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Canfora, Luciano

Caesar

Der demokratische Diktator. Eine Biographie

Luciano Canfora, international renommierter Altertumswissenschaftler aus Italien, legt eine moderne, glänzend geschriebene Caesar-Biographie vor. Das traditionelle Bild vom charismatischen Feldherrn und souveränen Strategen der Macht gewinnt durch den Nachweis von Caesars vielfältigen Bemühungen, Standesgenossen und Volk in seine Politik einzubinden, eine neue Dimension. ”Er beteuerte mit lauter Stimme, daß man ihn wider seinen Willen zum Volk hintreibe, daß des Senates Übermut und Härte ihn zwängen, dort einen Rückhalt zu suchen.” So schreibt es Plutarch in seiner Biographie des Gaius Iulius Caesar - und das Urteil Luciano Canforas weist in dieselbe Richtung. In seiner glänzend geschriebenen Caesar-Biographie rekonstruiert er die Auflösung der römischen Republik und beschreibt anschaulich, wie sich Caesar bemühte, die auseinanderstrebenden Machtfaktoren neu zu formen und zu ordnen. In sensiblen und mit dem Feingefühl des Philologen und des Psychohistorikers vorgenommenen Analysen antiker Textzeugnisse skizziert er die Beziehungsgeflechte, in deren Zentrum Caesar stand, aber in denen auch Persönlichkeiten wie beispielsweise Cicero, Brutus und Marc Anton entscheidenden Einfluß geltend machten. Dabei wird deutlich, daß sich selbst die vielen, die der Diktator mit Schmeicheleien, Slogans, Geschenken und anderen Vorteilen demagogisch geschickt beeinflußte, fragten, ob es nicht besser wäre, Caesar wäre nie geboren. War doch unter seiner Herrschaft die politische Streitkultur in Rom erstarrt und lebte nur noch als tote Hülle fort. Luciano Canfora beachtet in seiner souveränen Darstellung der Taten und Motive Caesars stets die feine Grenze, die zwischen Erklären und Entschuldigen verläuft. Niemals wird der Autor zum Apologeten, sondern geht sachlich und schonungslos beispielsweise mit dessen brutalem Vernichtungsfeldzug gegen die Gallier ins Gericht, der ein Ausfluß schierer egozentrischer Machtpolitik Caesars war. Immer wieder wird in dieser modernen und minutiösen Biographie zwischen vorhandenen Handlungsspielräumen und aufgezwungenen politischen Entscheidungen unterschieden. Letztlich wird deutlich, daß Caesar ein politisches Konzept für die Erlangung der Herrschaft, nicht aber zu ihrer Bewahrung besaß.
Von Luciano Canfora. Aus dem Italienischen ins Deutsche übertragen von Rita Seuß.

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Bibliografie

978-3-406-51869-0

Preisreduzierung zum 16. Januar 2016:
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Statt € 19,90 jetzt € 9,95

491 S., Mit 3 Karten

Hardcover

Hardcover 9,95 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

War sein Schatten der ganze Erdkreis? - Der Caesar der Herrscher - Der Caesar Napoleon Bonapartes - Und der Caesar der "Republikaner"

I Vor Sulla auf der Flucht: Erste Erfahrungen eines jungen Aristokraten
II In der Gefangenschaft der Seeräuber (75-74 v. Chr.)
III Aufstieg eines Parteiführers
IV Pontifex Maximus
V Die "Geschäfte" des Herrn Julius Caesar und anderer
VI Der politische Markt
VII Verschwörungen
VIII Sallusts Neufassung von Caesars Rede im Senat
IX Das "dreiköpfige Ungeheuer"
X Die Folgen des Triumvirats: Asinius Pollios Urteil
XI Der erste Konsulat (59 v. Chr.)
XII Ein unbequemer Verbündeter: Clodius
XIII Semiramis in Gallien
XIV Die Eroberung Galliens (58-51 v. Chr.)
XV Das "Schwarzbuch" des Gallischen Kriegs
XVI Der Weg in die Krise
XVII Die "Tyrannis" als angestrebtes Ziel?
XVIII Angriff auf den Erdkreis mit fünf Kohorten
XIX Caesars "Programm": Die Suche nach dem Konsens
XX "Amicitia"
XXI Vom Rubikon nach Pharsalos
XXII Wider den Umsturz
XXIII Alexandria
XXIV Caesars Rettung durch die Juden
XXV Von Syrien nach Zela
XXVI Der lange Bürgerkrieg
XXVII Der Palmschößling: Erstes Auftreten des jungen Octavius
XXVIII "Anticato"
XXIX Vorboten der Verschwörung
XXX "Iure Caesus"
XXXI Die Szene am Luperkalienfest
XXXII Die Diktatur
XXXIII Epikureer in der Revolte?
XXXIV Die "Hetairie" des Cassius und Brutus' Einbeziehung
XXXV Der Realismus eines Verschwörers: Cassius tritt ins zweite Glied zurück
XXXVI Unerwartete Absagen
XXXVII Cicero als Anstifter der Verschwörung?
XXXVIII Der verhängnisvolle Fehler, auf die Eskorte zu verzichten
XXXIX Hergang eines "Tyrannenmords"
XL "Where's Antony?"
XLI Caesars Leiche. Wie man einen Erfolg in eine Niederlage verwandelt
XLII Der Wind

Anhang

  1. Caesar als Schriftsteller
  2. Die andere Wahrheit: Asinius Pollio
  3. Über "Brutus" und der "Anticato"
  4. Die Kulturpolitik
  5. Die Restauration


Bibliographie
Anmerkungen
Biographien
Chronologie
Glossar
Register

Pressestimmen

Pressestimmen

"Dem international renommierten Klassischen Philologen aus Bari ist es gelungen, in steter Auseinandersetzung mit der antiken Tradition und mit den Klassikern der modernen Forschung ein eindrucksvolles Portrait des Staatsmannes zu zeichnen, der die alte Republik durch einen fünfjährigen blutigen Bürgerkrieg liquidierte, dem es aber als Diktator auf Lebenszeit nicht gelang, das richtungweisende Modell einer neuen Staatsordnung an ihre Stelle zu setzen (...) nur wenige Biographien sind intellektuell und literarisch dieser Darstellung ebenbürtig."
Stefan Rebenich, Frankfurter Rundschau, 13. September 2001



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Bibliografie

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Canfora, Luciano

Caesar

Der demokratische Diktator. Eine Biographie

Luciano Canfora, international renommierter Altertumswissenschaftler aus Italien, legt eine moderne, glänzend geschriebene Caesar-Biographie vor. Das traditionelle Bild vom charismatischen Feldherrn und souveränen Strategen der Macht gewinnt durch den Nachweis von Caesars vielfältigen Bemühungen, Standesgenossen und Volk in seine Politik einzubinden, eine neue Dimension. ”Er beteuerte mit lauter Stimme, daß man ihn wider seinen Willen zum Volk hintreibe, daß des Senates Übermut und Härte ihn zwängen, dort einen Rückhalt zu suchen.” So schreibt es Plutarch in seiner Biographie des Gaius Iulius Caesar - und das Urteil Luciano Canforas weist in dieselbe Richtung. In seiner glänzend geschriebenen Caesar-Biographie rekonstruiert er die Auflösung der römischen Republik und beschreibt anschaulich, wie sich Caesar bemühte, die auseinanderstrebenden Machtfaktoren neu zu formen und zu ordnen. In sensiblen und mit dem Feingefühl des Philologen und des Psychohistorikers vorgenommenen Analysen antiker Textzeugnisse skizziert er die Beziehungsgeflechte, in deren Zentrum Caesar stand, aber in denen auch Persönlichkeiten wie beispielsweise Cicero, Brutus und Marc Anton entscheidenden Einfluß geltend machten. Dabei wird deutlich, daß sich selbst die vielen, die der Diktator mit Schmeicheleien, Slogans, Geschenken und anderen Vorteilen demagogisch geschickt beeinflußte, fragten, ob es nicht besser wäre, Caesar wäre nie geboren. War doch unter seiner Herrschaft die politische Streitkultur in Rom erstarrt und lebte nur noch als tote Hülle fort. Luciano Canfora beachtet in seiner souveränen Darstellung der Taten und Motive Caesars stets die feine Grenze, die zwischen Erklären und Entschuldigen verläuft. Niemals wird der Autor zum Apologeten, sondern geht sachlich und schonungslos beispielsweise mit dessen brutalem Vernichtungsfeldzug gegen die Gallier ins Gericht, der ein Ausfluß schierer egozentrischer Machtpolitik Caesars war. Immer wieder wird in dieser modernen und minutiösen Biographie zwischen vorhandenen Handlungsspielräumen und aufgezwungenen politischen Entscheidungen unterschieden. Letztlich wird deutlich, daß Caesar ein politisches Konzept für die Erlangung der Herrschaft, nicht aber zu ihrer Bewahrung besaß.
Von Luciano Canfora. Aus dem Italienischen ins Deutsche übertragen von Rita Seuß.
Webcode: https://www.chbeck.de/12638

Inhalt

Vorwort

War sein Schatten der ganze Erdkreis? - Der Caesar der Herrscher - Der Caesar Napoleon Bonapartes - Und der Caesar der "Republikaner"

I Vor Sulla auf der Flucht: Erste Erfahrungen eines jungen Aristokraten
II In der Gefangenschaft der Seeräuber (75-74 v. Chr.)
III Aufstieg eines Parteiführers
IV Pontifex Maximus
V Die "Geschäfte" des Herrn Julius Caesar und anderer
VI Der politische Markt
VII Verschwörungen
VIII Sallusts Neufassung von Caesars Rede im Senat
IX Das "dreiköpfige Ungeheuer"
X Die Folgen des Triumvirats: Asinius Pollios Urteil
XI Der erste Konsulat (59 v. Chr.)
XII Ein unbequemer Verbündeter: Clodius
XIII Semiramis in Gallien
XIV Die Eroberung Galliens (58-51 v. Chr.)
XV Das "Schwarzbuch" des Gallischen Kriegs
XVI Der Weg in die Krise
XVII Die "Tyrannis" als angestrebtes Ziel?
XVIII Angriff auf den Erdkreis mit fünf Kohorten
XIX Caesars "Programm": Die Suche nach dem Konsens
XX "Amicitia"
XXI Vom Rubikon nach Pharsalos
XXII Wider den Umsturz
XXIII Alexandria
XXIV Caesars Rettung durch die Juden
XXV Von Syrien nach Zela
XXVI Der lange Bürgerkrieg
XXVII Der Palmschößling: Erstes Auftreten des jungen Octavius
XXVIII "Anticato"
XXIX Vorboten der Verschwörung
XXX "Iure Caesus"
XXXI Die Szene am Luperkalienfest
XXXII Die Diktatur
XXXIII Epikureer in der Revolte?
XXXIV Die "Hetairie" des Cassius und Brutus' Einbeziehung
XXXV Der Realismus eines Verschwörers: Cassius tritt ins zweite Glied zurück
XXXVI Unerwartete Absagen
XXXVII Cicero als Anstifter der Verschwörung?
XXXVIII Der verhängnisvolle Fehler, auf die Eskorte zu verzichten
XXXIX Hergang eines "Tyrannenmords"
XL "Where's Antony?"
XLI Caesars Leiche. Wie man einen Erfolg in eine Niederlage verwandelt
XLII Der Wind

Anhang

  1. Caesar als Schriftsteller
  2. Die andere Wahrheit: Asinius Pollio
  3. Über "Brutus" und der "Anticato"
  4. Die Kulturpolitik
  5. Die Restauration


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Anmerkungen
Biographien
Chronologie
Glossar
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Pressestimmen

"Dem international renommierten Klassischen Philologen aus Bari ist es gelungen, in steter Auseinandersetzung mit der antiken Tradition und mit den Klassikern der modernen Forschung ein eindrucksvolles Portrait des Staatsmannes zu zeichnen, der die alte Republik durch einen fünfjährigen blutigen Bürgerkrieg liquidierte, dem es aber als Diktator auf Lebenszeit nicht gelang, das richtungweisende Modell einer neuen Staatsordnung an ihre Stelle zu setzen (...) nur wenige Biographien sind intellektuell und literarisch dieser Darstellung ebenbürtig."
Stefan Rebenich, Frankfurter Rundschau, 13. September 2001