Leseprobe Merken

Wolters, Reinhard

Die Schlacht im Teutoburger Wald

Arminius, Varus und das römische Germanien

„Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder!“ 2000 Jahre Schlacht im Teutoburger Wald

Im Herbst des Jahres 9 n. Chr. wurde das mehr als drei Legionen – über 18.000 Mann – starke Heer des Publius Quinctilius Varus, Legat des Kaisers Augustus, in einen Hinterhalt gelockt und innerhalb weniger Tage von germanischen Kriegern vollständig aufgerieben. Dieses blutige Ereignis, bekannt als die „Schlacht im Teutoburger Wald“, war eine der schwersten und folgenreichsten Niederlagen, die Rom jemals erlitten hat.
Langfristige Folge war, daß die Expansion des Römischen Reiches gestoppt, die rechtsrheinische Germania vor einer Romanisierung bewahrt und der Rhein zur Grenze zwischen Romanen und Germanen wurde. Reinhard Wolters ist einer der besten Kenner der römisch-germanischen Beziehungen und gründlich vertraut mit den historischen, philologischen und archäologischen Quellen zur Varuskatastrophe. Er rekonstruiert in seinem spannend geschriebenen Buch den politischen Hintergrund, das militärische Geschehen, erhellt die Frage der Lokalisierung, charakterisiert die Protagonisten – Arminius und Varus –, beschreibt kundig und verständlich die zeitgenössische Bedeutung der dramatischen Ereignisse und skizziert deren Fortleben in unserem kulturellen Gedächtnis.


Teilen

Seite drucken

E-Mail

Der Code wurde in die Zwischenablage kopiert.

Bibliografie

978-3-406-57674-4

Erschienen am 29. August 2008

2., durchgesehene Auflage, 2009

255 S., Mit 19 Abbildungen, 2 Stammbäumen und 9 Karten

Hardcover

Hardcover 19,90 € Kaufen
Inhalt
Vorwort
Einleitung: Verschiedene Wirklichkeiten –
Bilder von der «Varusschlacht»

1. Der Barbar als Nachbar
1.1 Römer am Rhein
1.2 Die Germanen

2. Roms Vordringen bis zur Elbe
2.1 Die Feldzüge des Drusus
2.2 Weltherrschaft, Bedrohung oder Familienpolitik?

3. Römische Herrschaft in Germanien
3.1 Das dunkle Jahrzehnt und der «Große Krieg»
3.2 Militäranlagen, Städte und Wirtschaftsaktivitäten
rechts des Rheins
3.3 Gab es eine «Provincia Germania»?

4. Karrieren im Dienste Roms
4.1 Publius Quinctilius Varus
4.2 Arminius, der Cherusker

5. Die schriftliche Überlieferung zur Varuskatastrophe
5.1 Der Bericht des Cassius Dio
5.2 Die Parallelüberlieferung
5.3 Zur Frage der Glaubwürdigkeit
5.4 Nationale Erhebung oder Meuterei?

6. Die Varuskatastrophe als epochale Wende?
6.1 Die Feldzüge des Germancius
6.2 Der Tod des Arminius
6.3 Das Ende der Quinctilier

7. Die Suche nach dem Ort der Varuskatastrophe
7.1 Mehr als 700 Theorien
7.2 Kalkriese
7.3 Die «Örtlichkeit der Varusschlacht»?
7.4 Keine Spur von Germanicus

8. Von Arminius dem Cherusker zum deutschen Hermann
8.1 «Ich hab in von hertzen lib» –
Die Wiederentdeckung des Arminius
8.2 Einiger des Vaterlandes und Liebesheld
8.3 Hermannsschlacht und Hermannsdenkmal
8.4 Volk, Rasse und Führer
8.5 Varusschlachten heute

Epilog: « … unstrittig der Befreier Germaniens»

Anmerkungen
Quellen und Nachschlagewerke
Literaturverzeichnis
Personen- und Ortsregister
Sachregister
Bildnachweis
Pressestimmen

Pressestimmen

"Es bleibt die Ungreifbarkeit, die Ortlosigkeit Germaniens, das keine Städte kannte. Das ‘Teutoburgiensis saltus’, so schreibt Reinhard Wolters, deute zwar nicht nur auf eine Gegend, sondern auch auf eine Burg oder ‘vielleicht auch einen befestigten Hof’. (...) Aber Wolters stellt auch klar: ‘Der Name Saltus Teutoburgiensis kommt in der gesamten antiken Literatur nur bei Tacitus und nur an dieser Stelle vor. (...)
Die Geschichte der Varusschlacht ist somit auch die Geschichte einer Jahrhunderte währenden Aufholjagd zwischen schriftlichen Quellen und Archäologie. Außerdem zeigt sie die Konkurrenz einer auf schriftlichen Quellen basierten Historiografie und einer Geschichte en detail, die selbst die größten Schlachtfelder durch einzelne Funde erschließt, die für sich genommen banal wirken würden."
Ulrich Baron, Literaturen, Mai 2009



"Wolters [stellt] Fragen und zeigt, welcher intellektuelle Reiz gerade in den Lücken und Widersprüchen unserer Quellen und in der Vielfalt der möglichen Antworten steckt. (...) Wolters bietet uns alle Informationen, suggeriert aber nie, was wir uns „plastisch vorstellen“ müssen. Vielmehr bleibt uns die Aufgabe, die Zeugnisse selbst zu studieren. In Kenntnis der Quellen und unterschiedlicher Deutungen können wir schließlich unser eigenes Bild entwerfen. Dabei dürfen wir, wie Wolters sicher zu Recht betont, nicht die Frage ausklammern, ob die Varus-Schlacht überhaupt die Bedeutung hatte, die ihr heute zugewiesen wird."
Kai Brodersen, Deutschlandradio Kultur, 29. Dezember 2008



"Rechtzeitig zum Jubiläum 2009 rüsten sich nicht nur verschiedene norddeutsche Ortschaften zu Ausstellungen, auch der Buchmarkt wird geradezu mit einschlägigen Publikationen überschwemmt. (...) Welche der vielen Neuerscheinungen lohnt die Lektüre? Die fundierteste Darstellung stammt aus der Feder des Tübinger Althistorikers und Numismatikers Reinhard Wolters, der durch eigene Untersuchungen massgeblich zur Diskussion um die historische Einordnung der Schlacht beigetragen hat. Seine ansprechende Darstellung besticht durch die souveräne Interpretation der Quellen und die umsichtige Synthese der jüngsten Forschung."
Stefan Rebenich, Neue Zürcher Zeitung, 24. Dezember 2008



"Bei der strategischen Einschätzung der Germanenfeldzüge von Drusus, Tiberius und Germanicus etwa hat Wolters die Nase vorn. Der Krieg zwischen Rhein und Weser war, wie er zeigt, eine Fortsetzung der imperialen Innen- mit den Mitteln der Außenpolitik, er diente dazu, den jeweils aussichtslosen Mitgliedern der kaiserlichen Familie den notwendigen Feldherrnruhm zu verschaffen. Als mit dem Günstlingsregiment des Tiberius das Prinzenwesen erlosch, hörte auch das römische Interesse an den Germanenstämmen auf. Wer sich von Rom regieren lassen wollte, wurde umgesiedelt, der Rest seinen inneren Zwistigkeiten überlassen."
Andreas Kilb, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2008



"Bis heute wird das blutige Gemetzel pathetisch die Geburtsstunde der Deutschen genannt. (...) Die politische Indienstnahme dieses kleinen Grenzscharmützels begann in der Renaissance mit der Wiederentdeckung der Schriften Tacitus’. (...) Kein Geringerer als Luther ist es, der die Geschichte als erster für seine Zwecke ausschlachtet. In Arminius’ Aufstand gegen Rom sieht der Reformator eine Parallele zu seinem Kampf gegen die Papstkirche. (...) Seither wird Arminius alias Hermann als Gründungsvater der deutschen Nation gefeiert."
3sat Kulturzeit, 19. Dezember 2008



"Dabei verfährt Wolters auf die angenehmste Weise wissenschaftlich: nüchtern, umsichtig, wissbegierig. Den archäologischen Hinweisen, die für den Schlachtort Kalkriese sprechen, stellt er ebensolche zur Seite, die das nicht tun."
Jürgen Busche, Süddeutsche Zeitung, 15./16. November 2008



"Reinhard Wolters (...) beleuchtet in seinem Buch die Frage, wie die Kulturen Roms und Germaniens miteinander und nebeneinander existierten (...) und führt wissenschaftlich, aber trotzdem unterhaltsam durch diese Zeit eines großen Kulturkampfs."
DW, PM History, Oktober 2008



"Das bislang wichtigste Handbuch zum Thema hat der Tübinger Althistoriker und Archäologe Reinhard Wolters vorgelegt. (...) Wissenschaftliche Form und Duktus sind geeignet, der Varus-Konjunktur ein Fundament zu geben. Nicht zuletzt, weil der Konsens, der römische Feldherr Varus und seine drei Legionen seien bei Kalkriese nördlich von Osnabrück von den Germanen unter Arminius in die Falle gelockt und niedergemacht worden, Brüche bekommt."
see, Die Welt, 11. Oktober 2008



"Wolters bereitet sein profundes Wissen aus, rekonstruiert stückweise die Ereignisse, die zum Aufstand gegen Rom geführt haben, stellt die Protagonisten und ihr Umfeld vor, wägt gründlich ab und lässt sich nie zu vereinfachenden Schlussfolgerungen hinreißen."
Stefan Hauck, Jennifer Minke, Börsenblatt, 23. April 2009



"Wie tief die Diskrepanz zwischen dem Anspruch Roms auf Germanien und den politischen Realitäten nach der Abberufung des Germanicus 17 n. Chr. war, verdeutlicht Reinhard Wolters in einer luziden Analyse."
Thomas Speckmann, Die Welt, Die Literarische Welt, 18. April 2009



"So geht Wolters in seiner Monographie den einzig gangbaren Weg, er stellt Arminius und die Schlacht im Teutoburger Wald in den Kontext der augusteischen Germanenpolitik. (...) Als Althistoriker und Leiter der Numismatischen Arbeitsstelle der Universität Tübingen bietet Wolters, einer der besten Kenner der frühkaiserlichen Außenpolitik, eine komprimierte Darstellung auf dem neusten Stand unseres Wissens. Er definiert Germanen-, Provinz- und Herrschaftsbegriff, vermittelt eine Übersicht über römische Plätze, Siedlungen und Militäranlagen rechts des Rheins und zieht Vergleiche zwischen den militärischen Karrieren der Protagonisten des Jahres neun, Publius Quinctilius Varus und Gaius Julius (?) Arminius. (...)
Wolters gelingt es, die Probleme auf eine wissenschaftliche Ebene zu heben, ohne seine Sprache zu verklausulieren, verständlich zu schreiben, ohne zu simplifizieren. Nüchtern, klar und fern der üblichen Spekulationen ist sein Buch die bestmögliche Einführung in das Jubiläumsjahr, ein Gegengift gegen all die Missdeutungen, Übertreibungen und Klischees, mit denen die Zweitausendjahrfeier bereits eingeleitet wurde. Demjenigen, der Freude an der so vielfältigen Rezeptionsgeschichte hat, bietet es außerdem noch ein Zusatzkapitel: Die langanhaltende Entpuppung des Arminius als Hermann in Literatur, Kunst und Gesang."
Wolfgang Will, Berliner Zeitung, 26. März 2009



"Selbst die rund 500 archäologischen Belege reichen etlichen Forschern nicht aus, um den Untergang der Varus-Legionen am Kalkrieser  Berg (...) zu akzeptieren. Reinhard Wolters zum Beispiel, einer der seriösesten Kritiker, stellt die Datierung des Kalkrieser Schlachtfeldes auf 9 n. Chr. infrage. Er argumentiert, dass die Kalkrieser Schlacht auch der Kampfplatz des römischen Heerführers Germanicus mit den Germanen des Arminius im Jahr 15 n. Chr. sein könnte. Die zeitliche Festlegung der Archäologen auf 9 n. Chr. beruht in der Tat nur auf den zahllosen Münzen, von denen keine später als 9 n. Chr. geprägt wurde. Der Tübinger Archäologe und Numismatiker Wolters aber gibt zu bedenken, dass kein Wissenschaftler weiß, wie schnell – oder langsam – sich Münzen im römischen Heer verbreitet haben."
Michael Zick, Bild der Wissenschaft, 14. Februar 2009



"Aus der Vielzahl einschlägiger Publikationen hebt sich dabei das Buch des Tübinger Historikers Reinhard Wolters positiv hervor: Es präsentiert seine fundierte Gesamtdarstellung knapp und übersichtlich und ist in jeder Hinsicht preiswert. Der Tonfall ist sachlich, und Wolters verzichtet auf jene narrativen Elemente, die suggerieren, der Autor sei selbst dabeigewesen. (...) Dieses Geschichtsbuch erreicht literarische Qualitäten gerade durch den konsequenten Verzicht auf dichterische Freiheiten und besticht immer wieder durch nüchterne Feststellungen wie diese: ‘Nach allem, was wir wissen, wurde der Name ‘Germane’ von den Bewohnern jenseits des Rheins niemals als Selbstbezeichnung benutzt.’"
Ulrich Baron, Spiegel online, 7. Januar 2009



"Mit seinen seit Jahren zum Thema veröffentlichten Studien ist der Tübinger Althistoriker und Archäologe auch zwischen fremden Buchdeckeln eine immer wieder zitierte Autorität. In seinem Buch macht er für die Varuskatastrophe eine paradoxe Bilanz auf. Denn auch wenn ihre Konsequenzen bis in die Gegenwart reichen, so stellte sie „weder militärisch noch politisch einen Einschnitt dar!“ Nicht nur bei diesem Detail zeigt sich Wolters’ althistorischer Stoizismus, ob er nun philologische oder archäologische Quellen sichtet. (...) Mit Wolters wird der Rückblick zur Korrektur, denn die „Überlieferungslage sollte davor warnen, in dem immensum bellum eine gänzlich neue Phase römischer Germanienpolitik zu sehen."
Christian Thomas, Frankfurter Rundschau, 3. Januar 2009



"Die Varusschlacht, die im Jahr 2009 ihr großes Jubiläum feiert und, obwohl ein antikes Ereignis von den Deutschen längst als Teil ihrer Geschichte adoptiert und durch den Umgang mit ihr auch geworden ist, wirft schon ein Jahr zuvor ihre Bücher voraus. Eine zuverlässige Zahl kann man noch nicht nennen, es scheinen immer neue dazuzukommen. Das bisher beste hat der Tübinger Althistoriker Reinhard Wolters geschrieben: ‘Die Schlacht im Teutoburger Wald’."
Jürgen Busche, Cicero, Januar 2009



"Die beste Zusammenfassung der aktuellen Diskussionen hat der Tübinger Altertumswissenschaftler Reinhard Wolters vorgelegt: Die konzise Darstellung profitiert von seinen eigenen Forschungen und weist ihn als vorzüglichen Kenner der literarischen und archäologischen Überlieferung aus. Ein Glanzpunkt ist seine abwägende Interpretation der numismatischen Evidenz, der für die zeitliche Einordnung des Geschehens von Kalkriese zentrale Bedeutung zukommt."
Stefan Rebenich, Die Zeit, 31. Dezember 2008



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-57674-4

Erschienen am 29. August 2008

2., durchgesehene Auflage , 2009

255 S., Mit 19 Abbildungen, 2 Stammbäumen und 9 Karten

Hardcover

Hardcover 19,90 € Kaufen

Wolters, Reinhard

Die Schlacht im Teutoburger Wald

Arminius, Varus und das römische Germanien

„Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder!“ 2000 Jahre Schlacht im Teutoburger Wald

Im Herbst des Jahres 9 n. Chr. wurde das mehr als drei Legionen – über 18.000 Mann – starke Heer des Publius Quinctilius Varus, Legat des Kaisers Augustus, in einen Hinterhalt gelockt und innerhalb weniger Tage von germanischen Kriegern vollständig aufgerieben. Dieses blutige Ereignis, bekannt als die „Schlacht im Teutoburger Wald“, war eine der schwersten und folgenreichsten Niederlagen, die Rom jemals erlitten hat.
Langfristige Folge war, daß die Expansion des Römischen Reiches gestoppt, die rechtsrheinische Germania vor einer Romanisierung bewahrt und der Rhein zur Grenze zwischen Romanen und Germanen wurde. Reinhard Wolters ist einer der besten Kenner der römisch-germanischen Beziehungen und gründlich vertraut mit den historischen, philologischen und archäologischen Quellen zur Varuskatastrophe. Er rekonstruiert in seinem spannend geschriebenen Buch den politischen Hintergrund, das militärische Geschehen, erhellt die Frage der Lokalisierung, charakterisiert die Protagonisten – Arminius und Varus –, beschreibt kundig und verständlich die zeitgenössische Bedeutung der dramatischen Ereignisse und skizziert deren Fortleben in unserem kulturellen Gedächtnis.

Webcode: https://www.chbeck.de/24129

Inhalt

Vorwort
Einleitung: Verschiedene Wirklichkeiten –
Bilder von der «Varusschlacht»

1. Der Barbar als Nachbar
1.1 Römer am Rhein
1.2 Die Germanen

2. Roms Vordringen bis zur Elbe
2.1 Die Feldzüge des Drusus
2.2 Weltherrschaft, Bedrohung oder Familienpolitik?

3. Römische Herrschaft in Germanien
3.1 Das dunkle Jahrzehnt und der «Große Krieg»
3.2 Militäranlagen, Städte und Wirtschaftsaktivitäten
rechts des Rheins
3.3 Gab es eine «Provincia Germania»?

4. Karrieren im Dienste Roms
4.1 Publius Quinctilius Varus
4.2 Arminius, der Cherusker

5. Die schriftliche Überlieferung zur Varuskatastrophe
5.1 Der Bericht des Cassius Dio
5.2 Die Parallelüberlieferung
5.3 Zur Frage der Glaubwürdigkeit
5.4 Nationale Erhebung oder Meuterei?

6. Die Varuskatastrophe als epochale Wende?
6.1 Die Feldzüge des Germancius
6.2 Der Tod des Arminius
6.3 Das Ende der Quinctilier

7. Die Suche nach dem Ort der Varuskatastrophe
7.1 Mehr als 700 Theorien
7.2 Kalkriese
7.3 Die «Örtlichkeit der Varusschlacht»?
7.4 Keine Spur von Germanicus

8. Von Arminius dem Cherusker zum deutschen Hermann
8.1 «Ich hab in von hertzen lib» –
Die Wiederentdeckung des Arminius
8.2 Einiger des Vaterlandes und Liebesheld
8.3 Hermannsschlacht und Hermannsdenkmal
8.4 Volk, Rasse und Führer
8.5 Varusschlachten heute

Epilog: « … unstrittig der Befreier Germaniens»

Anmerkungen
Quellen und Nachschlagewerke
Literaturverzeichnis
Personen- und Ortsregister
Sachregister
Bildnachweis

Pressestimmen

"Es bleibt die Ungreifbarkeit, die Ortlosigkeit Germaniens, das keine Städte kannte. Das ‘Teutoburgiensis saltus’, so schreibt Reinhard Wolters, deute zwar nicht nur auf eine Gegend, sondern auch auf eine Burg oder ‘vielleicht auch einen befestigten Hof’. (...) Aber Wolters stellt auch klar: ‘Der Name Saltus Teutoburgiensis kommt in der gesamten antiken Literatur nur bei Tacitus und nur an dieser Stelle vor. (...)
Die Geschichte der Varusschlacht ist somit auch die Geschichte einer Jahrhunderte währenden Aufholjagd zwischen schriftlichen Quellen und Archäologie. Außerdem zeigt sie die Konkurrenz einer auf schriftlichen Quellen basierten Historiografie und einer Geschichte en detail, die selbst die größten Schlachtfelder durch einzelne Funde erschließt, die für sich genommen banal wirken würden."
Ulrich Baron, Literaturen, Mai 2009


"Wolters [stellt] Fragen und zeigt, welcher intellektuelle Reiz gerade in den Lücken und Widersprüchen unserer Quellen und in der Vielfalt der möglichen Antworten steckt. (...) Wolters bietet uns alle Informationen, suggeriert aber nie, was wir uns „plastisch vorstellen“ müssen. Vielmehr bleibt uns die Aufgabe, die Zeugnisse selbst zu studieren. In Kenntnis der Quellen und unterschiedlicher Deutungen können wir schließlich unser eigenes Bild entwerfen. Dabei dürfen wir, wie Wolters sicher zu Recht betont, nicht die Frage ausklammern, ob die Varus-Schlacht überhaupt die Bedeutung hatte, die ihr heute zugewiesen wird."
Kai Brodersen, Deutschlandradio Kultur, 29. Dezember 2008


"Rechtzeitig zum Jubiläum 2009 rüsten sich nicht nur verschiedene norddeutsche Ortschaften zu Ausstellungen, auch der Buchmarkt wird geradezu mit einschlägigen Publikationen überschwemmt. (...) Welche der vielen Neuerscheinungen lohnt die Lektüre? Die fundierteste Darstellung stammt aus der Feder des Tübinger Althistorikers und Numismatikers Reinhard Wolters, der durch eigene Untersuchungen massgeblich zur Diskussion um die historische Einordnung der Schlacht beigetragen hat. Seine ansprechende Darstellung besticht durch die souveräne Interpretation der Quellen und die umsichtige Synthese der jüngsten Forschung."
Stefan Rebenich, Neue Zürcher Zeitung, 24. Dezember 2008


"Bei der strategischen Einschätzung der Germanenfeldzüge von Drusus, Tiberius und Germanicus etwa hat Wolters die Nase vorn. Der Krieg zwischen Rhein und Weser war, wie er zeigt, eine Fortsetzung der imperialen Innen- mit den Mitteln der Außenpolitik, er diente dazu, den jeweils aussichtslosen Mitgliedern der kaiserlichen Familie den notwendigen Feldherrnruhm zu verschaffen. Als mit dem Günstlingsregiment des Tiberius das Prinzenwesen erlosch, hörte auch das römische Interesse an den Germanenstämmen auf. Wer sich von Rom regieren lassen wollte, wurde umgesiedelt, der Rest seinen inneren Zwistigkeiten überlassen."
Andreas Kilb, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2008


"Bis heute wird das blutige Gemetzel pathetisch die Geburtsstunde der Deutschen genannt. (...) Die politische Indienstnahme dieses kleinen Grenzscharmützels begann in der Renaissance mit der Wiederentdeckung der Schriften Tacitus’. (...) Kein Geringerer als Luther ist es, der die Geschichte als erster für seine Zwecke ausschlachtet. In Arminius’ Aufstand gegen Rom sieht der Reformator eine Parallele zu seinem Kampf gegen die Papstkirche. (...) Seither wird Arminius alias Hermann als Gründungsvater der deutschen Nation gefeiert."
3sat Kulturzeit, 19. Dezember 2008


"Dabei verfährt Wolters auf die angenehmste Weise wissenschaftlich: nüchtern, umsichtig, wissbegierig. Den archäologischen Hinweisen, die für den Schlachtort Kalkriese sprechen, stellt er ebensolche zur Seite, die das nicht tun."
Jürgen Busche, Süddeutsche Zeitung, 15./16. November 2008


"Reinhard Wolters (...) beleuchtet in seinem Buch die Frage, wie die Kulturen Roms und Germaniens miteinander und nebeneinander existierten (...) und führt wissenschaftlich, aber trotzdem unterhaltsam durch diese Zeit eines großen Kulturkampfs."
DW, PM History, Oktober 2008


"Das bislang wichtigste Handbuch zum Thema hat der Tübinger Althistoriker und Archäologe Reinhard Wolters vorgelegt. (...) Wissenschaftliche Form und Duktus sind geeignet, der Varus-Konjunktur ein Fundament zu geben. Nicht zuletzt, weil der Konsens, der römische Feldherr Varus und seine drei Legionen seien bei Kalkriese nördlich von Osnabrück von den Germanen unter Arminius in die Falle gelockt und niedergemacht worden, Brüche bekommt."
see, Die Welt, 11. Oktober 2008


"Wolters bereitet sein profundes Wissen aus, rekonstruiert stückweise die Ereignisse, die zum Aufstand gegen Rom geführt haben, stellt die Protagonisten und ihr Umfeld vor, wägt gründlich ab und lässt sich nie zu vereinfachenden Schlussfolgerungen hinreißen."
Stefan Hauck, Jennifer Minke, Börsenblatt, 23. April 2009


"Wie tief die Diskrepanz zwischen dem Anspruch Roms auf Germanien und den politischen Realitäten nach der Abberufung des Germanicus 17 n. Chr. war, verdeutlicht Reinhard Wolters in einer luziden Analyse."
Thomas Speckmann, Die Welt, Die Literarische Welt, 18. April 2009


"So geht Wolters in seiner Monographie den einzig gangbaren Weg, er stellt Arminius und die Schlacht im Teutoburger Wald in den Kontext der augusteischen Germanenpolitik. (...) Als Althistoriker und Leiter der Numismatischen Arbeitsstelle der Universität Tübingen bietet Wolters, einer der besten Kenner der frühkaiserlichen Außenpolitik, eine komprimierte Darstellung auf dem neusten Stand unseres Wissens. Er definiert Germanen-, Provinz- und Herrschaftsbegriff, vermittelt eine Übersicht über römische Plätze, Siedlungen und Militäranlagen rechts des Rheins und zieht Vergleiche zwischen den militärischen Karrieren der Protagonisten des Jahres neun, Publius Quinctilius Varus und Gaius Julius (?) Arminius. (...)
Wolters gelingt es, die Probleme auf eine wissenschaftliche Ebene zu heben, ohne seine Sprache zu verklausulieren, verständlich zu schreiben, ohne zu simplifizieren. Nüchtern, klar und fern der üblichen Spekulationen ist sein Buch die bestmögliche Einführung in das Jubiläumsjahr, ein Gegengift gegen all die Missdeutungen, Übertreibungen und Klischees, mit denen die Zweitausendjahrfeier bereits eingeleitet wurde. Demjenigen, der Freude an der so vielfältigen Rezeptionsgeschichte hat, bietet es außerdem noch ein Zusatzkapitel: Die langanhaltende Entpuppung des Arminius als Hermann in Literatur, Kunst und Gesang."
Wolfgang Will, Berliner Zeitung, 26. März 2009


"Selbst die rund 500 archäologischen Belege reichen etlichen Forschern nicht aus, um den Untergang der Varus-Legionen am Kalkrieser  Berg (...) zu akzeptieren. Reinhard Wolters zum Beispiel, einer der seriösesten Kritiker, stellt die Datierung des Kalkrieser Schlachtfeldes auf 9 n. Chr. infrage. Er argumentiert, dass die Kalkrieser Schlacht auch der Kampfplatz des römischen Heerführers Germanicus mit den Germanen des Arminius im Jahr 15 n. Chr. sein könnte. Die zeitliche Festlegung der Archäologen auf 9 n. Chr. beruht in der Tat nur auf den zahllosen Münzen, von denen keine später als 9 n. Chr. geprägt wurde. Der Tübinger Archäologe und Numismatiker Wolters aber gibt zu bedenken, dass kein Wissenschaftler weiß, wie schnell – oder langsam – sich Münzen im römischen Heer verbreitet haben."
Michael Zick, Bild der Wissenschaft, 14. Februar 2009


"Aus der Vielzahl einschlägiger Publikationen hebt sich dabei das Buch des Tübinger Historikers Reinhard Wolters positiv hervor: Es präsentiert seine fundierte Gesamtdarstellung knapp und übersichtlich und ist in jeder Hinsicht preiswert. Der Tonfall ist sachlich, und Wolters verzichtet auf jene narrativen Elemente, die suggerieren, der Autor sei selbst dabeigewesen. (...) Dieses Geschichtsbuch erreicht literarische Qualitäten gerade durch den konsequenten Verzicht auf dichterische Freiheiten und besticht immer wieder durch nüchterne Feststellungen wie diese: ‘Nach allem, was wir wissen, wurde der Name ‘Germane’ von den Bewohnern jenseits des Rheins niemals als Selbstbezeichnung benutzt.’"
Ulrich Baron, Spiegel online, 7. Januar 2009


"Mit seinen seit Jahren zum Thema veröffentlichten Studien ist der Tübinger Althistoriker und Archäologe auch zwischen fremden Buchdeckeln eine immer wieder zitierte Autorität. In seinem Buch macht er für die Varuskatastrophe eine paradoxe Bilanz auf. Denn auch wenn ihre Konsequenzen bis in die Gegenwart reichen, so stellte sie „weder militärisch noch politisch einen Einschnitt dar!“ Nicht nur bei diesem Detail zeigt sich Wolters’ althistorischer Stoizismus, ob er nun philologische oder archäologische Quellen sichtet. (...) Mit Wolters wird der Rückblick zur Korrektur, denn die „Überlieferungslage sollte davor warnen, in dem immensum bellum eine gänzlich neue Phase römischer Germanienpolitik zu sehen."
Christian Thomas, Frankfurter Rundschau, 3. Januar 2009


"Die Varusschlacht, die im Jahr 2009 ihr großes Jubiläum feiert und, obwohl ein antikes Ereignis von den Deutschen längst als Teil ihrer Geschichte adoptiert und durch den Umgang mit ihr auch geworden ist, wirft schon ein Jahr zuvor ihre Bücher voraus. Eine zuverlässige Zahl kann man noch nicht nennen, es scheinen immer neue dazuzukommen. Das bisher beste hat der Tübinger Althistoriker Reinhard Wolters geschrieben: ‘Die Schlacht im Teutoburger Wald’."
Jürgen Busche, Cicero, Januar 2009


"Die beste Zusammenfassung der aktuellen Diskussionen hat der Tübinger Altertumswissenschaftler Reinhard Wolters vorgelegt: Die konzise Darstellung profitiert von seinen eigenen Forschungen und weist ihn als vorzüglichen Kenner der literarischen und archäologischen Überlieferung aus. Ein Glanzpunkt ist seine abwägende Interpretation der numismatischen Evidenz, der für die zeitliche Einordnung des Geschehens von Kalkriese zentrale Bedeutung zukommt."
Stefan Rebenich, Die Zeit, 31. Dezember 2008