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Ruf, Christoph / Sundermeyer, Olaf

In der NPD

Reisen in die National Befreite Zone

Schwarzbuch NPD: Zwei Journalisten auf den Spuren der Feinde unserer Demokratie

„Sozial geht nur national“ – unter diesem Motto will die NPD flächendeckend in die Landtage einziehen. Die Strategen der Partei haben die Wahlen im Superwahljahr 2009 von langer Hand vorbereitet. Schon bald wollen sie in den Bundestag einziehen – zusammen mit ihren neonazistischen Bundesgenossen.
Zwei Jahre lang haben die Autoren dort recherchiert, wo die rechtsextremen Milieus prosperieren. Sie waren auf Europas größtem Rechtsrock-Festival und bei Aufmärschen der autonomen Nationalisten. Sie waren dort, wo die NPD Sportvereine und Feuerwehren unterwandert. Und sie haben alle maßgeblichen Vertreter der Partei getroffen – auch in den Dörfern und Kommunen, in denen der Sprung an die Macht vorbereitet wird. So unmittelbar wie Olaf Sundermeyer und Christoph Ruf hat sich bislang noch kein Journalist mit der NPD befasst. Deshalb gelingt ihnen die authentische Nahaufnahme einer wandlungsfähigen Partei, deren Ideologie eine existenzielle Gefahr für die parlamentarische Demokratie darstellt.

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Bibliografie

978-3-406-58585-2

Erschienen am 25. März 2009

229 S.

Softcover

Bibliografische Reihen

Broschur 12,95 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

Klamm seit 1964
In den 45 Jahren ihres Bestehens hat sich die NPD häufig neu
im rechtsextremen Spektrum positioniert. Die Partei, die sich in
den Sechzigern als «konservativ» verortete, könnte man heute
«national-sozialistisch» nennen. In ihrer wechselvollen Geschichte
weist sie allerdings eine Kontinuitätslinie auf: die, dass
sie finanziell daniederliegt.

Mit Gewalt in die Mitte
Über einen Neonazi, der im Thüringer Wald die ländliche
Gemeinschaft unterwandern wollte. Eine Geschichte über eine
Stadt, die Vorbild sein könnte für andere Orte in Deutschland.

Modenschau im Fackelschein
In Brandenburg ist der Boden fruchtbar für völkisches Gedankengut,
aber die NPD kommt hier nur allmählich voran. Der
Erfinder der Modemarke «Thor Steinar» profitiert mehr von der
rechten Alltagskultur.

Hart an der Grenze
Die NPD sät Missgunst gegen Polen. In der Grenzregion erntet
sie dafür den Zuspruch, der den Einfl uss der Partei absichert.
Im Osten Vorpommerns sieht sie wegen polnischer Siedler gar
den Bestand des deutschen Volkes in Gefahr.

Der Baumeister
«Sachsen ist auch nicht an einem Tag erstanden» – der Mann,
der diesen Satz sagt, weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er
den Freistaat in jahrelanger geduldiger Kleinarbeit zum Musterlandesverband
der NPD ausgebaut. Er hat noch viel vor. Ein
Porträt Holger Apfels, des einfl ussreichsten Mannes in der
NPD.

«Gut ist der Fremde nur in der Fremde»
Jürgen Gansel ist einer der Cheftheoretiker der NPD. Er weiß
auch, dass man es in die Medien schafft, wenn man die Bombardierung
Dresdens als «Bombenholocaust» bezeichnet. Durch
die Verklammerung von sozialistischer Systemkritik und einem
modernisierten Rassismus will er Wahlen gewinnen. Ein Interview.

«Wo wir antreten, ziehen wir ein»
Alle Macht ist lokal. Keine deutsche Partei nimmt Kommunalwahlen
ernster als die NPD. Sie sind der Schlüssel zu ihrer
Strategie. Auf Wahlkampftour mit der NPD in der sächsischen
Provinz, wo ihre Stammwähler wohnen.

Leserbrief von der NPD
Viele Journalisten haben Probleme im Umgang mit Rechtsextremisten.
Die Branche ist verunsichert, deshalb blenden viele
Redaktionen die NPD schlicht aus. Dabei gehört sie immerhin
zur parlamentarischen Wirklichkeit.

National befreite Hooliganzone
Die NPD wirbt um Neonazis und ist auf rechte Schläger angewiesen.
Unter sächsischen Fußballfans sind welche zu finden.
Deshalb kümmert sich die NPD um die Verbindung zu einzelnen
Fangruppierungen, etwa in Leipzig. Ein Besuch.

In Bewegung
Die Jungen Nationaldemokraten (JN) sind das Bindeglied
zwischen den militanten Neonazis und der Mutterpartei, sie
bilden die künftige Führungselite aus. Ein Besuch bei JN-Chef
Michael Schäfer und dessen Stellvertreter Philipp Valenta im
«Bundesstützpunkt» in Bernburg.

Wenn Rassisten ein «Fest der Völker» feiern
«Fest der Völker» – das klingt nach einem Straßenfest in einem
multikulturell geprägten Stadtteil. Doch weit gefehlt: Jahr für
Jahr trifft sich die deutsche Neonazi-Szene im Spätsommer
irgendwo in Thüringen, um Rechtsrock zu hören und mit der
Antifa Katz und Maus zu spielen. Ein Ortstermin.

Der Turmbau zu Burbach
Das Saarland gilt Marketingexperten als optimales Testgebiet.
Wenn ein Produkt hier angenommen wird, folgt die bundesweite
Markteinführung. Auch die NPD hat das Saarland als Testlauf
auserkoren. Als erstes westdeutsches Bundesland soll hier der
Einzug in den Landtag gelingen. Doch da wäre noch Oskar
Lafontaine.

Raus aus dem Archiv, rein in die Politik
Karl Richter ist das Aushängeschild der bayerischen NPD, er
ist eloquent, gebildet und durchaus bereit, seine Positionen zu
hinterfragen – dazu besteht allerdings auch Anlass. Seine Partei
hatte sich im bayerischen Wahlkampf viel vorgenommen. Doch
dann legte ein Parteifreund dem anderen eine Hakenkreuzfahne
aufs Grab.

Außer Kontrolle
Die autonomen Nationalisten sind ein neues Phänomen,
mit dem auch die NPD Probleme hat. Vor allem in Nordrhein-
Westfalen haben sie wachsenden Zulauf. Eine Reportage aus
dem Ruhrgebiet, einer Hochburg der Neonazis mit Sonnenbrille.

«Dann gibt es zuerst wieder eine Kristallnacht»
Uwe Luthardt war erst drei Monate in der NPD, da saß er
schon im Vorstand des Jenaer Ortsverbandes. Nach wenigen
Monaten trat Luthardt wieder aus. Was er in der Partei erlebt
hat, konnte er nicht mehr mittragen.

Reifeprüfung der Demokratie
Die NPD kann in diesem Jahr deutlich vorankommen: DVU
und Republikaner werden bedeutungslos. Dafür baut sich die
Linkspartei vor ihr auf. In Ostdeutschland und bei den sozial
Enttäuschten kann sie der NPD ihre Kraft nehmen.

Anmerkungen
Pressestimmen

Pressestimmen

"Als Psychogramm der rechten Szene wird das Buch (...) noch eine Weile gültig bleiben."
Volker Schmidt, Frankfurter Rundschau, 25. August 2009



"Rechtzeitig zum »Superwahljahr«, das für die in Finanzskandalen rotierende Partei entscheidend sein wird, ist dieses Buch erschienen. Ruf und Sundermeyer sehen 2009 auch als Deutschlands »Reifeprüfung«. Abgesehen von den Steuergeldern, die der NPD bei Erfolgen auf kommunaler und Landesebene winken, gelte: Wird sie wieder in die Landtage von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern einziehen, hätte sie Dauerhaftigkeit bewiesen; wird sie im Saarland oder Nordrhein-Westfalen die Fünfprozenthürde nehmen, könnte sich ihr Fuß in die Tür zu den westdeutschen Bundesländern schieben."
Insa Wilke, Die Zeit, 26. März 2009



"Germany’s main neo-Nazi party pretends do be democratic. But its members hoard weapons, plan to rebuild Hitler’s Reich and are using the economic crisis to try to make sweeping gains in this year’s elections, a new and disturbing study of the extreme right has revealed. (...) In their book, Mr Sundemeyer and his co-author, Christoph Ruf, make it clear that the economy and unemployment are playing into the hands of the NPD. The party has infiltrated militant jobless groups, and is winning support."
Tony Paterson, The Independent, 8. März 2009



"Damit wird auch klar, warum sich die Autoren nicht für ein Parteiverbot aussprechen. Rechtsextremismus  ist dafür ein zu komplexes gesellschaftliches Phänomen. (...) Offenbar reichen wenige geschulte Leute (...) aus, um den Rechtsextremismus als neue soziale Bewegung ernst nehmen zu müssen. (...)
Das alles sollte Grund genug für eine längerfristig angelegte Gegenstrategie sein. Gefragt sind Zivilcourage und pädagogische Rezepte zur Bekämpfung des Rechtsextremismus."
Florian Hartleb, Süddeutsche Zeitung, 20. Juli 2009



"Eine ‘Reifeprüfung’ für die Demokratie nennen Ruf und Sundermeyer das Wahljahr 2009. Ihr Buch könnte beim Bestehen helfen, denn es enthält alles, was man über die NPD wissen muss, um sie nicht für so harmlos zu halten, wie sie sich gibt."
Susanne Kailitz, Das Parlament, 13./20. Juli 2009



"In ihrem Buch ‚In der NPD – Reisen in die National Befreite Zone’ beschreiben die Sportjournalisten Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer, wie die NPD ihre Propaganda gezielt in die Fußballszene trägt. (...) Gemeinsam (...) legen die Autoren offen, wie die Rechtsextremisten sich den sogenannten Marsch in die Mitte der Gesellschaft vorstellen. Beispielsweise über den Sport."
Johanna Herzing, Deutschlandradio Kultur, 4. Juli 2009



"In einer Mischung aus Reportage, Interview, Porträt, Hintergrundbericht und Analyse haben Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer sechzehn Kapitel zusammengestellt, die einen Einblick ins Innenleben eines abgeschotteten Milieus erlauben. (...) Das Wahljahr 2009 werde zu einer Reifeprüfung für die Demokratie werden, prophezeien die Autoren (...).
Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer räumen mit Irrtümern und Legenden auf. Sie zeigen, dass die NPD längst nicht mehr allein ein ostdeutsches Phänomen ist. Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer haben ein facettenreiches Anschauungsmaterial über die NPD geliefert. Es ist ein (...) sehr nützliches Buch für die kommenden Wahlkämpfe."
Stefan Berkholz, SWR 2, 9. Juni 2009



"Faktenreich untermauert das Journalistenduo Ruf/Sundermeyer die Tatsache, dass es sich bei der NPD um eine ‚national-sozialistische Partei’ handelt. Eine, die sich ‚in der Außendarstellung’ als moderne pragmatische Wahlalternative’ präsentiert, zugleich aber das Jahr 1945 ‚als fatale Zäsur begreift und den Wiederaufbau des Deutschen Reiches anstrebt.’ Die NPD, so die Erkenntnis der Autoren nach ihrer Reise in das Innenleben der NPD, ist einerseits der parlamentarische Arm der Neonazi-Szene. Andererseits will die Partei unter dem Motto ‚Sozial geht nur national!’ im Wahljahr 2009 weiter in die Mitte der Gesellschaft gelangen. (...) Das Buch ist informativ und spannend zugleich geschrieben. Jedes Kapitel präsentiert eine eigene Story, die jeweils ein gesondertes Buchprojekt wert wäre."
Anton Maegerle, vorwärts.de, 14. Mai 2009



"Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer (...) machten sich auf, die Thesen der Faschisierung der Provinz im Inneren zu erleben. (...) Die Autoren beleuchten eine Dimension kommunaler Arbeit, die einer breiten Öffentlichkeit verborgen bleibt. Sie zeigen in ihrem wichtigen Buch, dass die NPD eine reale Gefahr für Menschen mit anderer Hautfarbe, anderer Nationalität oder anderer sexueller Orientierung ist und beharrlich an einem Umsturz eines demokratischen Gemeinwesens sowie einer Militarisierung von sozialen Problemen in benachteiligten Regionen arbeitet."
Lennart Laberenz, Neues Deutschland, 30. April 2009



"Die Journalisten Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer gewähren bei ihren ‚Reisen in die National Befreite Zone’ einen vielfältigen, kundigen Einblick in die NPD, deren Strukturen und Strategien, Führungsfiguren und Absichten. Sie widmen sich der Propaganda der NPD an der polnischen Grenze, in der sächsischen Provinz, an der Saar und in Bayern. Sie schildern die Bedeutung des Modelabels ,Thor Steinar’ und porträtieren den sächsischen NPD- Mann Holger Apfel. (...) Gründe genug, sich mit der NPD zu befassen, gibt es. Zumal im Wahljahr 2009."
Daniel Friedrich Sturm, Die Welt, Die Literarische Welt, 6. April 2009



"Zwei Jahre lang waren die beiden Journalisten ‚mit der Partei unterwegs’. (...) ‚Zu Beginn unserer Recherchen waren wir davon ausgegangen, es bei der NPD mit einer rechtsextremen, verfassungsfeindlichen Bewegung zu tun zu haben. [...] Wir hatten allerdings nicht damit gerechnet, auf eine [...] national-sozialistische Partei zu stoßen.’ Sie befürchten, dass das Superwahljahr 2009 für die NPD das entscheidende in ihrer 45-jährigen Geschichte werden könnte. (...) Unaufgeregt und nüchtern beschreiben sie die internen Machtkämpfe, die kriminellen Machenschaften, die innerparteilichen Finanzskandale. Zugleich zeigen sie, welche Ziele hinter der gutbürgerlichen Fassade ihrer Hauptakteure tatsächlich stecken: die radikale Umwälzung der bestehenden Gesellschaftsordnung, an deren Ende in vielen Jahren die Machtübernahme in Deutschland stehen soll. (...) Es macht deutlich: Trotz ihres desolaten Zustands – mehr als je zuvor ist die NPD eine Gefahr für die bundesrepublikanische Demokratie. Und das ganz nüchtern betrachtet."
Felix Lee, Die Tageszeitung, 4./5. April 2009



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-58585-2

Erschienen am 25. März 2009

229 S.

Softcover

Softcover 12,95 € Kaufen

Ruf, Christoph / Sundermeyer, Olaf

In der NPD

Reisen in die National Befreite Zone

Schwarzbuch NPD: Zwei Journalisten auf den Spuren der Feinde unserer Demokratie

„Sozial geht nur national“ – unter diesem Motto will die NPD flächendeckend in die Landtage einziehen. Die Strategen der Partei haben die Wahlen im Superwahljahr 2009 von langer Hand vorbereitet. Schon bald wollen sie in den Bundestag einziehen – zusammen mit ihren neonazistischen Bundesgenossen.
Zwei Jahre lang haben die Autoren dort recherchiert, wo die rechtsextremen Milieus prosperieren. Sie waren auf Europas größtem Rechtsrock-Festival und bei Aufmärschen der autonomen Nationalisten. Sie waren dort, wo die NPD Sportvereine und Feuerwehren unterwandert. Und sie haben alle maßgeblichen Vertreter der Partei getroffen – auch in den Dörfern und Kommunen, in denen der Sprung an die Macht vorbereitet wird. So unmittelbar wie Olaf Sundermeyer und Christoph Ruf hat sich bislang noch kein Journalist mit der NPD befasst. Deshalb gelingt ihnen die authentische Nahaufnahme einer wandlungsfähigen Partei, deren Ideologie eine existenzielle Gefahr für die parlamentarische Demokratie darstellt.
Webcode: https://www.chbeck.de/28189

Inhalt

Vorwort

Klamm seit 1964
In den 45 Jahren ihres Bestehens hat sich die NPD häufig neu
im rechtsextremen Spektrum positioniert. Die Partei, die sich in
den Sechzigern als «konservativ» verortete, könnte man heute
«national-sozialistisch» nennen. In ihrer wechselvollen Geschichte
weist sie allerdings eine Kontinuitätslinie auf: die, dass
sie finanziell daniederliegt.

Mit Gewalt in die Mitte
Über einen Neonazi, der im Thüringer Wald die ländliche
Gemeinschaft unterwandern wollte. Eine Geschichte über eine
Stadt, die Vorbild sein könnte für andere Orte in Deutschland.

Modenschau im Fackelschein
In Brandenburg ist der Boden fruchtbar für völkisches Gedankengut,
aber die NPD kommt hier nur allmählich voran. Der
Erfinder der Modemarke «Thor Steinar» profitiert mehr von der
rechten Alltagskultur.

Hart an der Grenze
Die NPD sät Missgunst gegen Polen. In der Grenzregion erntet
sie dafür den Zuspruch, der den Einfl uss der Partei absichert.
Im Osten Vorpommerns sieht sie wegen polnischer Siedler gar
den Bestand des deutschen Volkes in Gefahr.

Der Baumeister
«Sachsen ist auch nicht an einem Tag erstanden» – der Mann,
der diesen Satz sagt, weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er
den Freistaat in jahrelanger geduldiger Kleinarbeit zum Musterlandesverband
der NPD ausgebaut. Er hat noch viel vor. Ein
Porträt Holger Apfels, des einfl ussreichsten Mannes in der
NPD.

«Gut ist der Fremde nur in der Fremde»
Jürgen Gansel ist einer der Cheftheoretiker der NPD. Er weiß
auch, dass man es in die Medien schafft, wenn man die Bombardierung
Dresdens als «Bombenholocaust» bezeichnet. Durch
die Verklammerung von sozialistischer Systemkritik und einem
modernisierten Rassismus will er Wahlen gewinnen. Ein Interview.

«Wo wir antreten, ziehen wir ein»
Alle Macht ist lokal. Keine deutsche Partei nimmt Kommunalwahlen
ernster als die NPD. Sie sind der Schlüssel zu ihrer
Strategie. Auf Wahlkampftour mit der NPD in der sächsischen
Provinz, wo ihre Stammwähler wohnen.

Leserbrief von der NPD
Viele Journalisten haben Probleme im Umgang mit Rechtsextremisten.
Die Branche ist verunsichert, deshalb blenden viele
Redaktionen die NPD schlicht aus. Dabei gehört sie immerhin
zur parlamentarischen Wirklichkeit.

National befreite Hooliganzone
Die NPD wirbt um Neonazis und ist auf rechte Schläger angewiesen.
Unter sächsischen Fußballfans sind welche zu finden.
Deshalb kümmert sich die NPD um die Verbindung zu einzelnen
Fangruppierungen, etwa in Leipzig. Ein Besuch.

In Bewegung
Die Jungen Nationaldemokraten (JN) sind das Bindeglied
zwischen den militanten Neonazis und der Mutterpartei, sie
bilden die künftige Führungselite aus. Ein Besuch bei JN-Chef
Michael Schäfer und dessen Stellvertreter Philipp Valenta im
«Bundesstützpunkt» in Bernburg.

Wenn Rassisten ein «Fest der Völker» feiern
«Fest der Völker» – das klingt nach einem Straßenfest in einem
multikulturell geprägten Stadtteil. Doch weit gefehlt: Jahr für
Jahr trifft sich die deutsche Neonazi-Szene im Spätsommer
irgendwo in Thüringen, um Rechtsrock zu hören und mit der
Antifa Katz und Maus zu spielen. Ein Ortstermin.

Der Turmbau zu Burbach
Das Saarland gilt Marketingexperten als optimales Testgebiet.
Wenn ein Produkt hier angenommen wird, folgt die bundesweite
Markteinführung. Auch die NPD hat das Saarland als Testlauf
auserkoren. Als erstes westdeutsches Bundesland soll hier der
Einzug in den Landtag gelingen. Doch da wäre noch Oskar
Lafontaine.

Raus aus dem Archiv, rein in die Politik
Karl Richter ist das Aushängeschild der bayerischen NPD, er
ist eloquent, gebildet und durchaus bereit, seine Positionen zu
hinterfragen – dazu besteht allerdings auch Anlass. Seine Partei
hatte sich im bayerischen Wahlkampf viel vorgenommen. Doch
dann legte ein Parteifreund dem anderen eine Hakenkreuzfahne
aufs Grab.

Außer Kontrolle
Die autonomen Nationalisten sind ein neues Phänomen,
mit dem auch die NPD Probleme hat. Vor allem in Nordrhein-
Westfalen haben sie wachsenden Zulauf. Eine Reportage aus
dem Ruhrgebiet, einer Hochburg der Neonazis mit Sonnenbrille.

«Dann gibt es zuerst wieder eine Kristallnacht»
Uwe Luthardt war erst drei Monate in der NPD, da saß er
schon im Vorstand des Jenaer Ortsverbandes. Nach wenigen
Monaten trat Luthardt wieder aus. Was er in der Partei erlebt
hat, konnte er nicht mehr mittragen.

Reifeprüfung der Demokratie
Die NPD kann in diesem Jahr deutlich vorankommen: DVU
und Republikaner werden bedeutungslos. Dafür baut sich die
Linkspartei vor ihr auf. In Ostdeutschland und bei den sozial
Enttäuschten kann sie der NPD ihre Kraft nehmen.

Anmerkungen

Pressestimmen

"Als Psychogramm der rechten Szene wird das Buch (...) noch eine Weile gültig bleiben."
Volker Schmidt, Frankfurter Rundschau, 25. August 2009


"Rechtzeitig zum »Superwahljahr«, das für die in Finanzskandalen rotierende Partei entscheidend sein wird, ist dieses Buch erschienen. Ruf und Sundermeyer sehen 2009 auch als Deutschlands »Reifeprüfung«. Abgesehen von den Steuergeldern, die der NPD bei Erfolgen auf kommunaler und Landesebene winken, gelte: Wird sie wieder in die Landtage von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern einziehen, hätte sie Dauerhaftigkeit bewiesen; wird sie im Saarland oder Nordrhein-Westfalen die Fünfprozenthürde nehmen, könnte sich ihr Fuß in die Tür zu den westdeutschen Bundesländern schieben."
Insa Wilke, Die Zeit, 26. März 2009


"Germany’s main neo-Nazi party pretends do be democratic. But its members hoard weapons, plan to rebuild Hitler’s Reich and are using the economic crisis to try to make sweeping gains in this year’s elections, a new and disturbing study of the extreme right has revealed. (...) In their book, Mr Sundemeyer and his co-author, Christoph Ruf, make it clear that the economy and unemployment are playing into the hands of the NPD. The party has infiltrated militant jobless groups, and is winning support."
Tony Paterson, The Independent, 8. März 2009


"Damit wird auch klar, warum sich die Autoren nicht für ein Parteiverbot aussprechen. Rechtsextremismus  ist dafür ein zu komplexes gesellschaftliches Phänomen. (...) Offenbar reichen wenige geschulte Leute (...) aus, um den Rechtsextremismus als neue soziale Bewegung ernst nehmen zu müssen. (...)
Das alles sollte Grund genug für eine längerfristig angelegte Gegenstrategie sein. Gefragt sind Zivilcourage und pädagogische Rezepte zur Bekämpfung des Rechtsextremismus."
Florian Hartleb, Süddeutsche Zeitung, 20. Juli 2009


"Eine ‘Reifeprüfung’ für die Demokratie nennen Ruf und Sundermeyer das Wahljahr 2009. Ihr Buch könnte beim Bestehen helfen, denn es enthält alles, was man über die NPD wissen muss, um sie nicht für so harmlos zu halten, wie sie sich gibt."
Susanne Kailitz, Das Parlament, 13./20. Juli 2009


"In ihrem Buch ‚In der NPD – Reisen in die National Befreite Zone’ beschreiben die Sportjournalisten Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer, wie die NPD ihre Propaganda gezielt in die Fußballszene trägt. (...) Gemeinsam (...) legen die Autoren offen, wie die Rechtsextremisten sich den sogenannten Marsch in die Mitte der Gesellschaft vorstellen. Beispielsweise über den Sport."
Johanna Herzing, Deutschlandradio Kultur, 4. Juli 2009


"In einer Mischung aus Reportage, Interview, Porträt, Hintergrundbericht und Analyse haben Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer sechzehn Kapitel zusammengestellt, die einen Einblick ins Innenleben eines abgeschotteten Milieus erlauben. (...) Das Wahljahr 2009 werde zu einer Reifeprüfung für die Demokratie werden, prophezeien die Autoren (...).
Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer räumen mit Irrtümern und Legenden auf. Sie zeigen, dass die NPD längst nicht mehr allein ein ostdeutsches Phänomen ist. Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer haben ein facettenreiches Anschauungsmaterial über die NPD geliefert. Es ist ein (...) sehr nützliches Buch für die kommenden Wahlkämpfe."
Stefan Berkholz, SWR 2, 9. Juni 2009


"Faktenreich untermauert das Journalistenduo Ruf/Sundermeyer die Tatsache, dass es sich bei der NPD um eine ‚national-sozialistische Partei’ handelt. Eine, die sich ‚in der Außendarstellung’ als moderne pragmatische Wahlalternative’ präsentiert, zugleich aber das Jahr 1945 ‚als fatale Zäsur begreift und den Wiederaufbau des Deutschen Reiches anstrebt.’ Die NPD, so die Erkenntnis der Autoren nach ihrer Reise in das Innenleben der NPD, ist einerseits der parlamentarische Arm der Neonazi-Szene. Andererseits will die Partei unter dem Motto ‚Sozial geht nur national!’ im Wahljahr 2009 weiter in die Mitte der Gesellschaft gelangen. (...) Das Buch ist informativ und spannend zugleich geschrieben. Jedes Kapitel präsentiert eine eigene Story, die jeweils ein gesondertes Buchprojekt wert wäre."
Anton Maegerle, vorwärts.de, 14. Mai 2009


"Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer (...) machten sich auf, die Thesen der Faschisierung der Provinz im Inneren zu erleben. (...) Die Autoren beleuchten eine Dimension kommunaler Arbeit, die einer breiten Öffentlichkeit verborgen bleibt. Sie zeigen in ihrem wichtigen Buch, dass die NPD eine reale Gefahr für Menschen mit anderer Hautfarbe, anderer Nationalität oder anderer sexueller Orientierung ist und beharrlich an einem Umsturz eines demokratischen Gemeinwesens sowie einer Militarisierung von sozialen Problemen in benachteiligten Regionen arbeitet."
Lennart Laberenz, Neues Deutschland, 30. April 2009


"Die Journalisten Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer gewähren bei ihren ‚Reisen in die National Befreite Zone’ einen vielfältigen, kundigen Einblick in die NPD, deren Strukturen und Strategien, Führungsfiguren und Absichten. Sie widmen sich der Propaganda der NPD an der polnischen Grenze, in der sächsischen Provinz, an der Saar und in Bayern. Sie schildern die Bedeutung des Modelabels ,Thor Steinar’ und porträtieren den sächsischen NPD- Mann Holger Apfel. (...) Gründe genug, sich mit der NPD zu befassen, gibt es. Zumal im Wahljahr 2009."
Daniel Friedrich Sturm, Die Welt, Die Literarische Welt, 6. April 2009


"Zwei Jahre lang waren die beiden Journalisten ‚mit der Partei unterwegs’. (...) ‚Zu Beginn unserer Recherchen waren wir davon ausgegangen, es bei der NPD mit einer rechtsextremen, verfassungsfeindlichen Bewegung zu tun zu haben. [...] Wir hatten allerdings nicht damit gerechnet, auf eine [...] national-sozialistische Partei zu stoßen.’ Sie befürchten, dass das Superwahljahr 2009 für die NPD das entscheidende in ihrer 45-jährigen Geschichte werden könnte. (...) Unaufgeregt und nüchtern beschreiben sie die internen Machtkämpfe, die kriminellen Machenschaften, die innerparteilichen Finanzskandale. Zugleich zeigen sie, welche Ziele hinter der gutbürgerlichen Fassade ihrer Hauptakteure tatsächlich stecken: die radikale Umwälzung der bestehenden Gesellschaftsordnung, an deren Ende in vielen Jahren die Machtübernahme in Deutschland stehen soll. (...) Es macht deutlich: Trotz ihres desolaten Zustands – mehr als je zuvor ist die NPD eine Gefahr für die bundesrepublikanische Demokratie. Und das ganz nüchtern betrachtet."
Felix Lee, Die Tageszeitung, 4./5. April 2009