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Kühn, Manfred

Kant

Eine Biographie

Zum 200. Todestag Immanuel Kants (1724– 1804) erzählt Manfred Kühn in der ersten umfassenden Biographie des großen Denkers seit über zwei Jahrzehnten Kants Leben und stellt sein philosophisches Werk vor. Heinrich Heine hat gespottet, von Immanuel Kant könne niemand eine Lebensgeschichte schreiben, denn Kant habe weder ein Leben noch eine Geschichte gehabt. Manfred Kühn räumt mit der Legende von Kants ereignislosem Professorenleben gründlich auf und zeichnet das Bild eines eleganten und geistreichen Gentleman, der eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt Königsberg spielte. Man nannte Kant den „eleganten Magister“. Er war ein ungemein beliebter Universitätslehrer, charmant und kontaktfreudig, von Freunden umgeben, gern auf Gesellschaften. Die bis zur Karikatur verzerrten Klischees vom pedantischen Leben Kants treffen allenfalls seine späten Jahre. Neben dem Portrait von Kants Leben und der Einführung in seine Schriften macht Manfred Kühns Biographie deutlich, wie sehr das Denken des großen Philosophen von den wichtigen politischen, kulturellen und intellektuellen Ereignissen seiner Zeit inspiriert wurde, vom Geniekult des Sturm und Drang, den Schriften David Humes und Rousseaus bis zu den Ideen der Französischen Revolution. Sie stellt Kollegen und Freunde Kants vor, Gegner und Konkurrenten, und natürlich auch den Diener Martin Lampe. Manfred Kühn bietet ein differenziertes Bild von Kants Leben, seinem Denken und seiner Zeit.
Von Manfred Kühn. Aus dem Englischen von Martin Pfeiffer.

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Bibliografie

978-3-406-50918-6

5. Auflage, 2004

639 S., mit 27 Abbildungen

Hardcover (In Leinen)

Schlagwörter

Sonstiges 29,90 € Kaufen
Inhalt
Die auftretenden Personen
Prolog

1. Kindheit und frühe Jugend (1724–1740)
Frühe Kindheit (1724–1731): «Die beste Erziehung von der moralischen Seite betrachtet»
Schuljahre (1732–1740): «Unter der strengen Zucht der Fanatiker»
Königsberg: «Ein schicklicher Platz zu Erweiterung der Weltkenntnis»

2. Student und Hauslehrer (1740–1755)
Die Albertina: «Eine Universität zur Kultur der Wissenschaften?»
Die Schätzung der lebendigen Kräfte: «Was schloß Kants Genie auf?»
Hauslehrer: «Es ist in der Welt vielleicht nie ein schlechterer Hofmeister gewesen»

3. Der elegante Magister (1755–1764)
Erste Jahre (1755–1758): «Ein fürtrefflicher Kopf»
Die russische Besetzung (1758–1762): «Ein Mann, der die Wahrheit eben so sehr liebt wie den Ton der guten Gesellschaft»
Kant und Hamann: «Eine sehr nahe oder eine sehr entfernte Verbindung»
Herder als Kants Student (1762–1764): «In die Rousseauiana und Humiana gleichsam eingeweihet»
Kants philosophische Werke aus dieser Periode: «Spuren seines Geistes»

4. Eine Wiedergeburt und ihre Konsequenzen (1764–1769)
Kant mit vierzig: «Wann erwirbt man seinen Charakter?»
Kants Lehrmethode: «Die eigentliche Methode des Unterrichts in der Weltweisheit ist zetetisch»
Ein literarischer Zirkel: «Ein Lustspiel in fünf Aufzügen»
Träume eines Geistersehers (1766): «Charakter, zweideutig ausgedrückt»
Kants philosophische Entwicklung von 1755 bis 1769: «Ich suche die Ehre des Fabius Cunctator»

5. Die Jahre des Schweigens (1770–1780)
Die Inauguraldissertation: «Echte Metaphysik ohne alle Beimischung des Sinnlichen»
Erste Reaktionen: Wir sind «noch nicht überzeugt genug»
Kants Moralphilosophie um 1770: «Alle Moralität beruht auf Ideen»
Herr Professor: «Sie liefen in Kants Vorlesungen, um sich ein Ansehen zu geben»
Gesellschaftliches Leben: «Alles was ich gewünscht und erhalten habe»
Die sich entwickelnde Konzeption einer bloß propädeutischen Disziplin: «Steine im Wege»

6. «Alles zermalmender» Kritiker der Metaphysik (1780–1784)
Die Kritik der reinen Vernunft: «Nicht mehr als zwei Glaubensartikel?»
Erste Reaktionen auf die Kritik: «Allzu große Ähnlichkeit mit Berkeley und Hume»
Prolegomena: «Nicht vor Lehrlinge, sondern vor künftige Lehrer»
Das eigene Haus (1783): «Recht romantisch», aber «nahe bei einem Gefängnis»

7. Begründer einer Metaphysik der Sitten (1784–1787)
Arbeit an der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1784): «Philosophie auf einen mißlichen Standpunkt gestellt»
Andere Ideen: Gegen «Faulheit und Feigheit» und für «sorgfältiges Festhalten am Prinzip»
Die Kontroverse mit Herder: «Der Vernunft das Vorrecht, das sie zum größten Gut auf Erden macht», nicht bestreiten
Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft: «Alle eigentliche Naturwissenschaft bedarf einen reinen Teil»
Kants Eingreifen in den Pantheismusstreit: Für eine «reine Vernunftreligion»
Kritik der praktischen Vernunft: «Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir»
Kant und seine Kollegen und Freunde: «Von Vorurteilen sehr begeistert»?
Der Tod seines besten Freundes und die Folgen: Eine «veränderte Lebensweise»
Idealismus oder Realismus: «Kein Gegenstand im transzendentalen Verstande außer uns vorhanden»?

8. Probleme mit Religion und Politik (1788–1795)
Strapazierte Freundschaft: «Für Kant schreiben»
In Gesellschaft (Dienstag, 16. Dezember 1788): «Auch die natürliche Religion hat ihre Dogmatik»
Die Revolution: «Ich habe das Heil der Welt gesehen»
Die Kritik der Urteilskraft: «Funktionalität ohne einen Zweck»
Anerkennung von einem «echtphilosophischen Publikum» und Feindschaft von seiten der «Popularphilosophen»
Der berühmte Gastgeber: «König in Königsberg»
Der Anfang eines Konflikts: «Kühne Meinungen»
Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft: «Ein Beispiel dieses Gehorsams»
«Über den Gemeinspruch»: Ansprache an einen der «Erdengötter»
Konsequenzen: «Bei fortgesetzter Renitenz» werden «unangenehme Verfügungen» angedroht
Ewiger Friede: «Der theoretische Politiker als Akademiker»

9. Der alte Kant (1796–1804)
Die frühen Jahre des Ruhestandes (1796–1798): «Etwas verändert»

Zum Schluß: «Das Bündel schnüren»
Unabgeschlossene Religionssache: «Diesem Unwesen ist nunmehro gesteuret»
Das Opus postumum: «Außerordentliche Kombinationen und Projekte»
Schwinden der Kräfte und Tod (1799–1804): «Sie müssen mich wie ein Kind betrachten»

Anhang Danksagung - Anmerkungen - Zeittafel. Kants Leben und Werke - Literaturverzeichnis - Register

Pressestimmen

Pressestimmen

"Die umfänglichste der drei Biographien, der Band von Manfred Kühn, schildert ausführlich das Leben Kants, beispielsweise den eleganten jungen Magister, der sich zwischen 1755 und 1765 an den französischen Aufklärern orientiert und auch die französischen Manieren übernimmt, an denen er noch bis ins hohe Alter festhält. Knapp die Hälfte des Buches widmet Kühn der akribischen Darstellung von Kants Werkentwicklung seit 1780 und geht dabei auf die meisten Werke aus dieser Zeit ein. Allerdings beschränkt sich Kühn keineswegs auf die philosophischen Gehalte, sondern entwickelt diese aus den geistigen und politischen Geschehnissen der Zeit heraus. Kant, der der französischen Revolution mit großer Sympathie begegnet, sieht sich beispielsweise in diesen Jahren doch selbst vor allem durcheine antirationalistischen, von der Sekte der Rosenkreuzer beeinflusste Religionspolitik Friedrich Wilhelms II. bedroht."
Hans-Martin Schönherr-Mann, Das Parlament, 16. Februar 2004



"Die Sorgfalt, die Kühn auf die Entstehungsgeschichte der Werke sowie Kants Umfeld - etwa das Verhältnis zu Herder - verwendet, sucht ihresgeleichen."
Christine Pries, Frankfurter Rundschau, 26. November 2003



"Der Beck-Verlag hat nicht nur den auf einige Zeit wohl besten Kommentar zur „Kritik der reinen Vernunft" vorgelegt, sondern, allerdings in einer Übersetzung, auch die beste Kant-Biographie."
Gustav Falke, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. November 2003



"Andererseits scheint das in den letzten Jahren neu erwachte biographische Interesse auch auf die Philosophie auszugreifen. Vielleicht ist es ein Zeichen dafür, dass die Philosophie beginnt, ihre Immunisierung gegenüber der Geschichte etwas zu lockern. Dafür bietet Kant den geeigneten Anlass, denn wie man vor allem bei Manfred Kühn erfahren kann, war er an Nachrichten aus aller Welt hochinteressiert, und in seinen Beiträgen für die Berlinische Monatsschrift und andere Zeitschriften griff er lebhaft in die geistigen Auseinandersetzungen seiner Zeit ein. (...) Neben Kants eigenen öffentlichen Äußerungen und seiner Korrespondenz bleibt die biographische Forschung nach wie vor auf die frühen Schilderungen seines Lebens angewiesen, so unzuverlässig diese auch sein mögen. Darum ist Quellenkritik die erste Biographenpflicht. Dieser kritischen Aufgabe stellt sich am ausführlichsten Manfred Kühn. Als Kontrapunkt zum tradierten Kantbild lässt er dem jungen Kant größere Aufmerksamkeit zukommen, der freilich unter Aspekten der Biographik und der Werkgeschichte der ergiebigere ist. Am innovativsten sind hier die Passagen über Kants zeitlebens geäußerte Abneigung gegen die Art von Zucht und Disziplin, der er im pietistischen Collegium Fridericianum unterworfen war und die Kühn zu dem Schluss kommen lässt, Kant habe aus seiner frühen Begegnung mit dem Pietismus ‚begrifflich nur sehr wenig, wenn überhaupt etwas‘ gelernt. Wenn von seiner Erziehung ein Einfluss auf die Entwicklung seiner moralischen Grundbegriffe ausging, dann verortet Kühn diesen im Ethos des Handwerks und der Zünfte, das in der Kantschen Familie tradiert wurde. Kühn beschränkt sich also nicht auf die Darstellung der intellektuellen Einflüsse, denen er gleichwohl von der traditionellen Schulphilosophie bis zu Hume und Rousseau ausführlich nachgeht. Wenn Kühn die zahlreichen Freunde, Schüler und Kollegen Kants auftreten lässt (nebst dem philosophischen Kater Moritz, der dem Stichwortverzeichnis wie der Geist aus der Flasche auftaucht), dann wird uns nicht nur der auf sein Äußeres bedachte und in der Konversation glänzende ‚elegante Magister‘ präsentiert, darüber hinaus wird ein sozialer Kosmos aus Kaufleuten, Adeligen, Universitätsangehörigen und städtischen Honoratioren entfaltet, dessen Bedeutung für die Entstehung der Aufklärung die Forschung bei weitem noch nicht ausgeschöpft haben dürfte."
Sonja Asal, Süddeutsche Zeitung, 14. Oktober 2003



"Kühns Biographie ist die ausführlichste und grundseriös. Hinterher kennt man sich garantiert besser in Kants Leben aus als dieser einst selbst."
Kerstin Decker, Der Tagesspiegel, 15. Februar 2004



"Hervorragend ausgeleuchtet ist Kants Umfeld. Kollegen und Schüler, Freunde und Tischgenossen, Adlige und Kaufleute, kurzum das ganze Königsberg des ausgehenden achtzehnten Jahrhunderts, erstehen als faszinierendes Gruppenbild."
Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung, 8. Februar 2004



"Abhilfe schaffen zum Kant-Jahr gleich mehrere Biografien, die sich nicht nur der Philosophie, sondern auch dem Leben des am 12. Februar verstorbenen Aufklärers widmen. Die fundierteste und ausführlichste stammt von Manfred Kühn, der viele Jahre an der Purdue University in den USA lehrte und jetzt Professor in Marburg ist. Anders als seine Vorgänger beschäftigt sich Kühn nicht nur mit dem Alterswerk Kants, sondern auch mit seinen Lehr- und Studienjahren – und vor allem dem gesellschaftlichen Leben des nach einem penibel organisierten Tagesablauf lebenden Denkers."
Willy Theobald, Financial Times, 11. Februar 2004



"Die mit Abstand beste Biografie zum Gedenkjahr."
Michael Klonovsky/Martin Scherer, Focus, 9. Februar 2004



"Spannend wird es auch, wenn einige Biografen sich daran machen, hinter der verbreiteten Kant-Karikatur Kant selbst hervorzuholen. Vielleicht am schlimmsten trieb es Heinrich Heine mit seiner Karikatur einer Karikatur. Die findet man wieder in der großen, großartigen Kant-Biographie von Manfred Kühn, die bereits 2001 auf Englisch erschien. Jetzt können wir sie in der gelungenen Übersetzung von Martin Pfeiffer lesen. Das Werk umfasst entgegen seinem gleichfalls bescheidenen Titel „Eine Biographie“ weitaus mehr von Kants Lehre als das, was sich vom Leben schlechterdings nicht trennen lässt. Bei Kühn wird daraus eine Vorstellung von Kants Gesamtwerk. Deshalb hätte sein Buch auch heißen können „Immanuel Kant. Der Mann und das Werk“. Aber dieser treffende Titel ist seit Karl Vorländers Biografie leider vergeben. Getreu jener Devise hat Kühn jedenfalls geschrieben. In mustergültigen Analysen. Auf höchstem schriftstellerischen Niveau. Ein Lesevergnügen bereitet auch die Lektüre der im engeren, im eigentlichen Sinn biographischen Passagen."
Walter Grasnick, Literaturen, Januar/Februar 2004



"Ein solches Leben, das zwischen Kühnheit und peniblem Tagesgeschäft nicht vom Fleck zu kommen schien, mit Geduld und Kennerschaft darzustellen ist ein Kunststück. Manfred Kühn ist dieses Kunststück, weitgehend, gelungen: seine Biografie kann mit den Vorgängern mithalten, ja, sie setzt, lässt man sich auf sie ein, eigene Maßstäbe, Kühn bringt uns einen Kant näher, den man, um ihn zu schätzen, nicht unentwegt hochleben lassen muss (...)."
Otto A. Böhmer, Die Zeit, 11. Dezember 2003



"´Kant´, eine glänzende Biographie von Manfred Kühn im Verlag C.H. Beck."
Deutsche Presse-Agentur, 9. Dezember 2003



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-50918-6

5. Auflage , 2004

639 S., mit 27 Abbildungen

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 29,90 € Kaufen

Kühn, Manfred

Kant

Eine Biographie

Zum 200. Todestag Immanuel Kants (1724– 1804) erzählt Manfred Kühn in der ersten umfassenden Biographie des großen Denkers seit über zwei Jahrzehnten Kants Leben und stellt sein philosophisches Werk vor. Heinrich Heine hat gespottet, von Immanuel Kant könne niemand eine Lebensgeschichte schreiben, denn Kant habe weder ein Leben noch eine Geschichte gehabt. Manfred Kühn räumt mit der Legende von Kants ereignislosem Professorenleben gründlich auf und zeichnet das Bild eines eleganten und geistreichen Gentleman, der eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt Königsberg spielte. Man nannte Kant den „eleganten Magister“. Er war ein ungemein beliebter Universitätslehrer, charmant und kontaktfreudig, von Freunden umgeben, gern auf Gesellschaften. Die bis zur Karikatur verzerrten Klischees vom pedantischen Leben Kants treffen allenfalls seine späten Jahre. Neben dem Portrait von Kants Leben und der Einführung in seine Schriften macht Manfred Kühns Biographie deutlich, wie sehr das Denken des großen Philosophen von den wichtigen politischen, kulturellen und intellektuellen Ereignissen seiner Zeit inspiriert wurde, vom Geniekult des Sturm und Drang, den Schriften David Humes und Rousseaus bis zu den Ideen der Französischen Revolution. Sie stellt Kollegen und Freunde Kants vor, Gegner und Konkurrenten, und natürlich auch den Diener Martin Lampe. Manfred Kühn bietet ein differenziertes Bild von Kants Leben, seinem Denken und seiner Zeit.
Von Manfred Kühn. Aus dem Englischen von Martin Pfeiffer.
Webcode: https://www.chbeck.de/12520

Inhalt

Die auftretenden Personen
Prolog

1. Kindheit und frühe Jugend (1724–1740)
Frühe Kindheit (1724–1731): «Die beste Erziehung von der moralischen Seite betrachtet»
Schuljahre (1732–1740): «Unter der strengen Zucht der Fanatiker»
Königsberg: «Ein schicklicher Platz zu Erweiterung der Weltkenntnis»

2. Student und Hauslehrer (1740–1755)
Die Albertina: «Eine Universität zur Kultur der Wissenschaften?»
Die Schätzung der lebendigen Kräfte: «Was schloß Kants Genie auf?»
Hauslehrer: «Es ist in der Welt vielleicht nie ein schlechterer Hofmeister gewesen»

3. Der elegante Magister (1755–1764)
Erste Jahre (1755–1758): «Ein fürtrefflicher Kopf»
Die russische Besetzung (1758–1762): «Ein Mann, der die Wahrheit eben so sehr liebt wie den Ton der guten Gesellschaft»
Kant und Hamann: «Eine sehr nahe oder eine sehr entfernte Verbindung»
Herder als Kants Student (1762–1764): «In die Rousseauiana und Humiana gleichsam eingeweihet»
Kants philosophische Werke aus dieser Periode: «Spuren seines Geistes»

4. Eine Wiedergeburt und ihre Konsequenzen (1764–1769)
Kant mit vierzig: «Wann erwirbt man seinen Charakter?»
Kants Lehrmethode: «Die eigentliche Methode des Unterrichts in der Weltweisheit ist zetetisch»
Ein literarischer Zirkel: «Ein Lustspiel in fünf Aufzügen»
Träume eines Geistersehers (1766): «Charakter, zweideutig ausgedrückt»
Kants philosophische Entwicklung von 1755 bis 1769: «Ich suche die Ehre des Fabius Cunctator»

5. Die Jahre des Schweigens (1770–1780)
Die Inauguraldissertation: «Echte Metaphysik ohne alle Beimischung des Sinnlichen»
Erste Reaktionen: Wir sind «noch nicht überzeugt genug»
Kants Moralphilosophie um 1770: «Alle Moralität beruht auf Ideen»
Herr Professor: «Sie liefen in Kants Vorlesungen, um sich ein Ansehen zu geben»
Gesellschaftliches Leben: «Alles was ich gewünscht und erhalten habe»
Die sich entwickelnde Konzeption einer bloß propädeutischen Disziplin: «Steine im Wege»

6. «Alles zermalmender» Kritiker der Metaphysik (1780–1784)
Die Kritik der reinen Vernunft: «Nicht mehr als zwei Glaubensartikel?»
Erste Reaktionen auf die Kritik: «Allzu große Ähnlichkeit mit Berkeley und Hume»
Prolegomena: «Nicht vor Lehrlinge, sondern vor künftige Lehrer»
Das eigene Haus (1783): «Recht romantisch», aber «nahe bei einem Gefängnis»

7. Begründer einer Metaphysik der Sitten (1784–1787)
Arbeit an der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1784): «Philosophie auf einen mißlichen Standpunkt gestellt»
Andere Ideen: Gegen «Faulheit und Feigheit» und für «sorgfältiges Festhalten am Prinzip»
Die Kontroverse mit Herder: «Der Vernunft das Vorrecht, das sie zum größten Gut auf Erden macht», nicht bestreiten
Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft: «Alle eigentliche Naturwissenschaft bedarf einen reinen Teil»
Kants Eingreifen in den Pantheismusstreit: Für eine «reine Vernunftreligion»
Kritik der praktischen Vernunft: «Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir»
Kant und seine Kollegen und Freunde: «Von Vorurteilen sehr begeistert»?
Der Tod seines besten Freundes und die Folgen: Eine «veränderte Lebensweise»
Idealismus oder Realismus: «Kein Gegenstand im transzendentalen Verstande außer uns vorhanden»?

8. Probleme mit Religion und Politik (1788–1795)
Strapazierte Freundschaft: «Für Kant schreiben»
In Gesellschaft (Dienstag, 16. Dezember 1788): «Auch die natürliche Religion hat ihre Dogmatik»
Die Revolution: «Ich habe das Heil der Welt gesehen»
Die Kritik der Urteilskraft: «Funktionalität ohne einen Zweck»
Anerkennung von einem «echtphilosophischen Publikum» und Feindschaft von seiten der «Popularphilosophen»
Der berühmte Gastgeber: «König in Königsberg»
Der Anfang eines Konflikts: «Kühne Meinungen»
Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft: «Ein Beispiel dieses Gehorsams»
«Über den Gemeinspruch»: Ansprache an einen der «Erdengötter»
Konsequenzen: «Bei fortgesetzter Renitenz» werden «unangenehme Verfügungen» angedroht
Ewiger Friede: «Der theoretische Politiker als Akademiker»

9. Der alte Kant (1796–1804)
Die frühen Jahre des Ruhestandes (1796–1798): «Etwas verändert»

Zum Schluß: «Das Bündel schnüren»
Unabgeschlossene Religionssache: «Diesem Unwesen ist nunmehro gesteuret»
Das Opus postumum: «Außerordentliche Kombinationen und Projekte»
Schwinden der Kräfte und Tod (1799–1804): «Sie müssen mich wie ein Kind betrachten»

Anhang Danksagung - Anmerkungen - Zeittafel. Kants Leben und Werke - Literaturverzeichnis - Register

Pressestimmen

"Die umfänglichste der drei Biographien, der Band von Manfred Kühn, schildert ausführlich das Leben Kants, beispielsweise den eleganten jungen Magister, der sich zwischen 1755 und 1765 an den französischen Aufklärern orientiert und auch die französischen Manieren übernimmt, an denen er noch bis ins hohe Alter festhält. Knapp die Hälfte des Buches widmet Kühn der akribischen Darstellung von Kants Werkentwicklung seit 1780 und geht dabei auf die meisten Werke aus dieser Zeit ein. Allerdings beschränkt sich Kühn keineswegs auf die philosophischen Gehalte, sondern entwickelt diese aus den geistigen und politischen Geschehnissen der Zeit heraus. Kant, der der französischen Revolution mit großer Sympathie begegnet, sieht sich beispielsweise in diesen Jahren doch selbst vor allem durcheine antirationalistischen, von der Sekte der Rosenkreuzer beeinflusste Religionspolitik Friedrich Wilhelms II. bedroht."
Hans-Martin Schönherr-Mann, Das Parlament, 16. Februar 2004


"Die Sorgfalt, die Kühn auf die Entstehungsgeschichte der Werke sowie Kants Umfeld - etwa das Verhältnis zu Herder - verwendet, sucht ihresgeleichen."
Christine Pries, Frankfurter Rundschau, 26. November 2003


"Der Beck-Verlag hat nicht nur den auf einige Zeit wohl besten Kommentar zur „Kritik der reinen Vernunft" vorgelegt, sondern, allerdings in einer Übersetzung, auch die beste Kant-Biographie."
Gustav Falke, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. November 2003


"Andererseits scheint das in den letzten Jahren neu erwachte biographische Interesse auch auf die Philosophie auszugreifen. Vielleicht ist es ein Zeichen dafür, dass die Philosophie beginnt, ihre Immunisierung gegenüber der Geschichte etwas zu lockern. Dafür bietet Kant den geeigneten Anlass, denn wie man vor allem bei Manfred Kühn erfahren kann, war er an Nachrichten aus aller Welt hochinteressiert, und in seinen Beiträgen für die Berlinische Monatsschrift und andere Zeitschriften griff er lebhaft in die geistigen Auseinandersetzungen seiner Zeit ein. (...) Neben Kants eigenen öffentlichen Äußerungen und seiner Korrespondenz bleibt die biographische Forschung nach wie vor auf die frühen Schilderungen seines Lebens angewiesen, so unzuverlässig diese auch sein mögen. Darum ist Quellenkritik die erste Biographenpflicht. Dieser kritischen Aufgabe stellt sich am ausführlichsten Manfred Kühn. Als Kontrapunkt zum tradierten Kantbild lässt er dem jungen Kant größere Aufmerksamkeit zukommen, der freilich unter Aspekten der Biographik und der Werkgeschichte der ergiebigere ist. Am innovativsten sind hier die Passagen über Kants zeitlebens geäußerte Abneigung gegen die Art von Zucht und Disziplin, der er im pietistischen Collegium Fridericianum unterworfen war und die Kühn zu dem Schluss kommen lässt, Kant habe aus seiner frühen Begegnung mit dem Pietismus ‚begrifflich nur sehr wenig, wenn überhaupt etwas‘ gelernt. Wenn von seiner Erziehung ein Einfluss auf die Entwicklung seiner moralischen Grundbegriffe ausging, dann verortet Kühn diesen im Ethos des Handwerks und der Zünfte, das in der Kantschen Familie tradiert wurde. Kühn beschränkt sich also nicht auf die Darstellung der intellektuellen Einflüsse, denen er gleichwohl von der traditionellen Schulphilosophie bis zu Hume und Rousseau ausführlich nachgeht. Wenn Kühn die zahlreichen Freunde, Schüler und Kollegen Kants auftreten lässt (nebst dem philosophischen Kater Moritz, der dem Stichwortverzeichnis wie der Geist aus der Flasche auftaucht), dann wird uns nicht nur der auf sein Äußeres bedachte und in der Konversation glänzende ‚elegante Magister‘ präsentiert, darüber hinaus wird ein sozialer Kosmos aus Kaufleuten, Adeligen, Universitätsangehörigen und städtischen Honoratioren entfaltet, dessen Bedeutung für die Entstehung der Aufklärung die Forschung bei weitem noch nicht ausgeschöpft haben dürfte."
Sonja Asal, Süddeutsche Zeitung, 14. Oktober 2003


"Kühns Biographie ist die ausführlichste und grundseriös. Hinterher kennt man sich garantiert besser in Kants Leben aus als dieser einst selbst."
Kerstin Decker, Der Tagesspiegel, 15. Februar 2004


"Hervorragend ausgeleuchtet ist Kants Umfeld. Kollegen und Schüler, Freunde und Tischgenossen, Adlige und Kaufleute, kurzum das ganze Königsberg des ausgehenden achtzehnten Jahrhunderts, erstehen als faszinierendes Gruppenbild."
Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung, 8. Februar 2004


"Abhilfe schaffen zum Kant-Jahr gleich mehrere Biografien, die sich nicht nur der Philosophie, sondern auch dem Leben des am 12. Februar verstorbenen Aufklärers widmen. Die fundierteste und ausführlichste stammt von Manfred Kühn, der viele Jahre an der Purdue University in den USA lehrte und jetzt Professor in Marburg ist. Anders als seine Vorgänger beschäftigt sich Kühn nicht nur mit dem Alterswerk Kants, sondern auch mit seinen Lehr- und Studienjahren – und vor allem dem gesellschaftlichen Leben des nach einem penibel organisierten Tagesablauf lebenden Denkers."
Willy Theobald, Financial Times, 11. Februar 2004


"Die mit Abstand beste Biografie zum Gedenkjahr."
Michael Klonovsky/Martin Scherer, Focus, 9. Februar 2004


"Spannend wird es auch, wenn einige Biografen sich daran machen, hinter der verbreiteten Kant-Karikatur Kant selbst hervorzuholen. Vielleicht am schlimmsten trieb es Heinrich Heine mit seiner Karikatur einer Karikatur. Die findet man wieder in der großen, großartigen Kant-Biographie von Manfred Kühn, die bereits 2001 auf Englisch erschien. Jetzt können wir sie in der gelungenen Übersetzung von Martin Pfeiffer lesen. Das Werk umfasst entgegen seinem gleichfalls bescheidenen Titel „Eine Biographie“ weitaus mehr von Kants Lehre als das, was sich vom Leben schlechterdings nicht trennen lässt. Bei Kühn wird daraus eine Vorstellung von Kants Gesamtwerk. Deshalb hätte sein Buch auch heißen können „Immanuel Kant. Der Mann und das Werk“. Aber dieser treffende Titel ist seit Karl Vorländers Biografie leider vergeben. Getreu jener Devise hat Kühn jedenfalls geschrieben. In mustergültigen Analysen. Auf höchstem schriftstellerischen Niveau. Ein Lesevergnügen bereitet auch die Lektüre der im engeren, im eigentlichen Sinn biographischen Passagen."
Walter Grasnick, Literaturen, Januar/Februar 2004


"Ein solches Leben, das zwischen Kühnheit und peniblem Tagesgeschäft nicht vom Fleck zu kommen schien, mit Geduld und Kennerschaft darzustellen ist ein Kunststück. Manfred Kühn ist dieses Kunststück, weitgehend, gelungen: seine Biografie kann mit den Vorgängern mithalten, ja, sie setzt, lässt man sich auf sie ein, eigene Maßstäbe, Kühn bringt uns einen Kant näher, den man, um ihn zu schätzen, nicht unentwegt hochleben lassen muss (...)."
Otto A. Böhmer, Die Zeit, 11. Dezember 2003


"´Kant´, eine glänzende Biographie von Manfred Kühn im Verlag C.H. Beck."
Deutsche Presse-Agentur, 9. Dezember 2003