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Cover des Buches 'Friedrich Schiller und die Politik' Ebook Icon

Müller-Seidel, Walter

Friedrich Schiller und die Politik

'Nicht das Große, nur das Menschliche geschehe'

Von Walter Müller-Seidel

sofort lieferbar!

2009. 400 S.: Gebunden

ISBN 978-3-406-57284-5


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Schiller und die Politik


Schillers Ästhetik ist von Anfang an politische Ästhetik. In allen seinen Dramen wird um Herrschaft und um Freiheit gerungen. Um diese These zu belegen, faßt Walter Müller-Seidel Schillers Dramen neu ins Auge und befragt sie im Hinblick auf Herrschaftsformen, Widerstandsrecht und Tyrannenmord. Während tyrannische Herrschaftsformen nach Schillers Auffassung zu beseitigen sind, redet er dem Tyrannenmord lange Zeit keineswegs das Wort. Erst in seinem letzten abgeschlossenen Drama, in Wilhelm Tell, wird die Ermordung des Tyrannen bejaht. Müller-Seidel plädiert dafür, das Geschichtsdrama als zeitgeschichtliches Drama zu lesen – mit Napoleon als Hintergrundfigur.

Der Legende, wonach die Wortführer der Weimarer Klassik die Forderungen des Tages ignoriert hätten, wird in diesem Buch entschieden widersprochen. Schillers Denken ist auf Politik gerichtet, auf Veränderungen durch Ästhetik, die von Anfang an politische Ästhetik ist und es auch bleibt. Staatliche Themen – Verschwörung, Widerstandsrecht und Tyrannenmord – gewinnen in Schillers Dramen Vorrang vor individuellen Charakteren. Dabei wird ein Dilemma erkennbar: zwar gilt es, Tyrannei zu beseitigen, doch ist das Recht auf Leben zu achten. Die Dramen Schillers sind daher gegen Tyrannen, aber gegen Tyrannenmord gleichermaßen. In der Jungfrau von Orleans und vollends in Wilhelm Tell ändert sich das Bild. Es drängt sich die Erklärung auf, Schillers politische Positionen stünden im Zusammenhang mit dieser Wandlung. Im Zentrum der Argumentation steht Schillers Auseinandersetzung mit Napoleon, den Schiller niemals beim Namen nennt, der aber die erschließende Hintergrundfigur in den Dramen seit Wallenstein bildet. Anders als Goethe, Hegel oder Heine sieht Schiller in Napoleon nicht den "großen Menschen", sondern befindet sich zu ihm in dezidierter Gegnerschaft. Was er den jungen Piccolomini sagen läßt, ist aus der Sicht eines neuen Begriffs von Humanität ganz in Schillers Sinne gesagt: "Nicht das Große, das Menschliche geschehe …"

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Vorwort

I. Weltereignis einer Hinrichtung

II. Diskussionen zum Widerstandsrecht

III. Das Interesse an Tyrannen und Tyrannenmord

IV. Die Dramen und ihre politischen Themen
1. «Die Räuber»
2. «Die Verschwörung des Fiesko zu Genua»
3. «Don Karlos»
4. «Wallenstein»
5. «Maria Stuart»
6. «Die Jungfrau von Orleans»
7. «Die Braut von Messina»
8. «Wilhelm Tell»

V. Napoleon ante portas: Das Verschweigen einer Gegnerschaft

VI. Gesinnungsfreunde

VII. Der fremde Eroberer und die neuen Themen

VIII. Schwindendes Interesse an Widerstand und wachsendes Interesse an 
        menschlicher Größe

IX. Zur Kritik menschlicher Größe

X. Humanitätsbegriffe in Klassik und Moderne

Anmerkungen
Literatur
Personenregister
Leseprobe:
Leseproben
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