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Biggeleben, Christof

Das 'Bollwerk des Bürgertums'

Die Berliner Kaufmannschaft 1870-1920

In dieser Studie über das Berliner Wirtschaftsbürgertum im Deutschen Kaiserreich widmet sich der Autor den Bankiers, Börsianern, Industriellen und Kaufleuten, die die deutsche Hauptstadt nach 1870 zu einem weltweit führenden Finanzzentrum und Industriestandort gemacht haben. Anhand der beiden wichtigsten Interessenorganisationen der damaligen Berliner Wirtschaft – der Korporation der Kaufmannschaft und dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller – wird deren unternehmerisches Handeln in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft des kaiserlichen Deutschlands geschildert. Das parteipolitische Agieren der Verbände, aber auch das bürgerschaftliche Engagement der Unternehmer in Kunst, Kultur und Wissenschaft werden dabei ebenso untersucht wie die wichtige wirtschaftsethische Frage, inwieweit Vorstellungen von „kaufmännischer Ehre“ im Alltag der Berliner Börse existent waren. Ein grundlegendes Werk zum Wirtschaftsbürgertum des Deutschen Kaiserreichs.

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Bibliografie

978-3-406-54993-9

464 S., mit 14 Abbildungen und 46 Tabellen

Softcover

Broschur 68,00 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

Einleitung

A Forschungsstand, Fragestellung und Gang der Untersuchung

B Anthony Giddens und die Bürgertumsforschung: «Moralische» und «soziale Integration» von Elitegruppen

C Untersuchungszeitraum und Quellen

D Abgrenzungen und Begriffsbestimmungen
1. Korporation und Handelskammer
2. Verband und Verein

I. Ehre und Recht: Zum Selbstverständnis der Berliner Kaufmannschaft

A Kaufmann, Manager und Unternehmer in der wirtschaftswissenschaftlichen Theorie

B Kaufmann, Manager und Industrieller in der Verbandspraxis
1. Die Aufnahmepraxis: Der Kaufmann im Allgemeinen Preußischen Landrecht
2. Die Aufnahmepraxis nach Aufhebung der kaufmännischen Rechte im Jahr 1861

C Kaufmannsrecht und Kaufmannsehre
1. Die rechtliche Dimension der «Moralintegration»: Die Bedeutung der kaufmännischen Rechte für die Mitgliedschaft in der Korporation der Kaufmannschaft
2. Die wirtschaftsethische Dimension der «Moralintegration»: Das Leitbild des «ehrbaren Kaufmanns»

D Resümee: Das Spannungsverhältnis von Anspruch und Wirklichkeit kaufmännischer Wertvorstellungen

II. Die Berliner Kaufmannschaft zwischen Vormärz und Reichsgründung (1820–1870)

A Vorläufer der Korporation der Kaufmannschaft
1. Die Entwicklung der Kaufmannsgilden bis zur Gründung der Börsenkorporation (1345–1803)
2. Von der Vereinigten Börsenkorporation zur Korporation der Kaufmannschaft (1803–1820)

B Aufgaben der Korporation der Kaufmannschaft
1. Interessenvertretung und Börsenverwaltung
2. Das Ältestenkollegium und seine Widersacher

C Grundzüge der wirtschaftspolitischen Tätigkeit der Korporation der Kaufmannschaft
1. Aktien, Börse und Eisenbahn
2. Handels- und Zollpolitik

D Resümee: Bedeutung und Wirksamkeit der Korporation der Kaufmannschaft zwischen 1820 und 1870

III. Die Korporation der Kaufmannschaft und die doppelte Herausforderung der 1870er Jahre

A Große Deflation und zollpolitische Wende 1878/79

B Die Gründung des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller 1879
1. Die Sammlung der Opposition
2. Die Generalversammlung der Korporation der Kaufmannschaft am 2. Dezember 1878

C Mitgliedschaft, Organisation und Führung der Korporation der Kaufmannschaft und des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller
1. Mitglieder
2. Organisation
3. Führungspersönlichkeiten

IV. Bürgerlichkeit und politisches Selbstverständnis der Berliner Kaufmannschaft im Kaiserreich

A Die politische Ausrichtung der Korporation der Kaufmannschaft und des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller

B «Moralintegration» und «Sozialintegration»: Bürgerlichkeit in der Berliner Kaufmannschaft
1. Bürgerlichkeit als «Ehrenpflicht»: Die Wohltätigkeit der Berliner Kaufmannschaft
2. «Die feinen Unterschiede»: Mäzenatentum als Medium «sozialer Integration»

C Resümee: Das «Bollwerk des Bürgertums»: Die Berliner Kaufmannschaft im Kaiserreich

V. Der Kampf um die Berliner Handelskammer im Spannungsfeld der deutschen Innen- und Wirtschaftspolitik (1890–1902)

A Der Beginn der Auseinandersetzung zwischen Korporation der Kaufmannschaft und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller
1. Das Verhältnis der beiden Kontrahenten bis 1892
2. Erste Reformerfolge: Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller und die Novelle zum Handelskammergesetz von 1897

B Die Korporation der Kaufmannschaft und die Börsengesetzgebung von 1896
1. Die Skandale im Banken- und Börsenzentrum Berlin
2. Die Börsenenquetekommission
3. Die Berliner Börse als Problem der deutschen Innenpolitik
4. «Gefangenendilemma» und «Moralintegration»: Der Oktroi der Berliner Börsenordnung, der Berliner Börsenstreik und die Reaktion der Produktenhändler

C Eskalation und Entscheidung: Die Gründung der Berliner Handelskammer
1. Die Kampagne des Ludwig Max Goldberger
2. Die Handelskammerfrage im Preußischen Landtag und das Eingreifen des Kaisers
3. Die Generalversammlungen der Korporation der Kaufmannschaft (Herbst/Winter 1901)
4. Die Gründung der Handelskammer und die Doppelmandate (März–Dezember 1902)

D Korporation der Kaufmannschaft und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller im Zeichen der «Gegensammlung»: Schutzzollpolitik und Bülow-Tarife
1. Die Centralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen und das Liberale Kartell
2. Der Handelsvertragsverein

E Resümee: Börse, Zölle und die Gründung der Berliner Handelskammer

VI. Das Nebeneinander von Korporation der Kaufmannschaft, Handelskammer und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (1902–1920)

A Die Auseinandersetzung um die Börsenaufsicht

B Eifersüchteleien und Unstimmigkeiten

C Die Handelskammer und die Neuausrichtung der Korporation der Kaufmannschaft und des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller
1. Organisation und Führung der Berliner Handelskammer
2. Die weitere Entwicklung von Korporation der Kaufmannschaft und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller

1. Aufgabenteilung zwischen Handelskammer und Korporation der Kaufmannschaft (1917/18)
2. Jahrhundertfeier und Fusion (1920)

VII. Ausblick: Die Berliner Kaufmannschaft nach 1920 – Ideelle Kontinuität und personelle Diskontinuität

Zusammenfassung

Anhang
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Quellen- und Literaturverzeichnis
Firmen- und Personenregister
Sachregister

Empfehlungen

}

Bibliografie

978-3-406-54993-9

464 S., mit 14 Abbildungen und 46 Tabellen

Softcover

Softcover 68,00 € Kaufen

Biggeleben, Christof

Das 'Bollwerk des Bürgertums'

Die Berliner Kaufmannschaft 1870-1920

In dieser Studie über das Berliner Wirtschaftsbürgertum im Deutschen Kaiserreich widmet sich der Autor den Bankiers, Börsianern, Industriellen und Kaufleuten, die die deutsche Hauptstadt nach 1870 zu einem weltweit führenden Finanzzentrum und Industriestandort gemacht haben. Anhand der beiden wichtigsten Interessenorganisationen der damaligen Berliner Wirtschaft – der Korporation der Kaufmannschaft und dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller – wird deren unternehmerisches Handeln in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft des kaiserlichen Deutschlands geschildert. Das parteipolitische Agieren der Verbände, aber auch das bürgerschaftliche Engagement der Unternehmer in Kunst, Kultur und Wissenschaft werden dabei ebenso untersucht wie die wichtige wirtschaftsethische Frage, inwieweit Vorstellungen von „kaufmännischer Ehre“ im Alltag der Berliner Börse existent waren. Ein grundlegendes Werk zum Wirtschaftsbürgertum des Deutschen Kaiserreichs.
Webcode: https://www.chbeck.de/16910

Inhalt

Vorwort

Einleitung

A Forschungsstand, Fragestellung und Gang der Untersuchung

B Anthony Giddens und die Bürgertumsforschung: «Moralische» und «soziale Integration» von Elitegruppen

C Untersuchungszeitraum und Quellen

D Abgrenzungen und Begriffsbestimmungen
1. Korporation und Handelskammer
2. Verband und Verein

I. Ehre und Recht: Zum Selbstverständnis der Berliner Kaufmannschaft

A Kaufmann, Manager und Unternehmer in der wirtschaftswissenschaftlichen Theorie

B Kaufmann, Manager und Industrieller in der Verbandspraxis
1. Die Aufnahmepraxis: Der Kaufmann im Allgemeinen Preußischen Landrecht
2. Die Aufnahmepraxis nach Aufhebung der kaufmännischen Rechte im Jahr 1861

C Kaufmannsrecht und Kaufmannsehre
1. Die rechtliche Dimension der «Moralintegration»: Die Bedeutung der kaufmännischen Rechte für die Mitgliedschaft in der Korporation der Kaufmannschaft
2. Die wirtschaftsethische Dimension der «Moralintegration»: Das Leitbild des «ehrbaren Kaufmanns»

D Resümee: Das Spannungsverhältnis von Anspruch und Wirklichkeit kaufmännischer Wertvorstellungen

II. Die Berliner Kaufmannschaft zwischen Vormärz und Reichsgründung (1820–1870)

A Vorläufer der Korporation der Kaufmannschaft
1. Die Entwicklung der Kaufmannsgilden bis zur Gründung der Börsenkorporation (1345–1803)
2. Von der Vereinigten Börsenkorporation zur Korporation der Kaufmannschaft (1803–1820)

B Aufgaben der Korporation der Kaufmannschaft
1. Interessenvertretung und Börsenverwaltung
2. Das Ältestenkollegium und seine Widersacher

C Grundzüge der wirtschaftspolitischen Tätigkeit der Korporation der Kaufmannschaft
1. Aktien, Börse und Eisenbahn
2. Handels- und Zollpolitik

D Resümee: Bedeutung und Wirksamkeit der Korporation der Kaufmannschaft zwischen 1820 und 1870

III. Die Korporation der Kaufmannschaft und die doppelte Herausforderung der 1870er Jahre

A Große Deflation und zollpolitische Wende 1878/79

B Die Gründung des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller 1879
1. Die Sammlung der Opposition
2. Die Generalversammlung der Korporation der Kaufmannschaft am 2. Dezember 1878

C Mitgliedschaft, Organisation und Führung der Korporation der Kaufmannschaft und des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller
1. Mitglieder
2. Organisation
3. Führungspersönlichkeiten

IV. Bürgerlichkeit und politisches Selbstverständnis der Berliner Kaufmannschaft im Kaiserreich

A Die politische Ausrichtung der Korporation der Kaufmannschaft und des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller

B «Moralintegration» und «Sozialintegration»: Bürgerlichkeit in der Berliner Kaufmannschaft
1. Bürgerlichkeit als «Ehrenpflicht»: Die Wohltätigkeit der Berliner Kaufmannschaft
2. «Die feinen Unterschiede»: Mäzenatentum als Medium «sozialer Integration»

C Resümee: Das «Bollwerk des Bürgertums»: Die Berliner Kaufmannschaft im Kaiserreich

V. Der Kampf um die Berliner Handelskammer im Spannungsfeld der deutschen Innen- und Wirtschaftspolitik (1890–1902)

A Der Beginn der Auseinandersetzung zwischen Korporation der Kaufmannschaft und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller
1. Das Verhältnis der beiden Kontrahenten bis 1892
2. Erste Reformerfolge: Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller und die Novelle zum Handelskammergesetz von 1897

B Die Korporation der Kaufmannschaft und die Börsengesetzgebung von 1896
1. Die Skandale im Banken- und Börsenzentrum Berlin
2. Die Börsenenquetekommission
3. Die Berliner Börse als Problem der deutschen Innenpolitik
4. «Gefangenendilemma» und «Moralintegration»: Der Oktroi der Berliner Börsenordnung, der Berliner Börsenstreik und die Reaktion der Produktenhändler

C Eskalation und Entscheidung: Die Gründung der Berliner Handelskammer
1. Die Kampagne des Ludwig Max Goldberger
2. Die Handelskammerfrage im Preußischen Landtag und das Eingreifen des Kaisers
3. Die Generalversammlungen der Korporation der Kaufmannschaft (Herbst/Winter 1901)
4. Die Gründung der Handelskammer und die Doppelmandate (März–Dezember 1902)

D Korporation der Kaufmannschaft und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller im Zeichen der «Gegensammlung»: Schutzzollpolitik und Bülow-Tarife
1. Die Centralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen und das Liberale Kartell
2. Der Handelsvertragsverein

E Resümee: Börse, Zölle und die Gründung der Berliner Handelskammer

VI. Das Nebeneinander von Korporation der Kaufmannschaft, Handelskammer und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (1902–1920)

A Die Auseinandersetzung um die Börsenaufsicht

B Eifersüchteleien und Unstimmigkeiten

C Die Handelskammer und die Neuausrichtung der Korporation der Kaufmannschaft und des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller
1. Organisation und Führung der Berliner Handelskammer
2. Die weitere Entwicklung von Korporation der Kaufmannschaft und Verein Berliner Kaufleute und Industrieller

1. Aufgabenteilung zwischen Handelskammer und Korporation der Kaufmannschaft (1917/18)
2. Jahrhundertfeier und Fusion (1920)

VII. Ausblick: Die Berliner Kaufmannschaft nach 1920 – Ideelle Kontinuität und personelle Diskontinuität

Zusammenfassung

Anhang
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Quellen- und Literaturverzeichnis
Firmen- und Personenregister
Sachregister