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Anders, Günther / Oberschlick, Gerhard

Über Heidegger

Günther Anders gehört neben Hannah Arendt, Hans-Georg Gadamer, Hans Jonas, Herbert Marcuse und anderen zu den wichtigen Schülern Martin Heideggers. In diesem Band werden Anders’ Texte zur Auseinandersetzung mit Heidegger neu gesammelt und herausgegeben. Zu ihnen gehören nicht nur fast unbekannt gebliebene Aufsätze, sondern vor allem umfangreiche Arbeiten aus dem Nachlaß, die hier erstmals veröffentlicht werden. Günther Anders, der damals noch Günther Stern hieß, studierte 1921-24 in Freiburg bei Husserl und Heidegger Philosophie. Er spielt im Kreis der früheren Schüler eine Sonderrolle, denn er war der einzige, der sich letztlich ganz aus der akademischen Welt entfernte. Aber seine Auseinandersetzung mit dem Denken Heideggers dauerte jahrzehntelang und beschäftigte ihn noch nach der Rückkehr nach Wien im Jahre 1950. Die Texte in diesem Band dokumentieren diese Auseinandersetzung und zeichnen den Weg der langsamen Ablösung von Heidegger, dem ”heimlichen König” der deutschen Philosophie (Hannah Arendt), nach. Anders kehrte sich von 1930 an ebenso regelmäßig von der Philosophie ab, wie er sich ihr wieder zuwandte; zeitlebens suchte er die politische Intervention. Seine Arbeiten über Heidegger zeugen von kritischer Angriffslust, von stilistischer Schärfe, aber auch von seinem philosophischen Ernst. Denn Anders’ Einwendungen gegen Heidegger sind mehr als äußerliche Ideologiekritik. Es finden sich bei ihm Einwände, die in den Kern von Heideggers Denken selbst eingreifen. Darüber hinaus werden in Anders’ Auseinandersetzung mit Heidegger Gesichtspunkte deutlich, die in der aktuellen Debatte um die Gentechnik als Korrektiv dienen können. ”Heideggers Philosophie entpuppt sich letztlich als ein komisches Phänomen”, schreibt Anders an einer Stelle. ”Irgendwie schlägt die bloße Selbsterhitzung des Eigentlichwerdens in so etwas wie Tat um; aber eben doch in eine solche Tat, die in die falsche Richtung ausschlägt”. Der Grund liege darin, daß Heidegger in die ”wirkliche Welt”, nämlich ”in die geschichtliche Situation, nicht hineinblicken will”.

Von Günther Anders. Herausgegeben von Gerhard Oberschlick. Mit einem Nachwort von Dieter Thomä. in Verbindung mit Werner Reimann, als Übersetzer.

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Bibliografie

978-3-406-48259-5

488 S.

Hardcover (In Leinen)

Sonstiges 34,90 € Kaufen

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Anders, Günther / Oberschlick, Gerhard

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Günther Anders gehört neben Hannah Arendt, Hans-Georg Gadamer, Hans Jonas, Herbert Marcuse und anderen zu den wichtigen Schülern Martin Heideggers. In diesem Band werden Anders’ Texte zur Auseinandersetzung mit Heidegger neu gesammelt und herausgegeben. Zu ihnen gehören nicht nur fast unbekannt gebliebene Aufsätze, sondern vor allem umfangreiche Arbeiten aus dem Nachlaß, die hier erstmals veröffentlicht werden. Günther Anders, der damals noch Günther Stern hieß, studierte 1921-24 in Freiburg bei Husserl und Heidegger Philosophie. Er spielt im Kreis der früheren Schüler eine Sonderrolle, denn er war der einzige, der sich letztlich ganz aus der akademischen Welt entfernte. Aber seine Auseinandersetzung mit dem Denken Heideggers dauerte jahrzehntelang und beschäftigte ihn noch nach der Rückkehr nach Wien im Jahre 1950. Die Texte in diesem Band dokumentieren diese Auseinandersetzung und zeichnen den Weg der langsamen Ablösung von Heidegger, dem ”heimlichen König” der deutschen Philosophie (Hannah Arendt), nach. Anders kehrte sich von 1930 an ebenso regelmäßig von der Philosophie ab, wie er sich ihr wieder zuwandte; zeitlebens suchte er die politische Intervention. Seine Arbeiten über Heidegger zeugen von kritischer Angriffslust, von stilistischer Schärfe, aber auch von seinem philosophischen Ernst. Denn Anders’ Einwendungen gegen Heidegger sind mehr als äußerliche Ideologiekritik. Es finden sich bei ihm Einwände, die in den Kern von Heideggers Denken selbst eingreifen. Darüber hinaus werden in Anders’ Auseinandersetzung mit Heidegger Gesichtspunkte deutlich, die in der aktuellen Debatte um die Gentechnik als Korrektiv dienen können. ”Heideggers Philosophie entpuppt sich letztlich als ein komisches Phänomen”, schreibt Anders an einer Stelle. ”Irgendwie schlägt die bloße Selbsterhitzung des Eigentlichwerdens in so etwas wie Tat um; aber eben doch in eine solche Tat, die in die falsche Richtung ausschlägt”. Der Grund liege darin, daß Heidegger in die ”wirkliche Welt”, nämlich ”in die geschichtliche Situation, nicht hineinblicken will”.

Von Günther Anders. Herausgegeben von Gerhard Oberschlick. Mit einem Nachwort von Dieter Thomä. in Verbindung mit Werner Reimann, als Übersetzer.
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