als Einheit betrachtet, die seine Identität begründete. Sein zerbrechlicher Selbstentwurf blieb gebunden an die Höhen und Tiefen der literarischen Arbeit. Peter-André Alts Biographie verknüpft die Lebenserzählung mit umfassenden Interpretationen, die Kafkas Werk und dessen psychologische Voraussetzungen durchdringen. Sie zeigt den Autor als Beobachter seiner Zeit, indem sie sein Verhältnis zur Prager deutschen Literatur und zur europäischen Moderne, zu Psychoanalyse und Zionismus, Philosophie und jüdischer Geistestradition, Anthroposophie, Naturheilkunde, Kino und Theater untersucht. Sie präsentiert den Flaneur und den Einsamen, den Reisenden und den Ängstlichen, den Asketen und den Liebenden, den Ekstatiker und den Skeptiker, den Spezialisten des Schreckens und den Meister der Ironie. Kafkas Vita wird dabei nicht als Quelle, sondern als Spiegel der literarischen Arbeit gedeutet. Die Welt seiner Erzählungen und Romane gewinnt auf diese Weise in den Linien des Lebensentwurfs eine ebenso fesselnde wie unheimliche Konsequenz.

Mehr dazu

Vorwort

Erstes Kapitel. Im Netz der Beziehungen

Hermann Kafka, Sohn eines Fleischhauers
Die verrückten Löwys
Galanteriewaren
Politische Kräftespiele
Prager Stadtansichten

Zweites Kapitel. Kindheit und Schuljahre (1883 – 1901)

Die Einsamkeit des Erstgeborenen
Drei Schwestern
Gouvernanten und Dienstmädchen
Deutsche Knabenschule
In der Synagoge
Alpträume eines Gymnasiasten
Türen zur Welt
Darwin, Nietzsche und der Sozialismus

Drittes Kapitel. Studium und Lebensfreundschaften (1901–1906)

Chemie und Germanistik
Geistige Ernährung durch Holzmehl
Philosophie im Louvre-Zirkel
Intime Kreise: Brod, Weltsch, Baum
Rituale der Sexualität
Die Qualen des Examens

Viertes Kapitel. Frühe Prosa (1900–1911)

Schreibversuche des Schülers
Kulissenzauber im Kunstwart
Selbstbeobachtung und Lektüre
Der Mythos des Kampfes
Hochzeitsvorbereitungen ohne Braut
Das Tagebuch als Versuchslabor

Fünftes Kapitel. Erste Berufszeit (1906–1912)

Am Landgericht
Von den Assicurazioni Generali zur Versicherungs-Anstalt
Alltag des Beamten
Nachtleben
Literarische Caféhauszirkel

Sechstes Kapitel. Auf Spurensuche (1908–1912)

Der Reisende
Naturheilkunde und Anthroposophie
Im Kino
An der Schwelle zum Zionismus
Das jiddische Theater

Siebentes Kapitel. Die Kunst der Betrachtung (1908–1913)

Die Gier nach einem Buch
Besuch in Weimar
Ein eleganter Verleger
Flaneure und Voyeure
Glückliche Narren, Kinder und Bauernfänger
Negative Dialektik

Achtes Kapitel. Eine Schrift-Geliebte: Felice Bauer (1912–1913)

Wie ein Dienstmädchen
Briefverkehr zwischen Prag und Berlin
Das Rauschen der Medien
Literarische Aversionen
Zweifelhafte Wunder
Von Wien zum Gardasee
Grete Bloch interveniert
Die Bestellung des Verteidigers

Neuntes Kapitel. Literarische Nachtarbeit (1912–1913)

Das Geheimnis der Psychoanalyse
Halbschlafbilder
Vollständige Öffnung des Leibes und der Seele
Vor dem Vater
Eine ekelhafte Geschichte
Schreibfluß und Schreibhemmung

Zehntes Kapitel. Der Verschollene (1912–1914)

Die Magie der großen Form
Erlesenes Amerika
Karl Roßmanns Brüder
Der Held und seine Erzieher
Techniken der Ironie
Karneval im Welttheater

Elftes Kapitel. Der Proceß (1914–1915)

Verlobung und Gerichtstag in Berlin
Nächtliche Ekstase
Rhetorik der Schuld
Männerphantasien - Frauenkörper
Richter, Advokaten und Angeklagte
Die Legende
Die Henker als Tenöre

Zwölftes Kapitel. Kriegsjahre ohne Entscheidungen (1915–1917)

Mit Felice in Bodenbach und Karlsbad
Zionistische Politik
Wunsch, Soldat zu werden
An den Rändern der Wirklichkeit
Nochmals Ehepläne

Dreizehntes Kapitel. Krankheit und neue Fluchtwege (1917–1918)

Die Verschwörung von Kopf und Lunge
Ein Winter auf dem Land
Kierkegaard-Studien
Paradoxe Erlösungsvisionen
1918: Der große Umsturz

Vierzehntes Kapitel. Protokolle des Schreckens (1914–1919)

Vortragsabend mit ‹Blutgeruch›
Maschinen des Gesetzes
Die tödlichen Spuren der Schrift
Stille Arbeit in der Alchimistengasse
Traum und Film
Das Fehlläuten der Nachtglocke
Literarische Rätselspiele
Imaginäres Judentum

Fünfzehntes Kapitel. Julie Wohryzek und Milena Pollak (1919–1921)

Die Tochter eines Tempeldieners
Der dritte Versuch
Milena, eine verheiratete Frau
Nach der Liebe
Kur in Matliary
Alte Lasten und kaum Erleichterung

Sechzehntes Kapitel. Selbstentwürfe und Parabeln (1917–1922)

Das Phantasma der Kindheit
Im Mahlstrom der Bedeutungen
Parodien des Mythos
Exotische Masken
Ostjüdische Inspirationen

Siebzehntes Kapitel. Das Schloß (1922)

Fahrt nach Spindelmühle
Schwarze Romantik in Böhmen
Ein Fremder
Das Dorf als hermetischer Ordnungsraum
Komödien des Unbewußten
Das Wissen der Frauen
Betrug und Asyl

Achtzehntes Kapitel. Nach der Pensionierung (1922–1923)

Als Ottlas Gast in Planá
Ein dunkler Prager Winter
Die Sprache des Gelobten Landes
Aufflackernde Palästina-Pläne
Die zweite Kindsbraut: Dora Diamant

Neunzehntes Kapitel. Späte Erzählungen (1922–1924)

Artisten in der Zirkuskuppel
Hungern als Zwang
Die Musik der Tiere
Im Labyrinth
Josefine und das Judentum

Zwanzigstes Kapitel. Die vorletzte Reise (1923–1924)

Nur ein Ziel, kein Weg
Eine Art Idylle im Grunewald
Der Inflationswinter
Odyssee durch Sanatorien und Spitäler
Wieder in die dunkle Arche: Kierling, 3. Juni 1924

Anhang

Anmerkungen
Bibliographie
Verzeichnis der Abbildungen
Personenverzeichnis
Verzeichnis der Kafka-Texte
Danksagung

Leseprobe:
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