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Sen, Amartya

Die Identitätsfalle

Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020 für Amartya Sen

Gibt es einen „Krieg der Kulturen“ zwischen dem Westen und dem Islam? Die einen sagen, wir sind bereits mitten in diesem Krieg, die anderen hoffen, den Konflikt durch einen Dialog der Kulturen entschärfen zu können. Amartya Sen zeigt in seinem Buch, daß die falsche Illusion einer einzigen Identität diesen „Krieg der Kulturen“ konstruiert und zugleich fatal vorantreibt.
Während die Welt zunehmend aufgeteilt wird in Blöcke aus Religionen, Kulturen oder Zivilisationen, geraten uns andere Faktoren des menschlichen Daseins wie Klasse, Geschlecht, Bildung, Beruf, Sprache, Kunst, Wissenschaft, Moral oder Politik immer mehr aus dem Blick. Globale Bemühungen, der eskalierenden Gewalt Einhalt zu gebieten, scheitern zudem an einer Konzeptlosigkeit, die das direkte Resultat dieser undifferenzierten und eindimensionalen Konstruktion von Identität ist. Wenn die Beziehungen zwischen menschlichen Individuen auf einen „Krieg der Kulturen“ reduziert werden, dann schnappt die „Identitätsfalle“ zu. Menschen, die eine Fülle von Identitätsmerkmalen haben, werden auf ein einziges reduziert und verschwinden in kleinen übersichtlichen Schubladen. Das Geschäft der Fundamentalisten besteht in dieser Miniaturisierung menschlicher Existenz, mit der alle Ideologie der Gewalt ihren Anfang nimmt. Doch Amartya Sen zeigt nicht nur, wie die Spirale aus Identität und Gewalt entsteht, sondern auch, wie sie durchbrochen werden kann. Denn niemand ist zu einer einzigen Identität verdammt, jeder kann seine Persönlichkeit gestalten und mitbestimmen. Sens brillante Analyse von Multikulturalismus, Postkolonialismus, Fundamentalismus, Terrorismus und Globalisierung macht vor allem eines klar: Die Welt kann sich ebenso in Richtung Frieden bewegen, wie sie jetzt auf Gewalt und Krieg hinzusteuern scheint.
Von Amartya Sen. Aus dem Englischen von Friedrich Griese.

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Bibliografie

978-3-406-55812-2

Erscheint am 31. Juli 2020

4. Auflage, 2020

Rund 208 S.

Hardcover

Schlagwörter

Hardcover 19,90 € Kaufen
Inhalt

Prolog

Vorwort

1. Kapitel: Die Gewalt der Illusion

2. Kapitel: Was heißt Identität?

3. Kapitel: Gefangen in der Kultur

4. Kapitel: Religionszugehörigkeiten und muslimische Geschichte

5. Kapitel: Westen und Antiwesten

6. Kapitel: Kultur und Unterdrückung

7. Kapitel: Globalisierung und Widerspruch

8. Kapitel: Multikulturalismus und Freiheit

9. Kapitel: Freiheit zu denken

Anmerkungen

Personenregister

Pressestimmen

Pressestimmen

"Mit der Autorität des Nobelpreisträgers, der Ironie des Intellektuellen und der Erfahrung des Weltbürgers plädiert Amartya Sen für die vielfältigen Zugehörigkeiten eines jeden Menschen. Denn Identität kann töten."
Elisabeth von Thadden, Die Zeit



"Vor allem hilft Amartya Sen zu verstehen, dass Identität ohne eindeutige kulturelle Bestimmung zur Conditio humana der Gegenwart gehört. Das Leben im Dazwischen – zwischen Kulturen oder Religionen oder unterschiedlichen Seiten seiner selbst – ist jedenfalls nicht einfach der Humus, auf dem Attentäter gedeihen. Manche bemerken die eigene Unreinheit schon an der Exotik ihres Namens. Und andere erst, wenn sie darüber nachdenken, wie urchristlich der Weihnachtsbaum und der Osterhase sind. Oder ob die Currywurst eigentlich eine deutsche, indische oder englische Erfindung ist."
René Aguigah, Literaturen



"(...)Amatya Sen(...)erinnert daran, dass Menschen nicht nur eine Identität besitzen, sondern neben ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit auch politische und soziale Orientierungen entwickeln.(...)Aus der Identitätsfalle gibt es für ihn nur einen Ausweg: „ Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass unser Geist nicht durch einen Horizont halbiert wird."
Hannes Schwenger, Der Tagesspiegel 21. Mai 2007



"“Die Identitätsfalle“ ist ein origineller Essay mit lehrreichen Abschweifungen vor allem in die indische Geschichte, gewürzt mit gelegentlich aufblitzender, kühler britischer Ironie. (...) Sein Buch ist jedenfalls geeignet, das Feld, auf dem sich westliche Kulturfundis und Multikulti-Ideologen so oft und routiniert bekämpft haben, gründlich umzupflügen."
Stefan Reinecke, die tageszeitung



"Kann es helfen, die Probleme mit Globalisierung und Integration probehalber einmal von außen anzuschauen? Was würde zum Beispiel ein Inder zur „Islamkonferenz“ sagen? Kürzlich kam unter dem Titel „Die Identitätsfalle“ ein Buch des Wirtschaftsnobelpreisträgers Amartya Sen auf Deutsch heraus, das eine ziemlich präzise Antwort auf diese Frage erlaubt. Professor Sen geht da zwar nicht auf die deutsche Innenpolitik ein, aber er lässt keinen Zweifel daran, dass er staatliche Religionsdialoge auf der Suche nach dem „gemäßigten Muslim“ generell nicht hilfreich findet, in ihnen vielmehr eine riskante self-fulfilling prophecy sieht: Man schließe den Bürger in einer einzigen kulturellen oder religiösen Identität – hier: der islamischen – ein und fördere damit genau die integralistische Einspurigkeit, die man doch überwinden will."
Mark Siemons, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Mai 2007



"Amartya Sens Essay mit Überlegungen zu Politik, Philosophie, Kulturgeschichte, Wirtschaftstheorie und Globalisierung ist im besten Sinne radikal.“
Financial Times Deutschland



" ein lesenswerter Essay über Identität und Gewalt, über Multikulturalismus und Religionspolitik "
Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung



"Scharfsinnig beschreibt der Harvard-Professor, wie seit dem 11. September 2001 die Menschheit in farblose Kulturkästchen hineingezwängt wird. Wo zuvor Identitäten nach Kriterien wie Sprachzugehörigkeit, politischer Überzeugung oder sozialer Stellung zusammengesetzt worden seien, würden sie seither nur noch nach einem Kennzeichen gerastert: der religiösen Zugehörigkeit. Auf diese Weise, so Sens überzeugendes Fazit, verspiele man eine Chance zur Verständigung."
RH, Rheinischer Merkur, 19. April 2007



"Im Koordinatensystem von Terror und Antiterror jedoch dürfte „Die Identitätsfalle“ eines der interessantesten Bücher der letzten Jahre sein."
Ralf Hanselle, Das Parlament



"Selbstverständlich ist auch die deutsche Version dieses grundgescheiten Buches lesenswert (...)."
Martin Bauer, Süddeutsche Zeitung



"Ganz nebenbei werden wir in „Die Identitätsfalle“ daran erinnert, dass die liberalen Gesellschaften, wenn sie sich gegen den islamischen Totalitarismus wehren, nicht für diese oder jene Kultur kämpfen – auch nicht für die abendländische -, sondern für die Bedingungen, unter denen es überhaupt noch möglich ist, Kultur zu haben."
Hannes Stein, Die Welt



"Der typisch britische Humor des 1933 im indischen Santiniketan geborenen Wirtschaftswissenschaftlers macht die Lektüre des Bändchens immer wieder zu einem Vergnügen. (...) Sens Argumentation ist klar und überzeugend."
Till Bastian, Psychologie heute



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-55812-2

Erscheint am 31. Juli 2020

4. Auflage , 2020

Rund 208 S.

Hardcover

Hardcover 19,90 € Kaufen

Sen, Amartya

Die Identitätsfalle

Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020 für Amartya Sen

Gibt es einen „Krieg der Kulturen“ zwischen dem Westen und dem Islam? Die einen sagen, wir sind bereits mitten in diesem Krieg, die anderen hoffen, den Konflikt durch einen Dialog der Kulturen entschärfen zu können. Amartya Sen zeigt in seinem Buch, daß die falsche Illusion einer einzigen Identität diesen „Krieg der Kulturen“ konstruiert und zugleich fatal vorantreibt.
Während die Welt zunehmend aufgeteilt wird in Blöcke aus Religionen, Kulturen oder Zivilisationen, geraten uns andere Faktoren des menschlichen Daseins wie Klasse, Geschlecht, Bildung, Beruf, Sprache, Kunst, Wissenschaft, Moral oder Politik immer mehr aus dem Blick. Globale Bemühungen, der eskalierenden Gewalt Einhalt zu gebieten, scheitern zudem an einer Konzeptlosigkeit, die das direkte Resultat dieser undifferenzierten und eindimensionalen Konstruktion von Identität ist. Wenn die Beziehungen zwischen menschlichen Individuen auf einen „Krieg der Kulturen“ reduziert werden, dann schnappt die „Identitätsfalle“ zu. Menschen, die eine Fülle von Identitätsmerkmalen haben, werden auf ein einziges reduziert und verschwinden in kleinen übersichtlichen Schubladen. Das Geschäft der Fundamentalisten besteht in dieser Miniaturisierung menschlicher Existenz, mit der alle Ideologie der Gewalt ihren Anfang nimmt. Doch Amartya Sen zeigt nicht nur, wie die Spirale aus Identität und Gewalt entsteht, sondern auch, wie sie durchbrochen werden kann. Denn niemand ist zu einer einzigen Identität verdammt, jeder kann seine Persönlichkeit gestalten und mitbestimmen. Sens brillante Analyse von Multikulturalismus, Postkolonialismus, Fundamentalismus, Terrorismus und Globalisierung macht vor allem eines klar: Die Welt kann sich ebenso in Richtung Frieden bewegen, wie sie jetzt auf Gewalt und Krieg hinzusteuern scheint.
Von Amartya Sen. Aus dem Englischen von Friedrich Griese.
Webcode: https://www.chbeck.de/22501

Inhalt

Prolog

Vorwort

1. Kapitel: Die Gewalt der Illusion

2. Kapitel: Was heißt Identität?

3. Kapitel: Gefangen in der Kultur

4. Kapitel: Religionszugehörigkeiten und muslimische Geschichte

5. Kapitel: Westen und Antiwesten

6. Kapitel: Kultur und Unterdrückung

7. Kapitel: Globalisierung und Widerspruch

8. Kapitel: Multikulturalismus und Freiheit

9. Kapitel: Freiheit zu denken

Anmerkungen

Personenregister

Pressestimmen

"Mit der Autorität des Nobelpreisträgers, der Ironie des Intellektuellen und der Erfahrung des Weltbürgers plädiert Amartya Sen für die vielfältigen Zugehörigkeiten eines jeden Menschen. Denn Identität kann töten."
Elisabeth von Thadden, Die Zeit


"Vor allem hilft Amartya Sen zu verstehen, dass Identität ohne eindeutige kulturelle Bestimmung zur Conditio humana der Gegenwart gehört. Das Leben im Dazwischen – zwischen Kulturen oder Religionen oder unterschiedlichen Seiten seiner selbst – ist jedenfalls nicht einfach der Humus, auf dem Attentäter gedeihen. Manche bemerken die eigene Unreinheit schon an der Exotik ihres Namens. Und andere erst, wenn sie darüber nachdenken, wie urchristlich der Weihnachtsbaum und der Osterhase sind. Oder ob die Currywurst eigentlich eine deutsche, indische oder englische Erfindung ist."
René Aguigah, Literaturen


"(...)Amatya Sen(...)erinnert daran, dass Menschen nicht nur eine Identität besitzen, sondern neben ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit auch politische und soziale Orientierungen entwickeln.(...)Aus der Identitätsfalle gibt es für ihn nur einen Ausweg: „ Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass unser Geist nicht durch einen Horizont halbiert wird."
Hannes Schwenger, Der Tagesspiegel 21. Mai 2007


"“Die Identitätsfalle“ ist ein origineller Essay mit lehrreichen Abschweifungen vor allem in die indische Geschichte, gewürzt mit gelegentlich aufblitzender, kühler britischer Ironie. (...) Sein Buch ist jedenfalls geeignet, das Feld, auf dem sich westliche Kulturfundis und Multikulti-Ideologen so oft und routiniert bekämpft haben, gründlich umzupflügen."
Stefan Reinecke, die tageszeitung


"Kann es helfen, die Probleme mit Globalisierung und Integration probehalber einmal von außen anzuschauen? Was würde zum Beispiel ein Inder zur „Islamkonferenz“ sagen? Kürzlich kam unter dem Titel „Die Identitätsfalle“ ein Buch des Wirtschaftsnobelpreisträgers Amartya Sen auf Deutsch heraus, das eine ziemlich präzise Antwort auf diese Frage erlaubt. Professor Sen geht da zwar nicht auf die deutsche Innenpolitik ein, aber er lässt keinen Zweifel daran, dass er staatliche Religionsdialoge auf der Suche nach dem „gemäßigten Muslim“ generell nicht hilfreich findet, in ihnen vielmehr eine riskante self-fulfilling prophecy sieht: Man schließe den Bürger in einer einzigen kulturellen oder religiösen Identität – hier: der islamischen – ein und fördere damit genau die integralistische Einspurigkeit, die man doch überwinden will."
Mark Siemons, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Mai 2007


"Amartya Sens Essay mit Überlegungen zu Politik, Philosophie, Kulturgeschichte, Wirtschaftstheorie und Globalisierung ist im besten Sinne radikal.“
Financial Times Deutschland


" ein lesenswerter Essay über Identität und Gewalt, über Multikulturalismus und Religionspolitik "
Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung


"Scharfsinnig beschreibt der Harvard-Professor, wie seit dem 11. September 2001 die Menschheit in farblose Kulturkästchen hineingezwängt wird. Wo zuvor Identitäten nach Kriterien wie Sprachzugehörigkeit, politischer Überzeugung oder sozialer Stellung zusammengesetzt worden seien, würden sie seither nur noch nach einem Kennzeichen gerastert: der religiösen Zugehörigkeit. Auf diese Weise, so Sens überzeugendes Fazit, verspiele man eine Chance zur Verständigung."
RH, Rheinischer Merkur, 19. April 2007


"Im Koordinatensystem von Terror und Antiterror jedoch dürfte „Die Identitätsfalle“ eines der interessantesten Bücher der letzten Jahre sein."
Ralf Hanselle, Das Parlament


"Selbstverständlich ist auch die deutsche Version dieses grundgescheiten Buches lesenswert (...)."
Martin Bauer, Süddeutsche Zeitung


"Ganz nebenbei werden wir in „Die Identitätsfalle“ daran erinnert, dass die liberalen Gesellschaften, wenn sie sich gegen den islamischen Totalitarismus wehren, nicht für diese oder jene Kultur kämpfen – auch nicht für die abendländische -, sondern für die Bedingungen, unter denen es überhaupt noch möglich ist, Kultur zu haben."
Hannes Stein, Die Welt


"Der typisch britische Humor des 1933 im indischen Santiniketan geborenen Wirtschaftswissenschaftlers macht die Lektüre des Bändchens immer wieder zu einem Vergnügen. (...) Sens Argumentation ist klar und überzeugend."
Till Bastian, Psychologie heute