Wojak, Irmtrud

Fritz Bauer 1903 - 1968

Eine Biographie

Der Ankläger seiner Epoche


Fritz Bauer ist eine der interessantesten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ihm ist es zu verdanken, daß die juristische Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Dritten Reichs nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Gang kam und bis zu den Epoche machenden Auschwitz-Prozessen geführt werden konnte. Es war Fritz Bauer, der Israel den entscheidenden Hinweis gab, wo sich Adolf Eichmann versteckt hielt.

Fritz Bauer, 1903 in Stuttgart geboren, war ein promovierter Jurist aus „Freiheitssinn“. Aus einer jüdischen Familie stammend, trat er in den 20er Jahren der SPD bei, kam nach der „Machtergreifung“ ins KZ, konnte erst nach Dänemark, dann nach Schweden fliehen. Nach dem Krieg wirkte er zunächst als Generalstaatsanwalt in Braunschweig, dann in Hessen bis zu seinem überraschenden Tod 1968. Die Auseinandersetzung mit den Wurzeln nationalsozialistischen Handelns hielt Bauer für unumgänglich. In einem politischen Klima des Stillschweigens und Wegsehens betrieb Fritz Bauer Aufklärung, juristische Richtigstellung – etwa im Hinblick auf den deutschen Widerstand – und von Staats wegen Verfolgung der Nazi-Verbrechen. Eine längst fällige biographische Würdigung liegt nun erstmals mit diesem Buch vor.

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Schlagwörter

Bibliografie

978-3-406-58154-0

2., durchgesehene Auflage

638 S.

In Leinen

Hardcover 34,00 € Kaufen
Inhalt

Geleitwort von Michael Stolleis

 

Einführung

 

«Tübingen, die alte Kronenstraße, die Stille der Alleen»

Die frühesten Erinnerungen

 

«Dann bauen wir Städte der Zukunft»

Beginn des 20. Jahrhunderts in Stuttgart

 

«Meine Familie war brav und bürgerlich»

Schuljahre vor und im Weltkrieg

 

«Im Kampf um des Menschen Rechte»

Jurastudium, Richterberuf, Bekenntnis zur Weimarer Republik

 

«Die glückliche Insel Dänemark»

KZ-Haft, Flucht und erstes Exil 1933–1943

 

«Wäre es eine Sommerfrische – großartig!»

Emigrant in Schweden 1943–1945

 

«Eine Lektion im Völkerrecht»

Nach dem Krieg – wieder in Dänemark

 

«Dem Schwebezustand ein Ende setzen»

Von Kopenhagen über Hannover nach Braunschweig

 

«Verbrechen gegen die Menschlichkeit»

Richter und Generalstaatsanwalt in Braunschweig 1949–1956

 

«Eine Grenze hat Tyrannenmacht»

Plädoyer für den 20. Juli 1944 im Remer-Prozess

 

«Mörder unter uns»

Eichmann, Bormann, Mengele – Die «Endlösung» soll vor Gericht

 

«Wer an dieser Mordmaschine hantierte»

Der große Auschwitz-Prozess 1963–1965

 

«Heute bleibt nur bescheidene Kärrnerarbeit»

Ungesühnte NS-Justiz und so genannte Euthanasie

 

«That thou shalt do no murder»

Die endlose Liste der Nazi-Verbrechen

 

«Auf der Suche nach dem Recht»

Ein Leben aus sachlicher Leidenschaft

 

«Pflicht zum Ungehorsam»

30. Juni 1968 – Tod und Vermächtnis

 

 

Dank

Anhang

Auswahl der Schriften von Fritz Bauer

Quellen- und Literaturverzeichnis

Anmerkungen

Personenregister