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Cover des Buches 'Jüdisches München' Ebook Icon

Bauer, Richard / Brenner, Michael

Jüdisches München

Vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Herausgegeben von Richard Bauer und Michael Brenner

sofort lieferbar!

2006. 287 S.: mit 44 Abbildungen und 4 Karten. Gebunden

ISBN 978-3-406-54979-3

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Bereits im Mittelalter haben Juden in München gelebt. In der Judengasse, der späteren Gruftgasse, stand die früheste Münchner Synagoge, die nach der Vertreibung der Juden im 15. Jahrhundert in eine Marienkapelle umgewandelt wurde. Erst im 18. Jahrhundert durften sich wieder Juden in München ansiedeln. Namhafte Persönlichkeiten wie Lion Feuchtwanger oder Kurt Eisner haben die Stadt geprägt. An vielem, was bis heute als urmünchnerisch gilt, hatten Münchner Juden entscheidenden Anteil: Die Löwenbräu-Brauerei war mit der Familie Schülein verbunden, die Wallachs besaßen das bekannteste Trachtenhaus, und der langjährige Präsident des FC Bayern München hieß Kurt Landauer. Nach dem Ende der Weimarer Republik wurde jüdisches Leben gerade in München hart unterdrückt: Die Stadt erlebte schon im Frühjahr 1933 einen ersten Boykott jüdischer Geschäfte. Bereits Monate vor der Reichspogromnacht wurde in der „Hauptstadt der Bewegung“ die Hauptsynagoge zerstört. Die Juden wurden entrechtet, enteignet, vertrieben und vernichtet. 1945 suchte eine Handvoll Münchner Juden eine neue religiöse Heimat, die Israelitische Kultusgemeinde wurde neu gegründet. Das jüdische Leben Münchens kann sich seitdem wieder entfalten – allerdings seit einigen Jahren nicht ohne Polizeischutz. Das jüdische Gemeindezentrum im Herzen der Stadt, das am 9. November 2006 eingeweiht wird, soll ein deutliches Zeichen für das „jüdische München“ setzen.

Mehr dazu

Geleitwort von Charlotte Knobloch
Geleitwort von Christian Ude
Vorwort

Einleitung
von Michael Brenner

Anfänge im Mittelalter (1229–1442)
von Rainer Barzen
Die ersten Juden der Stadt
München im «Medinat Bayern»
Rückkehr und Vertreibung

Aufenthaltsverbot und eingeschränkte Zulassung (1442–1799)
von Manfred Peter Heimers
Die Zeiten der Verbannung
Ein unsicherer Wiederbeginn
Fast eine Gemeinde

Wege in die bürgerliche Gesellschaft (1799–1848)
von Anton Löffelmeier
Staatliche Toleranz und bürgerliche Ressentiments
Eintritt ins Bürgertum
Die jüdische Gemeinde zwischen Orthodoxie und Reform
Die Taufe als Entreebillet?
Stufen gesellschaftlicher Integration von 1825 bis 1848

Das Werden einer großstädtischen Gemeinde (1848–1892)
von Marcus Pyka
Liberalisierung und Antijudaismus
Vom «Jahrzehnt der Kultusreformen» zur Auflösung der Gemeindeeinheit
Jenseits des Gemeindelebens

Eine selbstbewußte Minderheit (1892–1918)
von Elisabeth Angermair
Größe und Struktur der jüdischen Gemeinde
Religiöses Leben
Gesellschaftspolitische Bewegungen
Soziales Engagement und geselliges Leben
Politisches Wirken
Juden im kulturellen Leben der Stadt
Die Münchner Juden im Ersten Weltkrieg

Zerbrechlicher Erfolg (1918–1933)
von Heike Specht
Revolution, Räterepubliken, Reaktion
Eine neue Gemeindeverfassung
Radikalisierung
Eine Stadt in der Stadt
Münchner Originale

Verfolgung und Vernichtung (1933–1945)
von Andreas Heusler
München als Vorreiter bei judenfeindlichen Maßnahmen
Wirtschaftliche Ausgrenzung, «Arisierung» und Berufsverbote
Juden als gesellschaftliche Außenseiter
Der Jüdische Kulturbund
1938: Synagogenabriß und «Reichskristallnacht»
Vertreibung – Emigration – Flucht
Entmietung und Ghettobildung
Deportation und Mord

Neuanfang mit Zweifeln (1945–1970)
von Anthony D. Kauders und Tamar Lewinsky
Der gerettete Rest
West und Ost: Innerjüdische Auseinandersetzungen
Modelle jüdischer Existenz in Deutschland
Bewahrer der Demokratie
Antisemitismus und Vergangenheitsbewältigung
Bedrohung und Einigkeit

Aufbruch in die Zukunft (1970–2006)
von Michael Brenner
Der Terror kommt nach München
Verbundenheit mit Israel
Eine ostjüdische Gemeinde mit deutsch-jüdischer Führung
Die Migration geht weiter

Anhang
Zeittafel von Barbara Staudinger
Die jüdische Bevölkerung Münchens in Zahlen
Legenden zu den Karten
Anmerkungen
Literaturhinweise von Christine Schaumaier
Bildnachweis
Namenregister
Die Autorinnen und Autoren

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