Leseprobe Merken

Kappeler, Andreas

Ungleiche Brüder

Russen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Russen und Ukrainer bezeichnen sich seit Jahrhunderten als Brudervölker, wobei sich die Russen in der Rolle des großen Bruders sehen. Dieses Buch erzählt die Geschichte dieser ungleichen Brüder als Wechselspiel von Verflechtungen und Entflechtungen. Nicht zuletzt trägt es zum Verständnis des aktuellen russisch-ukrainischen Konflikts bei.

Die russische Annexion der Krim und die darauf folgende Besetzung der Industrieregion im Südosten der Ukraine durch von Russland gesteuerte Milizen im Frühjahr 2014 haben einen militärischen Konflikt zwischen diesen Staaten ausgelöst, der bis heute andauert. Seit dem 18. Jahrhundert zeigte sich im Verhältnis dieser eng miteinander verbundenen Völker zunehmend eine Asymmetrie. Sie gipfelte darin, dass Russland im 19. Jahrhundert die "Kleinrussen", wie die Ukrainer damals offiziell hießen, nicht als eigenständige Nation mit einer von Russland getrennten Geschichte anerkannte. Diese Sicht hat sich in Russland bis heute erhalten und ist auch im Westen verbreitet.


Teilen

Seite drucken

E-Mail

Der Code wurde in die Zwischenablage kopiert.

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-71410-8

Erschienen am 29. August 2017

267 S., mit 10 Abbildungen und 4 Karten

Broschiert

Broschur 16,95 € Kaufen
e-Book 13,99 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

1. Eintracht und Streit in der Familie
Der große und der kleine Bruder
Die Großrussen und die Kleinrussen

2. Die gemeinsame Wiege der Kiewer Rus’
Der Erbstreit der Historiker
Der Erbstreit der Politiker

3. Mongolen und Polen – Asien und Europa: Die Geschwister gehen getrennte Wege (14. bis 17. Jahrhundert)
Danylo von Galizien-­Wolhynien und Alexander Nevskij
Der Aufstieg Moskaus und die Herausbildung des Zarenreichs
Die Ukraine unter litauischer und polnischer Herrschaft
Die ukrainischen Kosaken und die Revolution von 1648
Starker Staat – libertäre Gesellschaft, belagerte Festung – Orientierung nach Europa

4. Die Annäherung der Ukraine an Russland und die Integration der «Kleinrussen» in das Imperium der Zaren (17. bis frühes 19. Jahrhundert)
Die Vereinbarung von Perejaslav und der Beginn der Herrschaft Russlands über die Ukraine
Peter der Große, Mazepa und das Ende des ukrainischen Kosakentums
Die Ukrainisierung der russischen Kultur
Feofan Prokopovyc
Die Expansion Russlands ans Schwarze Meer und in die rechtsufrige Ukraine
Die Entdeckung Kleinrusslands durch die Russen um 1800

5. Zwei verspätete Nationen
Prozesse der Nationsbildung in der Vormoderne
Varianten eines russischen Nationalbewusstseins in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts
Die ukrainische Herausforderung und die russische Antwort
Der russische imperiale Nationalismus und die Krise der ukrainischen Nationsbildung

6. Ein asymmetrisches Verhältnis: Russen und Ukrainer im Russländischen Reich im 19. und frühen 20. Jahrhundert
Russische Stadt – ukrainisches Dorf
Hierarchie der Kulturen
Wechselseitige Perzeptionen
Akkulturation und doppelte Identität
War die Ukraine eine Kolonie Russlands?

7. Die Russische und die Ukrainische Revolution
Die Russische Revolution (Februar 1917 bis März 1918)
Die Ukrainische Zentralrada und ihr Verhältnis zu Petrograd
Die Ukrainische Volksrepublik zwischen den «roten» und den «weißen» Russen im Bürgerkrieg
Weshalb gelang es den Bolschewiki, den Bürgerkrieg zu gewinnen und die Herrschaft über den größten Teil der Ukraine zu erringen?

8. Russen und Ukrainer in der sowjetischen «Völkerfamilie»
Die Gründung der Ukrainischen und der Russländischen Sowjetrepublik
Korenizacija und Ukrainisierung
Der ukrainische Nationalkommunismus
Industrialisierung, Zwangskollektivierung und Hungersnot
Sowjetpatriotismus, Völkerfreundschaft und die Rückkehr des «Großen Bruders»
Großer Vaterländischer Krieg oder antisowjetischer Befreiungskampf
Von der Völkerfamilie zum Sowjetvolk
Russland und die Ukraine als Totengräber der Sowjetunion

9. Feindliche Brüder? Die Konfrontation der beiden postsowjetischen Staaten
Die Unabhängigkeit der Ukraine und die Reaktion Russlands
Kontroversen und Kompromisse
Die Orange Revolution von 2004: Jušcenko, Janukovyc und Putin
Die Revolution des Euro-­Majdan
Das militärische Eingreifen Russlands – Versuch einer Deutung
Putins Begründungen zur Rechtfertigung des Anschlusses der Krim

10. Russland, die Ukraine und Europa
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Abbildungsnachweis
Personenregister
Karten
Pressestimmen

Pressestimmen

"Wer künftig rund um die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Moskau und Kiew ideologiefrei und faktenbasiert mitreden möchte, der wird auf diese Arbeit von Andreas Kappeler nicht mehr verzichten können."
Deutschlandfunk, 2. Oktober 2017



"In bekannt souveräner Manier rekapituliert der Wiener Osteuropahistoriker die wechselvolle Geschichte von Russen und Ukrainern."
Falter, 25. Oktober 2017



"Ausgezeichnete Darstellung."
Jürgen Israel, Publik-Forum, 27. Oktober 2017



"Für alle an Osteuropa Interessierten ist Kappelers Studie eine der wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes."
Die Presse, 9. Oktober 2017



"(Kappeler) bereichert das Bild, das wir von den Gebieten haben, die heute Ukraine heißen, um interessante Informationen."
Reinhard Lauterbach, Junge Welt, 11. Oktober 2017



"Andreas Kappelers Abhandlung (...) ist so dicht, dass jeder Satz volle Aufmerksamkeit verdient."
Josef Kirchengast, Der Standard, 27. September 2017



"Andreas Kappeler zerpflückt in einem lesenswerten Buch die Rechtfertigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Krim-Annexion."
Florian Hassel, Tages-Anzeiger, 9. Dezember 2017



"Kappeler legt die umstrittenen Standpunkte des schwierigen politischen Dialogs zwischen Ukrainer und Russen offen und trägt mit seinem Werk zum Verständnis des aktuellen politischen Konflikts bei."
Ost-Ausschuss, 1/2018




"Dem Buch, das auf nur 270 Seiten eine sehr komplizierte Beziehungsgeschichte eindrücklich und klar darzustellen vermag, ist die größte Verbreitung zu wünschen.“
Karl Schlögel, Tagesspiegel, 04. Oktober 2017



Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-71410-8

Erschienen am 29. August 2017

267 S., mit 10 Abbildungen und 4 Karten

Broschiert

Broschur 16,95 €
e-Book 13,99 €

Kappeler, Andreas

Ungleiche Brüder

Russen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Russen und Ukrainer bezeichnen sich seit Jahrhunderten als Brudervölker, wobei sich die Russen in der Rolle des großen Bruders sehen. Dieses Buch erzählt die Geschichte dieser ungleichen Brüder als Wechselspiel von Verflechtungen und Entflechtungen. Nicht zuletzt trägt es zum Verständnis des aktuellen russisch-ukrainischen Konflikts bei.

Die russische Annexion der Krim und die darauf folgende Besetzung der Industrieregion im Südosten der Ukraine durch von Russland gesteuerte Milizen im Frühjahr 2014 haben einen militärischen Konflikt zwischen diesen Staaten ausgelöst, der bis heute andauert. Seit dem 18. Jahrhundert zeigte sich im Verhältnis dieser eng miteinander verbundenen Völker zunehmend eine Asymmetrie. Sie gipfelte darin, dass Russland im 19. Jahrhundert die "Kleinrussen", wie die Ukrainer damals offiziell hießen, nicht als eigenständige Nation mit einer von Russland getrennten Geschichte anerkannte. Diese Sicht hat sich in Russland bis heute erhalten und ist auch im Westen verbreitet.

Webcode: http://www.chbeck.de/20530820

Inhalt

Vorwort

1. Eintracht und Streit in der Familie
Der große und der kleine Bruder
Die Großrussen und die Kleinrussen

2. Die gemeinsame Wiege der Kiewer Rus’
Der Erbstreit der Historiker
Der Erbstreit der Politiker

3. Mongolen und Polen – Asien und Europa: Die Geschwister gehen getrennte Wege (14. bis 17. Jahrhundert)
Danylo von Galizien-­Wolhynien und Alexander Nevskij
Der Aufstieg Moskaus und die Herausbildung des Zarenreichs
Die Ukraine unter litauischer und polnischer Herrschaft
Die ukrainischen Kosaken und die Revolution von 1648
Starker Staat – libertäre Gesellschaft, belagerte Festung – Orientierung nach Europa

4. Die Annäherung der Ukraine an Russland und die Integration der «Kleinrussen» in das Imperium der Zaren (17. bis frühes 19. Jahrhundert)
Die Vereinbarung von Perejaslav und der Beginn der Herrschaft Russlands über die Ukraine
Peter der Große, Mazepa und das Ende des ukrainischen Kosakentums
Die Ukrainisierung der russischen Kultur
Feofan Prokopovyc
Die Expansion Russlands ans Schwarze Meer und in die rechtsufrige Ukraine
Die Entdeckung Kleinrusslands durch die Russen um 1800

5. Zwei verspätete Nationen
Prozesse der Nationsbildung in der Vormoderne
Varianten eines russischen Nationalbewusstseins in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts
Die ukrainische Herausforderung und die russische Antwort
Der russische imperiale Nationalismus und die Krise der ukrainischen Nationsbildung

6. Ein asymmetrisches Verhältnis: Russen und Ukrainer im Russländischen Reich im 19. und frühen 20. Jahrhundert
Russische Stadt – ukrainisches Dorf
Hierarchie der Kulturen
Wechselseitige Perzeptionen
Akkulturation und doppelte Identität
War die Ukraine eine Kolonie Russlands?

7. Die Russische und die Ukrainische Revolution
Die Russische Revolution (Februar 1917 bis März 1918)
Die Ukrainische Zentralrada und ihr Verhältnis zu Petrograd
Die Ukrainische Volksrepublik zwischen den «roten» und den «weißen» Russen im Bürgerkrieg
Weshalb gelang es den Bolschewiki, den Bürgerkrieg zu gewinnen und die Herrschaft über den größten Teil der Ukraine zu erringen?

8. Russen und Ukrainer in der sowjetischen «Völkerfamilie»
Die Gründung der Ukrainischen und der Russländischen Sowjetrepublik
Korenizacija und Ukrainisierung
Der ukrainische Nationalkommunismus
Industrialisierung, Zwangskollektivierung und Hungersnot
Sowjetpatriotismus, Völkerfreundschaft und die Rückkehr des «Großen Bruders»
Großer Vaterländischer Krieg oder antisowjetischer Befreiungskampf
Von der Völkerfamilie zum Sowjetvolk
Russland und die Ukraine als Totengräber der Sowjetunion

9. Feindliche Brüder? Die Konfrontation der beiden postsowjetischen Staaten
Die Unabhängigkeit der Ukraine und die Reaktion Russlands
Kontroversen und Kompromisse
Die Orange Revolution von 2004: Jušcenko, Janukovyc und Putin
Die Revolution des Euro-­Majdan
Das militärische Eingreifen Russlands – Versuch einer Deutung
Putins Begründungen zur Rechtfertigung des Anschlusses der Krim

10. Russland, die Ukraine und Europa
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Abbildungsnachweis
Personenregister
Karten

Pressestimmen

"Wer künftig rund um die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Moskau und Kiew ideologiefrei und faktenbasiert mitreden möchte, der wird auf diese Arbeit von Andreas Kappeler nicht mehr verzichten können."
Deutschlandfunk, 2. Oktober 2017


"In bekannt souveräner Manier rekapituliert der Wiener Osteuropahistoriker die wechselvolle Geschichte von Russen und Ukrainern."
Falter, 25. Oktober 2017


"Ausgezeichnete Darstellung."
Jürgen Israel, Publik-Forum, 27. Oktober 2017


"Für alle an Osteuropa Interessierten ist Kappelers Studie eine der wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes."
Die Presse, 9. Oktober 2017


"(Kappeler) bereichert das Bild, das wir von den Gebieten haben, die heute Ukraine heißen, um interessante Informationen."
Reinhard Lauterbach, Junge Welt, 11. Oktober 2017


"Andreas Kappelers Abhandlung (...) ist so dicht, dass jeder Satz volle Aufmerksamkeit verdient."
Josef Kirchengast, Der Standard, 27. September 2017


"Andreas Kappeler zerpflückt in einem lesenswerten Buch die Rechtfertigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Krim-Annexion."
Florian Hassel, Tages-Anzeiger, 9. Dezember 2017


"Kappeler legt die umstrittenen Standpunkte des schwierigen politischen Dialogs zwischen Ukrainer und Russen offen und trägt mit seinem Werk zum Verständnis des aktuellen politischen Konflikts bei."
Ost-Ausschuss, 1/2018



"Dem Buch, das auf nur 270 Seiten eine sehr komplizierte Beziehungsgeschichte eindrücklich und klar darzustellen vermag, ist die größte Verbreitung zu wünschen.“
Karl Schlögel, Tagesspiegel, 04. Oktober 2017