Nirenberg, David

Anti-Judaismus

Eine andere Geschichte des westlichen Denkens

Platz 1 der SZ/NDR-Bestenliste Sachbücher im Mai 2015

Anti-Judaismus gilt als eine irrationale Abweichung vom westlichen Denkweg hin zu Freiheit, Toleranz und Fortschritt. David Nirenberg zeigt demgegenüber in seinem aufsehenerregenden Buch anhand zahlreicher – oft erschreckender – Belege von der Antike bis heute, dass die Distanzierung vom Judentum zum Kern des westlichen Denkens und Weltbilds gehört. Die Alten Ägypter verachteten ihre jüdischen Nachbarn als Fremde, die das Land angeblich im Dienste der Perser, Griechen oder Römer unterwanderten. Für die frühen Christen und Muslime waren die Juden Feinde der von Jesus oder Mohammed verkündeten Wahrheit. Spanische Inquisitoren strebten ebenso wie protestantische Reformatoren danach, ein heimliches Judentum aufzudecken und zu zerstören, von dem sie die Christenheit bedroht sahen. Die Aufklärung räumte mit diesem Feindbild keineswegs auf. Voltaire bekämpfte in Gestalt der Juden den Aberglauben, Kant die selbstverschuldete Unmündigkeit und Marx das Privateigentum. Die Gegner mit Juden zu identifizieren hat auch ohne reale Juden funktioniert. Aber immer wieder waren Juden (und nicht nur sie) reale Opfer eines Anti-Judaismus, der die Geschichte des Westens wie ein roter Faden durchzieht.
Von David Nirenberg. Aus dem Englischen von Martin Richter.

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Bibliografie

978-3-406-67531-7

Erschienen am 10. Februar 2015

2. Auflage

587 S.

In Leinen

Hardcover 39,95 € Kaufen
Pressestimmen

Pressestimmen

"Eine wissenschaftliche Glanzleistung: Die Geschichte, die Nirenberg zu erzählen hat, ist noch nicht vorbei.“
Adam Kirsch, Tablet Magazine, November 2014



"Materialreich und brillant."
Helmut König, Neue Zürcher Zeitung, 13. Mai 2015



"Stupend [...] belegt Nirenberg das Weiterleben der alten Ideen."
Thomas Leitner, Wiener Zeitung, 25. Juni 2016



"In einer echten Tour akademischer Force verfolgt Nirenberg sein Motiv durch die ganze abendländische Geschichte…"
Bert Rebhandl, Der Standard, 24. Oktober 2015



"Ein wahrhaft enzyklopädisches Werk großer Gelehrsamkeit.“
Bettina Marx, Deutschlandfunk, 22. Juni 2015



"Ein Meisterwerk der Geistesgeschichte.“
Publishers Weekly, November 2014



"Nirenberg schreibt mit erstaunlicher Klarheit und Eleganz.“
Anthony Grafton, The New Republic, November 2014



"Ein reichhaltiges Werk der Ideengeschichte von der Antike bis zur deutschen Zeitgeschichte“."
Norbert Copray, Publik-Forum, 20. November 2015



"Brillant, faszinierend und zutiefst bedrückend.“
Michael Walzer, The New York Review of Books, November 2014



"Ein erhellendes und deprimierendes Buch.“
Alan Posener, Die Welt, 16. Mai 2015



"Mit bemerkenswerter Gelehrsamkeit und scharfem Verstand deckt Nirenberg die unheimliche Biegsamkeit, Verbreitung und zwingende Kraft einer mörderischen Metapher auf.“
Stephen Greenblatt, November 2014



"Nirenberg breitet sein Material in großer Dichte aus und bietet dem Leser eine lange Reihe von Denkanstößen.“
Jakob Hessing, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. März 2015



"Nirenberg zeigt sehr berechtigt, wie fundamental der Antijudaismus für die christliche Tradition war.“
Reinhard Mehring, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 7-8/2015