Türcke, Christoph

Lehrerdämmerung

Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet

SZ/NDR-Sachbuch-Bestenliste März 2016: Rang 8

Lehrer? Deren Zeit läuft ab. Gelernt wird heute eigenständig, beweglich, kreativ, weder Lehrern zuliebe noch nach Schablonen. So etwa klingt der Sirenengesang der "neuen Lernkultur". Wie sehr dieser Weg in die Irre führt, zeigt die Streitschrift des Philosophen Christoph Türcke. Mit der Rolle der Lehrer stehen zugleich entscheidende politische und pädagogische Grundeinstellungen zur Debatte. Wenn die Lehrer für den Erhalt und das Ethos ihres Berufs wirklich kämpfen, können sie eine Orientierungsdebatte auslösen, die an die Grundfesten der neoliberalen Welt rührt. Es geht um weit mehr als einen Schulstreit. Alles, was in Sach- und Fachkompetenzen nicht aufgeht, soll in der schönen neuen Lernwelt keinen Ort mehr haben. Menschen aber nur auf ihre Kompetenzen hin anzusehen, das heißt, sie wie Maschinen anzusehen. Lehrer zu Kompetenzbeschaffungsgehilfen zu reduzieren heißt, sie zu entwürdigen. Das müssen sie sich nicht bieten lassen. Sie sind zu ihrer Selbstdegradierung und -abschaffung nicht verpflichtet, wohl aber zur Rückbesinnung darauf, was Lehren eigentlich ist.

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-68882-9

Erschienen am 10. Februar 2016

3. Auflage, 2016

159 S.

Klappenbroschur

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Inhalt
Einleitung: Kein Gleichschritt mehr
Vorschau


1. Kompetenzwahn
Sachverstand – Behaviorismus – Sprachkompetenz – Kompetenzmodellierung –
Operationalisierung – Bildungsrichtlinien –
Niveausenkungsdruck – Abitursinflation – Zieldifferenz


2. Inklusionswahn
Ausgrenzung – Doppelter Boden – Behindertenkonvention –
Opferbereitschaft – Reparaturbetrieb – Inklusion neoliberal –
Einheitsdruck – Portfolio


3. Rückbesinnung auf den Lehrer
Neunmonatsrevolution – Trias – Zeigen – Rousseauismus –
Versachlichung – Plenum – Gegenübertragung – Übertragungsliebe –
Jetztzeit – Skizze – Kreativität – Unterbrechung – Handschrift –
Arbeitsblattunterricht – Haltung – Bildung



Literaturverzeichnis
Pressestimmen

Pressestimmen

"Türcke [entfaltet] eine beeindruckende Anthropologie des Lehrers, der einen elementaren menschlichen Kunstgriff beherrscht, das Zeigen."
Christopher Schwarz, Wirtschaftswoche, 11. März 2016



"Ein Buch, das Fakten liefert!"
Schweizerzeit, 11. März 2016



"Hochaktuelles Diskursbuch.“
Walter Prankl, Kulturpunkt, 3/2016



"Ein Aufruf zur Revolte."
Leipziger Volkszeitung, 20. März 2016



"Ein Aufruf zum Widerstand und zu Rückbesinnung."
Jürgen Kleindienst, Leipziger Volkszeitung, 12. März 2016



"An vielen Beispielen beschreibt Türcke die einer neoliberalen Ideologie angelehnte Reduktion der Schule und deren Lehrinhalte auf reine Sach- und Fachkompetenzen."
Winfried Stanzick, lovelybooks 15. März 2016