Leseprobe Merken

Leggewie, Claus / Beinhauer-Köhler, Bärbel

Moscheen in Deutschland

Religiöse Heimat und gesellschaftliche Herausforderung



Moscheen in Deutschland sind meist in Hinterhöfen oder Gewerbegebieten versteckt. Seit einigen Jahren werden aber auch repräsentative Moscheen gebaut. Heftige Konflikte sind die Folge. Was für die einen religiöse Heimat und Ausdruck eines neuen Selbstbewußtseins ist, macht den anderen Angst. Dieses Buch will zur Versachlichung der Debatte beitragen und Lösungswege aufzeigen. Bärbel Beinhauer-Köhler blickt auf die mehr als 200jährige Geschichte von Moscheen in Deutschland zurück. Sie erläutert die Funktion von Bauelementen und beschreibt das Alltagsleben in Moscheen. Der muslimische Architekt Alen Jasarevic erzählt von seinen Erfahrungen mit einem Moscheebau in Bayern. Claus Leggewie schließlich betrachtet die jüngsten Konflikte genauer: Worum geht es den Beteiligten wirklich? Was sollte bei Moscheebauten beachtet werden, um einen Kampf der Kulturen in unseren Städten zu vermeiden? Moscheen sind zur Nagelprobe für die Integration von Muslimen geworden. Wer sich für den Islam in Deutschland interessiert, sollte zu diesem Buch greifen.

Dieses Buch entstand auf Initiative der Herbert Quandt-Stiftung.
Von Bärbel Beinhauer-Köhler und Claus Leggewie. Alen Jasarevic. Mit einem Essay von Alen Jasarevic. Mit einem Foto-Essay von Mirko Krizanovic.

Teilen

Seite drucken

E-Mail

Der Code wurde in die Zwischenablage kopiert.

Bibliografie

978-3-406-58423-7

Erschienen am 23. März 2009

240 S., Mit 46 Abbildungen

Softcover

Bibliografische Reihen

Broschur 12,95 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

Moscheen in Deutschland und im islamischen Orient
Von Bärbel Beinhauer-Köhler

1. Geschichte der Moscheen in Deutschland
Europas Moscheen
Ein preußischer Gebetsraum und Moscheeattrappen
Berliner Moscheen zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg
Die «Hinterhofmoschee»
Moscheeneubauten
Moscheen als Repräsentationsbauten

2. Moscheen im Orient und ihre Funktionen
Der Gebetsplatz als Basis
Die Freitagsmoschee
Andere islamische Sakralbauten
Moscheekomplexe
Berühmte Moscheen
Das Bild in Deutschland

3. Alltag in der Moschee – die Moschee im Alltag
Wo der Imam wohnt
Wie Muslime Moscheen sehen

Anders! Das Islamische Forum in Penzberg
Meine Erfahrungen als Architekt einer Moschee
Von Alen Jasarevic

Leben in der Moschee
Ein Foto-Essay von Mirko Krizanovic

Warum es Moscheebaukonflikte gibt und
wie man sie bearbeiten kann
Von Claus Leggewie

1. Moscheekonflikte als Lehrstücke

2. Fallbeispiele
Essen ist unser: Brennpunkte der Kulturhauptstadt
Hinterland: Konfl ikte in der hessischen Peripherie
Kampf um die Frankfurter Türme
Die Türken vor Köln
Schwarz-Grün in München
Berlin: Wie viele Moscheen verträgt die Hauptstadt des Atheismus?
Fazit

3. Formgebungen
Tücken der Verrechtlichung
Religionspolitik zwischen Verhandlungsdemokratie und populistischem Protest
Mediation
Fazit und Ausblick

4. Der bessere Weg zur Moschee – Handlungsempfehlungen

Anmerkungen
Literaturhinweise
Nützliche Adressen
Bildnachweis
Register
Pressestimmen

Pressestimmen

"Ein Buch, das sich methodisch und verständlich der steigenden Nervosität – die durch die Schweizer Abstimmung sicher noch wächst – annimmt, ist deshalb bitter nötig. Das fand auch die Herbert Quandt-Stiftung und gewann die Religions- und Islamwissenschaftlerin Bärbel Beinhauer-Köhler sowie den Politologen Claus Leggewie für dieses Projekt. Es klärt auf, betreibt Analyse und Supervision. Mit im Boot: Alen Jasarevic, Architekt der 2005 in Penzberg eröffneten Vorzeigemoschee ‘Islamisches Forum’ (...). Beinhauer-Köhler macht klar: Moscheen in Deutschland sind an sich nichts Neues. Ihr flüssiger, fast journalistischer Stil informiert wie nebenbei und kann sehr zum Abbau diffuser Ängste beitragen."
Stefanie Schoene, Süddeutsche Zeitung, 7. Dezember 2009



"Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zu einer konstruktiven Auseinandersetzung der bis anhin von Polemiken und Vorurteilen dominierten Diskussion über Moscheen. Vielleicht bewegt das Buch den einen oder anderen Leser dazu, statt nur über den Islam auch mit den Muslimen zu sprechen – so dass Ängste abgebaut werden können."
moh, Neue Zürcher Zeitung, 8. Juli 2009



"Leggewie und Beinhauer-Köhler möchten diese Konflikte transparent machen sowie Auswege und Lösungsvorschläge darlegen. (...) Im ersten Teil des Buches informiert Bärbel Beinhauer-Köhler den Leser zunächst über die historische Präsenz des Islam  in Deutschland (...). Danach vermittelt sie einen kenntnisreichen Blick in das Innenleben einer Moscheegemeinde, der in dieser detaillierten und fundierten Form in der hiesigen Literatur über den Islam seinesgleichen sucht. Sie macht Vorgänge transparent, die für Außenstehende schwer einsehbar und deshalb mit hohem Erkenntnisgewinn verbunden sind (...). Dem Leser wird diese für ihn unbekannte Welt näher gebracht, und er erkennt, dass sie sich in der Spiritualität und im Miteinander der Gemeindemitglieder nicht wesentlich von der einer Kirchengemeinde unterscheidet. Damit legt die Autorin den Grundstein für eine größere Akzeptanz der Moscheebauten.  (...)
Ein wohltuender Aspekt des Buches ist die Tatsache, dass Leggewie in seiner Darstellung nicht nur die Fehler der nichtmuslimischen Beteiligten darstellt, sondern auch die Fehler der Erbauer aufzeugt. (...) Um die Konflikte zu entschärfen, kann das Buch ‚Moscheen in Deutschland’ einen wichtigen Teil beitragen."
Abdul-Ahmad Rashid, Deutschlandradio Kultur, 1. Juli 2009



"Das Buch nähert sich diesem aktuellen Bezug zunächst mit einem umfangreichen einleitenden Teil von Bärbel Beinhauer-Köhler über Moscheen in der islamischen Welt und in Deutschland. Gerade der Teil über die Geschichte der Moscheen in Deutschland dürfte für die allgemeine Leserschaft besonders erhellend sein. (...) Im zweiten Teil des Buches widmet sich Claus Leggewie dem Thema Moscheebaukonflikte, anhand spannend beschriebener und analysierter Fallbeispiele, gefolgt von einer allgemeineren Analyse der Problematik und schließlich konkreten Handlungsempfehlungen für den Moscheebau. (...) Insgesamt eine zu begrüßende Neuerscheinung, der man nur wünschen kann, dass sie viele Leser finden und die Absicht der Autoren, damit zur Versachlichung der Debatte beizutragen, sich erfüllen möge."
Islamische Zeitung Online, 29. April 2009



Matthias Arning: Herr Leggewie, Sie kommen in dem Buch (...) zu dem Ergebnis: Der Moscheebau verändert die Bundesrepublik, mehr aber noch die Muslime. Was bedeutet der erste Teil dieser Bilanz?“
Claus Leggewie: Durch den Bau von Moscheen ist die Präsenz von Menschen islamischen Glaubens in der Öffentlichkeit unübersehbar und das jahrzehntealte Faktum der Einwanderung in Deutschland im wahrsten Sinne beglaubigt worden. (...) Anders als viele Nicht-Muslime in der islamischen Welt einschließlich der Türkei erfahren Muslime hier, dass Religionsfreiheit nicht nur im Grundgesetz garantiert ist, sondern auch praktiziert werden kann. Man muss sich also nicht länger im Hinterhof verstecken, wie es die erste Generation der Einwanderer getan hat. (...)
Matthias Arning: Die Moscheestreitigkeiten in Frankfurt am Main und in Köln haben doch deutlich gemacht, dass die Auseinandersetzungen in großen, sich ihrer Aufgeklärtheit rühmenden Städten am heftigsten geführt worden sind. Gibt es also noch genug Ressentiments?
Claus Leggewie: (...) Der friedlich ausgetragene Konflikt ist das bessere Integrationsmittel als interreligiöses Eiapopeia, man soll ihm nicht nur aus dem Weg gehen.“
Matthias Arning, Frankfurter Rundschau, 21./22. März 2009



"Das Buch hat einen wohltuend nüchternen Stil, es informiert, zeigt auf, aber belehrt nicht. Jeder Leser wird zum Nachdenken angeregt, aber nicht indoktriniert. Das ist bei diesem Thema schon sehr viel."
Rupert Neudeck, Deutschlandfunk, 23. Februar 2009



"In dem Band ‘Moscheen in Deutschland. Religiöse Heimat und gesellschaftliche Herausforderung’ schildert Leggewie die Auseinandersetzungen um Moscheebauten als ‘hochbrisante symbolische Anerkennungskonflikte’. Weitere informative Beiträge in dem Band geben einen Überblick über Architektur und Religionsgeschichte des Islams in Deutschland (Bärbel Beinhauer-Köhler) sowie über den Bau der Moschee im oberbayerischen Penzberg (des Architekten Alen Jasarevic)."
Stefan Luft, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Dezember 2009



"'Alle Religionen seind gleich und guht, wan nuhr die leute, so sie profesieren, erliche Leute seindt; und wen türken und heiden kähmen und wollten das land pöblieren, so wollen wier sie Mosqeen und Lirchen bauen.' So weit Friedrich der Große von Preußen, (...) Aber genauso wenig wie eine Kirche einen Glockenturm, gotische Gewölbe oder die Grundrissform eines Kreuzes besitzen muss, sind Kuppel oder Minarette für Moscheen vorgeschrieben (...). Die vom Augsburger Alen Jasarevic entworfene Moschee hat weder eine Kuppel noch einen spitzen Turm. Das Penzberger Minarett leuchtet von innen (...). 'Moschee wertet Penzbergs Stadtbild auf', lautet die Überschrift des 'Penzberger Tagblatts', nachdem die islamische Gemeinde ihre Pläne vorgestellt hatte. Das kann man beileibe nicht von jedem Discount-, Elektro- oder Heimwerkermarkt sagen. Wie es scheint, lebt der Geist Preußens also noch – jedenfalls in Oberbayern."
Alan Posener, Welt am Sonntag, 5. Dezember 2009



"Die Analyse dieser Konflikte durch Beinhauer-Köhler und Leggewie ist sehr nachvollziehbar, prägnant und dabei auch noch lesenswert. Das macht ihr Buch zur Pflichtlektüre für Baudezernenten, Bürgermeister und Imame. (...) Klar arbeiten die Autoren aber auch die noch offenen Fragen heraus, etwa die nach der künstlerischen Gestaltung von hiesigen Moscheen."
Jürgen Heilig, SWR 2, 18. September 2009



"Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie beleuchtet die Konflikte um den Bau von Moscheen. Er gibt gar einige Handlungsempfehlungen (‚Der bessere Weg zur Moschee’) und rät unter anderem, Moscheen in Deutschland in korrekter Übersetzung einen deutschen Namen zu geben. Kurzum: Ein guter, kenntnisreicher Überblick."
Daniel Friedrich Sturm, Die Welt, Die literarische Welt, 29. August 2009



"‚Zur Debatte stehen der Standort der Muslime in der deutschen Gesellschaft und die Bedeutung, die ihnen die Mehrheitsgesellschaft einräumen will.’ (...) ‚Integration durch Konflikt’ sei zwar eine schwierige Botschaft. Sie könne aber Realität werden. Eine nicht nur rhetorische Abgrenzung von fundamentalistischer Gewalt und ein Verzicht auf Triumphgebärde (...) von Seiten der Muslime aber auch die Anerkennung einer Reformierbarkeit des Islams durch Nichtmuslime und Islamkritiker sind für Leggewie erste Schritte in diese Richtung. Und wer genau wissen will, wie solche Projekte (...) gelingen können, für den hält das Büchlein am Ende unter dem Titel ‚Der bessere Weg zur Moschee’ diverse Handlungsempfehlungen bereit."
Claudia Heine, Das Parlament, 27. Juli 2009



"Wie geht man damit um, wenn die Integration dieser Minderheit nicht nur als wünschbares Ziel, sondern als Notwendigkeit erkannt wird, um ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben der Menschen zu erreichen? Hierzu bietet ein Sammelband, hervorgegangen aus einem Projekt der Herbert-Quandt-Stiftung, am Beispiel der Moscheebauten in Deutschland eine wichtige, gut dokumentierte Aufklärung und wertvolle Hinweise. Man kann nur wünschen, dass er zur Kenntnis genommen wird; er kann nachhaltig zur Entspannung und Vermeidung von Konflikten beitragen. (...)
Leggewies Streben geht dahin, die Konflikte nicht kleinzureden (...) sie auf teilbare Konflikte zurückzuführen (...) um unterschiedliche, miteinander kollidierende Interessen, entgegenstehende Rechtsansprüche und –erwartungen und die Distanz einander fremder Mentalitäten. (...) Der Band gibt dazu kundige zur Deeskalation beitragende Hinweise."
Ernst-Wolfgang Böckenförde, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juli 2009



"Die These der Autoren, dass man Moscheen aufgrund des gegenseitigen kulturellen Einflusses nicht nur als Tradition des Orients auffassen dürfe, zieht sich durch das gesamte Buch. (...) Nicht zuletzt dank eines klar strukturierten Handlungsleitfadens ‘Der bessere Weg zur Moschee’, der Möglichkeiten des Interessenausgleichs aufzeigt, ist das Buch eine aufschlussreiche Lektüre – nicht nur für Moscheebefürwortet."
vgt, Rheinischer Merkur, 16.Juli 2009



"Der Leser erfährt die Geschichte und Funktion solcher Sakralbauten, bei denen es aber eben auch zu ‚Anerkennungskonflikten’ kommt, über die jetzt die Integration ablaufe. Leitkultur? Nein, sagt Leggewie. Die gebe es wegen der Vielfalt nicht mehr. Migration und Demographie sprechen ihr Wort."
Wolfgang G. Schwanitz, Der Tagesspiegel, 13. Juli 2009



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-58423-7

Erschienen am 23. März 2009

240 S., Mit 46 Abbildungen

Softcover

Softcover 12,95 € Kaufen

Leggewie, Claus / Beinhauer-Köhler, Bärbel

Moscheen in Deutschland

Religiöse Heimat und gesellschaftliche Herausforderung



Moscheen in Deutschland sind meist in Hinterhöfen oder Gewerbegebieten versteckt. Seit einigen Jahren werden aber auch repräsentative Moscheen gebaut. Heftige Konflikte sind die Folge. Was für die einen religiöse Heimat und Ausdruck eines neuen Selbstbewußtseins ist, macht den anderen Angst. Dieses Buch will zur Versachlichung der Debatte beitragen und Lösungswege aufzeigen. Bärbel Beinhauer-Köhler blickt auf die mehr als 200jährige Geschichte von Moscheen in Deutschland zurück. Sie erläutert die Funktion von Bauelementen und beschreibt das Alltagsleben in Moscheen. Der muslimische Architekt Alen Jasarevic erzählt von seinen Erfahrungen mit einem Moscheebau in Bayern. Claus Leggewie schließlich betrachtet die jüngsten Konflikte genauer: Worum geht es den Beteiligten wirklich? Was sollte bei Moscheebauten beachtet werden, um einen Kampf der Kulturen in unseren Städten zu vermeiden? Moscheen sind zur Nagelprobe für die Integration von Muslimen geworden. Wer sich für den Islam in Deutschland interessiert, sollte zu diesem Buch greifen.

Dieses Buch entstand auf Initiative der Herbert Quandt-Stiftung.
Von Bärbel Beinhauer-Köhler und Claus Leggewie. Alen Jasarevic. Mit einem Essay von Alen Jasarevic. Mit einem Foto-Essay von Mirko Krizanovic.
Webcode: https://www.chbeck.de/26016

Inhalt

Vorwort

Moscheen in Deutschland und im islamischen Orient
Von Bärbel Beinhauer-Köhler

1. Geschichte der Moscheen in Deutschland
Europas Moscheen
Ein preußischer Gebetsraum und Moscheeattrappen
Berliner Moscheen zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg
Die «Hinterhofmoschee»
Moscheeneubauten
Moscheen als Repräsentationsbauten

2. Moscheen im Orient und ihre Funktionen
Der Gebetsplatz als Basis
Die Freitagsmoschee
Andere islamische Sakralbauten
Moscheekomplexe
Berühmte Moscheen
Das Bild in Deutschland

3. Alltag in der Moschee – die Moschee im Alltag
Wo der Imam wohnt
Wie Muslime Moscheen sehen

Anders! Das Islamische Forum in Penzberg
Meine Erfahrungen als Architekt einer Moschee
Von Alen Jasarevic

Leben in der Moschee
Ein Foto-Essay von Mirko Krizanovic

Warum es Moscheebaukonflikte gibt und
wie man sie bearbeiten kann
Von Claus Leggewie

1. Moscheekonflikte als Lehrstücke

2. Fallbeispiele
Essen ist unser: Brennpunkte der Kulturhauptstadt
Hinterland: Konfl ikte in der hessischen Peripherie
Kampf um die Frankfurter Türme
Die Türken vor Köln
Schwarz-Grün in München
Berlin: Wie viele Moscheen verträgt die Hauptstadt des Atheismus?
Fazit

3. Formgebungen
Tücken der Verrechtlichung
Religionspolitik zwischen Verhandlungsdemokratie und populistischem Protest
Mediation
Fazit und Ausblick

4. Der bessere Weg zur Moschee – Handlungsempfehlungen

Anmerkungen
Literaturhinweise
Nützliche Adressen
Bildnachweis
Register

Pressestimmen

"Ein Buch, das sich methodisch und verständlich der steigenden Nervosität – die durch die Schweizer Abstimmung sicher noch wächst – annimmt, ist deshalb bitter nötig. Das fand auch die Herbert Quandt-Stiftung und gewann die Religions- und Islamwissenschaftlerin Bärbel Beinhauer-Köhler sowie den Politologen Claus Leggewie für dieses Projekt. Es klärt auf, betreibt Analyse und Supervision. Mit im Boot: Alen Jasarevic, Architekt der 2005 in Penzberg eröffneten Vorzeigemoschee ‘Islamisches Forum’ (...). Beinhauer-Köhler macht klar: Moscheen in Deutschland sind an sich nichts Neues. Ihr flüssiger, fast journalistischer Stil informiert wie nebenbei und kann sehr zum Abbau diffuser Ängste beitragen."
Stefanie Schoene, Süddeutsche Zeitung, 7. Dezember 2009


"Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zu einer konstruktiven Auseinandersetzung der bis anhin von Polemiken und Vorurteilen dominierten Diskussion über Moscheen. Vielleicht bewegt das Buch den einen oder anderen Leser dazu, statt nur über den Islam auch mit den Muslimen zu sprechen – so dass Ängste abgebaut werden können."
moh, Neue Zürcher Zeitung, 8. Juli 2009


"Leggewie und Beinhauer-Köhler möchten diese Konflikte transparent machen sowie Auswege und Lösungsvorschläge darlegen. (...) Im ersten Teil des Buches informiert Bärbel Beinhauer-Köhler den Leser zunächst über die historische Präsenz des Islam  in Deutschland (...). Danach vermittelt sie einen kenntnisreichen Blick in das Innenleben einer Moscheegemeinde, der in dieser detaillierten und fundierten Form in der hiesigen Literatur über den Islam seinesgleichen sucht. Sie macht Vorgänge transparent, die für Außenstehende schwer einsehbar und deshalb mit hohem Erkenntnisgewinn verbunden sind (...). Dem Leser wird diese für ihn unbekannte Welt näher gebracht, und er erkennt, dass sie sich in der Spiritualität und im Miteinander der Gemeindemitglieder nicht wesentlich von der einer Kirchengemeinde unterscheidet. Damit legt die Autorin den Grundstein für eine größere Akzeptanz der Moscheebauten.  (...)
Ein wohltuender Aspekt des Buches ist die Tatsache, dass Leggewie in seiner Darstellung nicht nur die Fehler der nichtmuslimischen Beteiligten darstellt, sondern auch die Fehler der Erbauer aufzeugt. (...) Um die Konflikte zu entschärfen, kann das Buch ‚Moscheen in Deutschland’ einen wichtigen Teil beitragen."
Abdul-Ahmad Rashid, Deutschlandradio Kultur, 1. Juli 2009


"Das Buch nähert sich diesem aktuellen Bezug zunächst mit einem umfangreichen einleitenden Teil von Bärbel Beinhauer-Köhler über Moscheen in der islamischen Welt und in Deutschland. Gerade der Teil über die Geschichte der Moscheen in Deutschland dürfte für die allgemeine Leserschaft besonders erhellend sein. (...) Im zweiten Teil des Buches widmet sich Claus Leggewie dem Thema Moscheebaukonflikte, anhand spannend beschriebener und analysierter Fallbeispiele, gefolgt von einer allgemeineren Analyse der Problematik und schließlich konkreten Handlungsempfehlungen für den Moscheebau. (...) Insgesamt eine zu begrüßende Neuerscheinung, der man nur wünschen kann, dass sie viele Leser finden und die Absicht der Autoren, damit zur Versachlichung der Debatte beizutragen, sich erfüllen möge."
Islamische Zeitung Online, 29. April 2009


Matthias Arning: Herr Leggewie, Sie kommen in dem Buch (...) zu dem Ergebnis: Der Moscheebau verändert die Bundesrepublik, mehr aber noch die Muslime. Was bedeutet der erste Teil dieser Bilanz?“
Claus Leggewie: Durch den Bau von Moscheen ist die Präsenz von Menschen islamischen Glaubens in der Öffentlichkeit unübersehbar und das jahrzehntealte Faktum der Einwanderung in Deutschland im wahrsten Sinne beglaubigt worden. (...) Anders als viele Nicht-Muslime in der islamischen Welt einschließlich der Türkei erfahren Muslime hier, dass Religionsfreiheit nicht nur im Grundgesetz garantiert ist, sondern auch praktiziert werden kann. Man muss sich also nicht länger im Hinterhof verstecken, wie es die erste Generation der Einwanderer getan hat. (...)
Matthias Arning: Die Moscheestreitigkeiten in Frankfurt am Main und in Köln haben doch deutlich gemacht, dass die Auseinandersetzungen in großen, sich ihrer Aufgeklärtheit rühmenden Städten am heftigsten geführt worden sind. Gibt es also noch genug Ressentiments?
Claus Leggewie: (...) Der friedlich ausgetragene Konflikt ist das bessere Integrationsmittel als interreligiöses Eiapopeia, man soll ihm nicht nur aus dem Weg gehen.“
Matthias Arning, Frankfurter Rundschau, 21./22. März 2009


"Das Buch hat einen wohltuend nüchternen Stil, es informiert, zeigt auf, aber belehrt nicht. Jeder Leser wird zum Nachdenken angeregt, aber nicht indoktriniert. Das ist bei diesem Thema schon sehr viel."
Rupert Neudeck, Deutschlandfunk, 23. Februar 2009


"In dem Band ‘Moscheen in Deutschland. Religiöse Heimat und gesellschaftliche Herausforderung’ schildert Leggewie die Auseinandersetzungen um Moscheebauten als ‘hochbrisante symbolische Anerkennungskonflikte’. Weitere informative Beiträge in dem Band geben einen Überblick über Architektur und Religionsgeschichte des Islams in Deutschland (Bärbel Beinhauer-Köhler) sowie über den Bau der Moschee im oberbayerischen Penzberg (des Architekten Alen Jasarevic)."
Stefan Luft, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Dezember 2009


"'Alle Religionen seind gleich und guht, wan nuhr die leute, so sie profesieren, erliche Leute seindt; und wen türken und heiden kähmen und wollten das land pöblieren, so wollen wier sie Mosqeen und Lirchen bauen.' So weit Friedrich der Große von Preußen, (...) Aber genauso wenig wie eine Kirche einen Glockenturm, gotische Gewölbe oder die Grundrissform eines Kreuzes besitzen muss, sind Kuppel oder Minarette für Moscheen vorgeschrieben (...). Die vom Augsburger Alen Jasarevic entworfene Moschee hat weder eine Kuppel noch einen spitzen Turm. Das Penzberger Minarett leuchtet von innen (...). 'Moschee wertet Penzbergs Stadtbild auf', lautet die Überschrift des 'Penzberger Tagblatts', nachdem die islamische Gemeinde ihre Pläne vorgestellt hatte. Das kann man beileibe nicht von jedem Discount-, Elektro- oder Heimwerkermarkt sagen. Wie es scheint, lebt der Geist Preußens also noch – jedenfalls in Oberbayern."
Alan Posener, Welt am Sonntag, 5. Dezember 2009


"Die Analyse dieser Konflikte durch Beinhauer-Köhler und Leggewie ist sehr nachvollziehbar, prägnant und dabei auch noch lesenswert. Das macht ihr Buch zur Pflichtlektüre für Baudezernenten, Bürgermeister und Imame. (...) Klar arbeiten die Autoren aber auch die noch offenen Fragen heraus, etwa die nach der künstlerischen Gestaltung von hiesigen Moscheen."
Jürgen Heilig, SWR 2, 18. September 2009


"Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie beleuchtet die Konflikte um den Bau von Moscheen. Er gibt gar einige Handlungsempfehlungen (‚Der bessere Weg zur Moschee’) und rät unter anderem, Moscheen in Deutschland in korrekter Übersetzung einen deutschen Namen zu geben. Kurzum: Ein guter, kenntnisreicher Überblick."
Daniel Friedrich Sturm, Die Welt, Die literarische Welt, 29. August 2009


"‚Zur Debatte stehen der Standort der Muslime in der deutschen Gesellschaft und die Bedeutung, die ihnen die Mehrheitsgesellschaft einräumen will.’ (...) ‚Integration durch Konflikt’ sei zwar eine schwierige Botschaft. Sie könne aber Realität werden. Eine nicht nur rhetorische Abgrenzung von fundamentalistischer Gewalt und ein Verzicht auf Triumphgebärde (...) von Seiten der Muslime aber auch die Anerkennung einer Reformierbarkeit des Islams durch Nichtmuslime und Islamkritiker sind für Leggewie erste Schritte in diese Richtung. Und wer genau wissen will, wie solche Projekte (...) gelingen können, für den hält das Büchlein am Ende unter dem Titel ‚Der bessere Weg zur Moschee’ diverse Handlungsempfehlungen bereit."
Claudia Heine, Das Parlament, 27. Juli 2009


"Wie geht man damit um, wenn die Integration dieser Minderheit nicht nur als wünschbares Ziel, sondern als Notwendigkeit erkannt wird, um ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben der Menschen zu erreichen? Hierzu bietet ein Sammelband, hervorgegangen aus einem Projekt der Herbert-Quandt-Stiftung, am Beispiel der Moscheebauten in Deutschland eine wichtige, gut dokumentierte Aufklärung und wertvolle Hinweise. Man kann nur wünschen, dass er zur Kenntnis genommen wird; er kann nachhaltig zur Entspannung und Vermeidung von Konflikten beitragen. (...)
Leggewies Streben geht dahin, die Konflikte nicht kleinzureden (...) sie auf teilbare Konflikte zurückzuführen (...) um unterschiedliche, miteinander kollidierende Interessen, entgegenstehende Rechtsansprüche und –erwartungen und die Distanz einander fremder Mentalitäten. (...) Der Band gibt dazu kundige zur Deeskalation beitragende Hinweise."
Ernst-Wolfgang Böckenförde, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juli 2009


"Die These der Autoren, dass man Moscheen aufgrund des gegenseitigen kulturellen Einflusses nicht nur als Tradition des Orients auffassen dürfe, zieht sich durch das gesamte Buch. (...) Nicht zuletzt dank eines klar strukturierten Handlungsleitfadens ‘Der bessere Weg zur Moschee’, der Möglichkeiten des Interessenausgleichs aufzeigt, ist das Buch eine aufschlussreiche Lektüre – nicht nur für Moscheebefürwortet."
vgt, Rheinischer Merkur, 16.Juli 2009


"Der Leser erfährt die Geschichte und Funktion solcher Sakralbauten, bei denen es aber eben auch zu ‚Anerkennungskonflikten’ kommt, über die jetzt die Integration ablaufe. Leitkultur? Nein, sagt Leggewie. Die gebe es wegen der Vielfalt nicht mehr. Migration und Demographie sprechen ihr Wort."
Wolfgang G. Schwanitz, Der Tagesspiegel, 13. Juli 2009