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Brakelmann, Günter

Helmuth James von Moltke

1907-1945

Günter Brakelmann schildert anschaulich den ungewöhnlichen Lebensweg Helmuth James von Moltkes, der als Gründer und Vordenker des Kreisauer Kreises eine der faszinierendsten Gestalten des deutschen Widerstandes gegen Hitler ist. Das Buch läßt auf der Grundlage vieler neuer Quellen die charismatische Persönlichkeit Moltkes lebendig werden und macht sein Denken und Handeln, das sich allen weltanschaulichen Schubladen entzieht, im Kontext seiner Zeit verständlich. Mit dieser umfassenden Biographie liegt seit langem wieder ein Standardwerk zu Helmuth James von Moltke vor.
Geboren und aufgewachsen auf dem schlesischen Gut Kreisau, genoß Helmuth James von Moltke durch seine Mutter eine vorwiegend britische, liberale Erziehung. Schon früh engagierte sich der angehende Jurist sozial, knüpfte selbstbewußt Kontakte zu Politikern und Intellektuellen, übte offen Kritik an Hitlers Aufstieg und verzichtete schließlich auf die Richterlaufbahn, um nicht der NSDAP beitreten zu müssen. Als glänzender Anwalt in Berlin und London war er ebenso erfolgreich wie als Gutsherr von Kreisau, der den verschuldeten Besitz rettete. Das von der Aura des preußischen Generalfeldmarschalls von Moltke gleichsam beschirmte Gut wurde nach Kriegsbeginn Treffpunkt einer Gruppe von Gegnern des Nationalsozialismus. Gleichzeitig nutzte Moltke seinen Einsatz als Völkerrechtler im Oberkommando der Wehrmacht zu subversiven Tätigkeiten. Diese führten Anfang 1944 zu seiner Verhaftung. Am 23. Januar 1945 wurde Helmuth James von Moltke in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Günter Brakelmann beschreibt eindringlich das Leben des ebenso nachdenklichen wie mutig entschlossenen Widerständlers. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, die – zunehmend religiösen – Motive von Moltkes Denken und Handeln verständlich zu machen. Seine große Biographie ist darüber hinaus ein eindrucksvolles Porträt des Kreisauer Kreises. Mit dem Brief aus der Gestapo-Haft an seine Kinder „Wie alles war, als ich klein war“.


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Bibliografie

978-3-406-55495-7

Erschienen am 24. April 2007

2., durchgesehene Auflage, 2007

432 S., mit 60 Abbildungen

Hardcover (In Leinen)

Schlagwörter

Sonstiges 9,95 € Kaufen
Inhalt
Abkürzungen und Zitierweise
Vorwort

1. Creisau (1907–1925)
Preußische Tradition und englische Lebensart
Ein kleiner Junker
Politik und Christliche Wissenschaft
Ungeliebte Schulen

2. «Ich fühle mich verpflichtet» (1925–1929)
Studium in Breslau und Berlin
Im Schwarzwaldkreis
Die Schlesischen Arbeitslager
Ein junger Gutsherr
Reisen und Pläne
Das politische Weltbild eines jungen Demokraten

3. Ehemann – Gutsherr – Homo politicus (1929 –1939)
«Wir müssen heiraten!»
Privates Glück und zerstörte Hoffnungen
Im Lager von Jüterbog
Südafrika: Bleiben oder emigrieren?
Die Sanierung des Guts
Erkundungen in Europa
Eine politische Mission in Großbritannien
Blicke von England auf ein furchtbares Deutschland
Eine neue Existenz in London

4. Kriegsgegner und Kriegsverwaltungsrat (1939)
Kriegsbeginn und berufliche Neuorientierung
Als Völkerrechtler im Dienst des «Dritten Reichs»
«Ich habe mich maßlos querlegen müssen»
Der Weg in den Widerstand

5. Im Kreisauer Kreis (1940 –1941)
Der Freund: Peter Yorck von Wartenburg
Gespräche über den Staat
«Über die Grundlagen der Staatslehre»
Neue Freunde
Kollegen und Bündnispartner
Gewissensfragen

6. Arbeit an der Neuordnung Deutschlands (1941–1942)
Moltkes Memorandum «Ausgangslage, Ziele und Aufgaben»
«Der Mensch ist zur Gestaltung der Erde berufen»
Der Kreis erweitert sich
Das erste Kreisauer Pfingsttreffen
Die Stimmen der Kirchen gewinnen
Gewerkschafter und Jesuiten vereinen
Vielfältige Kontakte und Hans Adolf von Moltke
Vom Eigenwert der Landwirtschaft

7. Konspirative «Staatsreisen» (1940 –1942)
Brüssel, Paris und die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs
Mit Dietrich Bonhoeffer in Oslo und Stockholm
Ein Memorandum für Churchill
Kontaktpflege im Norden

8. Konflikte und Krisen (1942–1943)
Die zweite Kreisauer Tagung und die Trennung von Wilhelm Leuschner
Kreisauer Kreis und Goerdeler-Beck-Kreis
Attentat oder abwarten?

9. Reisen im Dienst des «anderen Deutschland» (Frühjahr 1943)
Über Skandinavien die Westmächte erreichen
Über Wien und Warschau nach Pulawy
Eine verhängnisvolle Reise nach Österreich
Harte Arbeit in den westlichen Kommandozentralen

10. Letzte Entwürfe und letzte Reisen (Sommer und Herbst 1943)
Die dritte Kreisauer Tagung
Carlo Mierendorffs «Sozialistische Aktion»
Grundsätze für die Neuordnung
Außenpolitik für die Nachkriegszeit
Außenpolitik im Krieg: erneute Reisen
Ungeduld und Angst im Norden
Über Istanbul endlich die Westmächte erreichen!

11. «Das Gefühl eines vollständigen Stillstandes überall» (Herbst und Winter 1943–1944)
Krise im Amt
Krise unter den Freunden
Die letzten Wochen in Freiheit

12. «Helmuth ist verreist» (1944 –1945)
Von Berlin nach Ravensbrück
Luther, die Bibel und Kant
Arbeit für das Amt
Ehemann, Vater und Patron
Der 20. Juli 1944
Verhöre und Berichte
Im Tegeler Totenhaus
Der Prozess und die Hinrichtung

Epilog: Die Stimme einer Amerikanerin

Helmuth James von Moltke: Wie alles war, als ich klein war

Anhang
Anmerkungen
Literatur
Zeittafel
Bildnachweis
Personenregister

Pressestimmen

Pressestimmen

"Im dritten Teil macht Günter Brakelmann überzeugend deutlich, dass es Moltke und den Kreisauern nicht nur um eine Überwindung des Nationalsozialismus ging, sondern um eine geistig-religiöse Erneuerung Deutschlands. Packend schildert er Moltkes verstärkte Hinwendung zum Christentum, vor allem während seiner Haft. Anhand von bisher unveröffentlichten Dokumenten zeigt er, welche Kraft Helmuth James von Moltke aus der Lektüre der Bibel zog."
Susanne von Schenck, Die Tageszeitung, 12./13. Januar 2008



"Günter Brakelmanns bewegende Biografie zeichnet das Bild eine lebenszugewandten, allem Geistigen und Schönen aufgeschlossenen Menschen, der im nationalsozialistischen Terrorsystem die Erfüllung der „unabweisbaren Aufgabe aller Rechtschaffenen, die Verbrechen klein zu halten“, mit dem Leben bezahlte. Der für ein breites Publikum geschriebene, mit Fotos, Zeittafeln und Register ausgestattete Band ist eine in vielerlei Hinsicht empfehlenswerte Lektüre."
Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau, 7. März 2007



"Brakelmann schildert behutsam und einfühlsam Moltkes Lebensweg vom späteren Kaiserreich bis zur Hinrichtung am 23. Januar 1945. (...) Die eindrucksvolle und lebensnahe Biographie aus der Feder Günter Brakelmanns richtete sich an breites Publikum und zeichnet den Menschen, nicht so sehr den Politiker, und dessen persönlichen Lebensweg. Er spiegelt die Brüche der deutschen Geschichte, den Willen neue Herausforderungen zu bestehen und sich einem zutiefst unrechtmäßigen politischen System zu widersetzen. (...) Der gut bebilderte und glänzend aufgemachte Band öffnet den Zugang zu einem noch immer zu Unrecht hinter dem Attentat des 20. Juli 1944 zurückstehen – den Teil der Geschichte des deutschen Widerstandes gegen Hitler."
Hans Mommsen, Süddeutsche Zeitung, 29. Januar 2007



"[Brakelmann] hat eine Vielzahl neuer Quellen erschlossen, darunter bislang nicht publizierte Briefe an Freya von Moltke aus der Haft in Ravensbrück. Unter Berücksichtigung der aktuellen Tendenzen der Forschung zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus werden diese Quellen zu einem überzeugenden und gut lesbaren Lebensbild Moltkes und des Kreisauer Kreises verwoben."
Joachim Scholtyseck, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. August 2007



"In seiner Biographie schildert der Theologe und Historiker Günter Brakelmann, mit welch unermüdlichem Einsatz und kommunikativen Geschick Moltke im „Kreisauer Kreis“ die Opposition aus beiden Kirchen mit Vertretern des sozialistischen und konservativen Widerstands zusammenbrachte. Ausgiebig und mit großer Ehrfurcht widmet sich Brakelmann Moltkes Entwürfen zur Neugestaltung Deutschlands."
Andreas Mix, Berliner Zeitung, 29. Mai 2007



"Zum 100. Geburtstag 2007 folgt nun eine neue Darstellung von Günter Brakelmann. Der Bochumer Zeithistoriker veröffentlicht seit einem Jahrzehnt Beiträge über den Kreisauer Kreis und kann sich für sein Buch auf neue persönliche und politische Dokumente stützen. Die persönlichsten sind die hier erstmals veröffentlichten Kindheitserinnerungen Moltkes (...)."
Hannes Schwenger, Der Tagesspiegel, 16. April 2007



"Diese spannend zu lesende Moltke-Biografie hat das Zeug zu einem wichtigen Standardwerk, das nicht nur dem Fachpublikum zu empfehlen ist."
Wolfgang Brinkel, zeitzeichen, März 2007



"Dem Bochumer Historiker Günter Brakelmann ist mit seinem Porträt von Moltke eine eindrucksvolle und lebensnahe Charakterstudie gelungen, die nicht nur neue Quellen berücksichtigt, sondern auch vorzüglich geschrieben ist. Mehr kann man nicht verlangen. "
Jacques Schuster, Die Welt, 17. März 2007



"Die hohen Erwartungen, die sich an Autor und Themas zwangsläufig richten, erfüllt das Buch in hervorragender Weise. (...) Brakelmann konnte bisher noch unveröffentlichte Briefe Moltkes an seine Frau Freya auswerten, so dass er einen mitunter fast minutiösen Ablauf der Ereignisse schildern kann: Immer wieder Gespräche bis tief in die Nacht, Expertisen und Gutachten, präzise Texte vor dem Treffen, dann auf praktische Politik bezogene Zusammenfassung der Tagesergebnisse. Die drei Treffen in Kreisau 1942 und 1943 gipfelten in der Festlegung, nach einem Umsturz müsse eine auf christlicher Basis gegründete Ordnung errichtet werden, dies in einem stark dezentralisierten Staat, der an Recht und Würde des einzelnen gebunden ist. Auch müsse die Wirtschaft dem Gemeinwohl verpflichtet sein und Deutschland seinen Platz in einem geeinten Europa haben. (...) Das vom Autor „con amore“ geschriebene Buch stellt den Leser unweigerlich vor die Frage, inwieweit Moltke nicht doch zu illusionär mit Blick auf eine politische Wende, in der Ablehnung eines Attentats auf Hitler oder in der Hoffung auf Zusammenarbeit mit den Westmächten gewesen ist. Mehr noch nötigt es aber Bewunderung für die außerordentliche Zivilcourage ab und für die ohne Furcht akzeptierte Konsequenz, den Widerstand gegen das Regime mit dem eigenen Leben zu bezahlen."
Dirk Klose, Das Parlament, 12. März 2007



"Günter Brakelmann hat sich schon mit zahlreichen biographischen Studien zum Kreisauer Kreis einen Namen gemacht. Nun legt der Bochumer Historiker und Theologe ein aufwendig gestaltetes und profund aus den historischen Zeugnissen gearbeitetes Lebensbild seines Hauptakteurs vor. (...)
Und dies steht natürlich im Zentrum des Buches: die eigentliche Aktivität des Kreisauer Kreises, die ihn neben dem militärischen Widerstand, der weißen Rose und der Roten Kapelle zu einer der bekanntesten oppositionellen Gruppen in Hitlers Terrorstaat gemacht hat. (...) dass Brakelmann mit einleuchtenden Zitaten eine gute Übersicht der Debatten liefert und damit gekonnt die mitunter komplexen staatstheoretischen Erwägungen in Kreisau einführt – ob es nun um die künftige Rolle der Religion in Deutschland geht, um die Frage nach der Verfassung oder der wirtschaftlichen Ordnung. Das alles blieb Theorie – und ist doch heute ein handfestes Beispiel für humanes Denken in totalitären Zeiten."
Felix Müller, Die Welt, 10. März 2007



"Die Darstellung ist empirisch dicht, klassisch und unprätentiös geschrieben und dürfte schnell zum Standardwerk über Moltke werden."
Stephan Malinowski, Deutschlandradio Kultur, 9. März 2007



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-55495-7

Erschienen am 24. April 2007

2., durchgesehene Auflage , 2007

432 S., mit 60 Abbildungen

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 9,95 € Kaufen

Brakelmann, Günter

Helmuth James von Moltke

1907-1945

Günter Brakelmann schildert anschaulich den ungewöhnlichen Lebensweg Helmuth James von Moltkes, der als Gründer und Vordenker des Kreisauer Kreises eine der faszinierendsten Gestalten des deutschen Widerstandes gegen Hitler ist. Das Buch läßt auf der Grundlage vieler neuer Quellen die charismatische Persönlichkeit Moltkes lebendig werden und macht sein Denken und Handeln, das sich allen weltanschaulichen Schubladen entzieht, im Kontext seiner Zeit verständlich. Mit dieser umfassenden Biographie liegt seit langem wieder ein Standardwerk zu Helmuth James von Moltke vor.
Geboren und aufgewachsen auf dem schlesischen Gut Kreisau, genoß Helmuth James von Moltke durch seine Mutter eine vorwiegend britische, liberale Erziehung. Schon früh engagierte sich der angehende Jurist sozial, knüpfte selbstbewußt Kontakte zu Politikern und Intellektuellen, übte offen Kritik an Hitlers Aufstieg und verzichtete schließlich auf die Richterlaufbahn, um nicht der NSDAP beitreten zu müssen. Als glänzender Anwalt in Berlin und London war er ebenso erfolgreich wie als Gutsherr von Kreisau, der den verschuldeten Besitz rettete. Das von der Aura des preußischen Generalfeldmarschalls von Moltke gleichsam beschirmte Gut wurde nach Kriegsbeginn Treffpunkt einer Gruppe von Gegnern des Nationalsozialismus. Gleichzeitig nutzte Moltke seinen Einsatz als Völkerrechtler im Oberkommando der Wehrmacht zu subversiven Tätigkeiten. Diese führten Anfang 1944 zu seiner Verhaftung. Am 23. Januar 1945 wurde Helmuth James von Moltke in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Günter Brakelmann beschreibt eindringlich das Leben des ebenso nachdenklichen wie mutig entschlossenen Widerständlers. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, die – zunehmend religiösen – Motive von Moltkes Denken und Handeln verständlich zu machen. Seine große Biographie ist darüber hinaus ein eindrucksvolles Porträt des Kreisauer Kreises. Mit dem Brief aus der Gestapo-Haft an seine Kinder „Wie alles war, als ich klein war“.

Webcode: https://www.chbeck.de/21325

Inhalt

Abkürzungen und Zitierweise
Vorwort

1. Creisau (1907–1925)
Preußische Tradition und englische Lebensart
Ein kleiner Junker
Politik und Christliche Wissenschaft
Ungeliebte Schulen

2. «Ich fühle mich verpflichtet» (1925–1929)
Studium in Breslau und Berlin
Im Schwarzwaldkreis
Die Schlesischen Arbeitslager
Ein junger Gutsherr
Reisen und Pläne
Das politische Weltbild eines jungen Demokraten

3. Ehemann – Gutsherr – Homo politicus (1929 –1939)
«Wir müssen heiraten!»
Privates Glück und zerstörte Hoffnungen
Im Lager von Jüterbog
Südafrika: Bleiben oder emigrieren?
Die Sanierung des Guts
Erkundungen in Europa
Eine politische Mission in Großbritannien
Blicke von England auf ein furchtbares Deutschland
Eine neue Existenz in London

4. Kriegsgegner und Kriegsverwaltungsrat (1939)
Kriegsbeginn und berufliche Neuorientierung
Als Völkerrechtler im Dienst des «Dritten Reichs»
«Ich habe mich maßlos querlegen müssen»
Der Weg in den Widerstand

5. Im Kreisauer Kreis (1940 –1941)
Der Freund: Peter Yorck von Wartenburg
Gespräche über den Staat
«Über die Grundlagen der Staatslehre»
Neue Freunde
Kollegen und Bündnispartner
Gewissensfragen

6. Arbeit an der Neuordnung Deutschlands (1941–1942)
Moltkes Memorandum «Ausgangslage, Ziele und Aufgaben»
«Der Mensch ist zur Gestaltung der Erde berufen»
Der Kreis erweitert sich
Das erste Kreisauer Pfingsttreffen
Die Stimmen der Kirchen gewinnen
Gewerkschafter und Jesuiten vereinen
Vielfältige Kontakte und Hans Adolf von Moltke
Vom Eigenwert der Landwirtschaft

7. Konspirative «Staatsreisen» (1940 –1942)
Brüssel, Paris und die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs
Mit Dietrich Bonhoeffer in Oslo und Stockholm
Ein Memorandum für Churchill
Kontaktpflege im Norden

8. Konflikte und Krisen (1942–1943)
Die zweite Kreisauer Tagung und die Trennung von Wilhelm Leuschner
Kreisauer Kreis und Goerdeler-Beck-Kreis
Attentat oder abwarten?

9. Reisen im Dienst des «anderen Deutschland» (Frühjahr 1943)
Über Skandinavien die Westmächte erreichen
Über Wien und Warschau nach Pulawy
Eine verhängnisvolle Reise nach Österreich
Harte Arbeit in den westlichen Kommandozentralen

10. Letzte Entwürfe und letzte Reisen (Sommer und Herbst 1943)
Die dritte Kreisauer Tagung
Carlo Mierendorffs «Sozialistische Aktion»
Grundsätze für die Neuordnung
Außenpolitik für die Nachkriegszeit
Außenpolitik im Krieg: erneute Reisen
Ungeduld und Angst im Norden
Über Istanbul endlich die Westmächte erreichen!

11. «Das Gefühl eines vollständigen Stillstandes überall» (Herbst und Winter 1943–1944)
Krise im Amt
Krise unter den Freunden
Die letzten Wochen in Freiheit

12. «Helmuth ist verreist» (1944 –1945)
Von Berlin nach Ravensbrück
Luther, die Bibel und Kant
Arbeit für das Amt
Ehemann, Vater und Patron
Der 20. Juli 1944
Verhöre und Berichte
Im Tegeler Totenhaus
Der Prozess und die Hinrichtung

Epilog: Die Stimme einer Amerikanerin

Helmuth James von Moltke: Wie alles war, als ich klein war

Anhang
Anmerkungen
Literatur
Zeittafel
Bildnachweis
Personenregister

Pressestimmen

"Im dritten Teil macht Günter Brakelmann überzeugend deutlich, dass es Moltke und den Kreisauern nicht nur um eine Überwindung des Nationalsozialismus ging, sondern um eine geistig-religiöse Erneuerung Deutschlands. Packend schildert er Moltkes verstärkte Hinwendung zum Christentum, vor allem während seiner Haft. Anhand von bisher unveröffentlichten Dokumenten zeigt er, welche Kraft Helmuth James von Moltke aus der Lektüre der Bibel zog."
Susanne von Schenck, Die Tageszeitung, 12./13. Januar 2008


"Günter Brakelmanns bewegende Biografie zeichnet das Bild eine lebenszugewandten, allem Geistigen und Schönen aufgeschlossenen Menschen, der im nationalsozialistischen Terrorsystem die Erfüllung der „unabweisbaren Aufgabe aller Rechtschaffenen, die Verbrechen klein zu halten“, mit dem Leben bezahlte. Der für ein breites Publikum geschriebene, mit Fotos, Zeittafeln und Register ausgestattete Band ist eine in vielerlei Hinsicht empfehlenswerte Lektüre."
Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau, 7. März 2007


"Brakelmann schildert behutsam und einfühlsam Moltkes Lebensweg vom späteren Kaiserreich bis zur Hinrichtung am 23. Januar 1945. (...) Die eindrucksvolle und lebensnahe Biographie aus der Feder Günter Brakelmanns richtete sich an breites Publikum und zeichnet den Menschen, nicht so sehr den Politiker, und dessen persönlichen Lebensweg. Er spiegelt die Brüche der deutschen Geschichte, den Willen neue Herausforderungen zu bestehen und sich einem zutiefst unrechtmäßigen politischen System zu widersetzen. (...) Der gut bebilderte und glänzend aufgemachte Band öffnet den Zugang zu einem noch immer zu Unrecht hinter dem Attentat des 20. Juli 1944 zurückstehen – den Teil der Geschichte des deutschen Widerstandes gegen Hitler."
Hans Mommsen, Süddeutsche Zeitung, 29. Januar 2007


"[Brakelmann] hat eine Vielzahl neuer Quellen erschlossen, darunter bislang nicht publizierte Briefe an Freya von Moltke aus der Haft in Ravensbrück. Unter Berücksichtigung der aktuellen Tendenzen der Forschung zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus werden diese Quellen zu einem überzeugenden und gut lesbaren Lebensbild Moltkes und des Kreisauer Kreises verwoben."
Joachim Scholtyseck, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. August 2007


"In seiner Biographie schildert der Theologe und Historiker Günter Brakelmann, mit welch unermüdlichem Einsatz und kommunikativen Geschick Moltke im „Kreisauer Kreis“ die Opposition aus beiden Kirchen mit Vertretern des sozialistischen und konservativen Widerstands zusammenbrachte. Ausgiebig und mit großer Ehrfurcht widmet sich Brakelmann Moltkes Entwürfen zur Neugestaltung Deutschlands."
Andreas Mix, Berliner Zeitung, 29. Mai 2007


"Zum 100. Geburtstag 2007 folgt nun eine neue Darstellung von Günter Brakelmann. Der Bochumer Zeithistoriker veröffentlicht seit einem Jahrzehnt Beiträge über den Kreisauer Kreis und kann sich für sein Buch auf neue persönliche und politische Dokumente stützen. Die persönlichsten sind die hier erstmals veröffentlichten Kindheitserinnerungen Moltkes (...)."
Hannes Schwenger, Der Tagesspiegel, 16. April 2007


"Diese spannend zu lesende Moltke-Biografie hat das Zeug zu einem wichtigen Standardwerk, das nicht nur dem Fachpublikum zu empfehlen ist."
Wolfgang Brinkel, zeitzeichen, März 2007


"Dem Bochumer Historiker Günter Brakelmann ist mit seinem Porträt von Moltke eine eindrucksvolle und lebensnahe Charakterstudie gelungen, die nicht nur neue Quellen berücksichtigt, sondern auch vorzüglich geschrieben ist. Mehr kann man nicht verlangen. "
Jacques Schuster, Die Welt, 17. März 2007


"Die hohen Erwartungen, die sich an Autor und Themas zwangsläufig richten, erfüllt das Buch in hervorragender Weise. (...) Brakelmann konnte bisher noch unveröffentlichte Briefe Moltkes an seine Frau Freya auswerten, so dass er einen mitunter fast minutiösen Ablauf der Ereignisse schildern kann: Immer wieder Gespräche bis tief in die Nacht, Expertisen und Gutachten, präzise Texte vor dem Treffen, dann auf praktische Politik bezogene Zusammenfassung der Tagesergebnisse. Die drei Treffen in Kreisau 1942 und 1943 gipfelten in der Festlegung, nach einem Umsturz müsse eine auf christlicher Basis gegründete Ordnung errichtet werden, dies in einem stark dezentralisierten Staat, der an Recht und Würde des einzelnen gebunden ist. Auch müsse die Wirtschaft dem Gemeinwohl verpflichtet sein und Deutschland seinen Platz in einem geeinten Europa haben. (...) Das vom Autor „con amore“ geschriebene Buch stellt den Leser unweigerlich vor die Frage, inwieweit Moltke nicht doch zu illusionär mit Blick auf eine politische Wende, in der Ablehnung eines Attentats auf Hitler oder in der Hoffung auf Zusammenarbeit mit den Westmächten gewesen ist. Mehr noch nötigt es aber Bewunderung für die außerordentliche Zivilcourage ab und für die ohne Furcht akzeptierte Konsequenz, den Widerstand gegen das Regime mit dem eigenen Leben zu bezahlen."
Dirk Klose, Das Parlament, 12. März 2007


"Günter Brakelmann hat sich schon mit zahlreichen biographischen Studien zum Kreisauer Kreis einen Namen gemacht. Nun legt der Bochumer Historiker und Theologe ein aufwendig gestaltetes und profund aus den historischen Zeugnissen gearbeitetes Lebensbild seines Hauptakteurs vor. (...)
Und dies steht natürlich im Zentrum des Buches: die eigentliche Aktivität des Kreisauer Kreises, die ihn neben dem militärischen Widerstand, der weißen Rose und der Roten Kapelle zu einer der bekanntesten oppositionellen Gruppen in Hitlers Terrorstaat gemacht hat. (...) dass Brakelmann mit einleuchtenden Zitaten eine gute Übersicht der Debatten liefert und damit gekonnt die mitunter komplexen staatstheoretischen Erwägungen in Kreisau einführt – ob es nun um die künftige Rolle der Religion in Deutschland geht, um die Frage nach der Verfassung oder der wirtschaftlichen Ordnung. Das alles blieb Theorie – und ist doch heute ein handfestes Beispiel für humanes Denken in totalitären Zeiten."
Felix Müller, Die Welt, 10. März 2007


"Die Darstellung ist empirisch dicht, klassisch und unprätentiös geschrieben und dürfte schnell zum Standardwerk über Moltke werden."
Stephan Malinowski, Deutschlandradio Kultur, 9. März 2007