Literatur bei C.H.Beck

20 Jahre Literatur bei C.H.BECK

Als im Herbst 1999 C.H.Beck Literatur aus der Taufe gehoben wurde, ein der ausländischen wie der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gewidmetes, eigenständiges Programm, war natürlich keineswegs ausgemacht, dass es sich im Buchhandel, beim Publikum und der Literaturkritik durchsetzen würde. Aber genau das ist seit den Anfangserfolgen mit den Büchern von Paula Fox, Jochen Schmidt und Charles Simmons geschehen: Das kleine, aber feine Hardcover-Programm hat sich etabliert, wird sorgfältig produziert, betreut und gepflegt und kann auf das Interesse, die Zuneigung und die Begeisterung bei Leserinnen und Lesern, Buchhändlerinnen und Buchhändlern, bei Kritikerinnen und Kolleginnen bauen. Über die Jahre hat sich ein Autorenstamm gebildet, der dem Programm sein eigenes, unverwechselbares Profil gibt:

Von Sabine Gruber bis Lily King, von Monique Truong bis Nadifa Mohamed, mit Catalin Dorian Florescu, Hans Pleschinski und Nico Bleutge, Adolf Muschg und Jonas Lüscher, Norbert Scheuer und Karin Kalisa, mit Anthony Doerr und José Eduardo Agualusa, Zora del Buono, Ernst Augustin, Kurt Drawert, Benjamin Stein und Ulrich Woelk.

Das exzellente Sachbuchprogramm des Verlags ist nicht allein, aber vornehmlich historischen Themen gewidmet; die Literatur ist immer auch die Geschichtsschreibung des historischen Augenblicks, während er noch geschieht, auf Augenhöhe mit Ereignissen, über die sie kein abschließendes Urteil zu fällen vermag. Sie widmet sich dem Leben und Schicksal des Einzelnen, den Menschen, denen Geschichte eher widerfährt, als dass sie sie machten, dem Glück und Leid, den Wirrnissen und Abenteuern unserer Leben, über die wir keinen Überblick haben, in denen wir, wie die Figuren in den Romanen und Geschichten, unberaten sind und für die wir Worte brauchen, eine Sprache, die uns und ihnen gerecht wird und uns erst hilft, Erfahrungen zu machen, uns und die anderen zu erkennen. Und mit ihnen zu fiebern und Sinn zu finden, für den es immer auch das braucht: eine Geschichte, einen Text.

Möge sich das Programm auch weiterhin Ihrer Wertschätzung erfreuen!

Martin Hielscher