Leseprobe Merken

Badinter, Elisabeth

Der Infant von Parma

oder Die Ohnmacht der Erziehung

Mitte des 18. Jahrhunderts. Der junge Prinz Ferdinand von Parma, Enkel des französischen Königs, wird zum Gegenstand eines einzigartigen pädagogischen Experiments. Seine Eltern wollen einen modernen, aufgeklärten Monarchen aus ihm machen und holen dafür die besten Lehrer aus Frankreich. Das Experiment soll den Glauben der Zeit an die Macht der Erziehung bestätigen. Halb Europa schaut gespannt nach Parma. Doch die Hoffnungen der Zeit, die das Kind auf seinen schwachen Schultern trägt, werden bitter enttäuscht. Denn schon früh entwickelt sich der Zögling der Aufklärung zu einem Sohn der Finsternis. Hatte der Vater Ferdinands noch die Jesuiten aus seinem Herzogtum vertrieben und die Kirchengüter konfisziert, so neigt Ferdinand bereits als Kind zu Frömmelei und Aberglauben. Als Herrscher von Parma führt er die Inquisition wieder ein, stärkt die Macht der Kirche und holt die Jesuiten zurück ins Land.

Elisabeth Badinter, die große Erforscherin der europäischen Aufklärung, erzählt die Geschichte Ferdinands in ihrem schlanken Buch mit Spannung und funkelnder Eleganz. Es ist die Geschichte einer ehrgeizigen Erziehung, die das Herz ihres Zöglings nicht zu erreichen vermag.
Von Elisabeth Badinter. Aus dem Französischen von Thomas Schultz.

Teilen

Seite drucken

E-Mail

Der Code wurde in die Zwischenablage kopiert.

Bibliografie

978-3-406-60093-7

Erschienen am 15. Januar 2014

144 S., mit 7 Abbildungen

Hardcover

Hardcover 17,95 € Kaufen
e-Book 13,99 € Kaufen
Inhalt
Einleitung

Erstes Kapitel Die frühen Jahre

Zweites Kapitel Die Erziehung eines Fürsten der Aufklärung (1758-1769)

Drittes Kapitel Ein Mythos zerbricht (1769-1771)

Viertes Kapitel Wer hat Schuld?

Fünftes Kapitel Der Fürst der Frömmler (1772-1780)

Schluss Ein zerrissener Mensch, eine enttäuschte Hoffnung

Anmerkungen
Bildnachweis
Pressestimmen

Pressestimmen

"[A]nregende Studie 'Der Infant von Parma'. Darin erzählt sie vom Leben eines Fürsten, der von Aufklärern erzogen wird und dennoch alle enttäuscht. Seine Erzieher waren so berauscht von ihrem Masterplan, dass sie die Existenzbedingungen ihres Zöglings aus den Augen verloren. So was rächt sich."
Jutta Person, Cicero, Oktober 2010



"Akribisch und faktenreich diskutiert sie [Elisabeth Badinter] die verschieden Erklärungsversuche. Sie zitiert Zeitzeugen, überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden."
Karin Nieslon, amazon.de, 27. März 2010



"Wie um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein Fürstensohn zum 'vollendeten Mann' gemacht wurde, gibt ein besonders drastisches Beispiel dafür. Die Geschichte spielt im italienischen Herzogtum Parma. Die renommierte französische Geschichtswissenschaftlerin und Philosophin Elisabeth Badinter, bekannt geworden als Historikerin der Mutterliebe, erzählt in einem informativen und spannend zu lesenden Buch davon. (…) Allerdings schüttet sie das Kind der Aufklärung auch nicht mit dem Bade aus, wie es hätte naheliegen können. Sie vermeidet jede billige Häme. Am Ende ihrer Darstellung triumphiert so etwas wie die Liste der Vernunft: der Infant von Parma geht einen Lebensweg, bei dem seine Eigeninteressen nicht auf der Strecke bleiben."
Ludger Lütkehaus, Neue Zürcher Zeitung, Internationale Ausgabe, 25. August 2010



"Was Badinter in diesem kleinen Büchlein ausbreitet, ist (…) von unschätzbarem Wert: sie vermittelt über dieses Erziehungsexempel ein weit differenzierteres Bild der Aufklärung, als man bisher vermutet hatte. Und es drängt sich fast von selbst auf: man versteht, warum auf die Aufklärung die Romantik folgte."
Irene Etzersdorfer, ORF 1, 9. Juni 2010



"Ferdinand scheitert am blinden Fleck seiner Erzieher, die nicht durchschauen, dass ein Mensch keine Ideenabfüllmaschine ist. Strikte Heilspläne – auch aufgeklärte – lassen sich eben nur bedingt am lebenden Objekt anwenden. Zu Recht empört sich die Philosophin über die Erzieher, die ihren Masterplan verabsolutieren."
Jutta Person, Süddeutsche Zeitung, 30. April 2010



"In ihrem klugen, elegant geschriebenen Buch erinnert die bekannte Pariser Philosophin an ein gescheitertes pädagogisches Experiment, und stellt damit jede Art vorausplanender, allein von Vernunft geleiteter Erziehung in Frage."
Marion Lühe, Die Welt, 24. April 2010



"Die Geschichte dieses sensationellen Scheiterns großer Geister, für die das Kind nur formbares Material ist, erzählt Elisabeth Badinter sehr anschaulich und packend. Durchaus anteilnehmend verfolgt sie das Geschehen mit scharfem Blick. Schon die Porträts, die sie von den Erziehern bei Hofe entwirft, verraten die schonungslose Beobachterin. (...) Auch wenn Badinter mit ironischen bis boshaften Untertönen nicht spart, so weiß sie doch, dass sich die Frage der Schuld, die Frage danach, woran Erziehung scheitern kann, nicht eindeutig beantworten lässt. (...) Der ‘Infant vor Parma’ ist nichts anderes als ein Studie darüber, welche Untiefen in der Pädagogik lauern, wenn sie mit Macht und wildem Eifer betrieben wird – egal, ob im Namen des Eros des Glaubens oder der reinen Vernunft."
Edelgard Abenstein, Deutschlandradio Kultur, 22. April 2010



"(...) ein glänzendes Lehrstück über die Erziehung – und ihre Grenzen."
Lena Bopp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. April 2010



"[Elegante] Studie. (…) [Eine] minutiöse, immer wieder der Wahrheit nachspürende Analyse. (…) Badinter decouvriert die stolze Garde der Erzieher in ihrer Anmaßung. Hatte man die weichen Faktoren, wie Empathie, vergessen? Erziehung wird als ein Experiment betrieben, man erwartet, übrigens in ganz Europa, nicht weniger als ein Wunder, wie es die Fernsehzuschauer von Supernanny heute tun. Es geht um die Herstellung eines vollkommenen Produktes, und ist das nicht zu oft der geheime Kern aller Erziehungstheorie, ob sie sich mit Eros verkauft oder anderem religiösen Eifer? (…) Badinter [diagnostiziert] mit scharfem Blick das Scheitern der großen Philosophenpädagogen."
Susanne Mayer, Die Zeit, 8. April 2010



"Soeben ist Badinters jüngstes historisches Werk auf Deutsch erschienen. ‘Der Infant von Parma oder die Ohnmacht der Erziehung’ ist ein schmales und leicht zu lesendes Buch, das ein pädagogisches Experiment beschreibt. (...) Die Geschichte dieses spektakulären Misserfolges weckt heute ungläubiges Staunen: Wie konnte man sich derartige Illusionen machen über die Erziehung eines Kindes?"
Kathrin Meier-Rust, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 28. März 2010



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-60093-7

Erschienen am 15. Januar 2014

144 S., mit 7 Abbildungen

Hardcover

Hardcover 17,95 € Kaufen
e-Book 13,99 € Kaufen

Badinter, Elisabeth

Der Infant von Parma

oder Die Ohnmacht der Erziehung

Mitte des 18. Jahrhunderts. Der junge Prinz Ferdinand von Parma, Enkel des französischen Königs, wird zum Gegenstand eines einzigartigen pädagogischen Experiments. Seine Eltern wollen einen modernen, aufgeklärten Monarchen aus ihm machen und holen dafür die besten Lehrer aus Frankreich. Das Experiment soll den Glauben der Zeit an die Macht der Erziehung bestätigen. Halb Europa schaut gespannt nach Parma. Doch die Hoffnungen der Zeit, die das Kind auf seinen schwachen Schultern trägt, werden bitter enttäuscht. Denn schon früh entwickelt sich der Zögling der Aufklärung zu einem Sohn der Finsternis. Hatte der Vater Ferdinands noch die Jesuiten aus seinem Herzogtum vertrieben und die Kirchengüter konfisziert, so neigt Ferdinand bereits als Kind zu Frömmelei und Aberglauben. Als Herrscher von Parma führt er die Inquisition wieder ein, stärkt die Macht der Kirche und holt die Jesuiten zurück ins Land.

Elisabeth Badinter, die große Erforscherin der europäischen Aufklärung, erzählt die Geschichte Ferdinands in ihrem schlanken Buch mit Spannung und funkelnder Eleganz. Es ist die Geschichte einer ehrgeizigen Erziehung, die das Herz ihres Zöglings nicht zu erreichen vermag.
Von Elisabeth Badinter. Aus dem Französischen von Thomas Schultz.
Webcode: https://www.chbeck.de/30343

Inhalt

Einleitung

Erstes Kapitel Die frühen Jahre

Zweites Kapitel Die Erziehung eines Fürsten der Aufklärung (1758-1769)

Drittes Kapitel Ein Mythos zerbricht (1769-1771)

Viertes Kapitel Wer hat Schuld?

Fünftes Kapitel Der Fürst der Frömmler (1772-1780)

Schluss Ein zerrissener Mensch, eine enttäuschte Hoffnung

Anmerkungen
Bildnachweis

Pressestimmen

"[A]nregende Studie 'Der Infant von Parma'. Darin erzählt sie vom Leben eines Fürsten, der von Aufklärern erzogen wird und dennoch alle enttäuscht. Seine Erzieher waren so berauscht von ihrem Masterplan, dass sie die Existenzbedingungen ihres Zöglings aus den Augen verloren. So was rächt sich."
Jutta Person, Cicero, Oktober 2010


"Akribisch und faktenreich diskutiert sie [Elisabeth Badinter] die verschieden Erklärungsversuche. Sie zitiert Zeitzeugen, überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden."
Karin Nieslon, amazon.de, 27. März 2010


"Wie um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein Fürstensohn zum 'vollendeten Mann' gemacht wurde, gibt ein besonders drastisches Beispiel dafür. Die Geschichte spielt im italienischen Herzogtum Parma. Die renommierte französische Geschichtswissenschaftlerin und Philosophin Elisabeth Badinter, bekannt geworden als Historikerin der Mutterliebe, erzählt in einem informativen und spannend zu lesenden Buch davon. (…) Allerdings schüttet sie das Kind der Aufklärung auch nicht mit dem Bade aus, wie es hätte naheliegen können. Sie vermeidet jede billige Häme. Am Ende ihrer Darstellung triumphiert so etwas wie die Liste der Vernunft: der Infant von Parma geht einen Lebensweg, bei dem seine Eigeninteressen nicht auf der Strecke bleiben."
Ludger Lütkehaus, Neue Zürcher Zeitung, Internationale Ausgabe, 25. August 2010


"Was Badinter in diesem kleinen Büchlein ausbreitet, ist (…) von unschätzbarem Wert: sie vermittelt über dieses Erziehungsexempel ein weit differenzierteres Bild der Aufklärung, als man bisher vermutet hatte. Und es drängt sich fast von selbst auf: man versteht, warum auf die Aufklärung die Romantik folgte."
Irene Etzersdorfer, ORF 1, 9. Juni 2010


"Ferdinand scheitert am blinden Fleck seiner Erzieher, die nicht durchschauen, dass ein Mensch keine Ideenabfüllmaschine ist. Strikte Heilspläne – auch aufgeklärte – lassen sich eben nur bedingt am lebenden Objekt anwenden. Zu Recht empört sich die Philosophin über die Erzieher, die ihren Masterplan verabsolutieren."
Jutta Person, Süddeutsche Zeitung, 30. April 2010


"In ihrem klugen, elegant geschriebenen Buch erinnert die bekannte Pariser Philosophin an ein gescheitertes pädagogisches Experiment, und stellt damit jede Art vorausplanender, allein von Vernunft geleiteter Erziehung in Frage."
Marion Lühe, Die Welt, 24. April 2010


"Die Geschichte dieses sensationellen Scheiterns großer Geister, für die das Kind nur formbares Material ist, erzählt Elisabeth Badinter sehr anschaulich und packend. Durchaus anteilnehmend verfolgt sie das Geschehen mit scharfem Blick. Schon die Porträts, die sie von den Erziehern bei Hofe entwirft, verraten die schonungslose Beobachterin. (...) Auch wenn Badinter mit ironischen bis boshaften Untertönen nicht spart, so weiß sie doch, dass sich die Frage der Schuld, die Frage danach, woran Erziehung scheitern kann, nicht eindeutig beantworten lässt. (...) Der ‘Infant vor Parma’ ist nichts anderes als ein Studie darüber, welche Untiefen in der Pädagogik lauern, wenn sie mit Macht und wildem Eifer betrieben wird – egal, ob im Namen des Eros des Glaubens oder der reinen Vernunft."
Edelgard Abenstein, Deutschlandradio Kultur, 22. April 2010


"(...) ein glänzendes Lehrstück über die Erziehung – und ihre Grenzen."
Lena Bopp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. April 2010


"[Elegante] Studie. (…) [Eine] minutiöse, immer wieder der Wahrheit nachspürende Analyse. (…) Badinter decouvriert die stolze Garde der Erzieher in ihrer Anmaßung. Hatte man die weichen Faktoren, wie Empathie, vergessen? Erziehung wird als ein Experiment betrieben, man erwartet, übrigens in ganz Europa, nicht weniger als ein Wunder, wie es die Fernsehzuschauer von Supernanny heute tun. Es geht um die Herstellung eines vollkommenen Produktes, und ist das nicht zu oft der geheime Kern aller Erziehungstheorie, ob sie sich mit Eros verkauft oder anderem religiösen Eifer? (…) Badinter [diagnostiziert] mit scharfem Blick das Scheitern der großen Philosophenpädagogen."
Susanne Mayer, Die Zeit, 8. April 2010


"Soeben ist Badinters jüngstes historisches Werk auf Deutsch erschienen. ‘Der Infant von Parma oder die Ohnmacht der Erziehung’ ist ein schmales und leicht zu lesendes Buch, das ein pädagogisches Experiment beschreibt. (...) Die Geschichte dieses spektakulären Misserfolges weckt heute ungläubiges Staunen: Wie konnte man sich derartige Illusionen machen über die Erziehung eines Kindes?"
Kathrin Meier-Rust, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 28. März 2010