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Faroqhi, Suraiya

Kultur und Alltag im Osmanischen Reich

Vom Mittelalter bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts

Tausende von Touristen fahren Jahr für Jahr in die Türkei und andere Länder des ehemaligen Osmanischen Reiches. Viele von ihnen würden gerne die Bauten, die Gebrauchsgegestände, die Bräuche und Lebensgewohnheiten, denen sie begegnen, in ihren geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang einordnen, möchten sie "verstehen". Zwar gibt es Einzeldarstellungen von Architektur und Malerei, Textilkunst und Dichtung, aber es fehlt bisher ein Buch, in dem ein zusammenhängendes Bild der Kultur im Osmanischen Reich entworfen würde. Das unternimmt hier die Historikerin und Turkologin Suraiya Faroqhi.
Die Autorin richtet ihren Blick nicht so sehr auf die Hochkultur, die von den Sultanen und Wesiren gefördert wurde, als vielmehr auf die Welt der Stadtbewohner. Wie lebten sie im Alltag und auf Festen? Wie nahm sich die Kultur der "Großen" in ihren Augen aus, was übernahmen sie von ihr? Welche Bedeutung hatte die Religion für ihr Leben? Wie offen war ihr Wahrnehmungshorizont für Informationen aus der nicht muslimischen Welt, die ihnen Seefahrer und Kaufleute, Verwaltungsbeamte und Fremde vermitteln konnten?
Die Autorin versteht es meisterhaft, Dokumente aufzuspüren und zum Sprechen zu bringen - ob es sich um Derwisch-Korrespondenzen oder Prozeßakten, Traumbücher oder Rechnungen handelt. Und ebenso beeindruckend ist ihre Fähigkeit, Bauten - seien es nun Moscheen oder Heiligengräber, Schulen oder Bäder - in ihren kulturellen Zusammenhang einzuornen. Aber auch die Bräuche im Alltag und auf Festen, die Erfahrungen und Leiden der Menschen werden dargestellt. So gelingt es ihr, vor unseren Augen wie in einem Mosaik ein Lebensganzes zu entwerfen.
Es entsteht das Bild einer hochentwickelten Kultur, die in vielem der europäischen ebenbürtig, ihr in manchem überlegen war - ein Bild, das auch überraschende Einzelheiten enthält, so etwa in den Abschnitten, die der Rolle der Frauen gelten. Wer ein neues, vertieftes Verständnis für die heutige Türkei gewinnen will, der sollte nach dieser mehr als ein halbes Jahrtausend umspannenden Kulturgeschichte greifen.


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Bibliografie

978-3-406-39660-1

2. Auflage, 2003

402 S., mit 14 Abbildungen und 4 Karten

Hardcover (In Leinen)

Sonstiges 29,90 € Kaufen

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Bibliografie

978-3-406-39660-1

2. Auflage , 2003

402 S., mit 14 Abbildungen und 4 Karten

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 29,90 € Kaufen

Faroqhi, Suraiya

Kultur und Alltag im Osmanischen Reich

Vom Mittelalter bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts

Tausende von Touristen fahren Jahr für Jahr in die Türkei und andere Länder des ehemaligen Osmanischen Reiches. Viele von ihnen würden gerne die Bauten, die Gebrauchsgegestände, die Bräuche und Lebensgewohnheiten, denen sie begegnen, in ihren geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang einordnen, möchten sie "verstehen". Zwar gibt es Einzeldarstellungen von Architektur und Malerei, Textilkunst und Dichtung, aber es fehlt bisher ein Buch, in dem ein zusammenhängendes Bild der Kultur im Osmanischen Reich entworfen würde. Das unternimmt hier die Historikerin und Turkologin Suraiya Faroqhi.
Die Autorin richtet ihren Blick nicht so sehr auf die Hochkultur, die von den Sultanen und Wesiren gefördert wurde, als vielmehr auf die Welt der Stadtbewohner. Wie lebten sie im Alltag und auf Festen? Wie nahm sich die Kultur der "Großen" in ihren Augen aus, was übernahmen sie von ihr? Welche Bedeutung hatte die Religion für ihr Leben? Wie offen war ihr Wahrnehmungshorizont für Informationen aus der nicht muslimischen Welt, die ihnen Seefahrer und Kaufleute, Verwaltungsbeamte und Fremde vermitteln konnten?
Die Autorin versteht es meisterhaft, Dokumente aufzuspüren und zum Sprechen zu bringen - ob es sich um Derwisch-Korrespondenzen oder Prozeßakten, Traumbücher oder Rechnungen handelt. Und ebenso beeindruckend ist ihre Fähigkeit, Bauten - seien es nun Moscheen oder Heiligengräber, Schulen oder Bäder - in ihren kulturellen Zusammenhang einzuornen. Aber auch die Bräuche im Alltag und auf Festen, die Erfahrungen und Leiden der Menschen werden dargestellt. So gelingt es ihr, vor unseren Augen wie in einem Mosaik ein Lebensganzes zu entwerfen.
Es entsteht das Bild einer hochentwickelten Kultur, die in vielem der europäischen ebenbürtig, ihr in manchem überlegen war - ein Bild, das auch überraschende Einzelheiten enthält, so etwa in den Abschnitten, die der Rolle der Frauen gelten. Wer ein neues, vertieftes Verständnis für die heutige Türkei gewinnen will, der sollte nach dieser mehr als ein halbes Jahrtausend umspannenden Kulturgeschichte greifen.

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