Leseprobe Merken

Benz, Wolfgang

Theresienstadt

Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung

Nirgendwo kam der Zynismus der Nationalsozialisten deutlicher zum Ausdruck als in Theresienstadt. Die Weltöffentlichkeit und die zur Deportation bestimmten Juden wurden planmäßig über den Zweck der Einrichtung getäuscht. Bis heute hält sich das Bild des privilegierten "Altersghetto", in dem vor allem musiziert und gemalt wurde. Wolfgang Benz zeichnet in diesem Buch ein Bild von Theresienstadt, das der Realität zwischen Hoffnung und Vernichtung, zwischen Illusion und Untergang nahe kommt.
Die Nationalsozialisten sind mit ihren Lügen über Theresienstadt nicht erfolglos geblieben: In der Literatur findet man immer wieder Hinweise darauf, dass hier die Lebensbedingungen besser waren als in anderen Lagern, dass die Kinder und Jugendlichen in den Genuss von Schulbildung gekommen seien, nirgendwo fehlt der Verweis auf das kulturelle Leben im Ghetto. Dies alles gab es, doch wird dabei ein entscheidender Teil der Wirklichkeit ausgeblendet. Denn Theresienstadt war in das Programm der "Endlösung" eingebunden und von Hunger, Elend und einer hohen Sterblichkeit geprägt. Das Ghetto war hoffnungslos überfüllt und immer wieder gingen Transporte in die Vernichtungslager im Osten. Insgesamt wurden 141 000 Juden, vor allem aus der Tschechoslowakei, Deutschland und Österreich, nach Theresienstadt deportiert, nur 23 000 von ihnen überlebten den Holocaust.

Teilen

Seite drucken

E-Mail

Der Code wurde in die Zwischenablage kopiert.

Bibliografie

978-3-406-64549-5

Erschienen am 12. März 2013

281 S., mit 46 Abbildungen und 1 Karte

Hardcover

Hardcover 24,95 € Kaufen
e-Book 19,99 € Kaufen
Inhalt
Der schwierige Ort Theresienstadt – einleitende Bemerkungen

1. Barocke Idealstadt im Zenit europäischer Festungsbaukunst

2. Die kleine Festung: «Polizeigefängnis Theresienstadt»

3. Anfänge: Transitlager für böhmische Juden

4. Vom Ghetto für Privilegierte zum «Jüdischen Siedlungsgebiet»
Der schwäbische Viehhändler im Privilegierten-Ghetto: Adolf Haarburger

5. Kommandanten und Judenälteste
Fünf Zigaretten in zweieinhalb Jahren: Die Wienerin Jo Singer

6. Alltag im Ghetto
Ein Blinder in Theresienstadt: Dr. Norbert Stern

7. Zwangsarbeit in den Außenlagern

8. Station auf dem Weg zur Vernichtung
Unaufhaltbarer Niedergang: Das Honoratioren-Ehepaar Sigmund und Else Dormitzer

9. Klagend an Babylons Flüssen? Kultur im Ghetto
Komponist von Rang: Viktor Ullmann

10. Religiöses Leben
Der Rabbiner: Leo Baeck

11. Kinder in Theresienstadt
Die Angst einer Siebenjährigen: Edith Bär

12. «Verschönerung» und Besuch vom Roten Kreuz

13. Der «Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet»

14. Das Ende
«Erlebnisse einer deutschen Jüdin»: Beate Jacoby

15. Nachnutzung: Das Internierungslager für Deutsche in der Kleinen Festung 1945–1948
Ein düsteres Jahr in der Kleinen Festung: Sigrid Johns Erfahrungen 1945/46

16. Mythos Theresienstadt: Das kulturelle Gedächtnis der Nachwelt

17. Theresienstadt heute

Anhang
Anmerkungen
Chronik von Theresienstadt/Terezin
Literatur
Bildnachweis
Personenregister
Pressestimmen

Pressestimmen

„Eine konzise und gut lesbare Darstellung, die als Einführung in die Geschichte Theresienstadts und seiner Bewohner gelten kann.“
Jan Erik Schulte, Historische Zeitung, 02/2014



"das neue Standardwerk"
Alfred Gestl, Jüdische Kulturzeitschrift, Juli 2014



"Eine sehr gute lesbare, komplexe und detailreiche Monografie in ruhigem Ton hat Wolfgang Benz hier vorgelegt. Ein keineswegs mildes Alterswerk, aber eines, das zukünftigen Forschern offene Fäden freilegt."
Jochanan Shelliem, Deutschlandfunk, 22. Juli 2013



"Zum ersten Mal seit den 50er Jahren eine Gesamtdarstellung, die durch zahlreiche Fotos und Zeitzeugenberichte besticht."
Roman Herzog, SWR2, 4. Juli 2013



"Ein wie gewohnt akribisch recherchiertes Buch"
Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung, 23. Mai 2013



"Wolfgang Benz zeichnet in seinem Buch ein Bild, das dem wahren Theresienstadt nahe kommt."
Süddeutsche Zeitung, 23. Mai 2013



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-64549-5

Erschienen am 12. März 2013

281 S., mit 46 Abbildungen und 1 Karte

Hardcover

Hardcover 24,95 € Kaufen
e-Book 19,99 € Kaufen

Benz, Wolfgang

Theresienstadt

Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung

Nirgendwo kam der Zynismus der Nationalsozialisten deutlicher zum Ausdruck als in Theresienstadt. Die Weltöffentlichkeit und die zur Deportation bestimmten Juden wurden planmäßig über den Zweck der Einrichtung getäuscht. Bis heute hält sich das Bild des privilegierten "Altersghetto", in dem vor allem musiziert und gemalt wurde. Wolfgang Benz zeichnet in diesem Buch ein Bild von Theresienstadt, das der Realität zwischen Hoffnung und Vernichtung, zwischen Illusion und Untergang nahe kommt.
Die Nationalsozialisten sind mit ihren Lügen über Theresienstadt nicht erfolglos geblieben: In der Literatur findet man immer wieder Hinweise darauf, dass hier die Lebensbedingungen besser waren als in anderen Lagern, dass die Kinder und Jugendlichen in den Genuss von Schulbildung gekommen seien, nirgendwo fehlt der Verweis auf das kulturelle Leben im Ghetto. Dies alles gab es, doch wird dabei ein entscheidender Teil der Wirklichkeit ausgeblendet. Denn Theresienstadt war in das Programm der "Endlösung" eingebunden und von Hunger, Elend und einer hohen Sterblichkeit geprägt. Das Ghetto war hoffnungslos überfüllt und immer wieder gingen Transporte in die Vernichtungslager im Osten. Insgesamt wurden 141 000 Juden, vor allem aus der Tschechoslowakei, Deutschland und Österreich, nach Theresienstadt deportiert, nur 23 000 von ihnen überlebten den Holocaust.
Webcode: https://www.chbeck.de/11431213

Inhalt

Der schwierige Ort Theresienstadt – einleitende Bemerkungen

1. Barocke Idealstadt im Zenit europäischer Festungsbaukunst

2. Die kleine Festung: «Polizeigefängnis Theresienstadt»

3. Anfänge: Transitlager für böhmische Juden

4. Vom Ghetto für Privilegierte zum «Jüdischen Siedlungsgebiet»
Der schwäbische Viehhändler im Privilegierten-Ghetto: Adolf Haarburger

5. Kommandanten und Judenälteste
Fünf Zigaretten in zweieinhalb Jahren: Die Wienerin Jo Singer

6. Alltag im Ghetto
Ein Blinder in Theresienstadt: Dr. Norbert Stern

7. Zwangsarbeit in den Außenlagern

8. Station auf dem Weg zur Vernichtung
Unaufhaltbarer Niedergang: Das Honoratioren-Ehepaar Sigmund und Else Dormitzer

9. Klagend an Babylons Flüssen? Kultur im Ghetto
Komponist von Rang: Viktor Ullmann

10. Religiöses Leben
Der Rabbiner: Leo Baeck

11. Kinder in Theresienstadt
Die Angst einer Siebenjährigen: Edith Bär

12. «Verschönerung» und Besuch vom Roten Kreuz

13. Der «Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet»

14. Das Ende
«Erlebnisse einer deutschen Jüdin»: Beate Jacoby

15. Nachnutzung: Das Internierungslager für Deutsche in der Kleinen Festung 1945–1948
Ein düsteres Jahr in der Kleinen Festung: Sigrid Johns Erfahrungen 1945/46

16. Mythos Theresienstadt: Das kulturelle Gedächtnis der Nachwelt

17. Theresienstadt heute

Anhang
Anmerkungen
Chronik von Theresienstadt/Terezin
Literatur
Bildnachweis
Personenregister

Pressestimmen

„Eine konzise und gut lesbare Darstellung, die als Einführung in die Geschichte Theresienstadts und seiner Bewohner gelten kann.“
Jan Erik Schulte, Historische Zeitung, 02/2014


"das neue Standardwerk"
Alfred Gestl, Jüdische Kulturzeitschrift, Juli 2014


"Eine sehr gute lesbare, komplexe und detailreiche Monografie in ruhigem Ton hat Wolfgang Benz hier vorgelegt. Ein keineswegs mildes Alterswerk, aber eines, das zukünftigen Forschern offene Fäden freilegt."
Jochanan Shelliem, Deutschlandfunk, 22. Juli 2013


"Zum ersten Mal seit den 50er Jahren eine Gesamtdarstellung, die durch zahlreiche Fotos und Zeitzeugenberichte besticht."
Roman Herzog, SWR2, 4. Juli 2013


"Ein wie gewohnt akribisch recherchiertes Buch"
Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung, 23. Mai 2013


"Wolfgang Benz zeichnet in seinem Buch ein Bild, das dem wahren Theresienstadt nahe kommt."
Süddeutsche Zeitung, 23. Mai 2013