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Behringer, Wolfgang

Kulturgeschichte des Klimas

Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung

Das Klima und der Mensch – Geschichte einer Beziehung

Blitz und Donner zu schleudern war ein Vorrecht der Götter, und Petrus schickte Regen und Sonne, wie es ihm gefiel. Viele Jahrhunderte – wahrscheinlich sogar noch viel länger – funktionierte das ganz gut ohne menschliche Beteiligung. Das war einmal. Heute machen wir das Wetter selber. Fachleute sind sich einig: Der Klimawandel geht weitgehend auf unser Konto. Zeit für einen Rückblick: Wie hat das Klima die menschliche Spezies beeinflußt? Wie haben Klimaschwankungen das Leben unserer Vorfahren verändert, wie ihre Kultur bestimmt? Ein erhellender Streifzug durch die vergangenen Klimaschwankungen vom Holozän bis heute.
Alle sprechen vom Wetter: wir auch. Darüber, wie es werden wird, gibt es derzeit mehr Voraussagen als sonst üblich; aber was wissen wir über Klimaschwankungen vor 500 Jahren, vor 5000 Jahren? Und wie können wir überhaupt etwas über die Geschichte des Wetters wissen? Schließlich: Wie haben sich die Klimaschwankungen auf den Menschen, sein Wohlbefinden und seinen Erfindungsgeist ausgewirkt?
Wolfgang Behringer führt uns ein in die historische Forschung zur Klimaentwicklung; er zeigt uns, was heute als gesichertes Wissen gelten kann, welche Schwankungen es gab und wie sie das Fortkommen des homo sapiens behinderten oder beförderten. Ein Stück weit bietet das Buch naturwissenschaftliche Fundierung, um dann für die Geschichte ab dem Mittelalter dem Zusammenhang zwischen Klimaentwicklung und kultureller Entfaltung detaillierter nachzuforschen. Behringers lesenswertes Buch führt uns plastisch vor Augen, mit welchen Schwierigkeiten, manchmal aber auch mit welch außergewöhnlich angenehmen Wetter-Epochen etwa in der Staufer-Zeit unsere Vorfahren konfrontiert waren und wie sie damit umgingen. Das lehrt uns nicht zuletzt Mut zu fassen, den Klimawandel als die Herausforderung unserer Generation zu begreifen und in einem besseren Sinne zu beeinflussen.

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Bibliografie

978-3-406-52866-8

Erschienen am 16. Juni 2010

5., aktualisierte Auflage, 2010

352 S., mit 44 Abbildungen

Hardcover

Hardcover 22,90 € Kaufen
e-Book 11,99 € Kaufen
Inhalt
Vorwort
Einleitung

Was wissen wir über das Klima
Quellen zur Klimageschichte
Ursachen von Klimawandel
Das Paläoklima seit Entstehung der Erde

Globale Erwärmung: Das Holozän
Kinder der Eiszeit
Globale Erwärmung und Zivilisation
Vom Optimum der Römerzeit zur Mittelalterlichen Warmzeit

Globale Abkühlung: Die Kleine Eiszeit
Das Konzept «Kleine Eiszeit»
Veränderung der Umwelt
Tanz des Todes
Winter-Blues

Kulturelle Konsequenzen der Kleinen Eiszeit
Der zürnende Gott
Die Sündenökonomie als Motor der Veränderung
Die kühle Sonne der Vernunft

Globale Erwärmung: Die Moderne Warmzeit
Die scheinbare Abkoppelung von den Kräften der Natur
Die Entdeckung der Globalen Erwärmung
Reaktionen auf den Klimawandel

Umweltsünden und Treibhausklima: Ein Epilog

Anhang
Anmerkungen
Literaturauswahl
Bildnachweis
Register

Pressestimmen

Pressestimmen

"Behringer: Das Einzige, was uns heute von früheren Epochen unterscheidet, das ist, dass es einfach sehr viel mehr Menschen gibt als in allen früheren Epochen der Menschheitsgeschichte, und man könnte sagen, vielleicht unser größtes Problem ist die Überbevölkerung, weil wir weniger flexibel auf die Veränderung des Klimas reagieren können, als wenn wir sagen wir mal 500.000 Menschen auf der Welt leben hätten und nicht sechs Milliarden."
Jürgen König, Deutschlandradio Kultur, 25. Januar 2010



"Ein beruhigendes Buch, das jegliche Klimahysterie meidet, die Debatte versachlicht, in dem es einen ernüchternden Blick in die Vergangenheit wirft.“
Johannes Kaiser, Deutschlandradio Kultur, 27. August 2007



"Geschichte wird, so stellt es sich oft dar, von Kaisern, Königen und Revolutionären gemacht (...). Ausgeblendet wird dabei vieles – zum Beispiel ein Faktor, der über die Jahrtausende hinweg politisch, historisch und kulturell ausschlaggebend sein konnte: das Klima und seine Schwankungen."
wom, Die Welt, 30. August 2008



"Der geschichtliche Blick auf das Klima der Erde führt vor Augen, dass Klimastabilität eine Fantasievorstellung ist. Zu drastisch wechselten Warm- und Kaltzeiten in erdgeschichtlichen Epochen ab, und zu sehr schwankte das Klima in kleineren Zeiträumen. Die Kulturgeschichte des Klimas zeigt, dass das Klima immer im Wandel war und die Gesellschaft darauf reagieren musste. Vorsorge ist geboten, jedoch nicht das Schüren von Weltuntergangsängsten."
Peter Düweke, Der Tagesspiegel 10. Januar 2008



"Heute reden alle über die Erderwärmung. Gibt es – so, wie es früher die Hexen waren – auch moderne Klimasünder?
Wolfgang Behringer: (...) Die Geschichte lehrt, dass die Suche nach Sündenböcken nichts bringt. Der Ausweg aus der Misere der kleinen Eiszeit bestand ja auch in praktischen Lösungen, etwa einer besseren Effizienz in der Landwirtschaft. Wir brauchen keine Sündenböcke, sondern höhere Deiche und einen Energiemix ohne Kohle, Öl und Gas."
Fragen: Nils Husmann, chrismon, Januar 2008



"Wer jedoch erwartet hatte, dass sich Behringer in seinem neuen Buch auf den Zeitraum zwischen 1350 und 1850 und auf Europa beschränken würde, wird mit einem Werk von universalgeschichtlichem Anspruch überrascht. (...)
(...) liest man sich durch Jahrmillionen, in einer immer weiter verlangsamten und verdichteten Erzählung bis zu unserer Gegenwart hin – gedrängt auf nicht ganz 300 Seiten."
Franz Mauelshagen, Neue Zürcher Zeitung, 6. Dezember 2007



"Es tut gut, zwischen all den aufgeregten Buchtiteln über den Klimawandel und seine Folgen eine ruhigere Lektüre zu finden, die sich dem Thema annimmt. Der Historiker Wolfgang Behringer, Professor für Frühe Neuzeit an der Universität des Saarlandes, hat eine solche mit seiner „Kleinen Kulturgeschichte des Klimas“ vorgelegt. (...) Die Vorstellung von einem für den Menschen idealen Klimagleichgewicht verweist der Autor zu Recht ins Reich der Legenden. Und zu Recht weist er auch darauf hin, dass schon so manche pessimistische Vorhersage von Klimaforschern nicht eingetreten ist."
Alexander Weinlein, Das Parlament, 26. November 2007



"Daher hat die Klimageschichte für naturwissenschaftliche Klimatologen eine immense Bedeutung gewonnen, ebenso aber auch für Laien, die sich ein eigenes Urteil zu bilden versuchen. (...) Das Buch stellt die Methoden der historischen Klimaforschung kurz vor und fasst die wichtigsten Ergebnisse gekonnt zusammen."
Jürgen Osterhammel, Süddeutsche Zeitung, 9. Oktober 2007



"Der Saarbrücker Professor Wolfgang Behringer pflegt einen unaufgeregten Ton. (...) Historiker Behringer nimmt die "Kleine Eiszeit" des Mittelalters als Beispiel dafür, wie eine Gesellschaft den Klimawandel nicht nur meistern, sondern sogar gestärkt daraus hervorgehen kann. Die Art, wie die Menschen sich auf die kalten kargen Winter der Kleinen Eiszeit einstellten, so zeigt Behringer, stützt den aufklärerischen Glauben an die Vernunft."
Gerald Traufetter, Spiegel spezial zur Frankfurter Buchmesse, Nr.5/ 2007



"Wer glaubt, zum Thema Klima schon alles zu wissen, den erwartet hier eine Überraschung: Anstatt mit Thesen um sich zu werfen, erledigte der Saarbrücker Frühneuzeitler erst einmal wissenschaftliche Hausaufgaben – und fand bei seiner emsigen Recherche manches, was Untergangspropheten schlecht in den Kram passen wird. (...) Dass die globale Klimabalance in Gefahr sein dürfte, leugnet Behringer keineswegs. Er möchte nur die momentan aufgeheizten Debatten abkühlen, indem er zeigt: Sünden an der Natur bekennen und Strafe von ihr erwarten, dieses betagte Denkmodell wird dem komplexen Biosystem Erde auf keinen Fall gerecht. Behringers faktengespicktes, im Kern nachdenkliches Buch macht einem ganzen Berufsstand ehre."
Johannes Saltzwedel, KulturSpiegel, August 2007



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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-52866-8

Erschienen am 16. Juni 2010

5., aktualisierte Auflage , 2010

352 S., mit 44 Abbildungen

Hardcover

Hardcover 22,90 € Kaufen
e-Book 11,99 € Kaufen

Behringer, Wolfgang

Kulturgeschichte des Klimas

Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung

Das Klima und der Mensch – Geschichte einer Beziehung

Blitz und Donner zu schleudern war ein Vorrecht der Götter, und Petrus schickte Regen und Sonne, wie es ihm gefiel. Viele Jahrhunderte – wahrscheinlich sogar noch viel länger – funktionierte das ganz gut ohne menschliche Beteiligung. Das war einmal. Heute machen wir das Wetter selber. Fachleute sind sich einig: Der Klimawandel geht weitgehend auf unser Konto. Zeit für einen Rückblick: Wie hat das Klima die menschliche Spezies beeinflußt? Wie haben Klimaschwankungen das Leben unserer Vorfahren verändert, wie ihre Kultur bestimmt? Ein erhellender Streifzug durch die vergangenen Klimaschwankungen vom Holozän bis heute.
Alle sprechen vom Wetter: wir auch. Darüber, wie es werden wird, gibt es derzeit mehr Voraussagen als sonst üblich; aber was wissen wir über Klimaschwankungen vor 500 Jahren, vor 5000 Jahren? Und wie können wir überhaupt etwas über die Geschichte des Wetters wissen? Schließlich: Wie haben sich die Klimaschwankungen auf den Menschen, sein Wohlbefinden und seinen Erfindungsgeist ausgewirkt?
Wolfgang Behringer führt uns ein in die historische Forschung zur Klimaentwicklung; er zeigt uns, was heute als gesichertes Wissen gelten kann, welche Schwankungen es gab und wie sie das Fortkommen des homo sapiens behinderten oder beförderten. Ein Stück weit bietet das Buch naturwissenschaftliche Fundierung, um dann für die Geschichte ab dem Mittelalter dem Zusammenhang zwischen Klimaentwicklung und kultureller Entfaltung detaillierter nachzuforschen. Behringers lesenswertes Buch führt uns plastisch vor Augen, mit welchen Schwierigkeiten, manchmal aber auch mit welch außergewöhnlich angenehmen Wetter-Epochen etwa in der Staufer-Zeit unsere Vorfahren konfrontiert waren und wie sie damit umgingen. Das lehrt uns nicht zuletzt Mut zu fassen, den Klimawandel als die Herausforderung unserer Generation zu begreifen und in einem besseren Sinne zu beeinflussen.
Webcode: https://www.chbeck.de/14067

Inhalt

Vorwort
Einleitung

Was wissen wir über das Klima
Quellen zur Klimageschichte
Ursachen von Klimawandel
Das Paläoklima seit Entstehung der Erde

Globale Erwärmung: Das Holozän
Kinder der Eiszeit
Globale Erwärmung und Zivilisation
Vom Optimum der Römerzeit zur Mittelalterlichen Warmzeit

Globale Abkühlung: Die Kleine Eiszeit
Das Konzept «Kleine Eiszeit»
Veränderung der Umwelt
Tanz des Todes
Winter-Blues

Kulturelle Konsequenzen der Kleinen Eiszeit
Der zürnende Gott
Die Sündenökonomie als Motor der Veränderung
Die kühle Sonne der Vernunft

Globale Erwärmung: Die Moderne Warmzeit
Die scheinbare Abkoppelung von den Kräften der Natur
Die Entdeckung der Globalen Erwärmung
Reaktionen auf den Klimawandel

Umweltsünden und Treibhausklima: Ein Epilog

Anhang
Anmerkungen
Literaturauswahl
Bildnachweis
Register

Pressestimmen

"Behringer: Das Einzige, was uns heute von früheren Epochen unterscheidet, das ist, dass es einfach sehr viel mehr Menschen gibt als in allen früheren Epochen der Menschheitsgeschichte, und man könnte sagen, vielleicht unser größtes Problem ist die Überbevölkerung, weil wir weniger flexibel auf die Veränderung des Klimas reagieren können, als wenn wir sagen wir mal 500.000 Menschen auf der Welt leben hätten und nicht sechs Milliarden."
Jürgen König, Deutschlandradio Kultur, 25. Januar 2010


"Ein beruhigendes Buch, das jegliche Klimahysterie meidet, die Debatte versachlicht, in dem es einen ernüchternden Blick in die Vergangenheit wirft.“
Johannes Kaiser, Deutschlandradio Kultur, 27. August 2007


"Geschichte wird, so stellt es sich oft dar, von Kaisern, Königen und Revolutionären gemacht (...). Ausgeblendet wird dabei vieles – zum Beispiel ein Faktor, der über die Jahrtausende hinweg politisch, historisch und kulturell ausschlaggebend sein konnte: das Klima und seine Schwankungen."
wom, Die Welt, 30. August 2008


"Der geschichtliche Blick auf das Klima der Erde führt vor Augen, dass Klimastabilität eine Fantasievorstellung ist. Zu drastisch wechselten Warm- und Kaltzeiten in erdgeschichtlichen Epochen ab, und zu sehr schwankte das Klima in kleineren Zeiträumen. Die Kulturgeschichte des Klimas zeigt, dass das Klima immer im Wandel war und die Gesellschaft darauf reagieren musste. Vorsorge ist geboten, jedoch nicht das Schüren von Weltuntergangsängsten."
Peter Düweke, Der Tagesspiegel 10. Januar 2008


"Heute reden alle über die Erderwärmung. Gibt es – so, wie es früher die Hexen waren – auch moderne Klimasünder?
Wolfgang Behringer: (...) Die Geschichte lehrt, dass die Suche nach Sündenböcken nichts bringt. Der Ausweg aus der Misere der kleinen Eiszeit bestand ja auch in praktischen Lösungen, etwa einer besseren Effizienz in der Landwirtschaft. Wir brauchen keine Sündenböcke, sondern höhere Deiche und einen Energiemix ohne Kohle, Öl und Gas."
Fragen: Nils Husmann, chrismon, Januar 2008


"Wer jedoch erwartet hatte, dass sich Behringer in seinem neuen Buch auf den Zeitraum zwischen 1350 und 1850 und auf Europa beschränken würde, wird mit einem Werk von universalgeschichtlichem Anspruch überrascht. (...)
(...) liest man sich durch Jahrmillionen, in einer immer weiter verlangsamten und verdichteten Erzählung bis zu unserer Gegenwart hin – gedrängt auf nicht ganz 300 Seiten."
Franz Mauelshagen, Neue Zürcher Zeitung, 6. Dezember 2007


"Es tut gut, zwischen all den aufgeregten Buchtiteln über den Klimawandel und seine Folgen eine ruhigere Lektüre zu finden, die sich dem Thema annimmt. Der Historiker Wolfgang Behringer, Professor für Frühe Neuzeit an der Universität des Saarlandes, hat eine solche mit seiner „Kleinen Kulturgeschichte des Klimas“ vorgelegt. (...) Die Vorstellung von einem für den Menschen idealen Klimagleichgewicht verweist der Autor zu Recht ins Reich der Legenden. Und zu Recht weist er auch darauf hin, dass schon so manche pessimistische Vorhersage von Klimaforschern nicht eingetreten ist."
Alexander Weinlein, Das Parlament, 26. November 2007


"Daher hat die Klimageschichte für naturwissenschaftliche Klimatologen eine immense Bedeutung gewonnen, ebenso aber auch für Laien, die sich ein eigenes Urteil zu bilden versuchen. (...) Das Buch stellt die Methoden der historischen Klimaforschung kurz vor und fasst die wichtigsten Ergebnisse gekonnt zusammen."
Jürgen Osterhammel, Süddeutsche Zeitung, 9. Oktober 2007


"Der Saarbrücker Professor Wolfgang Behringer pflegt einen unaufgeregten Ton. (...) Historiker Behringer nimmt die "Kleine Eiszeit" des Mittelalters als Beispiel dafür, wie eine Gesellschaft den Klimawandel nicht nur meistern, sondern sogar gestärkt daraus hervorgehen kann. Die Art, wie die Menschen sich auf die kalten kargen Winter der Kleinen Eiszeit einstellten, so zeigt Behringer, stützt den aufklärerischen Glauben an die Vernunft."
Gerald Traufetter, Spiegel spezial zur Frankfurter Buchmesse, Nr.5/ 2007


"Wer glaubt, zum Thema Klima schon alles zu wissen, den erwartet hier eine Überraschung: Anstatt mit Thesen um sich zu werfen, erledigte der Saarbrücker Frühneuzeitler erst einmal wissenschaftliche Hausaufgaben – und fand bei seiner emsigen Recherche manches, was Untergangspropheten schlecht in den Kram passen wird. (...) Dass die globale Klimabalance in Gefahr sein dürfte, leugnet Behringer keineswegs. Er möchte nur die momentan aufgeheizten Debatten abkühlen, indem er zeigt: Sünden an der Natur bekennen und Strafe von ihr erwarten, dieses betagte Denkmodell wird dem komplexen Biosystem Erde auf keinen Fall gerecht. Behringers faktengespicktes, im Kern nachdenkliches Buch macht einem ganzen Berufsstand ehre."
Johannes Saltzwedel, KulturSpiegel, August 2007