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Stolleis, Michael

Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland Band 3: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in Republik und Diktatur 1914 bis 1945

Der dritte Band dieser Wissenschaftsgeschichte des Öffentlichen Rechts in Deutschland beginnt mit dem Ersten Weltkrieg, analysiert die besonders kreativen Jahre der Weimarer Republik und beschreibt den 1933 einsetzenden Niedergang des Faches bis zum Zusammenbruch des NS-Staats. Das Werk akzentuiert zunächst den ”Abschied” vom 19. Jahrhundert und schildert dann die Staats- und Verwaltungsrechtslehre während des Ersten Weltkrieges. Die Weimarer Verfassungsgebung und der Versailler Vertrag werden ebenso in ihren Auswirkungen auf die Wissenschaft dargestellt wie umgekehrt die Deutung der Fakten durch die Wissenschaft. Dabei nimmt der berühmte ”Richtungsstreit” der Staatsrechtslehre (1926 – 1929) eine zentrale Stellung ein. Ebenso gewichtig sind jedoch die Entwicklungen der Staats- und Verwaltungsrechtslehre (im Reich und in den Ländern), der Verwaltungslehre und der Wissenschaft des Völkerrechts.
Der zweite Teil des Buches widmet sich den Auswirkungen des Nationalsozialismus auf diese Fächer. Die Vertreibungen jüdischer Gelehrter, die Richtungsänderungen der Zeitschriften und die Stillegung der Vereinigung der Staatsrechtslehrer bilden die eine Seite. Die andere wird an der Erosion des Faches sowie an der wachsenden Depression seiner Träger sichtbar. Am Ende war nicht nur das Staatsrecht zerstört, sondern auch die dazugehörige Wissenschaft. Deshalb stellen sich auch Fragen nach der Mitverantwortung von Wissenschaftlern für den Holocaust sowie nach den Gründen für die Tatsache, daß Hochschullehrer des Öffentlichen Rechts am Widerstand gegen das Regime so gut wie gar nicht beteiligt waren. Das Werk widmet sich den dramatischsten drei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts. Es beobachtet die Dialektik von Wissenschaft und Politik vor dem Hintergrund der Langzeitentwicklungen der Industriegesellschaft, des Aufstiegs des Interventionsstaates, der Verschiebungen der staats- und verwaltungsrechtlichen Dogmatik sowie der Ausbildung neuer Fächer (Steuerrecht, Sozialrecht, Arbeitsrecht, Wirtschaftsverwaltungsrecht). Fast alles, was die Staats- und Verwaltungsrechtslehre am Ende dieses Jahrhunderts bewegt, ist in jenen Jahren vorgedacht worden.

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Bibliografie

978-3-406-37002-1

Erschienen am 11. März 1999

439 S.

Hardcover (In Leinen)

Schlagwörter

Sonstiges 68,00 € Kaufen
e-Book 62,99 € Kaufen
Pressestimmen

Pressestimmen

"Dieses Buch ist eine einzige Freude (...) ein spannendes, intellektuelles Vergnügen. (...) Hier wie stets erweist sich der profunde Rechtshistoriker Stolleis als überaus fairer Chronist. (...) zeigt sich erneut die besondere Kenner- und Könnerschaft des Autors. (...) Imponierendes, ein epochales Werk."
Walter Grasnick, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Januar 2001



"Eines der wichtigsten Bücher zur Rechtsgeschichte, die in den Letzten Jahrzehnten bei uns entstanden sind."
Uwe Wessel, Die Zeit



"[Michael Stolleis] hat einen wertvollen Überblick geschaffen, vor allem für Juristen, darüber hinaus aber auch für jeden mit Interesse für diesen Zweig der Wissenschaftsgeschichte."
Rheinischer Merkur



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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-37002-1

Erschienen am 11. März 1999

439 S.

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Hardcover (In Leinen) 68,00 € Kaufen
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Stolleis, Michael

Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland Band 3: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in Republik und Diktatur 1914 bis 1945

Der dritte Band dieser Wissenschaftsgeschichte des Öffentlichen Rechts in Deutschland beginnt mit dem Ersten Weltkrieg, analysiert die besonders kreativen Jahre der Weimarer Republik und beschreibt den 1933 einsetzenden Niedergang des Faches bis zum Zusammenbruch des NS-Staats. Das Werk akzentuiert zunächst den ”Abschied” vom 19. Jahrhundert und schildert dann die Staats- und Verwaltungsrechtslehre während des Ersten Weltkrieges. Die Weimarer Verfassungsgebung und der Versailler Vertrag werden ebenso in ihren Auswirkungen auf die Wissenschaft dargestellt wie umgekehrt die Deutung der Fakten durch die Wissenschaft. Dabei nimmt der berühmte ”Richtungsstreit” der Staatsrechtslehre (1926 – 1929) eine zentrale Stellung ein. Ebenso gewichtig sind jedoch die Entwicklungen der Staats- und Verwaltungsrechtslehre (im Reich und in den Ländern), der Verwaltungslehre und der Wissenschaft des Völkerrechts.
Der zweite Teil des Buches widmet sich den Auswirkungen des Nationalsozialismus auf diese Fächer. Die Vertreibungen jüdischer Gelehrter, die Richtungsänderungen der Zeitschriften und die Stillegung der Vereinigung der Staatsrechtslehrer bilden die eine Seite. Die andere wird an der Erosion des Faches sowie an der wachsenden Depression seiner Träger sichtbar. Am Ende war nicht nur das Staatsrecht zerstört, sondern auch die dazugehörige Wissenschaft. Deshalb stellen sich auch Fragen nach der Mitverantwortung von Wissenschaftlern für den Holocaust sowie nach den Gründen für die Tatsache, daß Hochschullehrer des Öffentlichen Rechts am Widerstand gegen das Regime so gut wie gar nicht beteiligt waren. Das Werk widmet sich den dramatischsten drei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts. Es beobachtet die Dialektik von Wissenschaft und Politik vor dem Hintergrund der Langzeitentwicklungen der Industriegesellschaft, des Aufstiegs des Interventionsstaates, der Verschiebungen der staats- und verwaltungsrechtlichen Dogmatik sowie der Ausbildung neuer Fächer (Steuerrecht, Sozialrecht, Arbeitsrecht, Wirtschaftsverwaltungsrecht). Fast alles, was die Staats- und Verwaltungsrechtslehre am Ende dieses Jahrhunderts bewegt, ist in jenen Jahren vorgedacht worden.
Webcode: https://www.chbeck.de/4776

Pressestimmen

"Dieses Buch ist eine einzige Freude (...) ein spannendes, intellektuelles Vergnügen. (...) Hier wie stets erweist sich der profunde Rechtshistoriker Stolleis als überaus fairer Chronist. (...) zeigt sich erneut die besondere Kenner- und Könnerschaft des Autors. (...) Imponierendes, ein epochales Werk."
Walter Grasnick, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Januar 2001


"Eines der wichtigsten Bücher zur Rechtsgeschichte, die in den Letzten Jahrzehnten bei uns entstanden sind."
Uwe Wessel, Die Zeit


"[Michael Stolleis] hat einen wertvollen Überblick geschaffen, vor allem für Juristen, darüber hinaus aber auch für jeden mit Interesse für diesen Zweig der Wissenschaftsgeschichte."
Rheinischer Merkur