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"Eine Dreiecksgeschichte unter Extrembedingungen"
New York Times Book Review
Lily King: EuphoriaVon realen Ereignissen im Leben der berühmten Ethnologin Margaret Mead inspiriert, erzählt Lily King in diesem grandiosen, spannenden und sinnlichen Roman ebenso anschaulich wie klug von Besitz und Begierde, Entdeckung und Macht, Liebe und Herrschaft.

Neuguinea, Anfang der 1930er Jahre. Drei junge Ethnologen – die schon berühmte und faszinierende Amerikanerin Nell Stone, ihr Mann Fen und der Brite Andrew Bankson – stoßen nach Jahren einsamer Feldforschung aufeinander und entwickeln eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung. Erschöpft von den Versuchen, etwas Verwertbares über die Stämme am Sepikfluss herauszufinden, gelangen die drei Forscher zu den Tam, einem weiblich dominierten Stamm mit ungewohnten Ritualen. Während sie immer tiefer in das Leben der Tam eindringen, werden auch ihre unterschiedlichen Wünsche und Interessen immer deutlicher, die erotische Anziehung zwischen Nell Stone und Andrew Bankson immer intensiver. Schließlich schreitet Fen zu einer dramatischen Aktion mit tragischem Ausgang für alle.

"Euphoria" wurde bereits in eine Reihe von Sprachen übersetzt und eine Verfilmung ist in Vorbereitung!

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Lily King - Copyright: Winkey Lewis

Lily King wurde 1962 geboren, wuchs in Massachusetts auf und studierte Englische Literatur und Creative Writing an der University of North Carolina at Chapel Hill und an der Syracuse University. Sie hat diese Fächer an verschiedenen Universitäten und High Schools in den USA und im Ausland unterrichtet. Sie lebt mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in Maine. Sie erhielt u.a. ein McDowell Fellowship und ein Whiting Writer’s Award.
Ihr erster Roman "The Pleasing Hour" (1999) erhielt den Barnes und Noble Discover Award, war ein New York Times Notable Book und war der Gegenkandidat für den PEN/Hemingway Award.
Ihr zweiter Roman "The English Teacher" (2005) war ein Publishers Weekly Top Ten Book of the Year, ein Chicago Tribune Best Book oft he Year und erhielt den Maine Fiction Award.
Ihr dritter Roman "Father of the Rain" von 2010 war ein New York Times Editors Choice, eine Publishers Weekly Best Novel of the Year und gewann den New England Book Award for Fiction und den Maine Fiction Award. Er wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

"Euphoria" erschien in den USA im Juni 2014. Der Roman wurde mit den folgenden Preisen und Nominierungen ausgezeichnet:

  • Kirkus Prize for Fiction 2014 (zum ersten Mal verliehen)
  • New England Book Award for Fiction 2014
  • Finalist, National Book Critics Circle Award
  • New York Times Book Review, 10 Best Books of 2014
  • Time, Top 10 Fiction Books of 2014
  • NPR, Best Books of 2014
  • Washington Post, Top 50 Fiction Books of 2014
  • Amazon, 100 Best Books of 2014, # 16
  • Publishers Weekly, Best Fiction Books of 2014
  • Oprah.com 15 Must-Reads of 2014
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Lily King über "Euphoria"

Die Figuren in meinem Roman waren ursprünglich inspiriert von den Anthropologen Margaret Mead, Reo Fortune und Gregory Bateson. Auch wenn ich mir einiges von ihrem Leben und ihren Werken geborgt habe, habe ich eine ganz andere Geschichte erzählt. Hier, was wirklich passiert ist:

Ende Dezember 1932 nahmen Mead und Fortune, ein Forscher-Ehepaar, das zwei Stämme in dem Gebiet, das damals Territorium von Neuguinea hieß, studiert hatte, eine Pinasse den Sepik-Fluss hinauf, um Gregory Bateson zu besuchen. Sie hatten gehört, dass dieser Anthropologe und Kollege ebenfalls in diesem Gebiet Forschungen betrieb. „Nichts, was ich bislang gehört oder gelesen hatte, hat mich auf ihn vorbereitet“, schrieb Margaret Mead an ihre Kollegin, Freundin, Mentorin und Geliebte Ruth Benedict einige Tage später. „Er ist 1,93 groß und besitzt die ganze unbeholfene, dünne Anmut völliger Zerbrechlichkeit. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie anrührend 1,93 verletzlicher Schönheit sein können. Er bemerkt alles und ist außerordentlich feinfühlig im Umgang mit den Menschen. Auch wenn er überall vollkommen mitschwimmt, besitzt er die Art von Autorität, die Menschen haben, wenn sie mit ihrem eigenen Temperament vollkommen übereinstimmen – ich bin so bewegt wie seit meiner ersten Begegnung mit Reo nicht mehr - “

Mead und Fortune hatten Bateson seit eineinhalb Jahren gemieden. Er erforschte die Iatmul am Mittleren Sepik, deren Stämme für ihre künstlerischen Fertigkeiten und komplexen sozialen Strukturen bekannt waren. Der Mittlere Sepik war eigentlich das Gebiet, wo auch sie gern gewesen wären, aber weil sie nicht in Bateson Territorium eindringen wollten, verbrachten sie ein Jahr im Torricceli-Gebirge, um einen friedlichen Hochland-Stamm zu studieren, den sie Arapesh nannten, und dann noch fünf Monate an einem Nebenfluss des Sepik, wo sie bei den feindseligen Munugumor lebten. Als sie zu Batesons Hütte hochkletterten, sagte er zu ihr: „Sie sind müde“ und zog einen Stuhl heran. Sie sank auf diesen Stuhl, schreibt sie in ihren Erinnerungen, „mit dem Gefühl, dass dies die ersten Worte irgendeiner Wertschätzung waren, die ich von irgendjemanden in all den Monaten bei den Munugumor gehört hatte.“ Sie war müde. Sie war erschöpft. Sie hatte einen verstauchten Knöchel, ihre alte „Samoanische Neuritis“ in den Armen, die Ringelflechte, Malaria, tropische Geschwüre und einen Ehemann, der aufgehört hatte, jegliche Schwäche bei sich oder seiner Frau zur Kenntnis zu nehmen. In jenem Augenblick war Bateson nicht weniger verzweifelt, vielleicht sogar noch mehr. Es heißt, er habe kurz vor ihrer Ankunft einen Selbstmordversuch unternommen. Jetzt sehnte er sich unbedingt nach ihrer Gesellschaft und drängte sie, in seiner Nähe am Sepik zu bleiben. Er versprach, einen neuen Stamm für sie zu finden.

Die drei verbrachten die nächsten fünf wilden Monate zusammen, verstrickt in einer emotionalen und intellektuellen Dreiecksbeziehung. Diese Dynamik zwischen den drei Menschen, Akademikern, die ihr Leben der Erforschung des gewaltigen Spektrums menschlichen Verhaltens gewidmet hatten und jetzt mit ihrer eigenen Verstrickung zu kämpfen hatten, war es, die mich zu dieser Geschichte hingezogen hatte. Aber ich habe mich nicht an die Fakten gehalten. Als ich den Roman zu schreiben begann, lösten sich meine Figuren bald von ihren realen Vorbildern und entwickelten ihre eigenen Sehnsüchte, Wünsche und Impulse und die Geschichte, die ich erzähle ist in hohem Maße Fiktion.
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Lily King im Interview mit Vogue

Vogue: Wie sind Sie auf Margaret Mead gekommen und warum haben Sie beschlossen, über ihre Beziehungen zu Reo Fortune und Gregory Bateson zu schreiben?

Lily King: Ich bin durch Zufall vor neun Jahren auf eine Biographie von Margaret Mead gestoßen. Dabei stieß ich dann auf die Episode, als sie zusammen mit ihrem zweiten Ehemann Reo Fortune in Papua-Neu Guinea arbeitete und sie Bateson trafen und die drei dann fünf Monate lang in so einem verrückten Dreiecksverhältnis lebten. Natürlich fand ich, dass das der Stoff für einen großartigen Roman wäre. Aber ich habe nie gedacht, dass ich diejenige sein könnte, die ihn dann auch schreibt. Aber ich wollte mehr über diese Phase in ihrem Leben erfahren, also las ich ihre Autobiographie und ihr Buch „Jugend und Sexualität in primitiven Gesellschaften“ über die Stämme, die sie zu der Zeit erforschte. Ich fing an, mir Notizen zu machen und hatte alle möglichen Einfälle und als ich mit meinem Roman „Father oft he Rain“ fertig war, machte ich mich daran.

Vogue: Jeder der drei Anthropologen nähert sich auf andere Weise seiner Arbeit und ist sich in anderer Weise ihrer Grenzen bewusst. Nell ist eine extrem genaue und emphatische Beobachterin; Fen, äußerst sprachbegabt, will um jeden Preis Grenzen überwinden, ja niederreißen; Bankson stellt sich bescheiden, ja demütig die Frage, ob eine Kultur auch nur annähernd objektiv wirklich die Werte verstehen kann, die eine andere Kultur bestimmen. Wie würden Sie das Werk eines Anthropologen mit dem eines Romanciers vergleichen?

Lily King: Ich glaube, die sind sich sehr ähnlich. Sowohl ein Romancier wie ein Anthropologe stellen dieselbe Frage: Wie leben die Menschen eigentlich? In einem Interview mit dem „New Yorker“ sagte Mead: „Mein Feld ist die ganze Welt.“ Ein Schriftsteller würde genau das Gleiche sagen.

Vogue: Eine Ehe besitzt natürlich ihre eigene Kultur und ihr eigenes Temperament – das unausgesprochene Verständnis und die gemeinsame Geschichte von zwei Menschen. Mead ist eine übermächtige Gestalt und es ist faszinierend, eine eher verletzliche Seite bei ihr zu entdecken. Sind Sie bei Ihrer Recherche auf etwas Überraschendes gestoßen? Haben Sie ein Lieblingszitat von Margaret Mead?

Lily King: Es gibt so viele großartige Mead-Zitate, aber hier ist eins, das mich überrascht hat. Etwas, das sie an Fortune geschrieben hat, nachdem ihre gemeinsame Arbeit in Neuguinea getan war und sie auf einem Schiff zurück nach Amerika war, nach Hause – ohne ihn. „Ich wünschte, Du hättest mich in jener Nacht da drüben nicht an einer Stelle geschlagen, wo jeder es sehen konnte. Ich hätte nicht von Dir weggehen müssen.“ Dieser Satz legt doch nahe, dass sie, wenn er sie an einer Stelle geschlagen hätte, wo die Leute es nicht gesehen hätten, bei ihm geblieben wäre. Unser Bild von Mead ist das von einer robusten, sehr direkten Aktivistin mittleren Alters, aber sie war eben auch einmal eine sehr junge Frau, sehr weit von Zuhause, die mehr als einmal von ihrem Mann herumgestoßen wurde.

Vogue: Einmal fragt Bankson voller Nachdruck: „Wenn nur ein Mensch Experte für ein bestimmtes Volk ist, lernen wir dann mehr über dieses Volk oder den Anthropologen, wenn wir seine Analyse lesen?“ Was hat Sie dazu geführt, die Geschichte aus seiner Perspektive zu erzählen – außer dem ersten Kapitel und Nells Tagebuchaufzeichnungen Briefen, die im Roman zitiert werden?

Lily King: Sobald ich das zweite Kapitel mit Banksons Stimme geschrieben hatte, wusste ich, dass es seine Geschichte war, nicht ihre. Es kam mir so viel natürlicher vor, auch viel intimer. Ich konnte ihm auf diese Weise so viel näher kommen, seinem Innersten. Und sobald ich begriffen hatte, dass es seine Geschichte war, musste sich alles, was aus meiner Sicht geschehen sollte, verändern.

Vogue: Woran arbeiten Sie jetzt?

Lily King: Ich habe genau eineinhalb Seiten eines neuen Romans. Der wird einen Berg von recherche erfordern. Es fühlt sich an, als sei es völlig unmöglich, genauso wie bei „Euphoria“, was hoffentlich ein gutes Zeichen ist.
 
Aus der deutschsprachigen Presse
"Ein absolut wohlgeratenes Buch."
Gabriele Weingartner, Die Rheinlandpfalz

"Sinnlich-suggestiv und gedanklich anregend."
Sandra Kerschbaumer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Ein kluges Buch und ein gut geschriebenes noch dazu."
Judith Luig, Berliner Morgenpost

"Das exotische Setting, die völlig fremden Kulturen schlagen den Leser nolens volens in Bann. Das amouröse Dreiecksverhältnis der Wissenschaftler lässt ihn im Weiteren auch nicht gerade kalt, und Kings süffige Schreibe rundet das Ganze ab. Prima Urlaubslektüre."
Stephan Draf, Stern

"Feinsinnig."
Ulrich Rüdenauer, Süddeutsche Zeitung


"Lily King hat einen wundervollen Erzählrhythmus."
Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur

"Der durch seine stilistische Kunstfertigkeit in sich ruhende Roman."
Martin Grzimek, Deutschlandfunk Büchermarkt

"Furios kontrastiert sie die fragile Dreierkonstellation mit den Sitten und Bräuchen der Dschungelbewohner – und demaskiert so die angebliche Überlegenheit der westlichen Welt.“
Tina Rausch, Münchner Feuilleton

"Spannungsgeladene Dreiecksbeziehung.“
Yvonne Poppek, Süddeutsche Zeitung

"Eine fantastische Story [...]. Eine Reflexion über Weiblichkeit und Männlichkeit - und wie beides zusammenpasst."
Andrea Huss, Emotion
 
Aus der internationalen Presse

"Gehaltvoll und aufregend... eine spannende Lektüre, die bei einem am Ende tatsächlich echte Euphorie auslöst."
Publishers Weekly

"
Ein kleines Juwel, verstörend und unvergesslich."
Kirkus

"Jene, die aufbrachen, die Fremde zu erkunden, sind in den Dschungel ihres eigenen Inneren eingedrungen - so der Tenor dieses schönen Romans. Lily King erzählt das fragwürdige Abenteuer als Dreiecksgeschichte, intelligent und doch leichfüßig tänzelnd."
Iliya Tojanow

"Von Joseph Conrad bis zu Barbara Kingsolver haben die Missetaten des Westens ein eigenes literarisches Genre begründet und bei Lily King, in diesem klugen, romantischen Buch, spiegeln sich die Arbeit der Romanciers und die der Anthropologen wechselseitig: in der Schönheit und Grausamkeit der anderen entdecken wir unsere eigene."
Megan O’Grady

"Unglaublich leidenschaftlich und fantastisch geschrieben... Es ist schlicht einer der besten Romane, die ich seit Jahren gelesen habe und damit gehört Lily King zur obersten Garde unserer besten Romanciers."
Andre Dubus III

"Spannend... intensiv, verführerisch, erotisch und intelligent... Es gibt so viele aufregende Details. Am Ende von ‚Euphoria‘ seufzte ich vor Befriedigung und hatte nur den Wunsch, es möge weitergehen."
San Francisco Chronicle

"Es ist erfrischend zu sehen, wie die berühmteste Anthropologin der Welt zu einer normalen Frau und zum Mittelpunkt dieses eleganten Romans von Lily King wird."
Ron Charles, The Washington Post

"King hat sich so intensiv in das Leben ihrer Figuren versenkt, dass sie auch nach dem Ende der Lektüre unsere Gefährten bleiben."
Camilla Gibb, The Guardian

"‘Euphoria‘ ist ein großartiges Buch! So großartig, dass ich die Nacht durchgemacht habe, um es zu Ende zu lesen."
Karl Marlantes
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