Merken

Belting, Hans

Das echte Bild

Bildfragen als Glaubensfragen

Was ist ein echtes Bild? Hans Belting sucht unser Bedürfnis nach dem wahren, authentischen Bild, das wir vor allem in der Wissenschaft verlangen, zu ergründen. Er zeigt, wie sehr die europäische Geschichte der Religion bis heute unsere Bildbegriffe und unser Bilddenken bestimmt. Belting schlägt souverän den Bogen von der Spätantike bis hin zu Fernsehen und Film unserer Tage. Dabei präsentiert er dem Leser eine neue Sicht auf die Geschichte des Bildes und setzt dessen Aktualität in ein ungewohntes Licht.

Hans Belting setzt sich hier mit Fragestellungen seines zum Klassiker gewordenen Werks Bild und Kult erneut auseinander. Sein altes Thema, die Bedeutung des Bildes in der europäischen Kultur, beleuchtet er hier jedoch im Licht der von ihm begründeten Bild-Anthropologie. Dabei zeigt sich, wie stark unser Bilddenken auch heute noch in den alten Debatten der Religion verwurzelt ist. In den Kontroversen um Körper und Zeichen oder um Bild und Wort hat sich eine spezifisch europäische Kultur entwickelt, deren christliche Prägung auch in der Moderne noch fortlebt. Belting richtet seinen Blick unter anderem auf zwei Schwellenzeiten, von denen die europäische Kultur geprägt wurde: zum einen die Spät-antike, in der sich das Christentum formierte, und zum anderen die Reformation und den Konfessionsstreit, der tiefe Spuren im neuzeitlichen Weltbild hinterließ. Es ist das Anliegen des Buches, Bildwissenschaft als Kulturwissenschaft zu etablieren und dabei Religions- und Bildgeschichte in einen überraschenden Bezug zueinander zu bringen.


Teilen

Seite drucken

E-Mail

Der Code wurde in die Zwischenablage kopiert.

Bibliografie

978-3-406-53460-7

2. Auflage, 2006

240 S., mit 85 Abbildungen, davon 29 in Farbe

Hardcover (In Leinen)

Schlagwörter

Sonstiges 29,90 € Kaufen
Inhalt
Einleitung
Das echte Bild und die Medienfrage
Idolatrie heute
Die Öffentlichkeit und der Missbrauch der Bilder
Die Rede über Religion
Kunst und Religion im Museum
6. Pasolini und die Religion im Film

I. Die Maske und die Person Christi
1. Die Suche nach dem echten Bild
2. Gesicht oder Abdruck?
3. Das Tabu des Christus-Bildes
4. «Nicht von Menschenhand gemachte» Bilder?
5. Das Grabtuch im Foto
6. Der «nicht von Menschenhand gemachte» Körper bei Paulus
7. Die «Person» Christi und der Maskenbegriff
8.Fazit. Das Gesicht der frühen Bilder

II. Körper und Bilder als Themen des Glaubens
1. Corpus Christi
2. Realpräsenz im Sakrament und Repräsentation im Bild
3. Die zwei Naturen am Kreuz
4. Phantom oder Körper? Der Auferstandene
5. Die Sexualität Christi
6. Die Ikone im Selbstporträt Dürer
7. Dante und das echte Bild in Rom
8. Das echte Bild in der Imagination
9. Der Epilog in Rom

III. Zeichen als Waffen im Bilderstreit
1. Bilder oder Zeichen? Die moderne Semiotik
2. Bildpolitik und die Revolte der Zeichen
3. Bildkult und Ikonoklasmus in Byzanz
4. Der Islam und die Emanzipation der Schrift
5. Die Zeichentheorie des Westens und die Teilung Europas
6. Bild und Wort in der Gutenberg-Ära
7. Der Abendmahlsstreit. Präsenz oder Zeichen?

IV. Kontroversen der Reformation. Porträt und Karikatur
1. Gesichter statt Ikonen
2. Der Bildersturm als Anachronismus
3. Evangelische Altarbilder und deutsche Charaktere
4. Bildpolitik mit gedruckten Porträt
5. Karikaturen als Waffe
6. Die beiden Kirchen im Weinberg des Herrn
7. Die Lukas-Legende in der katholischen Propaganda
8. Die Künstler

Nachwort
Anmerkungen
Bildnachweis
Register

Pressestimmen

Pressestimmen

„Belting versteht sein neues Buch als Fortsetzung seines fulminanten Standardwerks «Bild und Kult», das 1990 die Fachwelt begeisterte. Anders als dieses aber kreist es um Fragen, die sich nicht in einer linearen «Geschichte des Bildes» (so der Untertitel) abhandeln lassen. Tatsächlich geht es auf verschiedene Vorträge und Aufsätze aus fünf Jahren zurück, die die von Belting entwickelte «Bildanthropologie» und seine Schlüsselbegriffe von Bild, Körper und Medium unter immer wieder neuer Perspektive akzentuieren. Umso erstaunlicher ist, dass dem emeritierten Professor für Kunstwissenschaft und Medientheologie damit ein so komplexes wie schlüssig entwickeltes Porträt der Kunstgeschichte gelungen ist, das anschaulich illustriert, wie stark selbst unser Bilddenken den damaligen Glaubensfragen geschuldet ist.“
Thomas Köster, Neue Zürcher Zeitung, 25. Dezember 2005



„Der Kunsthistoriker Hans Belting hat eine faszinierende Studie über den Zusammenhang von Bild, Zeichen und Realität geschrieben.“
Eckhard Nordhofen, Die Zeit, 21. Dezember 2005



„Dass Bilder nicht immer Kunst gewesen sind, dafür hat Hans Belting wie kein anderer unseren Blick geschärft. (…) Unter dem Titel „Das echte Bild – Bildfragen als Glaubensfragen“ bringt Belting ein Buch auf den Markt, in dem er auf ältere Forschungen zur Genese des christlichen Bildes zurückgreift, diese aber mit dem seither von ihm erhobenen Anspruch verknüpft, einen anthropologisch verankerten Bildbegriff zu etablieren. (…) Was Belting dem Leser in den folgenden Kapiteln an Materialien erschließt, um ihn in die höchst konfliktreiche Frühgeschichte christlicher Bildkultur einzuführen, ist imposant. Eine fesselnde Darstellung widmet er zunächst der Genese des Christusbildes selbst. (…) Ein konsolidiertes Christusbild mit Anspruch auf Authentizität zu etablieren, gelang erst seit dem 6. Jahrhundert, also im Übergang zur institutionalisierten Kirche des Mittelalters. Wie sich diese Bildfindung, die eigentlich Erfindung war, im Einzelnen vollzog, zeigt Belting mit hoher Trennschärfe auf. (…) Und er vermag in kühner, aber überzeugender Parallelsetzung auch die konfessionellen Bildkonflikte im Gefolge der Reformation noch als Auseinandersetzung um Möglichkeit und Unmöglichkeit „echter“ Bilder des Glaubens zu deuten. (…) Belting legt dem visuell verwöhnten Publikum von heute ein gelehrtes, durchaus auch belehrendes Buch vor, das sich als Warnung vor unkontrolliertem Bildhunger und zugleich Anleitung zu einem reflektierten Genuss der Betrachtung versteht.“
Andreas Tönnesmann, Süddeutsche Zeitung, 24. Oktober 2005



„Die klassische Ikone, so bemerkt Belting, stellt eigentlich eine Maske dar, insofern man Jesu Gesicht als eine irdische Maske des Göttlichen verstehen kann – und bezeichnenderweise tritt sie genau dann auf, als das heidnische Maskentheater zu Ende ging. Es sind solche medienhistorischen Pointen, mit denen Belting sine Argumentation immer wieder plausibel machen kann.“
Elke Buhr, Frankfurter Rundschau, 19. Oktober 2005



„Dabei fällt es Belting leicht, die Brücke in die Geschichte zu schlagen, da er es als (Kunst-) Historiker sachlich wie als Autor sprachlich bestens versteht, die Jetztzeit auch dann nicht aus dem Blick zu verlieren, wenn er gerade von den Bildmythen um wundertätige Tuchbilder des sechsten Jahrhunderts oder von der Bildpolitik mit gedruckten Porträts des sechzehnten Jahrhunderts spricht. (…) Es gelingt dem Verfasser glänzend, Geschichte gegenwärtig zu machen und im gleichen Zuge die Gegenwart historisch abzurücken. Die Fülle der diskutierten Beispiele und Aspekte, darunter Bild und Zeichen, Idol, Ikone, Corpus Christi, Vera Icon und Volto Santo, Maske, Gesicht und Karikatur, ist beeindruckend. Die zahlreichen, qualitätsvollen Abbildungen stützen die Argumentation und regen dazu an, auch punktuell in den Text einzusteigen, der angesichts der Ikonolatrie der Gegenwart als Vademecum fungiert.“
Michael Diers, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Oktober 2005



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-53460-7

2. Auflage , 2006

240 S., mit 85 Abbildungen, davon 29 in Farbe

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 29,90 € Kaufen

Belting, Hans

Das echte Bild

Bildfragen als Glaubensfragen

Was ist ein echtes Bild? Hans Belting sucht unser Bedürfnis nach dem wahren, authentischen Bild, das wir vor allem in der Wissenschaft verlangen, zu ergründen. Er zeigt, wie sehr die europäische Geschichte der Religion bis heute unsere Bildbegriffe und unser Bilddenken bestimmt. Belting schlägt souverän den Bogen von der Spätantike bis hin zu Fernsehen und Film unserer Tage. Dabei präsentiert er dem Leser eine neue Sicht auf die Geschichte des Bildes und setzt dessen Aktualität in ein ungewohntes Licht.

Hans Belting setzt sich hier mit Fragestellungen seines zum Klassiker gewordenen Werks Bild und Kult erneut auseinander. Sein altes Thema, die Bedeutung des Bildes in der europäischen Kultur, beleuchtet er hier jedoch im Licht der von ihm begründeten Bild-Anthropologie. Dabei zeigt sich, wie stark unser Bilddenken auch heute noch in den alten Debatten der Religion verwurzelt ist. In den Kontroversen um Körper und Zeichen oder um Bild und Wort hat sich eine spezifisch europäische Kultur entwickelt, deren christliche Prägung auch in der Moderne noch fortlebt. Belting richtet seinen Blick unter anderem auf zwei Schwellenzeiten, von denen die europäische Kultur geprägt wurde: zum einen die Spät-antike, in der sich das Christentum formierte, und zum anderen die Reformation und den Konfessionsstreit, der tiefe Spuren im neuzeitlichen Weltbild hinterließ. Es ist das Anliegen des Buches, Bildwissenschaft als Kulturwissenschaft zu etablieren und dabei Religions- und Bildgeschichte in einen überraschenden Bezug zueinander zu bringen.

Webcode: https://www.chbeck.de/15396

Inhalt

Einleitung
Das echte Bild und die Medienfrage
Idolatrie heute
Die Öffentlichkeit und der Missbrauch der Bilder
Die Rede über Religion
Kunst und Religion im Museum
6. Pasolini und die Religion im Film

I. Die Maske und die Person Christi
1. Die Suche nach dem echten Bild
2. Gesicht oder Abdruck?
3. Das Tabu des Christus-Bildes
4. «Nicht von Menschenhand gemachte» Bilder?
5. Das Grabtuch im Foto
6. Der «nicht von Menschenhand gemachte» Körper bei Paulus
7. Die «Person» Christi und der Maskenbegriff
8.Fazit. Das Gesicht der frühen Bilder

II. Körper und Bilder als Themen des Glaubens
1. Corpus Christi
2. Realpräsenz im Sakrament und Repräsentation im Bild
3. Die zwei Naturen am Kreuz
4. Phantom oder Körper? Der Auferstandene
5. Die Sexualität Christi
6. Die Ikone im Selbstporträt Dürer
7. Dante und das echte Bild in Rom
8. Das echte Bild in der Imagination
9. Der Epilog in Rom

III. Zeichen als Waffen im Bilderstreit
1. Bilder oder Zeichen? Die moderne Semiotik
2. Bildpolitik und die Revolte der Zeichen
3. Bildkult und Ikonoklasmus in Byzanz
4. Der Islam und die Emanzipation der Schrift
5. Die Zeichentheorie des Westens und die Teilung Europas
6. Bild und Wort in der Gutenberg-Ära
7. Der Abendmahlsstreit. Präsenz oder Zeichen?

IV. Kontroversen der Reformation. Porträt und Karikatur
1. Gesichter statt Ikonen
2. Der Bildersturm als Anachronismus
3. Evangelische Altarbilder und deutsche Charaktere
4. Bildpolitik mit gedruckten Porträt
5. Karikaturen als Waffe
6. Die beiden Kirchen im Weinberg des Herrn
7. Die Lukas-Legende in der katholischen Propaganda
8. Die Künstler

Nachwort
Anmerkungen
Bildnachweis
Register

Pressestimmen

„Belting versteht sein neues Buch als Fortsetzung seines fulminanten Standardwerks «Bild und Kult», das 1990 die Fachwelt begeisterte. Anders als dieses aber kreist es um Fragen, die sich nicht in einer linearen «Geschichte des Bildes» (so der Untertitel) abhandeln lassen. Tatsächlich geht es auf verschiedene Vorträge und Aufsätze aus fünf Jahren zurück, die die von Belting entwickelte «Bildanthropologie» und seine Schlüsselbegriffe von Bild, Körper und Medium unter immer wieder neuer Perspektive akzentuieren. Umso erstaunlicher ist, dass dem emeritierten Professor für Kunstwissenschaft und Medientheologie damit ein so komplexes wie schlüssig entwickeltes Porträt der Kunstgeschichte gelungen ist, das anschaulich illustriert, wie stark selbst unser Bilddenken den damaligen Glaubensfragen geschuldet ist.“
Thomas Köster, Neue Zürcher Zeitung, 25. Dezember 2005


„Der Kunsthistoriker Hans Belting hat eine faszinierende Studie über den Zusammenhang von Bild, Zeichen und Realität geschrieben.“
Eckhard Nordhofen, Die Zeit, 21. Dezember 2005


„Dass Bilder nicht immer Kunst gewesen sind, dafür hat Hans Belting wie kein anderer unseren Blick geschärft. (…) Unter dem Titel „Das echte Bild – Bildfragen als Glaubensfragen“ bringt Belting ein Buch auf den Markt, in dem er auf ältere Forschungen zur Genese des christlichen Bildes zurückgreift, diese aber mit dem seither von ihm erhobenen Anspruch verknüpft, einen anthropologisch verankerten Bildbegriff zu etablieren. (…) Was Belting dem Leser in den folgenden Kapiteln an Materialien erschließt, um ihn in die höchst konfliktreiche Frühgeschichte christlicher Bildkultur einzuführen, ist imposant. Eine fesselnde Darstellung widmet er zunächst der Genese des Christusbildes selbst. (…) Ein konsolidiertes Christusbild mit Anspruch auf Authentizität zu etablieren, gelang erst seit dem 6. Jahrhundert, also im Übergang zur institutionalisierten Kirche des Mittelalters. Wie sich diese Bildfindung, die eigentlich Erfindung war, im Einzelnen vollzog, zeigt Belting mit hoher Trennschärfe auf. (…) Und er vermag in kühner, aber überzeugender Parallelsetzung auch die konfessionellen Bildkonflikte im Gefolge der Reformation noch als Auseinandersetzung um Möglichkeit und Unmöglichkeit „echter“ Bilder des Glaubens zu deuten. (…) Belting legt dem visuell verwöhnten Publikum von heute ein gelehrtes, durchaus auch belehrendes Buch vor, das sich als Warnung vor unkontrolliertem Bildhunger und zugleich Anleitung zu einem reflektierten Genuss der Betrachtung versteht.“
Andreas Tönnesmann, Süddeutsche Zeitung, 24. Oktober 2005


„Die klassische Ikone, so bemerkt Belting, stellt eigentlich eine Maske dar, insofern man Jesu Gesicht als eine irdische Maske des Göttlichen verstehen kann – und bezeichnenderweise tritt sie genau dann auf, als das heidnische Maskentheater zu Ende ging. Es sind solche medienhistorischen Pointen, mit denen Belting sine Argumentation immer wieder plausibel machen kann.“
Elke Buhr, Frankfurter Rundschau, 19. Oktober 2005


„Dabei fällt es Belting leicht, die Brücke in die Geschichte zu schlagen, da er es als (Kunst-) Historiker sachlich wie als Autor sprachlich bestens versteht, die Jetztzeit auch dann nicht aus dem Blick zu verlieren, wenn er gerade von den Bildmythen um wundertätige Tuchbilder des sechsten Jahrhunderts oder von der Bildpolitik mit gedruckten Porträts des sechzehnten Jahrhunderts spricht. (…) Es gelingt dem Verfasser glänzend, Geschichte gegenwärtig zu machen und im gleichen Zuge die Gegenwart historisch abzurücken. Die Fülle der diskutierten Beispiele und Aspekte, darunter Bild und Zeichen, Idol, Ikone, Corpus Christi, Vera Icon und Volto Santo, Maske, Gesicht und Karikatur, ist beeindruckend. Die zahlreichen, qualitätsvollen Abbildungen stützen die Argumentation und regen dazu an, auch punktuell in den Text einzusteigen, der angesichts der Ikonolatrie der Gegenwart als Vademecum fungiert.“
Michael Diers, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Oktober 2005