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Huizinga, Johan

Holländische Kultur im siebzehnten Jahrhundert

Eine Skizze

Johan Huizingas Kulturgeschichte des Goldenen Zeitalters der Niederlande ist eines der Meisterwerke des berühmten Kulturhistorikers. Mit seinem bekanntesten Buch, Herbst des Mittelalters, teilt dieses knappe Porträt die beeindruckende Weite des Blicks und den literarischen Glanz der Darstellung. Wie konnte es in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts zu der Blüte der Kultur kommen, die wir etwa in den Bildern Vermeers oder Rembrandts noch heute bestaunen? Huizinga beleuchtet ihre sozialen, wirtschaftlichen, politischen und militärischen Voraussetzungen und schildert das religiöse Leben des Landes. Vor diesem Hintergrund läßt er ein facettenreiches Bild von Literatur und Kunst der Zeit entstehen. Huizingas charmantes Epochenporträt wird hier nach langer Zeit endlich wieder in deutscher Sprache zugänglich gemacht. Ein neues Nachwort von Bernd Roeck erläutert die bleibende Bedeutung des Werkes.
Von Johan Huizinga. Mit einem Nachwort von Bernd Roeck. Aus dem Niederländischen von Werner Kaegi.

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Bibliografie

978-3-406-54756-0

Erschienen am 15. Februar 2007

208 S., mit 28 Abbildungen

Softcover

Bibliografische Reihen

Schlagwörter

Broschur 14,90 € Kaufen
Inhalt
ERSTES KAPITEL
Wie konnte dieses Land der Boden werden für eine Kultur, die gleich nach der Geburt von Staat und Nation kulminierte? Paßt diese Kultur in den Begriff Barock? Grundlagen und Voraussetzungen der Blüte. Lage und Bodenbeschaffenheit. Beschränktheit des Gebietes. Ungleicher Anteil der Gemeinwesen am Kulturprozeß. Der Faktor der Seefahrt und der Binnengewässer. Übergewicht des städtischen Elements. Relativ geringer Großgrundbesitz. Bauern und Adlige. Die Geistlichkeit als Stand nicht stark verwurzelt. Der Kaufhandel im Vorsprung. Vom Handelsstand zum Patriziat. Der Krieg gegen Spanien kein hemmender Faktor für das Wachstum des Handels. Die Vorstellungen über Volkswirtschaft unmodern, ja mittelalterlich. Die geschäftliche Organisation eher veraltet als fortschrittlich. Der Merkantilismus übersprungen. Aufblühen der Industrie trotz dem Zunftsystem. Das Übergewicht Hollands. Fehlen und Mißlingen der Zentralisation. – Die Republik politisch konservativ. Einheiten der Autorität und der Verwaltung im engen Kreis. Die Trennung zwischen Nord und Süd. Die Union von Utrecht. Provinziale Souveränität. Die Stadhouderschaft. Die Staaten. Der Ratspensionär. Wohlfahrts- und Friedenspolitik. Oranien. Vorsprung der Republik vor den anderen Ländern Europas. Ende dieser Stellung.

ZWEITES KAPITEL
Der soziale Typus der Nation. Wenig militärisch trotz den langen und vielen Kriegen. In der Armee die Ausländer zahlreich. Der Dienst zur See wirkt sozial amalgamierend. Land- und Seekrieg im Spiegel der Kunst. Hofleben um den Stadhouder. Oranien und die städtische Aristokratie. Der Landadel. Leben des Patriziats. Amsterdam. Verlust der Städteschönheit. Macht und Stolz der Städte. Keine scharfen Standesgrenzen. Der Regent bleibt bürgerlich. Konsumenten und Produzenten der Kultur. Verlust alter Volkskultur. Schützengesellschaft und Rhetorikerkammer. Der Klassizismus als Schmuck des Lebens. Constantijn Huygens als sozialer Typus. Maler und Dichter. Das Übergewicht von Malerei und Graphik in den bescheidenen sozialen Verhältnissen begründet. Die Malerei überall verbreitet.

DRITTES KAPITEL
Das kirchliche Leben wischt Standesgrenzen einigermaßen aus. Die Prädikanten und die öffentliche Meinung. Anteil des Calvinismus an unsrer Kultur. Der Calvinismus nicht Staatskirche. Ausbreitung der Reformation. Die Katholiken und die übrigen protestantisch Gesinnten. Die Täufer. Die Juden. Der Sieg der Contra-Remonstranten sozial und kulturell ein bloßer Kompromiß. Vergleich mit England. Kirche und Hochschule. Kirche und Volkskultur. Der Calvinismus und die Kunst.

VIERTES KAPITEL
Die Menschen und die Dinge. Einfachheit und Ruhe. Spiegelung des täglichen Lebens in der Literatur. Constantijn Huygens. Jacob Cats. Brederoo. Hooft. Vondel. Hugo de Groot. Bedeutung und Funktion der Literatur. Das Aufkommen der Naturwissenschaft. Christian Huygens.

FÜNFTES KAPITEL
Was suchte und was sah man in der Malerei? Die Gedanken über die Kunst noch primitiv. Die Freude an Farbe und Linie. Bedeutung der Abbildung an sich. Bedeutung des Gegenstandes. Bestimmung des Gemäldes. Die Sammlung. Man sucht nicht in erster Linie den Meister, sondern das Sujet. Art des Schönheitsgefühls. Naturtreue. Bedeutungsgehalt des Gegenstandes. Die Funktion der Malerei bestimmt Format, Phantasie und Gegenstand. Biblische Vorstellungen. Realismus? Frans Hals. Vermeer. Die Landschaft. Die Ausbildung im Malerfach. Die Graphik. Der Radierer am freiesten von Stil und Konvention. Die Grenzen von Rembrandts Genie. Seine Phantasie. Die Radierungen. Rembrandt und der Barock. Die Bildhauerei. Die Baukunst. Das Giebelhaus. Kirchenbau. Rathäuser usw. Die Türme. Das Stadtbild. Das fremde Vorbild gewinnt.

SECHSTES KAPITEL
Das Ende der Blüteperiode. Was verursacht das Sinken der hohen Qualität der Kultur? Die Nachahmung Frankreichs? Nochmals: Holland und der Zeitstil. Der Klassizismus. Schwächung des Geschmacks und des Könnens. Der große Niedergang. Die Prosa. Geistige Veränderung. Verdorrung des Glaubens. Die große Ruhe. Das Landleben. Der Rentner. Der Schlummer des achtzehnten Jahrhunderts. Der Wert der Kulturgewinne des achtzehnten Jahrhunderts meist unterschätzt. Goldenes Zeitalter?

NACHWORT DES ÜBERSETZERS

FRAGMENTE AUS DEM TEXT DER ERSTEN FASSUNG

VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN

NACHWORT VON BERND ROECK

Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-54756-0

Erschienen am 15. Februar 2007

208 S., mit 28 Abbildungen

Softcover

Softcover 14,90 € Kaufen

Huizinga, Johan

Holländische Kultur im siebzehnten Jahrhundert

Eine Skizze

Johan Huizingas Kulturgeschichte des Goldenen Zeitalters der Niederlande ist eines der Meisterwerke des berühmten Kulturhistorikers. Mit seinem bekanntesten Buch, Herbst des Mittelalters, teilt dieses knappe Porträt die beeindruckende Weite des Blicks und den literarischen Glanz der Darstellung. Wie konnte es in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts zu der Blüte der Kultur kommen, die wir etwa in den Bildern Vermeers oder Rembrandts noch heute bestaunen? Huizinga beleuchtet ihre sozialen, wirtschaftlichen, politischen und militärischen Voraussetzungen und schildert das religiöse Leben des Landes. Vor diesem Hintergrund läßt er ein facettenreiches Bild von Literatur und Kunst der Zeit entstehen. Huizingas charmantes Epochenporträt wird hier nach langer Zeit endlich wieder in deutscher Sprache zugänglich gemacht. Ein neues Nachwort von Bernd Roeck erläutert die bleibende Bedeutung des Werkes.
Von Johan Huizinga. Mit einem Nachwort von Bernd Roeck. Aus dem Niederländischen von Werner Kaegi.
Webcode: https://www.chbeck.de/18420

Inhalt

ERSTES KAPITEL
Wie konnte dieses Land der Boden werden für eine Kultur, die gleich nach der Geburt von Staat und Nation kulminierte? Paßt diese Kultur in den Begriff Barock? Grundlagen und Voraussetzungen der Blüte. Lage und Bodenbeschaffenheit. Beschränktheit des Gebietes. Ungleicher Anteil der Gemeinwesen am Kulturprozeß. Der Faktor der Seefahrt und der Binnengewässer. Übergewicht des städtischen Elements. Relativ geringer Großgrundbesitz. Bauern und Adlige. Die Geistlichkeit als Stand nicht stark verwurzelt. Der Kaufhandel im Vorsprung. Vom Handelsstand zum Patriziat. Der Krieg gegen Spanien kein hemmender Faktor für das Wachstum des Handels. Die Vorstellungen über Volkswirtschaft unmodern, ja mittelalterlich. Die geschäftliche Organisation eher veraltet als fortschrittlich. Der Merkantilismus übersprungen. Aufblühen der Industrie trotz dem Zunftsystem. Das Übergewicht Hollands. Fehlen und Mißlingen der Zentralisation. – Die Republik politisch konservativ. Einheiten der Autorität und der Verwaltung im engen Kreis. Die Trennung zwischen Nord und Süd. Die Union von Utrecht. Provinziale Souveränität. Die Stadhouderschaft. Die Staaten. Der Ratspensionär. Wohlfahrts- und Friedenspolitik. Oranien. Vorsprung der Republik vor den anderen Ländern Europas. Ende dieser Stellung.

ZWEITES KAPITEL
Der soziale Typus der Nation. Wenig militärisch trotz den langen und vielen Kriegen. In der Armee die Ausländer zahlreich. Der Dienst zur See wirkt sozial amalgamierend. Land- und Seekrieg im Spiegel der Kunst. Hofleben um den Stadhouder. Oranien und die städtische Aristokratie. Der Landadel. Leben des Patriziats. Amsterdam. Verlust der Städteschönheit. Macht und Stolz der Städte. Keine scharfen Standesgrenzen. Der Regent bleibt bürgerlich. Konsumenten und Produzenten der Kultur. Verlust alter Volkskultur. Schützengesellschaft und Rhetorikerkammer. Der Klassizismus als Schmuck des Lebens. Constantijn Huygens als sozialer Typus. Maler und Dichter. Das Übergewicht von Malerei und Graphik in den bescheidenen sozialen Verhältnissen begründet. Die Malerei überall verbreitet.

DRITTES KAPITEL
Das kirchliche Leben wischt Standesgrenzen einigermaßen aus. Die Prädikanten und die öffentliche Meinung. Anteil des Calvinismus an unsrer Kultur. Der Calvinismus nicht Staatskirche. Ausbreitung der Reformation. Die Katholiken und die übrigen protestantisch Gesinnten. Die Täufer. Die Juden. Der Sieg der Contra-Remonstranten sozial und kulturell ein bloßer Kompromiß. Vergleich mit England. Kirche und Hochschule. Kirche und Volkskultur. Der Calvinismus und die Kunst.

VIERTES KAPITEL
Die Menschen und die Dinge. Einfachheit und Ruhe. Spiegelung des täglichen Lebens in der Literatur. Constantijn Huygens. Jacob Cats. Brederoo. Hooft. Vondel. Hugo de Groot. Bedeutung und Funktion der Literatur. Das Aufkommen der Naturwissenschaft. Christian Huygens.

FÜNFTES KAPITEL
Was suchte und was sah man in der Malerei? Die Gedanken über die Kunst noch primitiv. Die Freude an Farbe und Linie. Bedeutung der Abbildung an sich. Bedeutung des Gegenstandes. Bestimmung des Gemäldes. Die Sammlung. Man sucht nicht in erster Linie den Meister, sondern das Sujet. Art des Schönheitsgefühls. Naturtreue. Bedeutungsgehalt des Gegenstandes. Die Funktion der Malerei bestimmt Format, Phantasie und Gegenstand. Biblische Vorstellungen. Realismus? Frans Hals. Vermeer. Die Landschaft. Die Ausbildung im Malerfach. Die Graphik. Der Radierer am freiesten von Stil und Konvention. Die Grenzen von Rembrandts Genie. Seine Phantasie. Die Radierungen. Rembrandt und der Barock. Die Bildhauerei. Die Baukunst. Das Giebelhaus. Kirchenbau. Rathäuser usw. Die Türme. Das Stadtbild. Das fremde Vorbild gewinnt.

SECHSTES KAPITEL
Das Ende der Blüteperiode. Was verursacht das Sinken der hohen Qualität der Kultur? Die Nachahmung Frankreichs? Nochmals: Holland und der Zeitstil. Der Klassizismus. Schwächung des Geschmacks und des Könnens. Der große Niedergang. Die Prosa. Geistige Veränderung. Verdorrung des Glaubens. Die große Ruhe. Das Landleben. Der Rentner. Der Schlummer des achtzehnten Jahrhunderts. Der Wert der Kulturgewinne des achtzehnten Jahrhunderts meist unterschätzt. Goldenes Zeitalter?

NACHWORT DES ÜBERSETZERS

FRAGMENTE AUS DEM TEXT DER ERSTEN FASSUNG

VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN

NACHWORT VON BERND ROECK