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Collier, Paul

Die unterste Milliarde

Warum die ärmsten Länder scheitern und was man dagegen tun kann

Die Welt besteht, ökonomisch gesehen, aus einem Kuchen mit sechs Stücken. Das erste Sechstel lebt im Wohlstand und – ganz überwiegend – im Westen. Das zweite bis fünfte Sechstel sind jene Entwicklungsländer, mit denen es bei allen Unterschieden langsam, aber stetig aufwärts geht. Das letzte Sechstel sind jene fünfzig Länder, die in der Falle sitzen. Hier leben die ärmsten Menschen der Erde – die unterste Milliarde. Ihre Lebenserwartung ist auf 50 Jahre gesunken, jedes siebte Kind stirbt vor dem 5. Lebensjahr. Die Ökonomien dieser Länder befinden sich seit den 90er Jahren im freien Fall. Auf nur 250 Seiten erklärt Paul Collier in seinem atemberaubenden Buch, wie es zu dieser krassen Armut gekommen ist und was man gegen sie tun kann. Seine ebenso präzise wie dicht belegte Analyse ist gleichermaßen unbequem für radikale Globalisierungsgegner wie für neoliberale Freihandelsoptimisten. Aber sie bietet realistische Lösungen für eine der größten Krisen unserer Welt. Paul Colliers Buch ist eine schlichtweg brillante Einführung in das Funktionieren der globalen Ökonomie und ein messerscharfer Appell, die ärmste Milliarde Menschen nicht zu vergessen.

„Die Globalisierung wird es regeln versus Sie brauchen mehr Protektion, Sie brauchen mehr Geld versus Entwicklungshilfe fördert Korruption, Sie brauchen Demokratie versus Sie sind gefangen in ethnischen Konflikten, Zurück ins Empire versus Respektiert ihre Souveränität: Wenn Sie sich jemals auf der einen oder anderen Seite dieser Argumente befunden haben – und wer nicht? – dann müssen Sie dieses Buch unbedingt lesen."
Niall Ferguson, New York Times

Von Paul Collier. Aus dem Englischen von Rita Seuß und Martin Richter.

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Bibliografie

978-3-406-57223-4

Statt 19,90 € jetzt nur noch 9,90 €

255 S.

Hardcover

Hardcover 9,90 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

Teil 1 Worum es geht
1. Zurückgefallen und zerfallen: Die unterste Milliarde

Teil 2 Die Fallen
2. Die Konfliktfalle
3. Die Ressourcenfalle
4. Ohne Zugang zum Meer und von schlechten Nachbarn umgeben
5. Schlechte Regierungsführung in einem kleinen Land

Teil 3 Zwischenfrage: Rettung durch Globalisierung?
6. Den Zug verpasst: Die weltwirtschaftliche Marginalisierung der untersten Milliarde

Teil 4 Die Instrumente
 7. Rettung durch Entwicklungshilfe?
 8. Militärische Intervention
 9. Gesetze und Chartas
10. Handelspolitik zur Umkehr der Marginalisierung
      Was sind die Antworten?

Teil 5 Der Kampf um die unterste Milliarde
11. Eine Agenda zum Handeln
      Was muss geschehen?
      Wer soll es durchsetzen?

Anhang
Forschungsbeiträge, auf denen dieses Buch basiert
Register
Pressestimmen

Pressestimmen

"Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Oxford besuchte der Brite Paul Collier in den 70ern Malawi in Afrika, damals das ärmste Land des Kontinents. Seitdem beschäftigt er sich mit Afrika, zuerst als Professor in Harvard, dann als Direktor der Forschungsabteilung der Weltbank. Heute ist er Direktor des ‚Centre for the Study of African Economies’ an der Universität Oxford und ein gefragter Experte.
Der gängigen Auffassung der Entwicklungspolitik – dass einer reichen Welt mit einer Milliarde Menschen eine arme Welt mit fünf Milliarden gegenübersteht – widerspricht Collier gern. In seinem Buch Die unterste Milliarde beschreibt er, wie 80 Prozent dieser fünf Milliarden Armen in Ländern leben, die sich oft überraschend schnell entwickeln. Diese Menschen ‚leben heute bereits im Wohlstand oder sind auf dem Weg dorthin’. Die restlichen 20 Prozent, die ‚unterste Milliarde’, leben auf dem Stand des 14. Jahrhunderts, meist in Afrika und Zentralasien. Ihr Alltag ist geprägt von Bürgerkrieg, Seuchen und Analphabetismus, die Lebenserwartung liegt bei 50 Jahren, jedes siebte Kind stirbt vor dem fünften Lebensjahr. Die Ärmsten in etwa 58 Länder fallen immer weiter zurück, so Collier. Diesen Prozess aufzuhalten sieht er als die eigentliche Herausforderung."
Tom Knauer, Süddeutsche Zeitung, 30. Mai 2009



"Collier, er ist Direktor des Centre for the Study of African Economies an der Universität von Oxford, hat ein engagiertes Plädoyer vorgelegt, um den freien Fall dieser Länder zu stoppen. Mit den traditionellen Mitteln der Armutsbekämpfung sei dies jedoch nicht zu gewährleisten, allerdings auch nicht mit den Forderungen der Globalisierungsgegner. Er setzt auf einen grundlegenden Mentalitätswandel unter den Wählern – rechts wie links -, und dem daraus resultierenden Druck auf die Regierungen. (...) Bedenkenswert."
Das Parlament (Literaturbeilage zur Leipziger Buchmesse), 10. März 2008



"Paul Colliers Buch ist eine schlichtweg brillante Einführung in das Funktionieren der globalen Ökonomie und ein messerscharfer Appell, die ärmste Milliarde Menschen nicht zu vergessen."
buchjournal, Ausgabe Herbst 2008



"(...) ein facettenreiches und überaus erhellendes Buch."
Rita Flubacher. Tagesanzeiger, 15. September 2008



"Collier aber hat mit seinem Buch einen Meilenstein gesetzt: Er durchschaut die Verhältnisse in den ärmsten Ländern exakt und en detail, so dass er das Elend schlüssig und überzeugend erklären kann. Nicht zuletzt räumt er mit der Generalentschuldigung ‘Erblast den Kolonialismus’ auf."
Axel Gloger, Financial Times Deutschland, 8. August 2008



"Wissenschaftler aus Großbritannien und den USA haben oft so was Erfrischendes! Wo deutsche Forscher Fußnoten reich darlegen, wer zu dem Thema bereits was veröffentlich hat und wie man sich von diesem Kollegen oder zu jener These abgrenzt, kommen englischsprachige Autorinnen und Autoren gleich zur Sache. Sie schreiben unterhaltsam und fürchten sich auch nicht vor Vereinfachungen, wenn es der Verständlichkeit dient. Paul Colliers Buch „Die unterste Milliarde“ ist dafür ein gutes Beispiel."
Gaby Mayr, SWR, 31. Juli 2008



"In jedem Fall ist „Die unterste Milliarde, warum die ärmsten Länder scheitern und was man dagegen tun kann“ auch für Nicht-Ökonomen leicht zu lesen und zu verstehen. (...) Wer also in Diskussionen am Stammtisch, in der Leserunde, nach dem Chorbesuch oder bei der Dinnerparty nicht nur mitreden möchte, sondern erklären können will, warum manche arm und andere reich sind und was dagegen getan werden könnte, der möge sich Paul Colliers neues Buch zu Gemüte führen."
Rosa Lyon, Österreichischer Rundfunk Ö 1, 18. Juli 2008



"(...) der Misserfolg der bisherigen Strategien verlangt nach neuen Lösungsansätzen. Colliers Buch enthält dazu eine Vielzahl von klugen, manchmal provozierenden Überlegungen jenseits der gängigen Vorurteile über Entwicklungspolitik."
Werner Bührer, Süddeutsche Zeitung, 7./8. Juni 2008



"Paul Collier, Ökonom und Direktor des ‚Centre for the Study of African Economies’ in Oxford, ist kein akademischer Besserwisser, kein Nachfolger dilettierender Völkerpsychologen oder Herrenmenschen mit Tropenhelm. Statt ethnische Vorurteile zu kultivieren, verlässt er sich auf seine Statistik. Dass mit vorgefertigten Bildern in Afrika nichts auszurichten ist, war ihm bereits klar, als in den Studentenbuden seiner Generation noch der Posterheld Che Guevara von den Wänden blickte. Vierzig Jahre später ist vom romantischen Mythos der ‚Dritten Welt’ nichts mehr übrig. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. (…) Paul Colliers Buch ‚Die unterste Milliarde. Warum die ärmsten Länder scheitern und was man dagegen tun kann’ bezieht sich zwar auch auf andere Abgehängte wie Haiti, Laos, Birma und einige Krisengebiete Zentralasiens, aber es lässt keine Zweifel daran, dass das Epizentrum des Niedergangs südlich der Sahara liegt. Hier machen sich die politischen Folgen der Armutsfalle, in der Länder wie Somalia, Sierra Leone, Liberia, Burundi, Zimbabwe, Kongo oder der Tschad stecken, am krassesten bemerkbar."
Kurt Darsow, Literaturen, April 2008



"Collier führt seine Forschung als Abenteuer aus, wirft sich in das Gestrüpp von Widrigkeiten, die vor allem in Afrika eine Reihe von Staaten im Elend festhalten. Wie ein Zauberkünstler jongliert er Fakten und Zahlen und knallt die Ergebnisse seiner unerwarteten Fragestellungen aufs Blatt. Das Verhältnis von Armut zu Bürgerkrieg? Fatal. Geht das Pro-Kopf-Einkommen um die Hälfte zurück, steigt das Risiko eines Bürgerkriegs auf das Doppelte. Kosten? 64 Milliarden Dollar pro Krieg. Collier kommt, nicht ohne bissiges Vergnügen, zum Vorschlag, der Behebung von Armut diene unter anderem ein befriedender Militäreinsatz. Ohne Gewähr! Collier verweist auf enge Spielräume, Komplexität – und:Trotzdem müssen wir handeln! Sein Buch hat den Charme eines Films der schwarzen Serie und bekommt nun in Toronto den Lionel-Gelber-Preis als bestes Sachbuch des Jahres."
Susanne Mayer, Die Zeit, 13. März 2008



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-57223-4

Statt 19,90 € jetzt nur noch 9,90 €

255 S.

Hardcover

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Collier, Paul

Die unterste Milliarde

Warum die ärmsten Länder scheitern und was man dagegen tun kann

Die Welt besteht, ökonomisch gesehen, aus einem Kuchen mit sechs Stücken. Das erste Sechstel lebt im Wohlstand und – ganz überwiegend – im Westen. Das zweite bis fünfte Sechstel sind jene Entwicklungsländer, mit denen es bei allen Unterschieden langsam, aber stetig aufwärts geht. Das letzte Sechstel sind jene fünfzig Länder, die in der Falle sitzen. Hier leben die ärmsten Menschen der Erde – die unterste Milliarde. Ihre Lebenserwartung ist auf 50 Jahre gesunken, jedes siebte Kind stirbt vor dem 5. Lebensjahr. Die Ökonomien dieser Länder befinden sich seit den 90er Jahren im freien Fall. Auf nur 250 Seiten erklärt Paul Collier in seinem atemberaubenden Buch, wie es zu dieser krassen Armut gekommen ist und was man gegen sie tun kann. Seine ebenso präzise wie dicht belegte Analyse ist gleichermaßen unbequem für radikale Globalisierungsgegner wie für neoliberale Freihandelsoptimisten. Aber sie bietet realistische Lösungen für eine der größten Krisen unserer Welt. Paul Colliers Buch ist eine schlichtweg brillante Einführung in das Funktionieren der globalen Ökonomie und ein messerscharfer Appell, die ärmste Milliarde Menschen nicht zu vergessen.

„Die Globalisierung wird es regeln versus Sie brauchen mehr Protektion, Sie brauchen mehr Geld versus Entwicklungshilfe fördert Korruption, Sie brauchen Demokratie versus Sie sind gefangen in ethnischen Konflikten, Zurück ins Empire versus Respektiert ihre Souveränität: Wenn Sie sich jemals auf der einen oder anderen Seite dieser Argumente befunden haben – und wer nicht? – dann müssen Sie dieses Buch unbedingt lesen."
Niall Ferguson, New York Times

Von Paul Collier. Aus dem Englischen von Rita Seuß und Martin Richter.
Webcode: https://www.chbeck.de/23044

Inhalt

Vorwort

Teil 1 Worum es geht
1. Zurückgefallen und zerfallen: Die unterste Milliarde

Teil 2 Die Fallen
2. Die Konfliktfalle
3. Die Ressourcenfalle
4. Ohne Zugang zum Meer und von schlechten Nachbarn umgeben
5. Schlechte Regierungsführung in einem kleinen Land

Teil 3 Zwischenfrage: Rettung durch Globalisierung?
6. Den Zug verpasst: Die weltwirtschaftliche Marginalisierung der untersten Milliarde

Teil 4 Die Instrumente
 7. Rettung durch Entwicklungshilfe?
 8. Militärische Intervention
 9. Gesetze und Chartas
10. Handelspolitik zur Umkehr der Marginalisierung
      Was sind die Antworten?

Teil 5 Der Kampf um die unterste Milliarde
11. Eine Agenda zum Handeln
      Was muss geschehen?
      Wer soll es durchsetzen?

Anhang
Forschungsbeiträge, auf denen dieses Buch basiert
Register

Pressestimmen

"Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Oxford besuchte der Brite Paul Collier in den 70ern Malawi in Afrika, damals das ärmste Land des Kontinents. Seitdem beschäftigt er sich mit Afrika, zuerst als Professor in Harvard, dann als Direktor der Forschungsabteilung der Weltbank. Heute ist er Direktor des ‚Centre for the Study of African Economies’ an der Universität Oxford und ein gefragter Experte.
Der gängigen Auffassung der Entwicklungspolitik – dass einer reichen Welt mit einer Milliarde Menschen eine arme Welt mit fünf Milliarden gegenübersteht – widerspricht Collier gern. In seinem Buch Die unterste Milliarde beschreibt er, wie 80 Prozent dieser fünf Milliarden Armen in Ländern leben, die sich oft überraschend schnell entwickeln. Diese Menschen ‚leben heute bereits im Wohlstand oder sind auf dem Weg dorthin’. Die restlichen 20 Prozent, die ‚unterste Milliarde’, leben auf dem Stand des 14. Jahrhunderts, meist in Afrika und Zentralasien. Ihr Alltag ist geprägt von Bürgerkrieg, Seuchen und Analphabetismus, die Lebenserwartung liegt bei 50 Jahren, jedes siebte Kind stirbt vor dem fünften Lebensjahr. Die Ärmsten in etwa 58 Länder fallen immer weiter zurück, so Collier. Diesen Prozess aufzuhalten sieht er als die eigentliche Herausforderung."
Tom Knauer, Süddeutsche Zeitung, 30. Mai 2009


"Collier, er ist Direktor des Centre for the Study of African Economies an der Universität von Oxford, hat ein engagiertes Plädoyer vorgelegt, um den freien Fall dieser Länder zu stoppen. Mit den traditionellen Mitteln der Armutsbekämpfung sei dies jedoch nicht zu gewährleisten, allerdings auch nicht mit den Forderungen der Globalisierungsgegner. Er setzt auf einen grundlegenden Mentalitätswandel unter den Wählern – rechts wie links -, und dem daraus resultierenden Druck auf die Regierungen. (...) Bedenkenswert."
Das Parlament (Literaturbeilage zur Leipziger Buchmesse), 10. März 2008


"Paul Colliers Buch ist eine schlichtweg brillante Einführung in das Funktionieren der globalen Ökonomie und ein messerscharfer Appell, die ärmste Milliarde Menschen nicht zu vergessen."
buchjournal, Ausgabe Herbst 2008


"(...) ein facettenreiches und überaus erhellendes Buch."
Rita Flubacher. Tagesanzeiger, 15. September 2008


"Collier aber hat mit seinem Buch einen Meilenstein gesetzt: Er durchschaut die Verhältnisse in den ärmsten Ländern exakt und en detail, so dass er das Elend schlüssig und überzeugend erklären kann. Nicht zuletzt räumt er mit der Generalentschuldigung ‘Erblast den Kolonialismus’ auf."
Axel Gloger, Financial Times Deutschland, 8. August 2008


"Wissenschaftler aus Großbritannien und den USA haben oft so was Erfrischendes! Wo deutsche Forscher Fußnoten reich darlegen, wer zu dem Thema bereits was veröffentlich hat und wie man sich von diesem Kollegen oder zu jener These abgrenzt, kommen englischsprachige Autorinnen und Autoren gleich zur Sache. Sie schreiben unterhaltsam und fürchten sich auch nicht vor Vereinfachungen, wenn es der Verständlichkeit dient. Paul Colliers Buch „Die unterste Milliarde“ ist dafür ein gutes Beispiel."
Gaby Mayr, SWR, 31. Juli 2008


"In jedem Fall ist „Die unterste Milliarde, warum die ärmsten Länder scheitern und was man dagegen tun kann“ auch für Nicht-Ökonomen leicht zu lesen und zu verstehen. (...) Wer also in Diskussionen am Stammtisch, in der Leserunde, nach dem Chorbesuch oder bei der Dinnerparty nicht nur mitreden möchte, sondern erklären können will, warum manche arm und andere reich sind und was dagegen getan werden könnte, der möge sich Paul Colliers neues Buch zu Gemüte führen."
Rosa Lyon, Österreichischer Rundfunk Ö 1, 18. Juli 2008


"(...) der Misserfolg der bisherigen Strategien verlangt nach neuen Lösungsansätzen. Colliers Buch enthält dazu eine Vielzahl von klugen, manchmal provozierenden Überlegungen jenseits der gängigen Vorurteile über Entwicklungspolitik."
Werner Bührer, Süddeutsche Zeitung, 7./8. Juni 2008


"Paul Collier, Ökonom und Direktor des ‚Centre for the Study of African Economies’ in Oxford, ist kein akademischer Besserwisser, kein Nachfolger dilettierender Völkerpsychologen oder Herrenmenschen mit Tropenhelm. Statt ethnische Vorurteile zu kultivieren, verlässt er sich auf seine Statistik. Dass mit vorgefertigten Bildern in Afrika nichts auszurichten ist, war ihm bereits klar, als in den Studentenbuden seiner Generation noch der Posterheld Che Guevara von den Wänden blickte. Vierzig Jahre später ist vom romantischen Mythos der ‚Dritten Welt’ nichts mehr übrig. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. (…) Paul Colliers Buch ‚Die unterste Milliarde. Warum die ärmsten Länder scheitern und was man dagegen tun kann’ bezieht sich zwar auch auf andere Abgehängte wie Haiti, Laos, Birma und einige Krisengebiete Zentralasiens, aber es lässt keine Zweifel daran, dass das Epizentrum des Niedergangs südlich der Sahara liegt. Hier machen sich die politischen Folgen der Armutsfalle, in der Länder wie Somalia, Sierra Leone, Liberia, Burundi, Zimbabwe, Kongo oder der Tschad stecken, am krassesten bemerkbar."
Kurt Darsow, Literaturen, April 2008


"Collier führt seine Forschung als Abenteuer aus, wirft sich in das Gestrüpp von Widrigkeiten, die vor allem in Afrika eine Reihe von Staaten im Elend festhalten. Wie ein Zauberkünstler jongliert er Fakten und Zahlen und knallt die Ergebnisse seiner unerwarteten Fragestellungen aufs Blatt. Das Verhältnis von Armut zu Bürgerkrieg? Fatal. Geht das Pro-Kopf-Einkommen um die Hälfte zurück, steigt das Risiko eines Bürgerkriegs auf das Doppelte. Kosten? 64 Milliarden Dollar pro Krieg. Collier kommt, nicht ohne bissiges Vergnügen, zum Vorschlag, der Behebung von Armut diene unter anderem ein befriedender Militäreinsatz. Ohne Gewähr! Collier verweist auf enge Spielräume, Komplexität – und:Trotzdem müssen wir handeln! Sein Buch hat den Charme eines Films der schwarzen Serie und bekommt nun in Toronto den Lionel-Gelber-Preis als bestes Sachbuch des Jahres."
Susanne Mayer, Die Zeit, 13. März 2008