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Kakar, Sudhir

Freud lesen in Goa

Spiritualität in einer aufgeklärten Welt

Spiritualität in einer aufgeklärten Welt

Sudhir Kakar, der bekannteste Psychoanalytiker Indiens, untersucht ein Phänomen, das lange Zeit in der Psychoanalyse vernachlässigt wurde: das Zusammenspiel von Psyche und Geist. Er betrachtet dieses Zusammenspiel in unterschiedlichen Kontexten: durch Heilung emotionaler Störungen, in religiösen Ritualen und in den Leben von drei bekannten spirituellen Meistern – dem im 16. Jahrhundert lebenden tibetisch-buddhistischen Drukpa Kunley, dem indischen Guru Bhagwan oder Osho und Mahatma Gandhi
Religion und Spiritualität waren zwar immer schon ein Thema der Psychologie, aber das rationalistische Verständnis des Menschen ließ wenig Spielraum für eine ernsthafte Beschäftigung mit „höheren“ Mächten. Heute kann man offen zugeben, daß das Leben auch Sinnsuche ist, und die Psychologie erkennt spirituelle Potentiale der Psyche durchaus an. Wie kann man das Verhältnis von „romantischen“ und „rationalistischen“ Bedürfnissen beschreiben? Was bedeutet die Suche nach Authentizität? Sudhir Kakar beginnt seine Erkundung in Poona mit der Geschichte des Begründers des „spiritualistischen Marktes“ Rajneesh, später Bhagwan oder Osho genannt. Worin lag seine unglaubliche Anziehungskraft vor allem für Teile der westlichen  Eliten? Welche Rolle spielten Narzissmus und Egozentrismus in seiner Lehre? Und wie sieht es mit der praktischen Spiritualität eines Mahatma Gandhi aus, die sich weniger in Meditation und Kontemplation als vielmehr in einer alltagspraktischen Aufmerksamkeit äußerte? Worin unterscheiden sich diese „Gurus“ und ihre Lehren von der westlichen Auffassung von „den Alltag hinter sich lassen und an einer anderen, erlösenden Welt partizipieren“? Sudhir Kakar stellt die unterschiedlichen Zugangsweisen nicht gegeneinander, sondern beschreibt ihre Intentionen und den Weg, wie sie sich ergänzen und bereichern. Tatsächlich ist so ein Buch über die Versöhnung von Geist und Psyche entstanden.
Von Sudhir Kakar. Aus dem Englischen von Katharina Poggendorf-Kakar.

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Bibliografie

978-3-406-57072-8

Erschienen am 17. März 2008

188 S.

Hardcover

Hardcover 19,90 € Kaufen
Inhalt

1 Einleitung
2 Die Kindheit eines spirituell inkorrekten Gurus: Osho
3 Der Heilige und die Verführung:
   Die Legende des Drukpa Kunley – 1. Teil
4 Begehren und spirituelle Suche:
   Die Legende des Drukpa Kunley – 2. Teil
5 Gandhi
   oder Die Kunst der praktischen Spiritualität
6 Empathie in der Psychoanalyse
   und in der spirituellen Heilung
7 Der Nutzen von Ritualen
8 Religion und Psyche: Freud lesen in Goa
9 Geist und Psyche: Ein Nachwort

Danksagung
Anmerkungen
Literatur

Pressestimmen

Pressestimmen

"Sudhir Kakar betritt damit ein Terrain interessanter Diskussionen, für die er durch Ausbildung und Erfahrung prädestiniert ist. (...) Der Band [ist] höchst anregend und sollte nicht nur die Goa-Fraktion interessieren können."
Martin Kämpchen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Februar 2009



"Glänzend erhellt der Psychoanalytiker Kakar etwa die charismatische Gestalt des Gurus Rajneesh, der als Bhagwan von Poona Scharen von westlichen Sinnsuchern in seinen Bann zog. Und ebenso überzeugend vermittelt der indische Autor die „praktische Spiritualität“ eines Mahatma Ghandi, dessen private Obsessionen aus psychologischer Sicht gern als zwanghaft belächelt werden. Doch das eigentlich Anliegen Kakars ist eine wenig bemerkte Gemeinsamkeit von West und Ost: jenes für seelische Heilung zentrale Element der Empathie, das die westliche Psychotherapie mit der spirituellen Suche des Ostens teilt."
Kathrin Meier- Rust, NZZ Bücher am Sonntag, 28. September 2008



"Kakar (...) schreibt elegant und uneitel, und er hat ein ernstes Anliegen, von dem er überzeugt ist: Der Westen darf seine spirituellen Potentiale nicht brachliegen lassen, und Asien stünde ein wenig analytische Rationalität in individuellen und kollektiven Heilungsprozessen auch gut an. (...)
Eine so freundliche, unterhaltsame, humorvolle und luzide Kampfschrift – denn eine solche ist Kakars Buch im Grunde – hat man schon lange nicht lesen können. Vielleicht sollte die Hochzeit im Westen und Osten auf dem therapeutischen Sektor vorangehen. Kakars warmherzige Prosa ist geeignet, ihr den Weg zu leiten."
Marius Meller, Deutschlandradio Kultur, 4. Juli 2008



"Kakar ist ein wunderbarer Wanderer zwischen den Welten. Mit kenntnisreichem Ernst und heiterer Leichtigkeit wirbt er für eine Öffnung der traditionell misstrauischen-freudianischen Gemeinde gegenüber jeglicher Spiritualität, da ja doch ihrer Meinung nach die Psychoanalyse selbst genug meditativen Raum bietet. Er plädiert für einen Weg der offenen Aufmerksamkeit und des Mitgefühls – universelle Werte, auf die man sich sowohl hüben wie drüben einigen kann. Sein Buch ist eine höchst anregende und ermutigende Station auf diesem Weg."
Renée Zucker, Die Tageszeitung, 26./27. April 2008



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-57072-8

Erschienen am 17. März 2008

188 S.

Hardcover

Hardcover 19,90 € Kaufen

Kakar, Sudhir

Freud lesen in Goa

Spiritualität in einer aufgeklärten Welt

Spiritualität in einer aufgeklärten Welt

Sudhir Kakar, der bekannteste Psychoanalytiker Indiens, untersucht ein Phänomen, das lange Zeit in der Psychoanalyse vernachlässigt wurde: das Zusammenspiel von Psyche und Geist. Er betrachtet dieses Zusammenspiel in unterschiedlichen Kontexten: durch Heilung emotionaler Störungen, in religiösen Ritualen und in den Leben von drei bekannten spirituellen Meistern – dem im 16. Jahrhundert lebenden tibetisch-buddhistischen Drukpa Kunley, dem indischen Guru Bhagwan oder Osho und Mahatma Gandhi
Religion und Spiritualität waren zwar immer schon ein Thema der Psychologie, aber das rationalistische Verständnis des Menschen ließ wenig Spielraum für eine ernsthafte Beschäftigung mit „höheren“ Mächten. Heute kann man offen zugeben, daß das Leben auch Sinnsuche ist, und die Psychologie erkennt spirituelle Potentiale der Psyche durchaus an. Wie kann man das Verhältnis von „romantischen“ und „rationalistischen“ Bedürfnissen beschreiben? Was bedeutet die Suche nach Authentizität? Sudhir Kakar beginnt seine Erkundung in Poona mit der Geschichte des Begründers des „spiritualistischen Marktes“ Rajneesh, später Bhagwan oder Osho genannt. Worin lag seine unglaubliche Anziehungskraft vor allem für Teile der westlichen  Eliten? Welche Rolle spielten Narzissmus und Egozentrismus in seiner Lehre? Und wie sieht es mit der praktischen Spiritualität eines Mahatma Gandhi aus, die sich weniger in Meditation und Kontemplation als vielmehr in einer alltagspraktischen Aufmerksamkeit äußerte? Worin unterscheiden sich diese „Gurus“ und ihre Lehren von der westlichen Auffassung von „den Alltag hinter sich lassen und an einer anderen, erlösenden Welt partizipieren“? Sudhir Kakar stellt die unterschiedlichen Zugangsweisen nicht gegeneinander, sondern beschreibt ihre Intentionen und den Weg, wie sie sich ergänzen und bereichern. Tatsächlich ist so ein Buch über die Versöhnung von Geist und Psyche entstanden.
Von Sudhir Kakar. Aus dem Englischen von Katharina Poggendorf-Kakar.
Webcode: https://www.chbeck.de/22812

Inhalt

1 Einleitung
2 Die Kindheit eines spirituell inkorrekten Gurus: Osho
3 Der Heilige und die Verführung:
   Die Legende des Drukpa Kunley – 1. Teil
4 Begehren und spirituelle Suche:
   Die Legende des Drukpa Kunley – 2. Teil
5 Gandhi
   oder Die Kunst der praktischen Spiritualität
6 Empathie in der Psychoanalyse
   und in der spirituellen Heilung
7 Der Nutzen von Ritualen
8 Religion und Psyche: Freud lesen in Goa
9 Geist und Psyche: Ein Nachwort

Danksagung
Anmerkungen
Literatur

Pressestimmen

"Sudhir Kakar betritt damit ein Terrain interessanter Diskussionen, für die er durch Ausbildung und Erfahrung prädestiniert ist. (...) Der Band [ist] höchst anregend und sollte nicht nur die Goa-Fraktion interessieren können."
Martin Kämpchen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Februar 2009


"Glänzend erhellt der Psychoanalytiker Kakar etwa die charismatische Gestalt des Gurus Rajneesh, der als Bhagwan von Poona Scharen von westlichen Sinnsuchern in seinen Bann zog. Und ebenso überzeugend vermittelt der indische Autor die „praktische Spiritualität“ eines Mahatma Ghandi, dessen private Obsessionen aus psychologischer Sicht gern als zwanghaft belächelt werden. Doch das eigentlich Anliegen Kakars ist eine wenig bemerkte Gemeinsamkeit von West und Ost: jenes für seelische Heilung zentrale Element der Empathie, das die westliche Psychotherapie mit der spirituellen Suche des Ostens teilt."
Kathrin Meier- Rust, NZZ Bücher am Sonntag, 28. September 2008


"Kakar (...) schreibt elegant und uneitel, und er hat ein ernstes Anliegen, von dem er überzeugt ist: Der Westen darf seine spirituellen Potentiale nicht brachliegen lassen, und Asien stünde ein wenig analytische Rationalität in individuellen und kollektiven Heilungsprozessen auch gut an. (...)
Eine so freundliche, unterhaltsame, humorvolle und luzide Kampfschrift – denn eine solche ist Kakars Buch im Grunde – hat man schon lange nicht lesen können. Vielleicht sollte die Hochzeit im Westen und Osten auf dem therapeutischen Sektor vorangehen. Kakars warmherzige Prosa ist geeignet, ihr den Weg zu leiten."
Marius Meller, Deutschlandradio Kultur, 4. Juli 2008


"Kakar ist ein wunderbarer Wanderer zwischen den Welten. Mit kenntnisreichem Ernst und heiterer Leichtigkeit wirbt er für eine Öffnung der traditionell misstrauischen-freudianischen Gemeinde gegenüber jeglicher Spiritualität, da ja doch ihrer Meinung nach die Psychoanalyse selbst genug meditativen Raum bietet. Er plädiert für einen Weg der offenen Aufmerksamkeit und des Mitgefühls – universelle Werte, auf die man sich sowohl hüben wie drüben einigen kann. Sein Buch ist eine höchst anregende und ermutigende Station auf diesem Weg."
Renée Zucker, Die Tageszeitung, 26./27. April 2008