Historische Urteilskraft – Das Magazin des Deutschen Historischen Museums

Historisch-politische Urteilskraft bildet sich in der Diskussion vielfältiger, oft gegensätzlicher Meinungen: Wenn wir Ereignisse der Gegenwart im Lichte der Vergangenheit reflektieren, an vergangenes Geschehen erinnern oder es erforschen wollen, ist sie unabdingbar. Das Deutsche Historische Museum versteht sich als Ort zur Stärkung dieser Urteilskraft; sein 2019 erstmals erschienenes Magazin «Historische Urteilskraft» will sich in diesem Sinne als Verhandlungsraum übergreifender historischer, philosophisch-ethischer und museologischer Fragen etablieren.

Das Magazin will ein bewusst offenes und unabhängiges Forum schaffen, durch das deutlich wird, wie (historische) Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, unterschiedlich interpretiert und beurteilt werden können – und so ermöglichen, auch das eigene Urteil kritisch überprüfen, vergleichend bewerten und reflektiert einordnen zu können.

[Die Historiker] wollen und sollen herausfinden, was geschehen ist. Das geht nicht immer, oft bleiben Widersprüche, manchmal sogar Rätsel, aber sie sind doch ohne Zweifel auf der Suche nach Wahrheit. Ich bin es auch, und doch lüge und erfinde ich, und trotzdem bin ich auch auf der Suche nach ihr.
Daniel Kehlmann

Historische Urteilskraft 02. Magazin des Deutschen Historischen Museums
Titelthema: documenta. Geschichte/Kunst /Politik

Mit dem Titelthema widmet sich die zweite Ausgabe der politischen Geschichte der documenta: Die Beiträge eröffnen neue Perspektiven auf die 1955 gegründete zeitgenössische Kunstausstellung, die sich als Gegenentwurf zur „Entartete Kunst“-Ausstellung verstand, dabei jedoch – das zeigen neue Forschungen und Quellen – selbst nicht frei von NS-Kontinuitäten war.
Darüber hinaus enthält das Heft einen neuen Text des Georg-Büchner-Preisträgers Lukas Bärfuss: Mit seinem Text „Wahrheit und Wirklichkeit“ reagiert er auf Daniel Kehlmanns Beitrag „Geschichten erzählen, Geschichte erzählen“ aus dem letzten Heft. Die verstorbene ungarische Philosophin Ágnes Heller spricht über Hannah Arendts Urteilskraft, der Sozialpsychologe Harald Welzer über die Bedeutung der Zukunft für die Vergangenheit. Eine Bildstrecke über die (teils Jahrhunderte alte) nachhaltige Mode aus unserer Textilsammlung und Texte zu solch unterschiedlichen Kopfbedeckungen wie Pestmasken und Grenadiermützen eröffnen neue Einblicke in die Arbeit des Deutschen Historischen Museums.

Historische Urteilskraft 02
documenta. Geschichte/Kunst/Politik
2020, 112 Seiten
Preis des Einzelheftes € 10,– [D] | € 10,30 [A]
ISSN 2626-8094 | ISBN 978-3-86102-216-9

Erhältlich online und im Buchhandel

Historische Urteilskraft 01. Magazin des Deutschen Historischen Museums
Titelthema: Die Säule von Cape Cross – Koloniale Objekte und historische Gerechtigkeit

Die erste Ausgabe widmet sich anhand eines herausragenden, aber auch umstrittenen Objekts in der Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums – der"Säule von Cape Cross" – dem Schwerpunktthema „Koloniale Objekte und historische Gerechtigkeit“ und enthält darüber hinaus unter anderem Texte zur Demokratietheorie, dem Zusammenhang von Antisemitismus und Ökonomie und dem Unterschied von Geschichtsschreibung und Erzählung.

Historische Urteilskraft 01
Die Säule von Cape Cross – Koloniale Objekte und historische Gerechtigkeit
2019, 104 Seiten
Preis des Einzelheftes € 10,– [D] | € 10,30 [A]
ISSN 2626-8094 | ISBN 978-3-86102-214-5

Erhältlich online und im Buchhandel