Füchse sind ein Stück wilde Natur, dem wir inmitten der menschlichen Zivilisation begegnen können. Immer mehr erobern sie sich auch in Deutschland die Städte – doch Moment mal, wer ist hier eigentlich der Eindringling? In Wirklichkeit haben wir Menschen uns immer weiter in die Lebensräume der Füchse ausgebreitet. Adele Brand, die man die Botschafterin der Füchse im Reich der Menschen nennen könnte, hat diese Tiere als Ökologin auf vier Kontinenten studiert, hat verwaiste Fuchswelpen aufgezogen und verletzte Füchse gepflegt. In ihrem so klugen wie glänzend geschriebenen Buch reist sie mit uns durch den Kosmos der Füchse und plädiert leidenschaftlich für ein respektvolles Zusammenleben von Mensch und wilder Natur.

1. Was haben Sie im Studium fürs Leben gelernt?
Wenn jemand eine dramatische Behauptung über eine wissenschaftliche Angelegenheit aufstellt, schau dir immer die Ausgangsdaten an, um zu prüfen, ob diese Behauptung wirklich stimmt.
 

2. Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Himbeerenpflücken auf einem Bauernhof in der Nähe.

 

3. Wie sieht ein gelungener Tag in Ihrem Leben aus?
Ein langer Spaziergang in einer Landschaft mit Wildblumen und zerklüfteten Bergen, dann ein gemütliches Gespräch in der Familie und schließlich ein wenig Schreiben mit heißer Schokolade.
 

4. Was möchten sie immer wieder tun?
Es ist für mich eine Tradition, jedes Jahr nach dem Orion und den anderen gut sichtbaren Konstellationen des Winterhimmels Ausschau zu halten. Astronomie ist eine faszinierende Sache.

 

5. Was ertragen Sie nur mit Humor?
Den Bahnservice in meiner Gegend. Vielleicht war er mal pünktlich, als meine Vorfahren ihn benutzten, aber seit Menschengedenken war er das nicht mehr.

 

6. Welche drei Geister würden Sie gern zum Dinner einladen?
Einen der Maler, die in der Höhle von Lascaux gearbeitet haben, den ersten Pfarrer der eintausend Jahre alten Kirche in meinem Dorf und Jules Verne.
 

7. Der beste Ort der Welt, der beste Ort in Ihrem Dorf?
Es fällt mir schwer, nur einen zu wählen, denn viele Orte haben mich aus unterschiedlichen Gründen beeindruckt. Die windgepeitschten Prärien im Süden Kanadas, das herrschaftliche Mattertal in der Schweiz und die zeitvergessenen Dörfer Transsilvaniens kommen mir gerade in den Sinn. In meinem Dorf gibt es einen alten Fußweg, der durch Wiesen voller wilder Pflanzen und Tiere führt.

8. Welche Künstler beeindrucken Sie?
Ist es sehr seltsam, wenn ich antworte: das Meer? Von den winzigsten Mustern im Sand bis hin zu den Brandungstoren vor der kalkhaltigen Südküste Großbritanniens ist es eine Quelle der Inspiration und des Staunens.
 

9. Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen am meisten?
Empathie, Glaubwürdigkeit und Gedankentiefe.
 

10. Ihr liebstes Smalltalk-Thema?
In der Praxis wahrscheinlich das Wetter (wie bei den meisten Briten!).
 

11. Ein unvergesslicher Ort, an dem Sie waren?
Es gibt ein Dorf in der Wildnis Westkanadas, in dem ich das Beste und das Schlimmste im Zusammenleben von Menschen und Wildtieren gesehen habe. Ich habe dort einen Sommer lang gelebt und bekam vieles zu sehen, was schwierig war – und mich animierte, mich für die Verringerung von Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren einzusetzen.
 

12. Was für eine Art Leser waren Sie als Kind?
In der Schule war ich dafür bekannt, die Pausen im Gang mit einem Buch zu verbringen! Ich war ein großer Fan der „Chroniken von Narnia“ (C. S. Lewis) und der Reihe „Swallows and Amazons“ (Arthur Ransome). Ich las auch viele Sachbücher über Tiere, und je dicker das Buch, desto besser!

13. Welche Bücher stehen gerade ganz weit oben auf Ihrer Leseliste?
Im Moment freue ich mich auf die Lektüre von „The Missing Lynx. The Past and Future of Britain’s Lost Mammals“ von Ross Barnett.
 

14. Ihr Lieblingsmuseum?
Ich denke, hier sollte ich einfach die ganze Stadt York nominieren, weil sie voll von ausgezeichneten Museen ist.


15. Ihr Lieblingskomponist?
Edward Elgar. Auch das Werk von Ludovico Einaudi mag ich sehr.


16. Welches Buch würde niemand in Ihrer Bibliothek erwarten?
"Life in the Medieval Cloister" von Julie Kerr. Ich erkunde gerne das Leben der Menschen in der Vergangenheit.


17. Ein Buch, das Ihr Leben verändert hat?
"Wolf Country. Eleven Years Tracking the Algonquin Wolves" von den beiden kanadischen Biologen John und Mary Theberge. Ein beeindruckender und ernüchternder Einblick nicht nur in eine bedrohte Tierart, sondern auch in die Frage, wie man reagiert, wenn Menschen eine leidenschaftliche Feindschaft gegenüber wilden Tieren entwickeln. Wegen dieses Buches habe ich mich im kanadischen Naturschutz engagiert, und das hat mein Verständnis von Wildtieren auch in Europa geprägt.

 

 

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Wir, deren Welt sich mit dem Lebensraum der Füchse überschneidet, wir alle werden von den Füchsen als Nachbarn toleriert. Die Frage ist: Sind wir bereit, umgekehrt auch sie zu tolerieren?