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Bordewijk, Ferdinand

Charakter

Roman von Vater und Sohn

Die Wiederentdeckung eines literarischen Meisterwerks

Rotterdam in den 30er Jahren. Der ehrgeizige Jacob Katadreuffe arbeitet sich buchstäblich aus der Gosse bis in die oberste Etage einer Anwaltskanzlei. Doch er hat einen Widersacher, der ihn scheinbar erbarmungslos immer wieder zurückwirft: seinen eigenen Vater, den gefürchteten Gerichtsvollzieher Dreverhaven. Will er sich dafür rächen, daß Katadreuffes Mutter ihn einst, nach einer einzigen Nacht, zurückgewiesen und damit freiwillig auf gesicherte Verhältnisse verzichtet hat? Oder ist alles Teil eines Planes des Vaters, der seinen Sohn durch die harte Schule des Lebens schickt, um aus ihm einen gefestigten Charakter zu machen?
Kraftvoll und kühl wie Hamsun, spannend und beklemmend wie Kafka, mit dem Ferdinand Bordewijk mehr als nur der Beruf des Juristen verbindet: „Charakter“ von 1938 braucht den Vergleich mit den großen Klassikern der Moderne nicht zu scheuen. Als Bildungsroman im brodelnden Rotterdam zwischen den Kriegen ist er das eindringliche Porträt einer untergegangenen Epoche. Als Parabel, in der die Fragen nach der Vereinbarkeit von beruflichem und privatem Glück mit Moral gestellt werden, hat er nichts von seiner Aktualität verloren. Als Psychodrama, dessen Verfilmung 1998 einen Oscar gewann, übt dieses Meisterwerk in neuer deutscher Übersetzung mit seinen mit feiner Ironie gezeichneten Charakteren einen unwiderstehlichen Sog aus.
Von Ferdinand Bordewijk. Mit einem Nachwort von Cees Nooteboom. Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas.

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Bibliografie

978-3-406-56372-0

Erschienen am 15. Juli 2007

361 S.

Hardcover

Hardcover 19,90 € Kaufen
Pressestimmen

Pressestimmen

"In den Niederlanden als einer der großen Autoren der literarischen Moderne gefeiert, gilt der Autor und Jurist Bordewijk (1884 - 1965) hierzulande immer noch als Geheimtipp! (...)
Mindestens ebenso spannend an diesem Buch aber ist die Weise, in der Bordewijk die Aufsteigermathematik mit dem Titelmotiv verbindet. (...) Sprache, Duktus und Figurenzeichnung des gesamten Romans sind knapp und schnörkellos – Bordewijk wird nicht umsonst der Neuen Sachlichkeit zugerechnet."
Antje Korsmeier, Die Tageszeitung, 19./20. Januar 2008



"Autor Ferdinand Bordewijk (1884-1965) gilt als der erste und einer der wichtigsten Vertreter der niederländischen Moderne. Der Roman, erstmals 1938 erschienen, wurde erst jetzt ins Deutsche übersetzt. „Charakter“ ist ein mitreißendes, beklemmendes, hochmodernes Werk. Nicht nur für Juristen mit Vater-Sohn-Konflikt."
Financial Times Deutschland, 18. Dezember 2007



"Der Niederländer Ferdinand Bordewijk (1884 - 1965), der selbst als Anwalt tätig war, gehört in seiner Heimat längst zu den Klassikern der Moderne. Dass sein 1938 erschienener Roman nun in neuer - hervorragender - deutscher Übersetzung erscheint, muss als Glücksfall bezeichnet werden. Denn dieses "Charakter"-Buch wirkt erstaunlich zeitlos, auch wenn nicht ein geringer Reiz des Romans darin besteht, dass er ein Rotterdam beschreibt, das zwei Jahre nach Erscheinen des Buches durch deutsche Luftangriffe dem Erdboden gleichgemacht wurde."
Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung.at, 28. September 2007



"Diese alttestamentarische Struktur, die Kafka ebenso wie Freud aufnimmt, ist das Gerüst einer rasant vorwärtsdrängenden Erzählung, expressionistisch, grotesk und von einer suggestiven exakt komponierten Poesie. (...) dieses dunklen, mitreissenden, hochmodernen Romans."
Dorothea Diekmann, Neue Zürcher Zeitung, 11./12. August 2007



"In den niederländischen Literaturgeschichten wird der Roman 'Charakter' der Neuen Sachlichkeit zugerechnet, einer Strömung aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, die eine Reaktion auf die lyrische und symbolistische Prosa der vorangegangenen Epoche war. Jetzt, nachdem ich das Buch nach so vielen Jahren wieder gelesen habe, berührt mich vor allem der emotionale, dramatische Unterton, in dem die Geschichte erzählt wird, noch verstärkt durch den Stil, den man als notariell bezeichnen könnte, als sei das Buch mit einer Kaltnadel geschrieben. Dieser Gegensatz zwischen Juristenprosa und dramatischem Geschehen erzielt eine ganz eigene Wirkung, kaltes Feuer ist vielleicht die beste Umschreibung."
Cees Nooteboom, Die Welt, 28. Juli 2007



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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-56372-0

Erschienen am 15. Juli 2007

361 S.

Hardcover

Hardcover 19,90 € Kaufen

Bordewijk, Ferdinand

Charakter

Roman von Vater und Sohn

Die Wiederentdeckung eines literarischen Meisterwerks

Rotterdam in den 30er Jahren. Der ehrgeizige Jacob Katadreuffe arbeitet sich buchstäblich aus der Gosse bis in die oberste Etage einer Anwaltskanzlei. Doch er hat einen Widersacher, der ihn scheinbar erbarmungslos immer wieder zurückwirft: seinen eigenen Vater, den gefürchteten Gerichtsvollzieher Dreverhaven. Will er sich dafür rächen, daß Katadreuffes Mutter ihn einst, nach einer einzigen Nacht, zurückgewiesen und damit freiwillig auf gesicherte Verhältnisse verzichtet hat? Oder ist alles Teil eines Planes des Vaters, der seinen Sohn durch die harte Schule des Lebens schickt, um aus ihm einen gefestigten Charakter zu machen?
Kraftvoll und kühl wie Hamsun, spannend und beklemmend wie Kafka, mit dem Ferdinand Bordewijk mehr als nur der Beruf des Juristen verbindet: „Charakter“ von 1938 braucht den Vergleich mit den großen Klassikern der Moderne nicht zu scheuen. Als Bildungsroman im brodelnden Rotterdam zwischen den Kriegen ist er das eindringliche Porträt einer untergegangenen Epoche. Als Parabel, in der die Fragen nach der Vereinbarkeit von beruflichem und privatem Glück mit Moral gestellt werden, hat er nichts von seiner Aktualität verloren. Als Psychodrama, dessen Verfilmung 1998 einen Oscar gewann, übt dieses Meisterwerk in neuer deutscher Übersetzung mit seinen mit feiner Ironie gezeichneten Charakteren einen unwiderstehlichen Sog aus.
Von Ferdinand Bordewijk. Mit einem Nachwort von Cees Nooteboom. Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas.
Webcode: https://www.chbeck.de/21213

Pressestimmen

"In den Niederlanden als einer der großen Autoren der literarischen Moderne gefeiert, gilt der Autor und Jurist Bordewijk (1884 - 1965) hierzulande immer noch als Geheimtipp! (...)
Mindestens ebenso spannend an diesem Buch aber ist die Weise, in der Bordewijk die Aufsteigermathematik mit dem Titelmotiv verbindet. (...) Sprache, Duktus und Figurenzeichnung des gesamten Romans sind knapp und schnörkellos – Bordewijk wird nicht umsonst der Neuen Sachlichkeit zugerechnet."
Antje Korsmeier, Die Tageszeitung, 19./20. Januar 2008


"Autor Ferdinand Bordewijk (1884-1965) gilt als der erste und einer der wichtigsten Vertreter der niederländischen Moderne. Der Roman, erstmals 1938 erschienen, wurde erst jetzt ins Deutsche übersetzt. „Charakter“ ist ein mitreißendes, beklemmendes, hochmodernes Werk. Nicht nur für Juristen mit Vater-Sohn-Konflikt."
Financial Times Deutschland, 18. Dezember 2007


"Der Niederländer Ferdinand Bordewijk (1884 - 1965), der selbst als Anwalt tätig war, gehört in seiner Heimat längst zu den Klassikern der Moderne. Dass sein 1938 erschienener Roman nun in neuer - hervorragender - deutscher Übersetzung erscheint, muss als Glücksfall bezeichnet werden. Denn dieses "Charakter"-Buch wirkt erstaunlich zeitlos, auch wenn nicht ein geringer Reiz des Romans darin besteht, dass er ein Rotterdam beschreibt, das zwei Jahre nach Erscheinen des Buches durch deutsche Luftangriffe dem Erdboden gleichgemacht wurde."
Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung.at, 28. September 2007


"Diese alttestamentarische Struktur, die Kafka ebenso wie Freud aufnimmt, ist das Gerüst einer rasant vorwärtsdrängenden Erzählung, expressionistisch, grotesk und von einer suggestiven exakt komponierten Poesie. (...) dieses dunklen, mitreissenden, hochmodernen Romans."
Dorothea Diekmann, Neue Zürcher Zeitung, 11./12. August 2007


"In den niederländischen Literaturgeschichten wird der Roman 'Charakter' der Neuen Sachlichkeit zugerechnet, einer Strömung aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, die eine Reaktion auf die lyrische und symbolistische Prosa der vorangegangenen Epoche war. Jetzt, nachdem ich das Buch nach so vielen Jahren wieder gelesen habe, berührt mich vor allem der emotionale, dramatische Unterton, in dem die Geschichte erzählt wird, noch verstärkt durch den Stil, den man als notariell bezeichnen könnte, als sei das Buch mit einer Kaltnadel geschrieben. Dieser Gegensatz zwischen Juristenprosa und dramatischem Geschehen erzielt eine ganz eigene Wirkung, kaltes Feuer ist vielleicht die beste Umschreibung."
Cees Nooteboom, Die Welt, 28. Juli 2007