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Maier, Hans

Böse Jahre, gute Jahre

Ein Leben 1931 ff.

Hans Maier, der im Juni dieses Jahres achtzig wird, hat ein wunderbares, vornehm schönes Buch der Erinnerungen geschrieben. Es enthält nicht nur treffsichere, subtil geschliffene Portraits zahlreicher Menschen, denen er auf seinem Lebensweg begegnet ist – darunter Martin Heidegger, Franz Josef Strauß und Joseph Ratzinger. Zugleich bietet es Einblicke in die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Hans Maier als teilhabender Zeitzeuge miterlebt hat und mit großer atmosphärischer Dichte schildert.

Mit feinem Strich schildert Maier den Weg des Freiburger Buben, der bei der verwitweten Mutter und den beiden Schwestern in bescheidenen Verhältnissen aufwächst und NS-Zeit, Krieg und Trümmerjahre erlebt, zum Professor und Kultusminister im Kabinett von Franz-Josef Strauß. Aus der Ambivalenz seiner Erfahrungen mit der Politik macht er dabei keinen Hehl. Doch vor allem schildert er mit geradezu literarischer Genauigkeit die unterschiedlichen Milieus der Wissenschaft, der Politik, der Kirche und der Kultur mit ihren Eigenheiten. Sein Buch ist weit mehr als nur die Geschichte eines ungewöhnlich vielseitigen Mannes. Es fängt anschaulich wie nur wenige Memoiren die Stimmung früherer Zeiten ein und wird so zu einer geistvollen, unterhaltsamen, lehrreichen Reise in die Vergangenheit.
Von Hans Maier.

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Bibliografie

978-3-406-61285-5

Erschienen am 23. März 2011

3. Auflage, 2011

420 S., mit 68 Abbildungen

Hardcover (In Leinen)

Sonstiges 24,95 € Kaufen
e-Book 13,99 € Kaufen
Inhalt
Erster Teil: Die Freiburger Welt

1. In der Oberau 79
2. Kleinfamilie, Großfamilie
3. Draußen und drinnen – erste Erkundungen
4. Ich gehe zur Schule
5. Münster und Mariahilf-Kirche
6. Im Berthold-Gymnasium
7. Jungvolk und Pfarrjugend
8. Kriegsschrecken, Kriegsende
9. Die Nachkriegszeit beginnt
10. Drei Dichter
11. Studien in Freiburg, München, Paris
12. Lebensthemen, in Büchern gefunden
13. Neuling im akademischen Hain
14. Heirat und Abschied


Zweiter Teil: In München: Stadt, Universität, Politik

15. Bavaria im Blick
16. Als Kärrner bei Voegelin
17. Konzilszeit: Forster, Murray, Guardini, Döpfner
18. Das lange Jahr 1968
19. Ich gehe auf Gegenkurs
20. Im Kreis der «Prügelknaben der Nation»
21. Land und Leute: die CSU-Fraktion
22. Kulturpolitik in Bayern: neun Gesetze
23. Begegnungen – und was folgte
24. Jahre mit Goppel, Jahre mit Strauß
25. Im Zentralkomitee der deutschen Katholiken
26. Bundespräsident?
27. Ende einer Dienstfahrt
28. Was die Kinder erlebten


Dritter Teil: Die Zeit – und das ganz gewöhnliche Leben

29. Wissenschaft: der Guardini-Lehrstuhl
30. Mit Studenten durch Europa
31. Protestanten, Orthodoxe – und ein deutscher Papst
32. Literatur: der ausgebliebene Gulag-Schock
33. Aus dem Leben eines Organisten
34. Im Alter


Nachwort
Bildnachweis
Personenregister
Pressestimmen

Pressestimmen

"In Hans Maiers Person versammeln sich mehrere Lebensentwürfe: einmal der gründlich belesene und ausdrucksstarke Akademiker und Professor einer jungen Disziplin, sodann Politiker und Kabinettsmitglied, dem die Wissenschaft in einer Welt der Opportunitäten nicht zum Hindernis wurde; als Drittes wäre er ein konzertfähiger Organist und Pianist zu nennen, und zuletzt noch Repräsentant ganz in süddeutscher Manier: nämlich eines noch nicht abgedankten Bildungsbürgertums, im Katholizismus verwurzelt und darin eigenständig denkend."
Josef Schmid, Deutschlandradio Kultur, Lesart – das Politische Buchmagazin, 28. August 2011



"In alle Ruhe schildert Maier die schwarze Seite der Achtundsechziger-Revolte und die Kämpfe, die er als Initiator der Widerstandsorganisation ‘Bund Freiheit der Wissenschaft’ ausstand, und zieht doch ‘keine gänzlich negative Bilanz’."
Götz Aly, Die Zeit, 12. Mai 2011



"Der leidenschaftliche Organist ist ein Menschenfischer – diesen Eindruck lässt jedenfalls die Autobiographie zurück. (...) Hier schreibt der Wissenschaftler, Politiker, Kirschenfunktionär und Musiker. Oft der Jüngste, immer streitbar, konservativ aus Überzeugung, für sinnvolle Reformen zu haben. (...) Nachtreten ist Hans Maiers Sache nicht, er zeigt mit pointierten Porträts, was er von den Weggefährten hält."
Hannes Hintermeier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. April 2011



"Hans Maier (...) zieht (...) eine Bilanz seines Wirkens, eingebettet in das Geschehen in diesen verschiedenen Lebensabschnitten und Aufgabenfeldern. Damit ist das Buch weit mehr als eine Autobiographie. Der Text entspricht in seiner Qualität dem Literaturpreisträger. Die Lektüre des Buches ist eine Zeitreise in die Entwicklung unserer Gesellschaft und unseres Staates. (...) Eindrucksvoll sind die Schilderungen von Begegnungen und auch Auseinandersetzungen mit den wissenschaftlichen Größen seiner Studienzeit. (...) Freimütig wie in allen anderen Themenfeldern schildert Hans Maier seiner Erfahrungen in der Politik. (...) Von gleicher Offenheit (...) ist auch seine Schilderung der Beziehung zum Wissenschaftler, Bischof und Kardinal Ratzinger und dann Papst Benedikt XVI. (...)
Gelehrter, Politiker, engagierter Katholik, Musiker, Literat und Gesprächspartner vieler Größen seiner Zeit. Diese Kombination macht Hans Maier nicht nur zu einer herausragenden Persönlichkeit, sie macht die Lektüre des Buches zu einer Zeitreise, die hilft, das Geschehen besser zu verstehen und einzuordnen."
Alois Glück, Münchner Merkur, 16. April 2011



"Die Memoiren (…) erzählen von seiner Karriere als Wissenschaftler und Politiker, und sie geben so nebenbei eine kleine Geschichte der Bundesrepublik sowie der Kultur- und Kirchenpolitik der letzten Jahrzehnte. (…) Diese Memoiren sind ein Blick zurück ohne Zorn. (…) Er hat in seinem Leben für erstaunlich viele Menschen Platz, er nimmt sie jeweils von ihrer starken Seite, nicht von ihren Schwächen auf. Ein seltenes Talent, um das man ihn nur beneiden kann."
Henning Ottmann, Süddeutsche Zeitung, 7. April 2011



"Wer von den öffentlichen Personen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland hat so viele Begabungen in sich vereint und ausleben können? Gelehrter, Politiker, Musiker und Essayist? Wer sich heute über die Talente des politischen Personals (…) enttäuscht zeigt, wird diese Autobiografie zunächst mit Wehmut, dann aber mit Bewunderung lesen: Was kann ein gescheiter Mensch doch trotz all der Hindernisse bewirken, die ihm von Menschen mit engerem Gesichtskreis in den Weg gelegt werden? (…) Hans Maier repräsentiert den Aufstieg von Menschen seiner Konfession in die deutsche Bildungsschicht, vormals eine evangelische Sinnprovinz. Wie er die besondere Lage des katholischen Lebens hierzulande darstellt, verrät die intime Kenntnis der 'Verhältnisse'. (…) Am Schluss der Lektüre ist man fast erschlagen von den vielen Personen, Freunden und Gegnern, dieser ganzen deutschen Zeitgeschichte, die an einem vorbeizieht. Aber da sind dann eben die klugen Beobachtungen und Urteile über Kultur und Musik. (…) Und da ist eine große Gelassenheit, die für den Text einnimmt. (…) Er hat ein eindrucksvolles Lebenswerk abgeschlossen. Fast kann er sich glücklich preisen."
Stephan Sattler, Die Welt, 2. April 2011



"Das so einflussreiche Forschungskonzept der ‘45er’, das dem Generationenzusammenhang, der ungefähr zwischen 1922 und 1932 Geborenen quasi in allen Sektoren der bundesrepublikanischen Gesellschaft (...) einen prägenden Einfluss zuschreibt, biete Maier (...) ein geradezu klassisches Anschauungsbeispiel."
Nikolai Wehrs, hsozkult.geschichte.hu-berlin.de, 28. Juli 2011



"Hans Maier (...) hingegen stammt aus dem südbadisch-katholischen Kleinbürgertum. (...) Was aus der Sicht städtischer oder großbürgerlicher Milieus sich als eng und kleinteilig ausnehmen mag, ist genau jener nüchterne Wurzelboden, der extravagante Genialität oder großformatige Fehler nur selten aufkommen lässt: Leistung muss sich lohnen – hier zeigt sich die Wahrheit dieses Satzes auf eine durchaus ansehnliche Weise."
Robert Leicht, Die Zeit, 22. Juni 2011



"Man muss Maiers geistige Welt eine Landschaft nennen: Die Vorbilder, zu denen er aufgeschaut hat, die historischen Problemlagen, die seinen Blick ins Weite gelenkt haben, die atmosphärischen Bedingungen ertragreicher Bewirtschaftung von Begriffsfeldern – dies alles stellt sich als vielfältig gestaffelter Zusammenhang dar, als kontrastreich belebtes, zuletzt harmonisches Ganzes."
Patrick Bahners, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Juni 2011



"In dichten Erinnerungen blickt der bald achtzigjährige Politikwissenschaftler nüchtern, sachlich, durchaus ohne pompöses Gehabe auf seine wissenschaftliche Arbeit, die politische Karriere und das starke Engagement im deutschen Laienkatholizismus zurück. (...)
Maier gelingt es, im Gegensatz zu vielen anderen Ich-Erzählern seiner noch vom Nationalsozialismus geprägten Generation, durch faszinierend genaues Beobachten, prägnante Milieuschilderungen und Nachdenklichkeit die Neigung zur Selbststilisierung unter Kontrolle zu halten. (...) Kein anderes Buch der letzten Jahre lässt vergleichbar klar erkennen, wie sehr der Konfessionsfaktor noch immer die deutschen Bildungswelten prägt."
Friedrich Wilhelm Graf, Neue Zürcher Zeitung, 7. Juni 2011



"In seiner Autobiographie verzichtet Maier darauf, Rechnungen aufzumachen – wie sie überhaupt unangestrengt, in gelassener, erzählfreudiger Intonation daherkommt. (...) Beeindruckend bleibt an dieser Biographie, wie sehr sie durchdrungen ist von einer selbstverständlichen Katholizität. (...) Da ist erstaunlich wenig von dem internationalen Fluidum, in dem sich die Sozialwissenschaften heute bewegen, dafür aber der Kosmos Alteuropas und einer Weltkirche, die Kraft des Regionalen, die Bindungen, die Ligaturen – um mit Dahrendorf zu sprechen – von Religion und gewachsener Kultur. Übrigens wäre er zweimal (...) beinahe zum Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten geworden. (...) Er hätte – um mit Fortinbras am Schlusse von ‘Hamlet’ zu sprechen – ‘wär’ er hinaufgelangt, unfehlbar sich höchst präsidial ‘bewährt’."
Hermann Rudolph, Der Tagesspiegel, 6. Juni 2011



"Die Lektüre dieser Erinnerungen verspricht Lesegenuss und Erkenntnisgewinn. Das Buch endet mit Gedanken über Alter und Tod. Auch sie sind in jenem gelassenen, ja heiteren Ton verfasst, der dieser Autobiografie eigen ist. Maiers Wunsch, wenigstens zu einer 'winzigen Fußnote in der Geschichte Bayerns, Deutschlands und seiner Kultur' zu werden, hat sich erfüllt."
Walter Roller, Augsburger Allgemeine Zeitung, 25. Mai 2011



"Den bevorstehenden achtzigsten Geburtstag (...) nimmt Hans Maier zum Anlass, höchst aufschlussreiche und sehr kurzweilige Erinnerungen vorzulegen. Als Quer- und Seiteneinsteiger bezeichnet sich Maier, als 'Politiker des zweiten Bildungswegs'. Beim Abschied von den Parlamentsgenossen (...) empfahl [er] Distanz, Selbstironie und 'eine kräftige Impfung gegen die Versuchungen der Gottähnlichkeit' – Worte eines großen Formulierungsmeisters, die nichts an Aktualität eingebüßt haben."
Rainer Blasius, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Mai 2011



"Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat dem katholischen Intellektuellen Hans Maier eine Lesung untersagt: (…) Die katholische Kirche müsste dem Schöpfer dafür dankbar sein, einen Intellektuellen wie Maier in ihren Reihen zu haben, einen Mann, der auch mit dem Herzen denkt, der Gefühls- und Verstandeskatholizismus verbindet. Die Kirche hat nicht viele, die es verstehen, ihr Anliegen mit geschliffenen Worten in Politik, Gesellschaft und Kultur zu tragen."
Christiane Florin, Christ & Welt, 19. Mai 2011



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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-61285-5

Erschienen am 23. März 2011

3. Auflage , 2011

420 S., mit 68 Abbildungen

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 24,95 € Kaufen
e-Book 13,99 € Kaufen

Maier, Hans

Böse Jahre, gute Jahre

Ein Leben 1931 ff.

Hans Maier, der im Juni dieses Jahres achtzig wird, hat ein wunderbares, vornehm schönes Buch der Erinnerungen geschrieben. Es enthält nicht nur treffsichere, subtil geschliffene Portraits zahlreicher Menschen, denen er auf seinem Lebensweg begegnet ist – darunter Martin Heidegger, Franz Josef Strauß und Joseph Ratzinger. Zugleich bietet es Einblicke in die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Hans Maier als teilhabender Zeitzeuge miterlebt hat und mit großer atmosphärischer Dichte schildert.

Mit feinem Strich schildert Maier den Weg des Freiburger Buben, der bei der verwitweten Mutter und den beiden Schwestern in bescheidenen Verhältnissen aufwächst und NS-Zeit, Krieg und Trümmerjahre erlebt, zum Professor und Kultusminister im Kabinett von Franz-Josef Strauß. Aus der Ambivalenz seiner Erfahrungen mit der Politik macht er dabei keinen Hehl. Doch vor allem schildert er mit geradezu literarischer Genauigkeit die unterschiedlichen Milieus der Wissenschaft, der Politik, der Kirche und der Kultur mit ihren Eigenheiten. Sein Buch ist weit mehr als nur die Geschichte eines ungewöhnlich vielseitigen Mannes. Es fängt anschaulich wie nur wenige Memoiren die Stimmung früherer Zeiten ein und wird so zu einer geistvollen, unterhaltsamen, lehrreichen Reise in die Vergangenheit.
Von Hans Maier.
Webcode: https://www.chbeck.de/861686

Inhalt

Erster Teil: Die Freiburger Welt

1. In der Oberau 79
2. Kleinfamilie, Großfamilie
3. Draußen und drinnen – erste Erkundungen
4. Ich gehe zur Schule
5. Münster und Mariahilf-Kirche
6. Im Berthold-Gymnasium
7. Jungvolk und Pfarrjugend
8. Kriegsschrecken, Kriegsende
9. Die Nachkriegszeit beginnt
10. Drei Dichter
11. Studien in Freiburg, München, Paris
12. Lebensthemen, in Büchern gefunden
13. Neuling im akademischen Hain
14. Heirat und Abschied


Zweiter Teil: In München: Stadt, Universität, Politik

15. Bavaria im Blick
16. Als Kärrner bei Voegelin
17. Konzilszeit: Forster, Murray, Guardini, Döpfner
18. Das lange Jahr 1968
19. Ich gehe auf Gegenkurs
20. Im Kreis der «Prügelknaben der Nation»
21. Land und Leute: die CSU-Fraktion
22. Kulturpolitik in Bayern: neun Gesetze
23. Begegnungen – und was folgte
24. Jahre mit Goppel, Jahre mit Strauß
25. Im Zentralkomitee der deutschen Katholiken
26. Bundespräsident?
27. Ende einer Dienstfahrt
28. Was die Kinder erlebten


Dritter Teil: Die Zeit – und das ganz gewöhnliche Leben

29. Wissenschaft: der Guardini-Lehrstuhl
30. Mit Studenten durch Europa
31. Protestanten, Orthodoxe – und ein deutscher Papst
32. Literatur: der ausgebliebene Gulag-Schock
33. Aus dem Leben eines Organisten
34. Im Alter


Nachwort
Bildnachweis
Personenregister

Pressestimmen

"In Hans Maiers Person versammeln sich mehrere Lebensentwürfe: einmal der gründlich belesene und ausdrucksstarke Akademiker und Professor einer jungen Disziplin, sodann Politiker und Kabinettsmitglied, dem die Wissenschaft in einer Welt der Opportunitäten nicht zum Hindernis wurde; als Drittes wäre er ein konzertfähiger Organist und Pianist zu nennen, und zuletzt noch Repräsentant ganz in süddeutscher Manier: nämlich eines noch nicht abgedankten Bildungsbürgertums, im Katholizismus verwurzelt und darin eigenständig denkend."
Josef Schmid, Deutschlandradio Kultur, Lesart – das Politische Buchmagazin, 28. August 2011


"In alle Ruhe schildert Maier die schwarze Seite der Achtundsechziger-Revolte und die Kämpfe, die er als Initiator der Widerstandsorganisation ‘Bund Freiheit der Wissenschaft’ ausstand, und zieht doch ‘keine gänzlich negative Bilanz’."
Götz Aly, Die Zeit, 12. Mai 2011


"Der leidenschaftliche Organist ist ein Menschenfischer – diesen Eindruck lässt jedenfalls die Autobiographie zurück. (...) Hier schreibt der Wissenschaftler, Politiker, Kirschenfunktionär und Musiker. Oft der Jüngste, immer streitbar, konservativ aus Überzeugung, für sinnvolle Reformen zu haben. (...) Nachtreten ist Hans Maiers Sache nicht, er zeigt mit pointierten Porträts, was er von den Weggefährten hält."
Hannes Hintermeier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. April 2011


"Hans Maier (...) zieht (...) eine Bilanz seines Wirkens, eingebettet in das Geschehen in diesen verschiedenen Lebensabschnitten und Aufgabenfeldern. Damit ist das Buch weit mehr als eine Autobiographie. Der Text entspricht in seiner Qualität dem Literaturpreisträger. Die Lektüre des Buches ist eine Zeitreise in die Entwicklung unserer Gesellschaft und unseres Staates. (...) Eindrucksvoll sind die Schilderungen von Begegnungen und auch Auseinandersetzungen mit den wissenschaftlichen Größen seiner Studienzeit. (...) Freimütig wie in allen anderen Themenfeldern schildert Hans Maier seiner Erfahrungen in der Politik. (...) Von gleicher Offenheit (...) ist auch seine Schilderung der Beziehung zum Wissenschaftler, Bischof und Kardinal Ratzinger und dann Papst Benedikt XVI. (...)
Gelehrter, Politiker, engagierter Katholik, Musiker, Literat und Gesprächspartner vieler Größen seiner Zeit. Diese Kombination macht Hans Maier nicht nur zu einer herausragenden Persönlichkeit, sie macht die Lektüre des Buches zu einer Zeitreise, die hilft, das Geschehen besser zu verstehen und einzuordnen."
Alois Glück, Münchner Merkur, 16. April 2011


"Die Memoiren (…) erzählen von seiner Karriere als Wissenschaftler und Politiker, und sie geben so nebenbei eine kleine Geschichte der Bundesrepublik sowie der Kultur- und Kirchenpolitik der letzten Jahrzehnte. (…) Diese Memoiren sind ein Blick zurück ohne Zorn. (…) Er hat in seinem Leben für erstaunlich viele Menschen Platz, er nimmt sie jeweils von ihrer starken Seite, nicht von ihren Schwächen auf. Ein seltenes Talent, um das man ihn nur beneiden kann."
Henning Ottmann, Süddeutsche Zeitung, 7. April 2011


"Wer von den öffentlichen Personen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland hat so viele Begabungen in sich vereint und ausleben können? Gelehrter, Politiker, Musiker und Essayist? Wer sich heute über die Talente des politischen Personals (…) enttäuscht zeigt, wird diese Autobiografie zunächst mit Wehmut, dann aber mit Bewunderung lesen: Was kann ein gescheiter Mensch doch trotz all der Hindernisse bewirken, die ihm von Menschen mit engerem Gesichtskreis in den Weg gelegt werden? (…) Hans Maier repräsentiert den Aufstieg von Menschen seiner Konfession in die deutsche Bildungsschicht, vormals eine evangelische Sinnprovinz. Wie er die besondere Lage des katholischen Lebens hierzulande darstellt, verrät die intime Kenntnis der 'Verhältnisse'. (…) Am Schluss der Lektüre ist man fast erschlagen von den vielen Personen, Freunden und Gegnern, dieser ganzen deutschen Zeitgeschichte, die an einem vorbeizieht. Aber da sind dann eben die klugen Beobachtungen und Urteile über Kultur und Musik. (…) Und da ist eine große Gelassenheit, die für den Text einnimmt. (…) Er hat ein eindrucksvolles Lebenswerk abgeschlossen. Fast kann er sich glücklich preisen."
Stephan Sattler, Die Welt, 2. April 2011


"Das so einflussreiche Forschungskonzept der ‘45er’, das dem Generationenzusammenhang, der ungefähr zwischen 1922 und 1932 Geborenen quasi in allen Sektoren der bundesrepublikanischen Gesellschaft (...) einen prägenden Einfluss zuschreibt, biete Maier (...) ein geradezu klassisches Anschauungsbeispiel."
Nikolai Wehrs, hsozkult.geschichte.hu-berlin.de, 28. Juli 2011


"Hans Maier (...) hingegen stammt aus dem südbadisch-katholischen Kleinbürgertum. (...) Was aus der Sicht städtischer oder großbürgerlicher Milieus sich als eng und kleinteilig ausnehmen mag, ist genau jener nüchterne Wurzelboden, der extravagante Genialität oder großformatige Fehler nur selten aufkommen lässt: Leistung muss sich lohnen – hier zeigt sich die Wahrheit dieses Satzes auf eine durchaus ansehnliche Weise."
Robert Leicht, Die Zeit, 22. Juni 2011


"Man muss Maiers geistige Welt eine Landschaft nennen: Die Vorbilder, zu denen er aufgeschaut hat, die historischen Problemlagen, die seinen Blick ins Weite gelenkt haben, die atmosphärischen Bedingungen ertragreicher Bewirtschaftung von Begriffsfeldern – dies alles stellt sich als vielfältig gestaffelter Zusammenhang dar, als kontrastreich belebtes, zuletzt harmonisches Ganzes."
Patrick Bahners, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Juni 2011


"In dichten Erinnerungen blickt der bald achtzigjährige Politikwissenschaftler nüchtern, sachlich, durchaus ohne pompöses Gehabe auf seine wissenschaftliche Arbeit, die politische Karriere und das starke Engagement im deutschen Laienkatholizismus zurück. (...)
Maier gelingt es, im Gegensatz zu vielen anderen Ich-Erzählern seiner noch vom Nationalsozialismus geprägten Generation, durch faszinierend genaues Beobachten, prägnante Milieuschilderungen und Nachdenklichkeit die Neigung zur Selbststilisierung unter Kontrolle zu halten. (...) Kein anderes Buch der letzten Jahre lässt vergleichbar klar erkennen, wie sehr der Konfessionsfaktor noch immer die deutschen Bildungswelten prägt."
Friedrich Wilhelm Graf, Neue Zürcher Zeitung, 7. Juni 2011


"In seiner Autobiographie verzichtet Maier darauf, Rechnungen aufzumachen – wie sie überhaupt unangestrengt, in gelassener, erzählfreudiger Intonation daherkommt. (...) Beeindruckend bleibt an dieser Biographie, wie sehr sie durchdrungen ist von einer selbstverständlichen Katholizität. (...) Da ist erstaunlich wenig von dem internationalen Fluidum, in dem sich die Sozialwissenschaften heute bewegen, dafür aber der Kosmos Alteuropas und einer Weltkirche, die Kraft des Regionalen, die Bindungen, die Ligaturen – um mit Dahrendorf zu sprechen – von Religion und gewachsener Kultur. Übrigens wäre er zweimal (...) beinahe zum Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten geworden. (...) Er hätte – um mit Fortinbras am Schlusse von ‘Hamlet’ zu sprechen – ‘wär’ er hinaufgelangt, unfehlbar sich höchst präsidial ‘bewährt’."
Hermann Rudolph, Der Tagesspiegel, 6. Juni 2011


"Die Lektüre dieser Erinnerungen verspricht Lesegenuss und Erkenntnisgewinn. Das Buch endet mit Gedanken über Alter und Tod. Auch sie sind in jenem gelassenen, ja heiteren Ton verfasst, der dieser Autobiografie eigen ist. Maiers Wunsch, wenigstens zu einer 'winzigen Fußnote in der Geschichte Bayerns, Deutschlands und seiner Kultur' zu werden, hat sich erfüllt."
Walter Roller, Augsburger Allgemeine Zeitung, 25. Mai 2011


"Den bevorstehenden achtzigsten Geburtstag (...) nimmt Hans Maier zum Anlass, höchst aufschlussreiche und sehr kurzweilige Erinnerungen vorzulegen. Als Quer- und Seiteneinsteiger bezeichnet sich Maier, als 'Politiker des zweiten Bildungswegs'. Beim Abschied von den Parlamentsgenossen (...) empfahl [er] Distanz, Selbstironie und 'eine kräftige Impfung gegen die Versuchungen der Gottähnlichkeit' – Worte eines großen Formulierungsmeisters, die nichts an Aktualität eingebüßt haben."
Rainer Blasius, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Mai 2011


"Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat dem katholischen Intellektuellen Hans Maier eine Lesung untersagt: (…) Die katholische Kirche müsste dem Schöpfer dafür dankbar sein, einen Intellektuellen wie Maier in ihren Reihen zu haben, einen Mann, der auch mit dem Herzen denkt, der Gefühls- und Verstandeskatholizismus verbindet. Die Kirche hat nicht viele, die es verstehen, ihr Anliegen mit geschliffenen Worten in Politik, Gesellschaft und Kultur zu tragen."
Christiane Florin, Christ & Welt, 19. Mai 2011