Merken

Stolleis, Michael

Das Auge des Gesetzes

Geschichte einer Metapher

„Das Auge des Gesetzes wacht“! Ein etwas altmodisch gewordener Satz, der je nach Tonlage und Situation ironisch, beruhigend oder warnend klingen mag. Was aber steckt hinter der merkwürdig anthropomorphen Metapher vom „Gesetz“, das ein Auge haben soll, das niemals schläft und „alles“ sieht? Und was kann uns ihre Geschichte mitteilen über den Wandel unseres Rechtsverständnisses?
Michael Stolleis spürt in seinem Essay den verschlungenen Wegen eines Bildes nach, dessen Anfänge weit in die Menschheitsgeschichte zurückreichen, und er vermag nicht zuletzt anhand von zahlreichen Bildbeispielen zu zeigen, wie die Augenmetapher Strömungen der Rechtsgeschichte seit dem 16. Jahrhundert aufnimmt, die im revolutionären Frankreich in eine radikal neue „Vergöttlichung des Gesetzes“ einmünden. Mit ihr befreit sich das Recht zwar von religiösen und fürstlichen Bevormundungen, aber zugleich erhebt es auch einen Anspruch auf „Allwissenheit“, der in den totalitären Überwachungspraktiken der Moderne seinen bedrohlichen Ausdruck gefunden hat.

Teilen

Seite drucken

E-Mail

Der Code wurde in die Zwischenablage kopiert.

Bibliografie

978-3-406-51679-5

2. Auflage, 2004

88 S., Mit 30 Abbildungen

Klappenbroschur

Broschur 12,00 € Kaufen

Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-51679-5

2. Auflage , 2004

88 S., Mit 30 Abbildungen

Klappenbroschur

Klappenbroschur 12,00 € Kaufen

Stolleis, Michael

Das Auge des Gesetzes

Geschichte einer Metapher

„Das Auge des Gesetzes wacht“! Ein etwas altmodisch gewordener Satz, der je nach Tonlage und Situation ironisch, beruhigend oder warnend klingen mag. Was aber steckt hinter der merkwürdig anthropomorphen Metapher vom „Gesetz“, das ein Auge haben soll, das niemals schläft und „alles“ sieht? Und was kann uns ihre Geschichte mitteilen über den Wandel unseres Rechtsverständnisses?
Michael Stolleis spürt in seinem Essay den verschlungenen Wegen eines Bildes nach, dessen Anfänge weit in die Menschheitsgeschichte zurückreichen, und er vermag nicht zuletzt anhand von zahlreichen Bildbeispielen zu zeigen, wie die Augenmetapher Strömungen der Rechtsgeschichte seit dem 16. Jahrhundert aufnimmt, die im revolutionären Frankreich in eine radikal neue „Vergöttlichung des Gesetzes“ einmünden. Mit ihr befreit sich das Recht zwar von religiösen und fürstlichen Bevormundungen, aber zugleich erhebt es auch einen Anspruch auf „Allwissenheit“, der in den totalitären Überwachungspraktiken der Moderne seinen bedrohlichen Ausdruck gefunden hat.
Webcode: https://www.chbeck.de/20938