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Altrichter, Helmut

Russland 1989

Der Untergang des sowjetischen Imperiums

Der Untergang eines Weltreichs


Die Hoffnungen, die sich mit Michail Gorbatschows Wahl zum Generalsekretär der KPdSU im März 1985 verbanden, waren gewaltig gewesen. Doch sein Versuch, mit einer neuen Politik der Offenheit (glasnost) und des demokratischen Umbaus (perestrojka) die wirtschaftliche Stagnation zu überwinden, scheiterte.
Dieses Buch schildert das entscheidende Jahr 1989. 1989 diskutierte der neue, so gut wie frei gewählte Volksdeputiertenkongress in Moskau die ungelösten Fragen der sowjetischen Außen- und Innen-, Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik so offen wie nie zuvor, und ein Millionenpublikum verfolgte die direkt übertragenen Parlamentsdebatten an den Bildschirmen. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Nationalitäten, im Baltikum, in Moldawien, im Transkaukasus und in Mittelasien, erfassten dann das gesamte Land wie ein Flächenbrand. Und in Berlin fiel die Mauer – das Ende der kommunistischen Regime in Polen und Ungarn, der Tschechoslowakei, Bulgarien und Rumänien war gekommen. Am Ende dieses Jahres 1989 war die Sowjetunion nicht mehr, was sie über Jahrzehnte verkörperte, selbst wenn sie erst zwei Jahre später endgültig zerbrach. Mit ihr hatte sich Europa, die Welt verändert.

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Bibliografie

978-3-406-58266-0

Erschienen am 15. Januar 2014

Statt 26,90 € jetzt nur noch 12,95 €

448 S., Mit 9 Abbildungen

Hardcover

Schlagwörter

Hardcover 12,95 € Kaufen
Inhalt
EINLEITUNG
1. Der Gorbatschow-Faktor
2. Zurück zu Lenin?
3. glasnost’, perestrojka, demokratija
4. Strukturwandel durch Öffentlichkeit
Exkurs: Nachrufe auf eine Gesellschaftsutopie

I. EIN LAND IM UMBRUCH
Staat, Wirtschaft und Gesellschaft Rußlands an der Jahreswende 1988/89

1. Die Zwischenbilanz der 19. Parteikonferenz
2. Das Erdbeben in Armenien
3. Der politische Umbau beginnt
4. Die brennende Lunte des «Nationalen»
5. Die ungeklärte Zukunft der Partei
6. Der «Leserbrief» der Nina Andrejewa
7. Das Entstehen einer «Gegengesellschaft»
8. Der Fehlschlag der Wirtschaftsreformen
Exkurs: Die Abrechnung mit der Geschichte

II. DAS ENDE DER PARTEIHERRSCHAFT
Die Wahlen zum Volksdeputiertenkongreß, seine erste Session
und die Folgen

1. Rußland vor den Wahlen
2. Wahlrecht und Wahlkampf
3. Die Wahlen und ihre Ergebnisse
4. Die Eröffnung des Volksdeputiertenkongresses
5. Die Bestellung des neuen Obersten Sowjet
6. Der Kongreß als öffentliches Forum
7. Die Fraktionsbildung
8. Die erste Session und ihre Folgen
Exkurs: Die Wiederentdeckung des Anderen

III. DER VERFALL DER STAATSAUTORITÄT
Eskalierende Nationalitätenkonfl ikte, Bergarbeiterstreiks
und andere Desaster

1. Der Kampf um nationale Symbole
2. Der Georgien-Abchasien-Südossetien-Konflikt
3. Die Gaspipeline-Katastrophe im Ural
4. Die blutigen Auseinandersetzungen im Ferganatal
5. Randale im kasachischen Nowy Usen
6. Die großen Bergarbeiterstreiks
7. Die baltischen Republiken und der Hitler-Stalin-Pakt
8. Das ZK-Plenum zum Nationalitätenproblem
Exkurs: Die Entsakralisierung eines Mythos

IV. DIE AUFLÖSUNG DES IMPERIUMS
«Neues Denken», der Abfall der Satellitenstaaten,
das Ende des Kalten Krieges
1. Das «neue Denken» in der Außenpolitik
2. Das Ende der Breschnew-Doktrin
3. Der «runde Tisch» in Polen
4. Die Bestattung der Vergangenheit in Ungarn
5. Der Fall der Mauer in Berlin
6. Die «samtene Revolution» in der Tschechoslowakei
7. Die Minoritätenprobleme und ihre Folgen in Bulgarien
8. Das Ende Ceauqescus und der Dezembergipfel vor Malta
Exkurs: Das ewige Rußland am Scheidewege

AUSBLICK
1. Die Einführung der Präsidialverfassung
2. Das Ringen um einen neuen Unionsvertrag
3. Der gescheiterte Putsch
4. Das Ende der Sowjetunion

ANHANG
Anmerkungen
Quellen- und Literaturhinweise
Bildnachweis
Personenverzeichnis
Danksagung
Pressestimmen

Pressestimmen

"Helmut Altrichters 450 Seiten-Buch ist ein gelehrtes Buch (...), das mit geradezu klinischer Nüchternheit die Zerfallsprozesse des Sowjetreiches darstellt, beschreibt, analysiert, ein Buch, das man mit ständig wachsender Spannung liest."
Michael Stürmer, Deutschlandradio Kultur, 27. Dezember 2009



"Altrichter schafft es, den Deutschen die vergessenen Aspekte von 1989 nahezubringen."
Sonja Margolina, Die Welt, 5. Dezember 2009



"Ohne zu begreifen, wie die Sowjetunion dazu kam, die Satelliten freizugeben, hat man keine Ahnung, was damals passierte. Nach Moskau sollte man blicken."
Frankfurter Rundschau, 6. November 2009



"Wer das liest, versteht mit einem Schlag eine ganze Menge über das Land und das System. (…) Ein spannendes Buch zu einem hochinteressanten Thema."
Peter Sturm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Oktober 2009



"Vor 20 Jahren verlor nicht nur die Kommunistische Partei der Sowjetunion mehr und mehr die Macht aus ihren Händen. Auch die Staatsautorität an sich verfiel unter dem Eindruck der damaligen Wirtschaftskrise. Die Kriminalität wuchs. Nationale Autonomiebewegungen im Baltikum und in Moldawien, im Kaukasus und in Zentralasien machten das sowjetische Imperium immer schwerer regierbar. Die kommunistischen Regime in Ungarn, Polen, der DDR und der Tschechoslowakei, in Bulgarien und Rumänien stürzten. Der Warschauer Pakt und der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe zeigten bereits deutliche Auflösungserscheinungen. (...) Das alles erzählt Helmut Altrichter mit angenehm leichter Feder."
tsp, Rheinischer Merkur, 17. September 2009



"[Der] Historiker Helmut Altrichter [stellt] 1989 in den Mittelpunkt seiner Forschungen, weil in jenem Jahr entscheidende Weichen gestellt wurden. Herausragendes Ereignis, das auf immenses Interesse der enorm politisierten sowjetischen Bevölkerung stieß, war der Volksdeputiertenkongress im Mai. (...) Altrichter zeichnet den Verlauf des Volksdeputiertenkongresses minutiös nach und erschließt damit dem interessierten Leser ein außerordentlich facettenreiches Kaleidoskop der damaligen Sowjetgesellschaft. Ohne jede Eile widmet er sich einzelnen Streitpunkten, die schwere innersowjetische Konflikte in jener Zeit offenbarten, die noch lange nachwirken sollten. (...) Helmut Altrichter bleibt strikt in jener Zeit, darauf vertrauend, dass der informierte Leser die Linien ins Heute selbst ziehen kann. Die Rechnung geht auf."
Sabine Adler, Deutschlandfunk, 7. September 2009



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Bibliografie

978-3-406-58266-0

Erschienen am 15. Januar 2014

Statt 26,90 € jetzt nur noch 12,95 €

448 S., Mit 9 Abbildungen

Hardcover

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Altrichter, Helmut

Russland 1989

Der Untergang des sowjetischen Imperiums

Der Untergang eines Weltreichs


Die Hoffnungen, die sich mit Michail Gorbatschows Wahl zum Generalsekretär der KPdSU im März 1985 verbanden, waren gewaltig gewesen. Doch sein Versuch, mit einer neuen Politik der Offenheit (glasnost) und des demokratischen Umbaus (perestrojka) die wirtschaftliche Stagnation zu überwinden, scheiterte.
Dieses Buch schildert das entscheidende Jahr 1989. 1989 diskutierte der neue, so gut wie frei gewählte Volksdeputiertenkongress in Moskau die ungelösten Fragen der sowjetischen Außen- und Innen-, Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik so offen wie nie zuvor, und ein Millionenpublikum verfolgte die direkt übertragenen Parlamentsdebatten an den Bildschirmen. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Nationalitäten, im Baltikum, in Moldawien, im Transkaukasus und in Mittelasien, erfassten dann das gesamte Land wie ein Flächenbrand. Und in Berlin fiel die Mauer – das Ende der kommunistischen Regime in Polen und Ungarn, der Tschechoslowakei, Bulgarien und Rumänien war gekommen. Am Ende dieses Jahres 1989 war die Sowjetunion nicht mehr, was sie über Jahrzehnte verkörperte, selbst wenn sie erst zwei Jahre später endgültig zerbrach. Mit ihr hatte sich Europa, die Welt verändert.
Webcode: https://www.chbeck.de/25757

Inhalt

EINLEITUNG
1. Der Gorbatschow-Faktor
2. Zurück zu Lenin?
3. glasnost’, perestrojka, demokratija
4. Strukturwandel durch Öffentlichkeit
Exkurs: Nachrufe auf eine Gesellschaftsutopie

I. EIN LAND IM UMBRUCH
Staat, Wirtschaft und Gesellschaft Rußlands an der Jahreswende 1988/89

1. Die Zwischenbilanz der 19. Parteikonferenz
2. Das Erdbeben in Armenien
3. Der politische Umbau beginnt
4. Die brennende Lunte des «Nationalen»
5. Die ungeklärte Zukunft der Partei
6. Der «Leserbrief» der Nina Andrejewa
7. Das Entstehen einer «Gegengesellschaft»
8. Der Fehlschlag der Wirtschaftsreformen
Exkurs: Die Abrechnung mit der Geschichte

II. DAS ENDE DER PARTEIHERRSCHAFT
Die Wahlen zum Volksdeputiertenkongreß, seine erste Session
und die Folgen

1. Rußland vor den Wahlen
2. Wahlrecht und Wahlkampf
3. Die Wahlen und ihre Ergebnisse
4. Die Eröffnung des Volksdeputiertenkongresses
5. Die Bestellung des neuen Obersten Sowjet
6. Der Kongreß als öffentliches Forum
7. Die Fraktionsbildung
8. Die erste Session und ihre Folgen
Exkurs: Die Wiederentdeckung des Anderen

III. DER VERFALL DER STAATSAUTORITÄT
Eskalierende Nationalitätenkonfl ikte, Bergarbeiterstreiks
und andere Desaster

1. Der Kampf um nationale Symbole
2. Der Georgien-Abchasien-Südossetien-Konflikt
3. Die Gaspipeline-Katastrophe im Ural
4. Die blutigen Auseinandersetzungen im Ferganatal
5. Randale im kasachischen Nowy Usen
6. Die großen Bergarbeiterstreiks
7. Die baltischen Republiken und der Hitler-Stalin-Pakt
8. Das ZK-Plenum zum Nationalitätenproblem
Exkurs: Die Entsakralisierung eines Mythos

IV. DIE AUFLÖSUNG DES IMPERIUMS
«Neues Denken», der Abfall der Satellitenstaaten,
das Ende des Kalten Krieges
1. Das «neue Denken» in der Außenpolitik
2. Das Ende der Breschnew-Doktrin
3. Der «runde Tisch» in Polen
4. Die Bestattung der Vergangenheit in Ungarn
5. Der Fall der Mauer in Berlin
6. Die «samtene Revolution» in der Tschechoslowakei
7. Die Minoritätenprobleme und ihre Folgen in Bulgarien
8. Das Ende Ceauqescus und der Dezembergipfel vor Malta
Exkurs: Das ewige Rußland am Scheidewege

AUSBLICK
1. Die Einführung der Präsidialverfassung
2. Das Ringen um einen neuen Unionsvertrag
3. Der gescheiterte Putsch
4. Das Ende der Sowjetunion

ANHANG
Anmerkungen
Quellen- und Literaturhinweise
Bildnachweis
Personenverzeichnis
Danksagung

Pressestimmen

"Helmut Altrichters 450 Seiten-Buch ist ein gelehrtes Buch (...), das mit geradezu klinischer Nüchternheit die Zerfallsprozesse des Sowjetreiches darstellt, beschreibt, analysiert, ein Buch, das man mit ständig wachsender Spannung liest."
Michael Stürmer, Deutschlandradio Kultur, 27. Dezember 2009


"Altrichter schafft es, den Deutschen die vergessenen Aspekte von 1989 nahezubringen."
Sonja Margolina, Die Welt, 5. Dezember 2009


"Ohne zu begreifen, wie die Sowjetunion dazu kam, die Satelliten freizugeben, hat man keine Ahnung, was damals passierte. Nach Moskau sollte man blicken."
Frankfurter Rundschau, 6. November 2009


"Wer das liest, versteht mit einem Schlag eine ganze Menge über das Land und das System. (…) Ein spannendes Buch zu einem hochinteressanten Thema."
Peter Sturm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Oktober 2009


"Vor 20 Jahren verlor nicht nur die Kommunistische Partei der Sowjetunion mehr und mehr die Macht aus ihren Händen. Auch die Staatsautorität an sich verfiel unter dem Eindruck der damaligen Wirtschaftskrise. Die Kriminalität wuchs. Nationale Autonomiebewegungen im Baltikum und in Moldawien, im Kaukasus und in Zentralasien machten das sowjetische Imperium immer schwerer regierbar. Die kommunistischen Regime in Ungarn, Polen, der DDR und der Tschechoslowakei, in Bulgarien und Rumänien stürzten. Der Warschauer Pakt und der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe zeigten bereits deutliche Auflösungserscheinungen. (...) Das alles erzählt Helmut Altrichter mit angenehm leichter Feder."
tsp, Rheinischer Merkur, 17. September 2009


"[Der] Historiker Helmut Altrichter [stellt] 1989 in den Mittelpunkt seiner Forschungen, weil in jenem Jahr entscheidende Weichen gestellt wurden. Herausragendes Ereignis, das auf immenses Interesse der enorm politisierten sowjetischen Bevölkerung stieß, war der Volksdeputiertenkongress im Mai. (...) Altrichter zeichnet den Verlauf des Volksdeputiertenkongresses minutiös nach und erschließt damit dem interessierten Leser ein außerordentlich facettenreiches Kaleidoskop der damaligen Sowjetgesellschaft. Ohne jede Eile widmet er sich einzelnen Streitpunkten, die schwere innersowjetische Konflikte in jener Zeit offenbarten, die noch lange nachwirken sollten. (...) Helmut Altrichter bleibt strikt in jener Zeit, darauf vertrauend, dass der informierte Leser die Linien ins Heute selbst ziehen kann. Die Rechnung geht auf."
Sabine Adler, Deutschlandfunk, 7. September 2009