Der C.H.Beck-Fragebogen

Barbara Stollberg-Rilinger genießt Wissenschaft als Freiraum, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die ihr wichtig sind. Ihre Freude an Wissenschaft als Lebensform wird gesteigert durch den Austausch mit anderen über komplexe Sachverhalte wie beispielsweise die Bedeutung von Ritualen für Gesellschaften. Dass sie selbst die Verständigung über vielschichtige Forschungsfragen zur hohen Kunst entwickeln konnte, liegt nicht allein an ihrer vitalen Neugier, sondern auch an der Klarheit und Schönheit ihrer Sprache, die es leicht machen, ihren Gedanken zu folgen. Ihre Begeisterung, ihre Selbstdisziplin, die sich in schwierigen Lebenslagen hat bewähren müssen, ihre Durchsetzungsbereitschaft, die nie verbissen wirkt, und ihre Zugewandtheit machen sie zu einem Vorbild für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unserer Tage.

Photo © Richard Rilinger

1. Was haben Sie im Studium fürs Leben gelernt?
Dass Staunen der Anfang der Erkenntnis ist.
 

2. Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Pakete packen im Reisebüro - wobei ich gelernt habe, dass nichts schlimmer ist bei der Arbeit als Langeweile.

 

3. Was nehmen Sie sich immer wieder vor?
Weniger Serien gucken oder wenigstens keine Süßigkeiten dabei essen. 

 

4. Was ertragen Sie nur mit Humor?
Alphatiere beiderlei Geschlechts.

 

5. Welche Künstler beeindrucken Sie?
Solche mit Sinn für Ironie.

 

6. Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen am meisten?
Großzügigkeit, Vertrauen, Selbstironie.

 

7. Ihr liebstes Smalltalk-Thema?
Multikulturelles Zusammenleben, zum Beispiel von Historikern und Soziologen, Rheinländern und Westfalen, Fleischessern und Veganern...

 

8. Welcher Illusion geben Sie sich gerne hin?
Dass es möglich ist, sachliche Debatten ohne Ansehen der Person zu führen.

 

9. Welche Zeitungen, Magazine und Blogs lesen Sie?
SZ, F.A.Z. und F.A.S., zur Abwechslung TAZ.

 

10. Ihre Lieblingsbuchhandlung?
Rosta in Münster.

 

11. Welchen Satz haben Sie sich zuletzt aus einem Buch notiert?
„Wollt ihr die Wissenschaft möglichst schnell fördern, so werdet ihr sie möglichst schnell vernichten; wie euch die Henne zugrunde geht, die ihr künstlich zum allzuschnellen Eierlegen zwingt. Gut, die Wissenschaft ist in den letzten Jahrzehnten erstaunlich schnell gefördert worden: aber seht euch nun auch die Gelehrten, die erschöpften Hennen an.“
(Friedrich Nietzsche, Zweite Unzeitgemäße Betrachtung: Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben.)

 

12. Welches Buch würde niemand in Ihrer Bibliothek erwarten?
Else Ury, Nesthäkchen und ihre Puppen.

 

13. Ein Buch, das Ihr Leben verändert hat?
Alice Schwarzer, Der kleine Unterschied.

 

14. Ihr Lieblingsfilm?
Nicht einer, aber auf jeden Fall: Amadeus. The Commitments. Blues Brothers. Nashville.

 

15. Welche Bücher stehen gerade ganz weit oben auf Ihrer Leseliste?
György Dragoman, Der Scheiterhaufen. Yvonne Owuor, Der Ort, an dem die Reise endet.

 

16.Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Zuversicht, trotz allem.

 

17.Wen bewundern Sie?
Angela Merkel.

 

 

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