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Baltrusch, Ernst

Herodes

König im Heiligen Land

Herodes I. ist als Initiator des Kindermords von Bethlehem ein Spitzenplatz auf der ewigen Bestenliste aller Finsterlinge der Weltgeschichte sicher. Dass diese Episode eine Erfindung des Matthäus ist, tut ihrer Wirkung keinen Abbruch. Wer aber war dieser Herodes wirklich, der nicht selten mit wahnhafter Brutalität gegen Familienmitglieder und Untertanen vorging – und dennoch als erfolgreicher Herrscher agierte?
In seiner differenzierten Darstellung beschreibt Ernst Baltrusch den Aufstieg des im eigenen Volk umstrittenen Herodes zum König der Juden und zum „dritten Mann“ im Imperium Romanum. Diese Karriere war nur möglich, weil – wie der Historiker Flavius Josephus schreibt – Kaiser Augustus „keinem anderen nach Agrippa mehr Wohlwollen entgegenbrachte“. Herodes wusste, wem er seine Stellung zu verdanken hatte, und herrschte über sein Volk nach der Art und im Interesse der Römer. Staunenswert ist jedoch, mit welchem Geschick er sein politisch, kulturell und religiös konfliktgeladenes Reich zu kontrollieren verstand. Besonderes Interesse verdient die „Familienpolitik“ des Herodes, der nicht weniger als drei seiner Söhne, seine Ehefrau Mariamne und noch manch andere Verwandten mehr zum Opfer fallen sollten. Hätte es damals schon eine Boulevardpresse gegeben, so wären Intrigen, Eifersucht und Liebesdramen am Hofe des Herodes, aber auch die Herrschaft insgesamt kaum einmal aus den Schlagzeilen gekommen.
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Bibliografie

978-3-406-63738-4

Erschienen am 23. August 2012

Statt € 26,95 jetzt € 9,95

448 S., mit 25 Abbildungen und Karten

Hardcover

Schlagwörter

Hardcover 9,95 € Kaufen
e-Book 9,49 € Kaufen
Inhalt
Vorwort
Einleitung
Vorspann / Praeludium

Erster Teil: Das Leben des Herodes
I. «Sie werden die Herrschaft einem Idumäer, also einem Halbjuden geben»: Herodes als Idumäer
1. Der syro-palästinische Raum
2. Heimat und Herkunft des Herodes
3. Der Vater: Antipater
4. Der Sohn: Die Anfänge des Herodes
5. Antipaters Ermordung 42 v. Chr.
6. Die Unruhen in Judäa und die Ernennung des Herodes zum Tetrarchen

II. «Kunstreiter der Bürgerkriege»? Herodes als Römer
1. Einleitung: Probleme einer Herrschaft von Roms Gnaden
2. Die römische Einsetzung des Herodes im Jahre 40 v. Chr.
3. Der Kampf um Jerusalem: Herodes gegen Antigonos 40 bis 37 v. Chr.
4. Das Imperium Romanum
5. Rom, Judäa und die Diaspora
6. Rom und Herodes
a) Herodes und Antonius: 40 bis 30 v. Chr.
b) Herodes und Augustus: 30 bis 4 v. Chr.

III. «Besser das Schwein als der Sohn des Herodes sein»: Herodes als Jude
1. Das Judentum und seine Gruppen
2. Herodes bei den Juden
3. Herodes ein Jude?
4. Herodes und die Hasmonäer
5. Herodes und das Hohepriesteramt
6. Der Jerusalemer Tempel
7. Herodes und die Torah
8. Patronale Fürsorge
9. Festungen
10. Die Herrschaftspolitik
11. Herodes und die jüdische Diaspora
12. Krisenzeit 12 bis 4 v. Chr.

IV. Agonothet der Olympischen Spiele: Herodes als Hellenist
1. Wie regiert man «hellenistisch»?
2. Hofhaltung
3. Armee
4. Administration
5. Euergesie
6. Weitere «Hellenismen»
7. Konkurrenz und «internationale» Beziehungen
a) Herodes und die Nabatäer
b) Zenodorus, Archelaos, Eurykles und andere Fürsten

V. «In seiner eigenen Familie mehr als unglücklich»: Herodes als «Familienvater»
1. Bedeutung von «Familie» für die Herrschaft eines Königs
2. Das familiäre «Kreissystem»
3. Der idumäische Kreis
4. Der reichspolitische Kreis der Familie: Die zehn Ehefrauen
5. Der Kreis der entfernten Verwandten

VI. Identitäten im Widerstreit: Das kurze Jahrzehnt des Scheiterns 12 bis 4 v. Chr.
1. Voraussetzungen
2. Die Protagonisten am Hof
3. Die Entwicklung am Hof bis 7 v. Chr.
4. Der Prozeß von Berytos und die Hinrichtung der Söhne Alexander und Aristobul
5. Der gescheiterte Neuanfang 7 v. Chr.
6. Der Prozeß gegen Antipater 6 bis 4 v. Chr.

Abspann / Coda

Zweiter Teil: Das Erbe des Herodes
I. «Innerhalb von 100 Jahren ist das Geschlecht des Herodes bis auf wenige ausgelöscht worden»: Die Dynastie

II. «… und ließ in Bethlehem und seiner ganzen Umgebung alle Knaben im Alter von zwei Jahren und darunter töten»: Herodes und Jesus

III. «Denn ich bin Herodes, mächtig genug zu unterwerfen, was in der Welt ist, den Himmel, die Erde, das Meer»: Die Rezeption des Herodes – Streiflichter

Anmerkungen
Literatur
Zeittafel
Bild- und Kartennachweis
Personen- und Ortsregister

Pressestimmen

Pressestimmen

"Baltrusch ist mit seiner Biografie ein beeindruckendes Panorama eines ebenso glanzvollen wie unruhigen Lebens gelungen, aber auch das Porträt einer Epoche"
Michael Sommer, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Nummer 7-8/2014



"Ihm [Baltrusch] ist ein grandioses Buch geglückt."
Frankfurter Rundschau, 13. Dezember 2012 



}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-63738-4

Erschienen am 23. August 2012

Statt € 26,95 jetzt € 9,95

448 S., mit 25 Abbildungen und Karten

Hardcover

Hardcover 9,95 € Kaufen
e-Book 9,49 € Kaufen

Baltrusch, Ernst

Herodes

König im Heiligen Land

Herodes I. ist als Initiator des Kindermords von Bethlehem ein Spitzenplatz auf der ewigen Bestenliste aller Finsterlinge der Weltgeschichte sicher. Dass diese Episode eine Erfindung des Matthäus ist, tut ihrer Wirkung keinen Abbruch. Wer aber war dieser Herodes wirklich, der nicht selten mit wahnhafter Brutalität gegen Familienmitglieder und Untertanen vorging – und dennoch als erfolgreicher Herrscher agierte?
In seiner differenzierten Darstellung beschreibt Ernst Baltrusch den Aufstieg des im eigenen Volk umstrittenen Herodes zum König der Juden und zum „dritten Mann“ im Imperium Romanum. Diese Karriere war nur möglich, weil – wie der Historiker Flavius Josephus schreibt – Kaiser Augustus „keinem anderen nach Agrippa mehr Wohlwollen entgegenbrachte“. Herodes wusste, wem er seine Stellung zu verdanken hatte, und herrschte über sein Volk nach der Art und im Interesse der Römer. Staunenswert ist jedoch, mit welchem Geschick er sein politisch, kulturell und religiös konfliktgeladenes Reich zu kontrollieren verstand. Besonderes Interesse verdient die „Familienpolitik“ des Herodes, der nicht weniger als drei seiner Söhne, seine Ehefrau Mariamne und noch manch andere Verwandten mehr zum Opfer fallen sollten. Hätte es damals schon eine Boulevardpresse gegeben, so wären Intrigen, Eifersucht und Liebesdramen am Hofe des Herodes, aber auch die Herrschaft insgesamt kaum einmal aus den Schlagzeilen gekommen.
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Webcode: https://www.chbeck.de/10250098

Inhalt

Vorwort
Einleitung
Vorspann / Praeludium

Erster Teil: Das Leben des Herodes
I. «Sie werden die Herrschaft einem Idumäer, also einem Halbjuden geben»: Herodes als Idumäer
1. Der syro-palästinische Raum
2. Heimat und Herkunft des Herodes
3. Der Vater: Antipater
4. Der Sohn: Die Anfänge des Herodes
5. Antipaters Ermordung 42 v. Chr.
6. Die Unruhen in Judäa und die Ernennung des Herodes zum Tetrarchen

II. «Kunstreiter der Bürgerkriege»? Herodes als Römer
1. Einleitung: Probleme einer Herrschaft von Roms Gnaden
2. Die römische Einsetzung des Herodes im Jahre 40 v. Chr.
3. Der Kampf um Jerusalem: Herodes gegen Antigonos 40 bis 37 v. Chr.
4. Das Imperium Romanum
5. Rom, Judäa und die Diaspora
6. Rom und Herodes
a) Herodes und Antonius: 40 bis 30 v. Chr.
b) Herodes und Augustus: 30 bis 4 v. Chr.

III. «Besser das Schwein als der Sohn des Herodes sein»: Herodes als Jude
1. Das Judentum und seine Gruppen
2. Herodes bei den Juden
3. Herodes ein Jude?
4. Herodes und die Hasmonäer
5. Herodes und das Hohepriesteramt
6. Der Jerusalemer Tempel
7. Herodes und die Torah
8. Patronale Fürsorge
9. Festungen
10. Die Herrschaftspolitik
11. Herodes und die jüdische Diaspora
12. Krisenzeit 12 bis 4 v. Chr.

IV. Agonothet der Olympischen Spiele: Herodes als Hellenist
1. Wie regiert man «hellenistisch»?
2. Hofhaltung
3. Armee
4. Administration
5. Euergesie
6. Weitere «Hellenismen»
7. Konkurrenz und «internationale» Beziehungen
a) Herodes und die Nabatäer
b) Zenodorus, Archelaos, Eurykles und andere Fürsten

V. «In seiner eigenen Familie mehr als unglücklich»: Herodes als «Familienvater»
1. Bedeutung von «Familie» für die Herrschaft eines Königs
2. Das familiäre «Kreissystem»
3. Der idumäische Kreis
4. Der reichspolitische Kreis der Familie: Die zehn Ehefrauen
5. Der Kreis der entfernten Verwandten

VI. Identitäten im Widerstreit: Das kurze Jahrzehnt des Scheiterns 12 bis 4 v. Chr.
1. Voraussetzungen
2. Die Protagonisten am Hof
3. Die Entwicklung am Hof bis 7 v. Chr.
4. Der Prozeß von Berytos und die Hinrichtung der Söhne Alexander und Aristobul
5. Der gescheiterte Neuanfang 7 v. Chr.
6. Der Prozeß gegen Antipater 6 bis 4 v. Chr.

Abspann / Coda

Zweiter Teil: Das Erbe des Herodes
I. «Innerhalb von 100 Jahren ist das Geschlecht des Herodes bis auf wenige ausgelöscht worden»: Die Dynastie

II. «… und ließ in Bethlehem und seiner ganzen Umgebung alle Knaben im Alter von zwei Jahren und darunter töten»: Herodes und Jesus

III. «Denn ich bin Herodes, mächtig genug zu unterwerfen, was in der Welt ist, den Himmel, die Erde, das Meer»: Die Rezeption des Herodes – Streiflichter

Anmerkungen
Literatur
Zeittafel
Bild- und Kartennachweis
Personen- und Ortsregister

Pressestimmen

"Baltrusch ist mit seiner Biografie ein beeindruckendes Panorama eines ebenso glanzvollen wie unruhigen Lebens gelungen, aber auch das Porträt einer Epoche"
Michael Sommer, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Nummer 7-8/2014


"Ihm [Baltrusch] ist ein grandioses Buch geglückt."
Frankfurter Rundschau, 13. Dezember 2012