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Viel, Bernhard

Johann Peter Hebel

oder Das Glück der Vergänglichkeit
Eine Biographie

Von Bernhard Viel

Erschienen: 23.03.2010, sofort lieferbar!

2010. 296 S.: In Leinen

ISBN 978-3-406-59836-4


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Johann Peter Hebel gehört zum Erbe klassischer deutscher Bildung. „Kannitverstan“ und „Unverhofftes Wiedersehen“ stehen als Meisterstücke seiner „Kalendergeschichten“ in jedem Lesebuch, Muster einer kunstvollen wie volksnahen Literatur. Seinen Ruhm hatte zu Lebzeiten Goethes Urteil befördert, Hebel sei es als erstem gelungen, „auf die naivste, anmutigste Weise“ im bäuerlich-kleinbürgerlichen Milieu den Weltentwurf der Aufklärung zu vermitteln – wie umgekehrt die bahnbrechend neue Qualität der Hebelschen Dichtung ebenso darin bestand, den als sinnvoll erkannten „Bau der Welt“ in den Grenzen bäuerlichen Lebens zu spiegeln.

In seinem Innersten allerdings war Hebel ein gebrochener Charakter, der zeitlebens unter dem frühen Tod seiner Mutter litt. Bernhard Viel nimmt dieses Lebenstrauma als Ausgangspunkt seiner Darstellung und zeigt, dass gerade das traumatische Erlebnis des Todes Kräfte freisetzte, die Hebel zum Schöpfer staunenswert kühner Verse und zum Erfinder der modernen Kurzgeschichte machten. Auch weltanschaulich teilt sich die innere Gebrochenheit mit. Immer wieder werden Zweifel am Sinn einer Ordnung der Welt laut – wenn Hebel auch in einer Art trotzigen Aufbegehrens der irdischen Vergänglichkeit das Glück einer göttlich begründeten Erlösung entgegenhält.

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Vorwort

I. Zwischen den Welten: Kindheit
Vergänglichkeit
Von nichts kommt nichts
«Ich habe gelernt nichts haben und alles haben …»
Bauernkind und Bürgermagd: Die Mutter
Kriegsmann und Poet: Der Vater
Hochzeit,Wachstum, Gedeihen
Geburt vor Flusslandschaft: Basel
Huldigungen: Die Stadt und das Markgräfler Land
Totentanz
Kinderliebe
Verlust und Trauma
Trauma und Aufstieg – ein Lebensabriss mit Frauen und Politik
Arbeit: Bergwerk und Mistkarren
Streiche, Prügel, Gerundiv: Die Dorf- und die Lateinschule

II. Gymnasiast in der Fremde
Abschiede,Wandlungen
Kostgänger in Karlsruhe
Cicero, Homer und die Bibel

III. Student in Regnitz-Athen
Wanderschaft und Freiheit
Mannbarkeitsriten: Knaster und Duell

IV. Lehrjahre in der Provinz: Hertingen
Schloss Bürgeln
Hauslehrer oder Im Haus der Scharfrichtertochter
Anerkennung und das Glück des Lehrens
Begegnung mit einem Anarchisten
Bildungserlebnisse,Wanderungen

V. Der Hilfslehrer
Unerfüllte Wünsche, heitere Geselligkeit
Freundschaft fürs Leben, Männerbund
Dem Gesuch wird nicht stattgegeben

VI. Der Ruf in die Stadt
Der Aufstieg beginnt mit einer Demütigung
«Catechismus» und Götterglaube
Unruhe um einen Friedfertigen
Liebe im Reich der Phantasie oder Gustave wartet vergebens
Die Jungfer als Muse wider Willen

VII. Alle Menschen werden gut: Die «Alemannischen Gedichte»
Der Professor sehnt sich nach dem Oberland
Kühn und folgsam, begehrlich und fromm: «Die Wiese»
Vorbilder und Vorgänger: Sailer, Jacobi, Schlosser
Schrecken der Leere, Tröstungen des Glaubens
Schillers «Braut» und Hebels «Wegweiser»
Wilhelm Meisters Schwester

VIII. Das garstige Lied der Politik
Der Storch mit den roten Strümpfen
Identitätsstiftung

IX. Berufsschriftsteller und Redakteur
Bescheidenheit und unverhoffter Ruhm
Der flügellahme Pegasus
Hebel entsagt der Pfarre und bleibt in Karlsruhe
Aus dem «Badischen Landkalender» wird der «Rheinländische Hausfreund»
Theaterliebe oder Henriette Hendel deklamiert

X. Kalendergeschichten
Volksbildung im «Dritten Deutschland»
Unverhofftes Wiedersehen I: Die Schauermär des Christian Ernst Graf von Bentzel-Sternau
Unverhofftes Wiedersehen II: Die verhinderte Liebe
Der Schnitt mit dem Rasiermesser: Oskar Maria Graf huldigt Hebel
Zweifel und Heilsgewissheit
Hebel wandert noch einmal, Goethe kommt
Der Spalt in der Hintertür: Die «Zundelfrieder»-Geschichten

XI. Aufstieg und Ende
Prälat, Kirchenpolitiker, Abgeordneter
Moses war ein Zeitgenosse: «Biblische Geschichten»
Im Sonnenschein späten Glücks

XII. Tod und Verklärung
Die letzte Reise
Auf einem Grabe – Hebels eigener Epitaph
Ungereimtheiten um den Dichter im Lorbeerkranz

Danksagung
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Zeittafel
Landkarte Badens und Württembergs
Bildnachweis
Personenregister
Leseprobe:
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