Reader Literatur Herbst 2020

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

   der Reader enthält Leseproben, Weblinks und Informationen zu den neuen Herbsttiteln. So finden Sie eine Leseprobe von Zora del Buonos dramatischem Familienroman „Die Marschallin“, der auf der Lebensgeschichte ihrer Großmutter beruht und hauptsächlich in Süditalien spielt, nach dem Ersten Weltkrieg und dann in der Mussolini-Ära. Die Del Buonos sind großbürgerliche Kommunisten, gehören zum Widerstand und die eigensinnige Zora (auch die Großmutter heißt so) sucht eine politische Rolle jenseits ihres großen Haushaltes und der Steuerung der Familie. Dann verstrickt sie sich in einen politischen Mord, mit tragischen Folgen bis heute…
   Wunderbar zu lesen, anrührend, witzig und treffsicher ist auch Lily Kings neuer, großer Roman „Writers & Lovers“, der von den Kämpfen einer jungen Frau erzählt, die ihren Traum, Schriftstellerin zu werden, nicht aufgeben will und auch eine neue Liebe sucht. Schräg, spannend, ein Abenteuerroman der ganz speziellen Art ist Rye Curtis‘ Debüt „Cloris“, um eine 72-jährige Texanerin, die als Einzige einen Flugzeugabsturz in einem unwegsamen, wilden Naturreservat überlebt und die unbarmherzige Wildnis nur deshalb ertragen kann, weil jemand ihr im Verborgenen hilft. Aber wer ist es und was sind seine Absichten?
   Die junge Berliner Autorin Laura Lichtblau erzählt in ihrem sprachlich eigenwilligen und auffallenden Debütroman „Schwarzpulver“ von drei Menschen in der Hauptstadt eines autoritär regierten Deutschlands, die in ihren Loyalitäten schwanken oder sich der staatlichen Kontrolle zunehmend widersetzen. Denn nicht nur die Freiheit, sondern auch die Liebe wird reglementiert…
Kurt Drawerts neuer Roman „Dresden. Die zweite Zeit“ ist ein dichter, autobiografischer Text, in dem sich Familiengeschichte und deutsche Geschichte verschränken, die Stadt als Ereignisraum von privaten und öffentlichen Konflikten, Verletzungen, Wünschen, heute wie gestern, entworfen wird. Poetisch und sprachmächtig wie „Spiegelland“, der Vorläuferroman von 1992, den der Verlag neu auflegt.
   Nach dem Erfolg von Stefan von der Lahrs Kriminalroman „Hochamt in Neapel“ bringen wir in einer für diese Ausgabe durchgesehenen Fassung den ersten Kriminalroman - "Das Grab der Jungfrau" - um das ungewöhnliche Ermittlerduo Commissario Bariello und Monsignor Montebello neu heraus, eine rasante Geschichte und ein "Archäologenthriller der Sonderklasse" (Denis Scheck) um einen Papyrusfund aus der Frühzeit des Christentums.
   Einer der wichtigsten und erfolgreichsten deutschen Lyriker der Gegenwart, Nico Bleutge, legt gesammelte Essays „Drei Fliegen“ über Gedichte vor, die entweder eigens für diesen Band geschrieben oder für diese Ausgabe überarbeitet worden sind, poetologische Selbstauskünfte, autobiografische Erkundungen und Porträts anderer Dichterinnen und Dichter.

Viel Vergnügen beim Lesen!

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C.H.Beck Literatur

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