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Baur, Eva Gesine

Chopin

oder Die Sehnsucht

Er galt als Liebling der Salons, doch er war scheu. Er galt als Frauenheld, doch er fühlte sich einsam und litt darunter. Die Leichtigkeit seiner Stücke war hart erarbeitet. Und das, was improvisiert wirkte, detailgenau gesetzt. Eva Gesine Baur portraitiert Chopin in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und eröffnet einen von Klischees unverstellten Zugang zu seinem Leben und seiner Musik. Zeitgenossen stilisierten ihn zum träumerischen Genie, erlebten ihn als Ästheten von erlesenen Manieren und Frauenschwarm in der Welt der Pariser Salons. Er konnte witzig, bissig und ironisch sein, hielt aber doch die Umgebung auf Distanz und war vielen zu leise, als Mann wie auch als Pianist. Als Klaviervirtuose bezauberte er sein Publikum, und als Komponist der "süßen Abgründe" verkörpert Chopin bis heute den Romantiker par excellence.

Heimweh, Sehnsucht, Vergänglichkeit kennzeichnen Chopins Musik – und sein Leben. In Polen geboren, konnte er den Verlust seiner Heimat trotz aller Erfolge in Paris und Wien nie verschmerzen. Von den Frauen vergöttert, ließ ihn die unglückliche Liebschaft zur 18-jährigen Maria Wodzinska an der Liebe verzweifeln. Und auf dem Höhepunkt seines Ruhms, doch völlig verarmt, machte ihm die Tuberkulose, an der er im Alter von nur 39 Jahren verstarb, das Leben zur Qual. Als Frühvollendeter hinterließ Chopin nicht nur ein grandioses musikalisches Werk, sondern auch tiefe Spuren in den Biographien und Arbeiten seiner Freunde: Franz Liszt, Honoré de Balzac, Heinrich Heine, Eugène Delacroix, vor allem aber George Sand, seiner letzten Geliebten.

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Bibliografie

978-3-406-59056-6

Erschienen am 22. November 2009

3., durchgesehene Auflage, 2010

564 S., mit 27 Abbildungen

Hardcover

Hardcover 24,90 € Kaufen
Inhalt
I Wege in Warschau
Eine Kindheit in Geborgenheit und Gefahr

II Heranwachsen in Zeiten des Aufruhrs
Ruhe in Szafarnia, Erregungen in Warschau

III Ausbruchsversuche
Exkursionen in die Provinz und nach Berlin

IV Überraschungen in Wien
Erfahrungen eines Musikers in der Fremde

V Abschied von der Vergangenheit
Pläne zur Karriere in einer Metropole

VI Täuschungen und Enttäuschungen
Angstvolle Zeiten in Wien

VII Verführungen in Paris
Wechselvolle Reise und überwältigende Ankunft

VIII Freundschaften und Liebschaften
Liszt, Berlioz, Hiller und die Damen

IX Badeorte, Sehnsuchtsorte
Erlebnisse in Enghien, Karlsbad und Dresden

X Lieben und geliebt werden
Begegnungen in Leipzig und in Paris

XI Die hohe Zeit der Hoffnung
Vier Wochen in Marienbad und die Folgen

XII Ratlosigkeit und Trostlosigkeit
Eine Flucht nach England

XIII Umbruch und Aufbruch
Vorbereitungen auf eine ganz andere Frau

XIV Im Zustand der Trunkenheit
Ein Intermezzo

XV Der Liebhaber als Patient
Ein Winter auf Mallorca

XVI Der Tod und ein irdisches Paradies
Von Marseille nach Nohant

XVII Zwischen Rue Tronchet und Rue Pigalle
Ein Familienleben in der Pariser Gerüchteküche

XVIII Die dünne Haut
Chopin in Paris und Chopin im Berry

XIX Zwei Todesfälle und ein Glücksfall
Die neue Rolle des Eugène Delacroix

XX Familienanschluss
Zu braves Leben am Square d’Orléans

XXI Husten, Seelenwunden und der beste Arzt
Die Vergangenheit zu Gast in Paris und im Berry

XXII Die Symptome des Heimwehs
Schaffenskrisen eines Mannes Mitte dreißig

XXIII Vorzeichen und Vorwarnungen
Ein Schlüsselroman und seine Folgen

XXIV Die Macht der Familie
Eine Hochzeit und eine Art Scheidung

XXV Ochsentour aus Geldnot
Die Strapazen des Jahres 1848

XXVI Der Weg zurück
Letzte Begegnungen im Jahr 1849

Postludium


Anhang
Zur Aussprache des Polnischen

Abbildungen

Auswahlbibliographie

Personenregister
Pressestimmen

Pressestimmen

"Dass der zerbrechlich wirkende Künstler seine körperlichen wie seelischen Leiden auch kultiviert und daraus poetisch-schöpferischen Gewinn gezogen hat, arbeitet Eva Gesine Baur in ihrer Biografie bei C.H. Beck trefflich heraus."
Eckart Baier, Stefan Hauck, Börsenblatt, 20. Mai 2010



"Die Musikwelt (…) feiert den 200. Geburtstag des Klavierkomponisten Frédéric François Chopin, dem die Münchnerin Eva Gesine Baur eine Biografie im Beck Verlag widmet."
vi, Abendzeitung, 31. Dezember 2009



"Eva Gesine Baur hat in ihrer großen Chopin-Biografie, (...) deutlich und triftig herausgezeichnet, dass diese eigenartige Konstellation von psychosomatischer Hypersensibilität und sehnsuchtsgetränkter Melancholie nicht nur Chopins Leben grundiert, sondern auch zur Magie seiner Erscheinung beigetragen hat. (...) man kann es wohl bereits jetzt als beachtlichen deutschsprachigen Beitrag zum Chopinjahr 2010 bezeichnen. Baur hat sich für den erzählerischen Typus entschieden und ein wunderbar flüssig zu lesendes Sachbuch in belletristischem Gewand geschrieben. Der Leser kann Baurs lebendigem Chopin-Bild vertrauen. Ihre Darstellung ruht auf soliden wissenschaftlichen, dem Leser sich aber nicht aufdrängenden Tugenden: sorgfältiger Quellenrecherche und -kritik."
Andreas Eichhorn, Die Welt, 5. Dezember 2009



"Dem nach wie vor ungebrochenen Interesse an Biorafien wird in vielfältiger Weise Rechnung getragen. Neben einer Reihe politischer Lebensgeschichten widmet sich Eva Gesine Baur in ihrem Buch 'Chopin oder Die Sehnsucht' der Vita des großen Komponisten, wobei sie die Widersprüchlichkeiten in der Persönlichkeit des Romantikers hervorhebt."
dpa, 9. Oktober 2009



"Die umfangreiche Biografie Eva Gesine Baurs liefert (...) viele sozialgeschichtliche Kontexte. Paris als Hauptstadt deutscher und polnischer Emigranten in der Biedermeierzeit, als Stadt überwältigender kultureller Eindrücke und Baustelle der Moderne. Baur schildert faszinierende Begegnungen und Freundschaften mit Heine, Balzac, Delacroix, Liszt, Berlioz und widmet sich eingehend Chopins Beziehung zu George Sand."
Wolfgang Schreiber, Buchjournal, Heft 2/ 2010



"Eva Gesine Baur hat in ihrer umfangreichen und weit ausholenden Chopin-Biografie (...) deutlich und triftig herausgearbeitet, dass die eigenartige Konstellation von psychosomatischer Hypersensibilität und sehnsuchtsgetränkter Melancholie nicht nur Chopins Leben grundiert, sondern auch entschieden zur Magie seiner Erscheinung beigetragen hat. (...) Eva Gesine Baur gelingt es in ihrer psychologisch so feinsinnigen wie fesselnden Biografie zu beglaubigen, dass seine Zeitgenossen Chopin gelegentlich als ‘menschliches Klavier’ bezeichneten."
D.D. Scholz, Deutschlandradio Kultur, 26. März 2010



"Baur meint es ernst, wenn sie sagt, sie beginne erst dann zu schreiben, wenn sie ihrem ‘Protagonisten nahe gekommen’ sei, ‘seine Seele wirklich verinnerlicht, sein Seelenleben durchschaut’ habe. Die Autorin sitzt mit Chopin in der Kutsche, sie weint mit ihm, wenn er Warschau verlässt, sie weiss, dass ihm jemand fehlt, ‘dem er alles anvertrauen kann’, und dass sich Chopin schwertut mit ‘lauteren, derberen, einfacheren Menschen’. (...) Die Autorin bedient die Erwartungen an eine konventionelle Biografie: Chronologie und Vollständigkeit sind Baur wichtig, sowie die Empathie, die sie immer dann mit der Distanz tauscht, wenn es das biografische Objekt zu verstehen gilt."
Corinne Holtz, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 28. Februar 2010



"Gleich drei neue Biografien liegen nun im Chopin-Jahr vor; (…) eine andere bietet im Namen des Komponisten scheinbar einen Versuch über die Sehnsucht an. (…) Der große Vorzug dieser Biografie ist ihre kulturgeschichtliche Fundierung, die aufschlussreiche Seitenblicke erlaubt. (…) [So] gebührt dieser Arbeit am Ende doch der Lorbeerkranz."
Die Presse, 20. Februar 2010



"Eva Gesine Baur hat zum 200. Geburtstag ein Buch über Frédéric Chopin geschrieben und sehr aufschlussreiche Thesen über dessen sensibles Wesen recherchiert. 'Chopin oder die Sehnsucht' ist nicht irgendeine weitere Biographie geworden, sondern ein so umfangreiches wie kurzweilig zu lesendes Seismogramm eines Künstlerlebens, das mit einer Fülle neuer Erkenntnisse und umfassender Horizonterweiterung hinsichtlich der Lebensumstände, des persönlichen Umfelds überrascht. Neben der faktischen Genauigkeit überzeugt das im historischen Präsens geschriebene Buch durch einen durchgehend dramatischen Sog."
Christoph Schlüren, crescendo, Februar/März 2010



"Dem schillernden Ausnahmekünstler und Star der Pariser Salons (…) versucht auch Eva Gesine Baur auf die Spur zu kommen. Die umtriebige Kulturhistorikerin wird zu diesem Zweck stellenweise zur Romanautorin. Doch hinter der schwärmerischen Etikettierung ‚Chopin oder Die Sehnsucht’ verbirgt sich alles in allem ein solide recherchiertes Lebensbild, das viele Legenden kritisch überprüft und manchen Chopin-Biografen als gewieften Fälscher enttarnt."
Thorsten Stegemann, Rheinischer Merkur, 18. Februar 2010



"Eva Gesine Baur schreibt so detailreich und anschaulich wie ein Romancier: Sie wagt sich an lebendige Dialoge, (...) lässt den Leser an seinen Gedanken und Stimmungen teilhaben. Eva Gesine Baur hat mit Fleiß und Hartnäckigkeit recherchiert, die Bewunderung abnötigt. Und da Chopin ein höchst amüsant formulierender, überaus offener und mitteilungsbedürftiger Briefschreiber war, von der Schreibwut seiner Freundin George Sand ganz zu schweigen, hat Eva Gesine Baur genug Material, um auch die feinen Verästelungen einer empfindsamen Künstlerpsyche detailliert nachzuzeichnen."
Bernhard Neuhoff, Bayerischer Rundfunk, 9. Januar 2010



"Rechtzeitig zum Chopin-Jahr – am 1. März 2010 würde er 200 Jahre alt werden – hat Eva Gesine Baur eine mehr als 550 Seiten starke Biografie des Klaviervirtuosen und Komponisten vorgelegt. Und sie ist klug genug, die Antworten dem Leser zu überlassen. (...) Umfassend recherchiert und bravourös geschrieben, liest sich das Buch eher als Lebensroman den Biografie – so elegant hat die Autorin mit ihrer Darstellung die literarischen Zitate verwoben. (...) An den Menschen Chopin führt uns Eva Gesine Baur ganz nah heran."
Madame, Februar 2010



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-59056-6

Erschienen am 22. November 2009

3., durchgesehene Auflage , 2010

564 S., mit 27 Abbildungen

Hardcover

Hardcover 24,90 € Kaufen

Baur, Eva Gesine

Chopin

oder Die Sehnsucht

Er galt als Liebling der Salons, doch er war scheu. Er galt als Frauenheld, doch er fühlte sich einsam und litt darunter. Die Leichtigkeit seiner Stücke war hart erarbeitet. Und das, was improvisiert wirkte, detailgenau gesetzt. Eva Gesine Baur portraitiert Chopin in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und eröffnet einen von Klischees unverstellten Zugang zu seinem Leben und seiner Musik. Zeitgenossen stilisierten ihn zum träumerischen Genie, erlebten ihn als Ästheten von erlesenen Manieren und Frauenschwarm in der Welt der Pariser Salons. Er konnte witzig, bissig und ironisch sein, hielt aber doch die Umgebung auf Distanz und war vielen zu leise, als Mann wie auch als Pianist. Als Klaviervirtuose bezauberte er sein Publikum, und als Komponist der "süßen Abgründe" verkörpert Chopin bis heute den Romantiker par excellence.

Heimweh, Sehnsucht, Vergänglichkeit kennzeichnen Chopins Musik – und sein Leben. In Polen geboren, konnte er den Verlust seiner Heimat trotz aller Erfolge in Paris und Wien nie verschmerzen. Von den Frauen vergöttert, ließ ihn die unglückliche Liebschaft zur 18-jährigen Maria Wodzinska an der Liebe verzweifeln. Und auf dem Höhepunkt seines Ruhms, doch völlig verarmt, machte ihm die Tuberkulose, an der er im Alter von nur 39 Jahren verstarb, das Leben zur Qual. Als Frühvollendeter hinterließ Chopin nicht nur ein grandioses musikalisches Werk, sondern auch tiefe Spuren in den Biographien und Arbeiten seiner Freunde: Franz Liszt, Honoré de Balzac, Heinrich Heine, Eugène Delacroix, vor allem aber George Sand, seiner letzten Geliebten.
Webcode: https://www.chbeck.de/27738

Inhalt

I Wege in Warschau
Eine Kindheit in Geborgenheit und Gefahr

II Heranwachsen in Zeiten des Aufruhrs
Ruhe in Szafarnia, Erregungen in Warschau

III Ausbruchsversuche
Exkursionen in die Provinz und nach Berlin

IV Überraschungen in Wien
Erfahrungen eines Musikers in der Fremde

V Abschied von der Vergangenheit
Pläne zur Karriere in einer Metropole

VI Täuschungen und Enttäuschungen
Angstvolle Zeiten in Wien

VII Verführungen in Paris
Wechselvolle Reise und überwältigende Ankunft

VIII Freundschaften und Liebschaften
Liszt, Berlioz, Hiller und die Damen

IX Badeorte, Sehnsuchtsorte
Erlebnisse in Enghien, Karlsbad und Dresden

X Lieben und geliebt werden
Begegnungen in Leipzig und in Paris

XI Die hohe Zeit der Hoffnung
Vier Wochen in Marienbad und die Folgen

XII Ratlosigkeit und Trostlosigkeit
Eine Flucht nach England

XIII Umbruch und Aufbruch
Vorbereitungen auf eine ganz andere Frau

XIV Im Zustand der Trunkenheit
Ein Intermezzo

XV Der Liebhaber als Patient
Ein Winter auf Mallorca

XVI Der Tod und ein irdisches Paradies
Von Marseille nach Nohant

XVII Zwischen Rue Tronchet und Rue Pigalle
Ein Familienleben in der Pariser Gerüchteküche

XVIII Die dünne Haut
Chopin in Paris und Chopin im Berry

XIX Zwei Todesfälle und ein Glücksfall
Die neue Rolle des Eugène Delacroix

XX Familienanschluss
Zu braves Leben am Square d’Orléans

XXI Husten, Seelenwunden und der beste Arzt
Die Vergangenheit zu Gast in Paris und im Berry

XXII Die Symptome des Heimwehs
Schaffenskrisen eines Mannes Mitte dreißig

XXIII Vorzeichen und Vorwarnungen
Ein Schlüsselroman und seine Folgen

XXIV Die Macht der Familie
Eine Hochzeit und eine Art Scheidung

XXV Ochsentour aus Geldnot
Die Strapazen des Jahres 1848

XXVI Der Weg zurück
Letzte Begegnungen im Jahr 1849

Postludium


Anhang
Zur Aussprache des Polnischen

Abbildungen

Auswahlbibliographie

Personenregister

Pressestimmen

"Dass der zerbrechlich wirkende Künstler seine körperlichen wie seelischen Leiden auch kultiviert und daraus poetisch-schöpferischen Gewinn gezogen hat, arbeitet Eva Gesine Baur in ihrer Biografie bei C.H. Beck trefflich heraus."
Eckart Baier, Stefan Hauck, Börsenblatt, 20. Mai 2010


"Die Musikwelt (…) feiert den 200. Geburtstag des Klavierkomponisten Frédéric François Chopin, dem die Münchnerin Eva Gesine Baur eine Biografie im Beck Verlag widmet."
vi, Abendzeitung, 31. Dezember 2009


"Eva Gesine Baur hat in ihrer großen Chopin-Biografie, (...) deutlich und triftig herausgezeichnet, dass diese eigenartige Konstellation von psychosomatischer Hypersensibilität und sehnsuchtsgetränkter Melancholie nicht nur Chopins Leben grundiert, sondern auch zur Magie seiner Erscheinung beigetragen hat. (...) man kann es wohl bereits jetzt als beachtlichen deutschsprachigen Beitrag zum Chopinjahr 2010 bezeichnen. Baur hat sich für den erzählerischen Typus entschieden und ein wunderbar flüssig zu lesendes Sachbuch in belletristischem Gewand geschrieben. Der Leser kann Baurs lebendigem Chopin-Bild vertrauen. Ihre Darstellung ruht auf soliden wissenschaftlichen, dem Leser sich aber nicht aufdrängenden Tugenden: sorgfältiger Quellenrecherche und -kritik."
Andreas Eichhorn, Die Welt, 5. Dezember 2009


"Dem nach wie vor ungebrochenen Interesse an Biorafien wird in vielfältiger Weise Rechnung getragen. Neben einer Reihe politischer Lebensgeschichten widmet sich Eva Gesine Baur in ihrem Buch 'Chopin oder Die Sehnsucht' der Vita des großen Komponisten, wobei sie die Widersprüchlichkeiten in der Persönlichkeit des Romantikers hervorhebt."
dpa, 9. Oktober 2009


"Die umfangreiche Biografie Eva Gesine Baurs liefert (...) viele sozialgeschichtliche Kontexte. Paris als Hauptstadt deutscher und polnischer Emigranten in der Biedermeierzeit, als Stadt überwältigender kultureller Eindrücke und Baustelle der Moderne. Baur schildert faszinierende Begegnungen und Freundschaften mit Heine, Balzac, Delacroix, Liszt, Berlioz und widmet sich eingehend Chopins Beziehung zu George Sand."
Wolfgang Schreiber, Buchjournal, Heft 2/ 2010


"Eva Gesine Baur hat in ihrer umfangreichen und weit ausholenden Chopin-Biografie (...) deutlich und triftig herausgearbeitet, dass die eigenartige Konstellation von psychosomatischer Hypersensibilität und sehnsuchtsgetränkter Melancholie nicht nur Chopins Leben grundiert, sondern auch entschieden zur Magie seiner Erscheinung beigetragen hat. (...) Eva Gesine Baur gelingt es in ihrer psychologisch so feinsinnigen wie fesselnden Biografie zu beglaubigen, dass seine Zeitgenossen Chopin gelegentlich als ‘menschliches Klavier’ bezeichneten."
D.D. Scholz, Deutschlandradio Kultur, 26. März 2010


"Baur meint es ernst, wenn sie sagt, sie beginne erst dann zu schreiben, wenn sie ihrem ‘Protagonisten nahe gekommen’ sei, ‘seine Seele wirklich verinnerlicht, sein Seelenleben durchschaut’ habe. Die Autorin sitzt mit Chopin in der Kutsche, sie weint mit ihm, wenn er Warschau verlässt, sie weiss, dass ihm jemand fehlt, ‘dem er alles anvertrauen kann’, und dass sich Chopin schwertut mit ‘lauteren, derberen, einfacheren Menschen’. (...) Die Autorin bedient die Erwartungen an eine konventionelle Biografie: Chronologie und Vollständigkeit sind Baur wichtig, sowie die Empathie, die sie immer dann mit der Distanz tauscht, wenn es das biografische Objekt zu verstehen gilt."
Corinne Holtz, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 28. Februar 2010


"Gleich drei neue Biografien liegen nun im Chopin-Jahr vor; (…) eine andere bietet im Namen des Komponisten scheinbar einen Versuch über die Sehnsucht an. (…) Der große Vorzug dieser Biografie ist ihre kulturgeschichtliche Fundierung, die aufschlussreiche Seitenblicke erlaubt. (…) [So] gebührt dieser Arbeit am Ende doch der Lorbeerkranz."
Die Presse, 20. Februar 2010


"Eva Gesine Baur hat zum 200. Geburtstag ein Buch über Frédéric Chopin geschrieben und sehr aufschlussreiche Thesen über dessen sensibles Wesen recherchiert. 'Chopin oder die Sehnsucht' ist nicht irgendeine weitere Biographie geworden, sondern ein so umfangreiches wie kurzweilig zu lesendes Seismogramm eines Künstlerlebens, das mit einer Fülle neuer Erkenntnisse und umfassender Horizonterweiterung hinsichtlich der Lebensumstände, des persönlichen Umfelds überrascht. Neben der faktischen Genauigkeit überzeugt das im historischen Präsens geschriebene Buch durch einen durchgehend dramatischen Sog."
Christoph Schlüren, crescendo, Februar/März 2010


"Dem schillernden Ausnahmekünstler und Star der Pariser Salons (…) versucht auch Eva Gesine Baur auf die Spur zu kommen. Die umtriebige Kulturhistorikerin wird zu diesem Zweck stellenweise zur Romanautorin. Doch hinter der schwärmerischen Etikettierung ‚Chopin oder Die Sehnsucht’ verbirgt sich alles in allem ein solide recherchiertes Lebensbild, das viele Legenden kritisch überprüft und manchen Chopin-Biografen als gewieften Fälscher enttarnt."
Thorsten Stegemann, Rheinischer Merkur, 18. Februar 2010


"Eva Gesine Baur schreibt so detailreich und anschaulich wie ein Romancier: Sie wagt sich an lebendige Dialoge, (...) lässt den Leser an seinen Gedanken und Stimmungen teilhaben. Eva Gesine Baur hat mit Fleiß und Hartnäckigkeit recherchiert, die Bewunderung abnötigt. Und da Chopin ein höchst amüsant formulierender, überaus offener und mitteilungsbedürftiger Briefschreiber war, von der Schreibwut seiner Freundin George Sand ganz zu schweigen, hat Eva Gesine Baur genug Material, um auch die feinen Verästelungen einer empfindsamen Künstlerpsyche detailliert nachzuzeichnen."
Bernhard Neuhoff, Bayerischer Rundfunk, 9. Januar 2010


"Rechtzeitig zum Chopin-Jahr – am 1. März 2010 würde er 200 Jahre alt werden – hat Eva Gesine Baur eine mehr als 550 Seiten starke Biografie des Klaviervirtuosen und Komponisten vorgelegt. Und sie ist klug genug, die Antworten dem Leser zu überlassen. (...) Umfassend recherchiert und bravourös geschrieben, liest sich das Buch eher als Lebensroman den Biografie – so elegant hat die Autorin mit ihrer Darstellung die literarischen Zitate verwoben. (...) An den Menschen Chopin führt uns Eva Gesine Baur ganz nah heran."
Madame, Februar 2010