"Trotz Wissenschaftlichkeit und trotz der Schwere des Themas bleibt die Lektüre des Buches ein Genuss, was sich Kermanis schon mehrfach unter Beweis gestelltem Talent auf diesem Gebiet verdankt - etwa in seinen Büchern 'Du sollst' (2005) und 'Gott ist schön' (2000). Kermani scheint hoffnungslos unbegabt, schwerfällig zu schreiben." Laslo Scholtze, Literaturkritik, März 2007
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"In seiner hier veröffentlichten Habilitationsschrift hat Navid Kermani meines Erachtens eine fulminante Interpretation des 'Attarschen 'Buch des Leidens' vorgelegt. Die Argumentation, die mit vielen Beispielen aus dem Werk untermauert wird, wirkt bestechend und überzeugt mich in vielen Bereichen sehr. Vor allem ist es jedoch die Fähigkeit des Autors, diese Deutung in einen sehr weiten geistesgeschichtlichen Zusammenhang zu stellen, die den großen Reiz des Buches ausmacht. Gerade die fortwährenden Vergleiche mit den Aussagen von Thomas von Aquin, Augustinus, Baudelaire, Beckett, Bloch, Büchner, Camus, Dante, Meister Eckhart, Foucault, Gryphius, Heine, Horkheimer, Jonas, Kirkegaard, Leibniz, Nietzsche, Pascal und Schopenhauer machen die Lektüre der Arbeit zu einem Genuss. Diese Vorgehensweise sprengt dabei die gemeinhin üblichen 'Spielregeln' von solchen Qualifikationsschriften. Allerdings tun derartige Übertretungen, wenn sie sich denn - wie in diesem Fall - noch innerhalb des geisteswissenschaftlichen Paradigmas abspielen, einem Fach in der Regel sehr gut. Sie reißen die Fachgrenzen nieder und eröffnen damit neue Horizonte. Als Fachvertreter kann ich nur sagen, dass ich diese Arbeit als einen überaus erfrischenden und anregenden Beitrag zur Islamwissenschaft empfinde. An keiner Stelle habe ich das Gefühl, mich außerhalb des westlich-wissenschaftlichen Diskurses zu befinden. Kermanis Buch entfaltet nicht zuletzt dank ihres intensiven Duktus eine suggestive Kraft, der sich ein Leser nicht ohne weiteres entziehen kann." Stephan Conerman, Sehepunkte, 15. Dezember 2006 |
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"Die ideengeschichtlichen Verknüpfungen zählen zu den besonderen Stärken von Kermanis Buch. Es bereichert und fordert den Leser mit einer Fülle von Querverbindungen zwischen den Religionen, aber auch darüber hinaus zur Kunst, Literatur und Philosophie. Der heuristische Blick in die unterschiedlichen Fakultäten zeigt, wie vernetzt das abendländische Denken mit den großen monotheistischen Religionen ist und dass eine reduzierte Zuordnung Europas zur jüdisch-christlichen Tradition unter Ausschluss der muslimischen Geschichte einer wirklichen Überprüfung nicht standhält.(...) 'Der Schrecken Gottes' ist aber vor allem für dem Christentum verbundenen Leser ein Gewinn, weil der fremde, aber wohlwollende Blick auf die eigene Religion blinde Flecken offenbart und die Frage eröffnet, ob eine Religion sich in ihrem liturgischen Ausdruck genügen kann, wenn sie sich - wie zur Zeit besonders auffällig - auf 'Gotteslob' und 'Anbetung' beschränkt und damit das alte, fromme Element der Klage ausschließt." Norbert Bauer, Pastoralblatt, August 2006 |
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„Alles, was an der Idee Gottes fragwürdig ist, hat sich hier auf kleinstem Raum versammelt: Gott der Allliebende mordet Babys – oder auch nicht, festen Grundsätzen scheint er dabei nicht zu folgen; Gott der Allmächtige richtet den Menschen ihr Schicksal ein, für das er sie nachher verdammt; Gott der Allweise gerät in Verlegenheit durch selbst erzeugte Widerspräche. Überreich an solchen einprägsamen Geschichten ist das Buch des deutsch-persischen Schriftstellers Navid Kermani „Der Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte“. Es ist nicht weniger als ein kompletter Abriss der Theodizee und ihres Gegenteils , des Hadern mit Gott, durch drei Jahrtausende und zwei Weltteile, das Morgen- und das Abendland, wobei besonders die morgenländische Tradition, die den meisten Lesern unbekannt sein dürfte, sich in gedrängter Fülle erschließt. Es entsteht das Gemälde einer in spekulativem Vermögen, mystischer Kraft und dichterischem Ausdruck ungemein reichen islamischen Theologie und Poesie. (…) Es ist, ohne sich das Mindeste von seinem wissenschaftlichen Anspruch abhandeln zu lassen, ein sehr persönliches Werk geworden.“ Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung, 4. Oktober 2005
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„Sowohl die Brutalität und Weltangst jener Jahre als auch die „Multikulturalität“ der Lebensumstände haben sich in Attars Werk niedergeschlagen – so legt Navid Kermani in seinem eindringlichen Essay „Der Schrecken Gottes“ nahe. Das wundersame, ebenso gelehrte wie persönliche Buch liesse sich als Gegenstück und Fortsetzung der Studie lesen, mit der der Orientalist und Schriftsteller sich vor einigen Jahren seinen Namen gemacht hat: (…) Heilsam verstörend vielleicht sogar – in seiner Zeit, das Religionen erneut in kulturkämpferische Rüstungen gesteckt werden.“ Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung, 18. Oktober 2005
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„Diesen Faridoddin Attar stellt uns nun Navid Kermani aufs Neue vor. Und wie! Während andere sich verkrallen in ein rein politisch aufgeladenes Islam-Bild, erschließt Kermani in ruhiger Grundlagenforschung den geistigen Reichtum der islamischen Tradition. (…) Aber Kermani will mehr, als Attar wie bisher in den Kontext der orientalisch-islamischen Kulturgeschichte einordnen. Er stellt den Perser programmatisch in die europäische Geistesgeschichte „zwischen Sophokles und Schopenhauer“, sieht ihn verwandt „auch mit Büchner und Beckett“. Das macht das Aufregende seiner stilistisch wie intellektuell brillanten Studien aus. Kermani verfügt über die Fähigkeit, nun auch die muslimische Stimme in einen Diskurs einzubringen, den man bisher entweder für jüdisch-christlich (Hiob) oder europäisch-philosophisch besetzt hielt (Camus).“ Karl-Josef Kuschel, Frankfurter Rundschau, 19. Oktober 2005
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„Und wer «religiös nicht gänzlich unmusikalisch ist», (...) der wird diesem Werk mit dem Untertitel Attar, Hiob und die metaphysische Revolte nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch ästhetische Erlebnisse abgewinnen. (…) Ein Buch über das Hadern mit Gott und über Rebellion gegen ungerechtes Leiden, das Er nicht nur verhindert, sondern geschehen lässt, schlimmer: zuweilen selbst in die Wege leitet. (…) Kermanis Studie über die Gottverlassenheit des Menschen geht es um die Frage: Was macht der Glaube mit den Menschen? Welche Kraft ist es, die Gott zur Rechenschaft ziehen will, aus Empörung, - und aus Vertrauen? Was für eine Kraft aber auch, die den Menschen die Stärke gibt, unter allen Umständen Gottes Bild nachzueifern?“ Elisabeth Kiderlen, Die Zeit, 27. Oktober 2005
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„Navid Kermanis „Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte“, ein weit ausgreifender, stilistisch funkelnder Essay über eine Frömmigkeit, die sich gegen Gott auflehnt.“ Andreas Pflitsch, Der Tagesspiegel, 13. November 2005
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„Das macht Navid Kermanis Buch ergreifend. Er weiß darzustellen, was Schmerz ist, er weiß dass der Schmerz der „Fels“ des Atheismus ist, weil kein Argument die Existenz eines guten, rettenden Gottes beweisen kann, solange Schmerz und Not in der Welt sind.“ Christoph Türcke, Literaturen, Dezember 2005
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„Kermanis „Der Schrecken Gottes“ – das ist anspruchsvolle geistige Kost, wie geschaffen für lange Winterabende.“ Amory Burchard, Der Tagesspiegel, 16. Dezember 2005 |
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„Es ist die Tradition, der Navid Kermani in seinem jüngsten Buch nachspürt – die Tradition des Haderns mit Gott; Kermani such (und findet) sie vor allem im Judentum und im Islam. Ihm ist da ein erstaunlicher Wurf gelungen: ein brillanter Essay – sehr persönlich und ganz universal, ausufernd und stringent zugleich, der die Kraft hat, den Leser unmittelbar zu berühren. Man trägt dieses Buch noch lange mit sich herum, nachdem man es zugeklappt hat.“ Hannes Stein, Die Welt, 21. Januar 2006
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„Navid Kermani, als Iraner in Deutschland geboren, Orientalist und freier Schriftsteller, weiss in seinem Buch «Der Schrecken Gottes» von Heiligen und Narren zu berichten, die alles, aber auch wirklich alles in den Schmutz ziehen, inklusive Gott, der Mullahs, der Herrscher sowieso (nicht aber des Propheten). Kermani hat ein Buch über mystische Dichtung aus dem 12. und 13. Jahrhundert geschrieben, Attars «Buch der Leiden». Es handelt sich um eines der düstersten Werke der Weltliteratur, ein Manifest metaphysischer Trostlosigkeit. In ihm wird Hiobs Frage verhandelt, die Frage nach Gottes Gerechtigkeit oder besser: die Frage nach dem gottgewollten Unrecht. (…) Zum anderen hat der Autor eine implizite politische Botschaft. Wie sein Held Attar wendet er sich gegen religiösen Dogmatismus und Fanatismus. Das «Buch der Leiden» ist Vorbote der Aufklärung und des Humanismus. Es zeigt: Ein aufgeklärter Islam ist möglich! Attar ist ein Beispiel dafür, was islamische Kultur sein konnte.“ Jörg Später, Tages-Anzeiger, 17. Februar 2006 |
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