Wer als Publizist selbst zur Feder greift und historische Werke schreibt, der wird von den Fachleuten gern skeptisch beäugt.  Volker Ullrich hatte dieses Problem nie. Der promovierte Historiker, der viele Jahre das Ressort "Das politische Buch" der Wochenzeitung "Die Zeit" leitete, hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er sich auch als Journalist hohen fachlichen Ansprüchen verpflichtet fühlt. Seine akribisch aus den Quellen gearbeitete Hitler-Biographie gilt vielen als die beste. Nirgendwo aber kommt Ullrichs Fähigkeit, historische Forschung in aufregende Lektüre zu verwandeln, besser zur Entfaltung als in seinem jüngsten Buch. Acht Tage im Mai ist eine rasante Zeitreise in die letzte Woche des Dritten Reiches und zugleich ein präzise recherchiertes Stück Zeitgeschichte. Volker Ullrich wurde für seine Arbeiten mit dem Alfred-Kerr-Preis und mit der Ehrendoktorwürde der Friedrich-Schiller-Universität Jena ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau in Hamburg.

1. Was haben Sie im Studium fürs Leben gelernt?
Sich für viele Anregungen offen zu halten.
 

2. Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als Barkeeper in einem Hotel.

 

3. Wie sieht ein gelungener Tag in Ihrem Leben aus?
Mit der Familie zusammen feiern.
 

4. Was nehmen Sie sich immer wieder vor? 
Auszuspannen.

 

5. Was ertragen Sie nur mit Humor?
Selbstgerechtigkeit.

6. Ein großes "Beinahe" in Ihrem Leben?
Querschnittsgelähmt nach einem schweren Unfall.

 

7. Der beste Ort in Hamburg?
Der Elbwanderweg von Ottensen bis Blankenese.
 

8. Welche Künstler beeindrucken Sie?
Thomas Mann, Daniel Barenboim.

9. Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen am meisten?
Loyalität.
 

10. Ihr liebstes Smalltalk-Thema?
Das Wetter.
 

11. Welcher Illusion geben Sie sich gerne hin?
Dass Menschen aus der Geschichte lernen.
 

12. Welche Zeitungen, Magazine und Blogs lesen Sie?
Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, DIE ZEIT, Spiegel/FAZ/Welt-Online.
 

13. Ihre Lieblingsbuchhandlung?
"Das Buch" - Hamburg-Eppendorf

14. Ihr Lieblingsmuseum?
Bucerius Kunst Forum in Hamburg.
 

15. Welchen Satz haben Sie sich zuletzt aus einem Buch notiert?
"Solch ein fertiges Buch ist ein Stück erledigtes Leben. Vielleicht ein Stück Bleiben. Irgendwo in einem Staubwinkel einer Bibliothek ‚lebt’ man weiter." aus: Victor Klemperer: Tagebücher 1918 - 1924 vom 22.10.1922 


16. Welches Buch würde niemand in Ihrer Bibliothek erwarten?
Der Koran.


17. Ein Buch, das Ihr Leben verändert hat?
Fritz Fischer: "Griff nach der Weltmacht."

 

 

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Am 30. April, um 18.35 Uhr, ging im Hauptquartier des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Karl Dönitz, ein Telegramm Martin Bormanns ein: ‚Anstelle des bisherigen Reichsmarschalls Göring setzte der Führer Sie, Herr Großadmiral, als seinen Nachfolger ein. Schriftliche Vollmacht unterwegs.‘ Dass Hitler bereits seit drei Stunden tot war, verschwieg Bormann.