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Calic, Marie-Janine

Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert

Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert in 10 Bänden herausgegeben von Ulrich Herbert

Marie-Janine Calic schlägt in diesem Buch analytische Schneisen in die faszinierende Geschichte Jugoslawiens und legt die erste Gesamtdarstellung in deutscher Sprache seit der Auflösung des Vielvölkerstaates vor.

Warum ist Jugoslawien zerfallen? War der gewaltsame Untergang unvermeidlich? Warum hat der heterogene Staat dann überhaupt so lange überlebt? Dieses Buch analysiert, warum und unter welchen Umständen Jugoslawien entstand, was den Vielvölkerstaat über siebzig Jahre zusammenhielt und weshalb er sich schließlich gewaltsam auflöste. Im Mittelpunkt stehen die um die Wende zum 20. Jahrhundert einsetzenden fundamentalen Wandlungsprozesse, die die Ideologien, politischen Systeme, wirtschaftlich-sozialen Beziehungen sowie die Lebensweisen in ganz Europa nachhaltig prägten und auch Jugoslawien im Laufe des 20. Jahrhunderts von einer Agrar- in eine moderne Industriegesellschaft verwandelten. Dadurch wird die jugoslawische Geschichte in die europäische Geschichte mit all ihren wechselseitigen Verflechtungen eingebettet und das Klischeebild des rückständigen, mit unauflösbaren Nationalitätenkonflikten belasteten Balkans korrigiert.

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Bibliografie

978-3-406-60646-5

Erschienen am 22. September 2010

2., durchgesehene Auflage, 2014

415 S., mit 6 Karten

Softcover

Broschur 26,95 € Kaufen
e-Book 21,99 € Kaufen
Inhalt
Vorwort
Einleitung

ERSTER TEIL
Südslawische Bewegung und Staatsgründung (1878 bis 1918)
1. Die südslawischen Länder um 1900:
Aufbruch in das neue Jahrhundert
2. Nationale Fragen (1875 bis 1903)
3. Radikalisierung (1903 bis 1912)
4. Die drei Balkankriege (1912/13 bis 1914/1918)

ZWEITER TEIL
Das Erste Jugoslawien (1918 bis 1941)

5. Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen
(1918 bis 1929)
6. Die 1920 er Jahre: Tradition und Wandel
7. Das Königreich Jugoslawien (1929 bis 1941)

DRITTER TEIL
Der Zweite Weltkrieg (1941 bis 1945)
8. Besatzung, Kollaboration und Widerstand
9. Die 1940 er Jahre: Totaler Krieg

VIERTER TEIL
Das sozialistische Jugoslawien (1945 bis 1980)

10. Die Konsolidierung der kommunistischen Herrschaft (1943 bis 1948)
11. Titos Sozialismus (1948 bis 1964)
12. Die 1960 er Jahre: Übergang in die Industriegesellschaft
13. Reformen und Rivalitäten (1964 bis 1968)
14. Neuer Nationalismus (1967 bis 1971)
15. Nach dem Boom (1971 bis 1980)

FÜNFTER TEIL
Nach Tito (1980 bis 1991)

16. Die Krise der sozialistischen Moderne (1980 bis 1989)
17. Die 1980 er Jahre: Anomie
18. Desintegration und Staatszerfall (1989 bis 1991)

SECHSTERTEIL
Untergang (1991 bis zur Gegenwart)

19. Der Nachfolgekrieg (1991 bis 1995)
20. Was von Jugoslawien übrig blieb

Schlussbetrachtung

ANHANG
Abkürzungen
Chronologie
Parteien, politische Organisationen und Zusammenschlüsse
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Tabellen
Personenregister
Karten
Pressestimmen

Pressestimmen

"Das Buch hat den Vorzug, eine der wenigen deutschsprachigen Synthesen zur jugoslawischen Geschichte zu sein. (...) Festzuhalten bleibt, dass die 'Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert' in ihren Ausführungen solide und allgemeinverständlich gehalten ist. Wenngleich aus wissenschaftlicher Sicht Fragen offenbleiben (müssen), liegt ein aktueller Einstieg in die jugoslawische Zeitgeschichte vor."
Rayk Einax, Zeitschrift für Balkanologie Bd. 47, Nr. 2 (2011)



"Die Versiertheit der Autorin und die Form des klar strukturierten, dabei gut lesbaren multiperspektivischen Handbuches wird dem nicht allzu teuren Werk ein breites Publikum erschließen. In Handapparaten und Bibliographien dürfte ihm der Stammplatz sicher sein."
Carl Bethke, Osteuropa, Januar 2012



"(...) fasslich und präzise (...). Man folgt der Darstellung gern und leicht; die Geschichte ist flüssig erzählt, klug und klar, ohne störendes Pathos oder Moralin. Wohltuend ist der weite Blick, mit dem Calic Jugoslawiens Spezifika in moderne, international verständliche Kategorien fasst und in größere Zusammenhänge rückt, besonders wenn es um die vielen Wirtschaftskrisen geht, die das Land erleben musste. Hier, im tiefen Verständnis ökonomischer Zusammenhänge und im souveränen Umgang mit der Sozialstatistik, liegt die besondere Stärke des Buches."
Norbert Mappes-Niediek, Neue Zürcher Zeitung, 29. April 2011



"(...) es [ist] höchst verdienstvoll, dass nun eine Gesamtdarstellung vorliegt, die sich bewusst davor hütet, den südslawischen Vielvölkerstaat als eine künstliche Konstruktion abzutun, deren Scheitern programmiert war."
Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau, 20. Dezember 2010



"Endlich (…) ein Buch, welches eine stringente Gesamtdarstellung Jugoslawiens bietet. (…) Bemerkenswert[e] Analyse. (…) Heute sei das ehemalige Jugoslawien ein weißer Fleck auf der politischen Landkarte, schreibt die Autorin; der Wohlstand der Einwohner erreiche maximal ein Drittel des EU-Durchschnitts. Die meisten Menschen suchten im Beitritt zur EU ihr Heil, sie wollten nicht mehr als 'Schmuddelkinder und notorische Unruhestifter vom Balkan angesehen werden'. Man kann dieses Ende eines exzellenten Buches, das eine historische Tragödie scharfsinnig analysiert, durchaus als Plädoyer für eine beschleunigte Annäherung der neuen 'Balkanstaaten' an Kerneuropa interpretieren."
Heiko Flottau, Süddeutsche Zeitung, 7. Dezember 2010



"(...) der Staat scheitert nicht an jahrhundertealten völkischen und religiösen Trennungen, sondern daran, dass ökonomische, sozialkulturelle und machtpolitische Konflikte kulminierten, die in ethnonationale Kategorien uminterpretiert wurden, schreibt Marie-Janine Calic in ihrer sehr lesenswerten 'Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert'. Die Münchner Geschichtsprofessorin räumt mit dem Mythos auf, Jugoslawien sei ein künstliches Gebilde gewesen, das der heterogenen Bevölkerung Homogenität auferzwungen hätte.
Calic schafft es, die komplizierte jugoslawische Geschichte komprimiert und facettenreich darzustellen, auch weil sie Gründung, Bestehen und Zerfall Jugoslawiens in die globale Geschichte wirtschaftlicher, politischer und sozialpsychologischer Entwicklungen einbettet und sich nationalistische Sichtweisen nicht zu eigen macht."
Doris Akrap, die tageszeitung, 6. Oktober 2010



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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-60646-5

Erschienen am 22. September 2010

2., durchgesehene Auflage , 2014

415 S., mit 6 Karten

Softcover

Softcover 26,95 € Kaufen
e-Book 21,99 € Kaufen

Calic, Marie-Janine

Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert

Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert in 10 Bänden herausgegeben von Ulrich Herbert

Marie-Janine Calic schlägt in diesem Buch analytische Schneisen in die faszinierende Geschichte Jugoslawiens und legt die erste Gesamtdarstellung in deutscher Sprache seit der Auflösung des Vielvölkerstaates vor.

Warum ist Jugoslawien zerfallen? War der gewaltsame Untergang unvermeidlich? Warum hat der heterogene Staat dann überhaupt so lange überlebt? Dieses Buch analysiert, warum und unter welchen Umständen Jugoslawien entstand, was den Vielvölkerstaat über siebzig Jahre zusammenhielt und weshalb er sich schließlich gewaltsam auflöste. Im Mittelpunkt stehen die um die Wende zum 20. Jahrhundert einsetzenden fundamentalen Wandlungsprozesse, die die Ideologien, politischen Systeme, wirtschaftlich-sozialen Beziehungen sowie die Lebensweisen in ganz Europa nachhaltig prägten und auch Jugoslawien im Laufe des 20. Jahrhunderts von einer Agrar- in eine moderne Industriegesellschaft verwandelten. Dadurch wird die jugoslawische Geschichte in die europäische Geschichte mit all ihren wechselseitigen Verflechtungen eingebettet und das Klischeebild des rückständigen, mit unauflösbaren Nationalitätenkonflikten belasteten Balkans korrigiert.
Webcode: https://www.chbeck.de/32095

Inhalt

Vorwort
Einleitung

ERSTER TEIL
Südslawische Bewegung und Staatsgründung (1878 bis 1918)
1. Die südslawischen Länder um 1900:
Aufbruch in das neue Jahrhundert
2. Nationale Fragen (1875 bis 1903)
3. Radikalisierung (1903 bis 1912)
4. Die drei Balkankriege (1912/13 bis 1914/1918)

ZWEITER TEIL
Das Erste Jugoslawien (1918 bis 1941)

5. Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen
(1918 bis 1929)
6. Die 1920 er Jahre: Tradition und Wandel
7. Das Königreich Jugoslawien (1929 bis 1941)

DRITTER TEIL
Der Zweite Weltkrieg (1941 bis 1945)
8. Besatzung, Kollaboration und Widerstand
9. Die 1940 er Jahre: Totaler Krieg

VIERTER TEIL
Das sozialistische Jugoslawien (1945 bis 1980)

10. Die Konsolidierung der kommunistischen Herrschaft (1943 bis 1948)
11. Titos Sozialismus (1948 bis 1964)
12. Die 1960 er Jahre: Übergang in die Industriegesellschaft
13. Reformen und Rivalitäten (1964 bis 1968)
14. Neuer Nationalismus (1967 bis 1971)
15. Nach dem Boom (1971 bis 1980)

FÜNFTER TEIL
Nach Tito (1980 bis 1991)

16. Die Krise der sozialistischen Moderne (1980 bis 1989)
17. Die 1980 er Jahre: Anomie
18. Desintegration und Staatszerfall (1989 bis 1991)

SECHSTERTEIL
Untergang (1991 bis zur Gegenwart)

19. Der Nachfolgekrieg (1991 bis 1995)
20. Was von Jugoslawien übrig blieb

Schlussbetrachtung

ANHANG
Abkürzungen
Chronologie
Parteien, politische Organisationen und Zusammenschlüsse
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Tabellen
Personenregister
Karten

Pressestimmen

"Das Buch hat den Vorzug, eine der wenigen deutschsprachigen Synthesen zur jugoslawischen Geschichte zu sein. (...) Festzuhalten bleibt, dass die 'Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert' in ihren Ausführungen solide und allgemeinverständlich gehalten ist. Wenngleich aus wissenschaftlicher Sicht Fragen offenbleiben (müssen), liegt ein aktueller Einstieg in die jugoslawische Zeitgeschichte vor."
Rayk Einax, Zeitschrift für Balkanologie Bd. 47, Nr. 2 (2011)


"Die Versiertheit der Autorin und die Form des klar strukturierten, dabei gut lesbaren multiperspektivischen Handbuches wird dem nicht allzu teuren Werk ein breites Publikum erschließen. In Handapparaten und Bibliographien dürfte ihm der Stammplatz sicher sein."
Carl Bethke, Osteuropa, Januar 2012


"(...) fasslich und präzise (...). Man folgt der Darstellung gern und leicht; die Geschichte ist flüssig erzählt, klug und klar, ohne störendes Pathos oder Moralin. Wohltuend ist der weite Blick, mit dem Calic Jugoslawiens Spezifika in moderne, international verständliche Kategorien fasst und in größere Zusammenhänge rückt, besonders wenn es um die vielen Wirtschaftskrisen geht, die das Land erleben musste. Hier, im tiefen Verständnis ökonomischer Zusammenhänge und im souveränen Umgang mit der Sozialstatistik, liegt die besondere Stärke des Buches."
Norbert Mappes-Niediek, Neue Zürcher Zeitung, 29. April 2011


"(...) es [ist] höchst verdienstvoll, dass nun eine Gesamtdarstellung vorliegt, die sich bewusst davor hütet, den südslawischen Vielvölkerstaat als eine künstliche Konstruktion abzutun, deren Scheitern programmiert war."
Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau, 20. Dezember 2010


"Endlich (…) ein Buch, welches eine stringente Gesamtdarstellung Jugoslawiens bietet. (…) Bemerkenswert[e] Analyse. (…) Heute sei das ehemalige Jugoslawien ein weißer Fleck auf der politischen Landkarte, schreibt die Autorin; der Wohlstand der Einwohner erreiche maximal ein Drittel des EU-Durchschnitts. Die meisten Menschen suchten im Beitritt zur EU ihr Heil, sie wollten nicht mehr als 'Schmuddelkinder und notorische Unruhestifter vom Balkan angesehen werden'. Man kann dieses Ende eines exzellenten Buches, das eine historische Tragödie scharfsinnig analysiert, durchaus als Plädoyer für eine beschleunigte Annäherung der neuen 'Balkanstaaten' an Kerneuropa interpretieren."
Heiko Flottau, Süddeutsche Zeitung, 7. Dezember 2010


"(...) der Staat scheitert nicht an jahrhundertealten völkischen und religiösen Trennungen, sondern daran, dass ökonomische, sozialkulturelle und machtpolitische Konflikte kulminierten, die in ethnonationale Kategorien uminterpretiert wurden, schreibt Marie-Janine Calic in ihrer sehr lesenswerten 'Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert'. Die Münchner Geschichtsprofessorin räumt mit dem Mythos auf, Jugoslawien sei ein künstliches Gebilde gewesen, das der heterogenen Bevölkerung Homogenität auferzwungen hätte.
Calic schafft es, die komplizierte jugoslawische Geschichte komprimiert und facettenreich darzustellen, auch weil sie Gründung, Bestehen und Zerfall Jugoslawiens in die globale Geschichte wirtschaftlicher, politischer und sozialpsychologischer Entwicklungen einbettet und sich nationalistische Sichtweisen nicht zu eigen macht."
Doris Akrap, die tageszeitung, 6. Oktober 2010