<p style="text-align: center;"><span>© Kayana Szymczak/NYT/Redux/laif</span></p>

© Kayana Szymczak/NYT/Redux/laif

Jill Lepore scheut keine Kontroversen. Ihren historischen Sachverstand nutzt sie nicht nur zum Schreiben ihrer Werke zur amerikanischen Geschichte, sie bringt ihn auch mit Leidenschaft und Verve in aktuelle Debatten ein. 2010 veröffentlichte sie eine Streitschrift, in der sie scharf Stellung gegen die Instrumentalisierung der Amerikanischen Revolution durch die Tea-Party-Bewegung bezog. Neben ihrer Tätigkeit als Professorin für amerikanische Geschichte an der Harvard University seziert sie in ihren Beiträgen für den New Yorker regelmäßig Entwicklungen in der amerikanischen Politik, Geschichte und Literatur.
Wie wenigen anderen Historikern gelingt es ihr dabei, profunde Quellenkenntnis und sprachliche Eleganz miteinander zu vereinen. Ihr frühester Berufswunsch, sagte sie einmal gegenüber der New York Times, sei Schriftstellerin gewesen. Ihre Freude, stilsicher zu formulieren, findet sich in ihren Büchern und Artikeln daher ebenso wieder wie ihr Drang, gründlich zu forschen – eine seltene Kombination, die man sich in der Geschichtswissenschaft öfter wünschen würde. Jill Lepore lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Cambridge, Massachusetts.

1. Was haben Sie in Ihrem Studium fürs Leben gelernt?
Während meiner Zeit an der graduate school habe ich gelernt, von Bohnen und Reis zu leben und eine Wohnung mit einem Gasofen zu heizen. Ich würde das nicht weiterempfehlen.
 

2. Wie haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Ich habe Zeitungen ausgetragen, als ich ein Kind war. Als Kind hatte ich tausende von Jobs. Ich habe als Zimmermädchen, Sekretärin, Schuhverkäuferin und Pferdestallfegerin gearbeitet. Ich habe alles Mögliche gemacht.

 

3. Wie sieht ein gelungener Tag in Ihrem Leben aus?
Ein Tag in Pyjamas.
 

4. Was nehmen Sie sich immer wieder vor?
Einen Tennisball für meinen Hund zu werfen. 

 

5. Was ertragen Sie nur mit Humor?
Cocktail-Partys?

 

6. Ein großes "Beinahe" in Ihrem Leben?
Ich habe direkt nach dem College beinahe eine Stelle als Zeitungsredakteurin bekommen. Ich war die zweite Wahl. Wenn ich diese Stelle bekommen hätte, hätte ich nie eine graduate school besucht.  
 

7. Der beste Ort der Welt?
Der beste Ort der Welt ist Vermont.

8. Welche Künstler beeindrucken Sie?
Meine Freundin Adrianna Alty.

 

9. Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen am meisten?
Wärme.

 

10. Ihr liebstes Smaltalk-Thema?
Oh je. Das Thema, wie schrecklich Small-Talk ist.
 

11. Welcher Illusion geben Sie sich gerne hin?
Dass Menschen gut sind.
 

12. Welche Zeitungen, Magazine und Blogs lesen Sie?
Den New Yorker, die New York Times, die Washington Post, den Economist und den Guardian.
 

13. Ihre Lieblingsbuchhandlung?
Powells Books.
 

14. Ihr Lieblingsmuseum?
Das Museum, in dem ich in meinem Leben den meisten Spaß hatte, ist das Children’s Museum in Portsmouth, New Hampshire.


15. Welchen Satz haben Sie sich zuletzt aus einem Buch notiert?
Ein Rezept zur Zubereitung eines vietnamesischen Gurkensalats.


16. Welches Buch würde niemand in Ihrer Bibliothek erwarten?
Die unveröffentlichten Memoiren meines Vaters. 


17. Ein Buch, das Ihr Leben verändert hat?
Tristram Shandy.

 

 

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Die Vergangenheit ist ein Erbe, ein Geschenk und eine Bürde. Man kann ihr nicht ausweichen. Man nimmt sie überallhin mit. Es gibt keinen anderen Weg, als sie kennenzulernen.
Jill Lepore