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Assmann, Aleida

Erinnerungsräume

Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses

Nicht nur Individuen, sondern auch Kulturen bilden ein Gedächtnis aus, um Identitäten herzustellen, Legitimation zu gewinnen und Ziele zu bestimmen. Aleida Assmann fragt nach den verschiedenen Aufgaben kultureller Erinnerung, ihren Medien (wie Schrift, Bilder, Denkmäler) im historischen und technischen Wandel sowie nach den Umgangsformen mit gespeichertem Wissen, bei denen neben Politik und Wissenschaft auch der Kunst eine wachsende Bedeutung zukommt.

Mit dem Eintritt ins digitale Zeitalter befinden wir uns an einer Medienschwelle, an der sich die Bedingungen des kulturellen Gedächtnisses tiefgreifend verändern. Während die Verwaltung von Daten immer leichter wird, geht die Haltbarkeit der Datenträger drastisch zurück. Papyri konnten im Wüstensand Jahrtausende überdauern, Bücher halten einige Jahrhunderte, Taschenbücher einige Jahrzehnte, Disketten nur noch einige Jahre. Wie wird sich das kulturelle Gedächtnis in Zukunft gestalten, wenn die Speichermedien immer kürzeren Verfallsdaten unterliegen? Unter solchen Umständen wird das Bewußtsein für die Vorkehrungen geschärft, die in der Kultur für die Konservierung und Bereitstellung vergangenen Wissens aufgewendet worden sind. Woher kommt das Interesse am Aufbau von Erinnerungsräumen, der ein wichtiges Ziel kultureller Anstrengungen ist? Wie werden Erinnerungen, die doch zunächst immer individuelle Erinnerungen sind, zu allgemein verbindlichen? Wie geht man mit solchen Erinnerungen um – nutzt man sie zur Bestätigung der Gegenwart, zum Anstoß einer Erneuerung oder zur Relativierung des eigenen Standpunktes? Und welche Rolle spielen dabei die Medien der Erinnerung; wie wirken sich der Medienwechsel des Buchdrucks, der Photographie, der elektronischen Aufzeichnung auf die Gestalt und Qualität kultureller Erinnerungsräume aus? Da diese kulturwissenschaftliche Fragestellung die Zusammenführung einer weitgestreuten Spezialforschung nötig macht, werden die Grenzen der Nationen, Epochen, Künste und Disziplinen unbeirrt überschritten. Und obwohl literarische Texte im Mittelpunkt der Untersuchung stehen, kommen ebenso historische, kunsthistorische, philosophische und psychologische Fragen zur Sprache.

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Bibliografie

978-3-406-58532-6

5., durchgesehene Auflage, 2011

424 S., Mit 15 Abbildungen im Text

Broschiert

Broschur 19,90 € Kaufen
Inhalt
 

Einleitung


Erster Teil
Funktionen

  1. Das Gedächtnis als ‚ars‘ und ‚vis‘
  2. Die Säkularisierung des Andenkens – Memoria, Fama, Historia
  3. Der Kampf der Erinnerungen in Shakespeares Historien
  4. Wordsworth und die Wunde der Zeit
  5. Gedächtniskisten
  6. Funktionsgedächtnis und Speichergedächtnis – Zwei Modi der Erinnerung

Zweiter Teil
Medien

  1. Zur Metaphorik der Erinnerung
  2. Schrift
  3. Bild
  4. Körper
  5. Orte

Dritter Teil
Speicher

  1. Archiv
  2. Dauer, Verfall, Rest – Konservierungsprobleme und die Ökologie der Kultur
  3. Gedächtnis-Simulationen im Brachland des Vergessens – Installationen von Gegenwartskünstlern
  4. Das Gedächtnis als Leidschatz
  5. Jenseits der Archive

Schluß: Zur Krise des kulturellen Gedächtnisses
Bibliographische Notiz
Register

Bibliografie

978-3-406-58532-6

5., durchgesehene Auflage , 2011

424 S., Mit 15 Abbildungen im Text

Broschiert

Broschur 19,90 €

Assmann, Aleida

Erinnerungsräume

Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses

Nicht nur Individuen, sondern auch Kulturen bilden ein Gedächtnis aus, um Identitäten herzustellen, Legitimation zu gewinnen und Ziele zu bestimmen. Aleida Assmann fragt nach den verschiedenen Aufgaben kultureller Erinnerung, ihren Medien (wie Schrift, Bilder, Denkmäler) im historischen und technischen Wandel sowie nach den Umgangsformen mit gespeichertem Wissen, bei denen neben Politik und Wissenschaft auch der Kunst eine wachsende Bedeutung zukommt.

Mit dem Eintritt ins digitale Zeitalter befinden wir uns an einer Medienschwelle, an der sich die Bedingungen des kulturellen Gedächtnisses tiefgreifend verändern. Während die Verwaltung von Daten immer leichter wird, geht die Haltbarkeit der Datenträger drastisch zurück. Papyri konnten im Wüstensand Jahrtausende überdauern, Bücher halten einige Jahrhunderte, Taschenbücher einige Jahrzehnte, Disketten nur noch einige Jahre. Wie wird sich das kulturelle Gedächtnis in Zukunft gestalten, wenn die Speichermedien immer kürzeren Verfallsdaten unterliegen? Unter solchen Umständen wird das Bewußtsein für die Vorkehrungen geschärft, die in der Kultur für die Konservierung und Bereitstellung vergangenen Wissens aufgewendet worden sind. Woher kommt das Interesse am Aufbau von Erinnerungsräumen, der ein wichtiges Ziel kultureller Anstrengungen ist? Wie werden Erinnerungen, die doch zunächst immer individuelle Erinnerungen sind, zu allgemein verbindlichen? Wie geht man mit solchen Erinnerungen um – nutzt man sie zur Bestätigung der Gegenwart, zum Anstoß einer Erneuerung oder zur Relativierung des eigenen Standpunktes? Und welche Rolle spielen dabei die Medien der Erinnerung; wie wirken sich der Medienwechsel des Buchdrucks, der Photographie, der elektronischen Aufzeichnung auf die Gestalt und Qualität kultureller Erinnerungsräume aus? Da diese kulturwissenschaftliche Fragestellung die Zusammenführung einer weitgestreuten Spezialforschung nötig macht, werden die Grenzen der Nationen, Epochen, Künste und Disziplinen unbeirrt überschritten. Und obwohl literarische Texte im Mittelpunkt der Untersuchung stehen, kommen ebenso historische, kunsthistorische, philosophische und psychologische Fragen zur Sprache.
Webcode: http://www.chbeck.de/27488

Inhalt

 

Einleitung


Erster Teil
Funktionen

  1. Das Gedächtnis als ‚ars‘ und ‚vis‘
  2. Die Säkularisierung des Andenkens – Memoria, Fama, Historia
  3. Der Kampf der Erinnerungen in Shakespeares Historien
  4. Wordsworth und die Wunde der Zeit
  5. Gedächtniskisten
  6. Funktionsgedächtnis und Speichergedächtnis – Zwei Modi der Erinnerung

Zweiter Teil
Medien

  1. Zur Metaphorik der Erinnerung
  2. Schrift
  3. Bild
  4. Körper
  5. Orte

Dritter Teil
Speicher

  1. Archiv
  2. Dauer, Verfall, Rest – Konservierungsprobleme und die Ökologie der Kultur
  3. Gedächtnis-Simulationen im Brachland des Vergessens – Installationen von Gegenwartskünstlern
  4. Das Gedächtnis als Leidschatz
  5. Jenseits der Archive

Schluß: Zur Krise des kulturellen Gedächtnisses
Bibliographische Notiz
Register