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Ritter, Henning

Nahes und fernes Unglück

Versuch über das Mitleid

Henning Ritter begibt sich in seinem Essay auf die Suche nach den Anfängen der Ungewißheit über unsere moralische Zukunft. Er macht uns dazu vertraut mit einigen Figuren und Gedankenspielen von Balzac, Diderot und Rousseau, die einzig dazu ersonnen wurden, auf die moralischen Verwirrungen zu reagieren, die uns in der Moderne abverlangt werden: ein Mandarin in Peking, dessen Vermögen dem zufallen soll, der ihn über riesige Entfernung hinweg und durch bloße Willenskraft tötet; ein Philosoph, der sich die Ohren verstopft, damit er die Schreie des Unglücklichen nicht hört, der unter seinem Fenster ermordet wird. Bis hin zu Dostojewski, Freud und Jünger zieht sich die Spur dieser und anderer agents provocateurs der Moral, die uns auf die Probe stellen. Sind wir in einer globalisierten und kommerziell organisierten Welt dazu fähig, das Mitleid mit dem Leiden der Welt auszudehnen, oder zerfällt unser Ethos in eines für das nahe und eines für das ferne Unglück?

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Bibliografie

978-3-406-52186-7

Erschienen am 15. März 2005

2. Auflage, 2005

224 S.

Hardcover (In Leinen)

Schlagwörter

Sonstiges 19,90 € Kaufen
Inhalt
I. Seinen Mandarin töten

  1. Rastignac zögert
  2. Lob der Einfachheit
  3. Unglück in weiter Ferne
  4. Die Wüste des Egoismus
  5. Gedanken, die töten
  6. Ein bewegliches Gewissen
  7. Groß und klein, nah und fern
  8. Ein gewalttätiger Denker
  9. Der Knoten der Menschlichkeit
  10. Der Mensch imMenschen
  11. Glück, auf Unglück gebaut
  12. Die Enttäuschung des Krieges
  13. Das Schulterzucken des Bürgers

    II. Moralische Geographie

  14. Interesse regiert die Welt
  15. Lob der Verschiedenheit
  16. Dieseits Wahheit, jenseits Irrtum
  17. Über die Linie
  18. Vermessung der Moral
  19. Eine einzige Moral
  20. Große und kleine Staaten
  21. Das republikanische Dilemma
  22. Die Genzen der Gleichheit
  23. Geschlossene und offene Gesellschaften

    III. Blicke auf ferne Katastrophen

  24. Alles ist gut in Lissabon
  25. Furcht und Mitleid
  26. Eine Katastrophe in China
  27. Warnung vor allgemeiner Menschenliebe
  28. Dialog mit dem Doppelgänger
  29. Die Verwandlung des Zuschauers
  30. Mitgefühlt mit Irren und Toten
  31. Firlefanz und Tand
  32. Eine gigantische Zweckentfremdung

    IV. Der Philosoph, der sich die Ohren verstopft

  33. Unzeitgemäße Betrachtungen
  34. Zweideutige Ratschläge
  35. Eine Theorie des Mitleids
  36. Unbehagen an der Philsosphie
  37. Egoismus und Menschheitswohl
  38. Fanatismus der Gleichgültigkeit
  39. Atheismus als Versuchung
  40. Doppelte Autorschaft
  41. Ein verdecktes Gespräch
  42. Das aus der Art geschlagene Tier
  43. Ein Feind des Menschengeschlechts
Pressestimmen

Pressestimmen

„Das anregende Buch (...).“
Michael Krüger, Bunte, 7. Oktober 2004



„(...) des brillanten Essays von Henning Ritter (...) Ritters faszinierendes Buch erinnert behutsam an die Fallhöhe, in die man gerät, wenn man sich allzu blauäugig vom harten Bodensatz menschlicher Unzulänglichkeiten entfernt.“
Reinhard Lassek, Das Parlament, 5. Oktober 2004



„Ritters mit leichter Feder geschriebener Essay spannt ein dichtes Netz zwischen Moralskeptikern der Moderne von Rousseau bis Balzac, von Tocqueville bis Dostojewski, von Adam Smith bis Ernst Jünger. Durch den bewussten Verzicht auf eine systemische, chronologisch geordnete Darstellung kommt die zeitlose Sprengkraft, die der Moralkritik innewohnt, umso deutlicher zum Vorschein. „Lissabon liegt in Trümmern, und in Paris wird getanzt“, notierte Voltaire nach dem Erdbeben von 1754, das die portugiesische Hauptstadt zerstörte und das Weltvertrauen erschütterte. „In einer Welt“, wie Ritter schreibt, „deren Informiertheit weiter reicht als die Gefühle“, gilt das auch heute noch.“
Marion Lühe, Tages-Anzeiger, 20. November 2004



„Was wird aus einer ehrwürdigen Tugend in Zeiten der Weltgesellschaft? Elegant geschriebener, klug argumentierender historisch-philosophischer Essay.“
Ulrich Greiner, Die Zeit, 2. Dezember 2004



„Henning Ritter hat in seinem neuen Essay Nahes und fernes Unglück die vielfältigen Verflechtungen des moralphilosophischen Diskurses im 18. Jahrhundert rekonstruiert und seine Aktualität für die gegenwärtigen Debatten erfahrbar gemacht.“
Rüdiger Zill, Frankfurter Rundschau, 8. Dezember 2004



„Es sind Grenzgänger, die der Autor in seine essayistische Erkundung einbezieht: literarische Philosophen wie Pascal, Rousseau, Diderot und philosophierende Schriftsteller wie Balzac, Dostojewski und Ernst Jünger. Deshalb bekommt es der Leser nicht nur mit abstrakten Ideen zu tun, sondern – und darin liegt ein großer Reiz des Buches – vor allem mit konkreten Gestalten der moralischen Verunsicherung. (...) Ritter schweift konzentriert durch die Ideengeschichte. (...). Ethik erscheint oft als langweilige Disziplin, bei der wohlmeinend ums Wünschenswerte gerungen wird. Ritters Szenen und Parabeln aus der Geschichte der moralischen Verunsicherung bringen Leben und Anschaulichkeit in den trockenen Diskurs. (...) ein mit unprätentiöser Eleganz geschriebenes Buch.“
Wolfgang Schneider, Die Welt, 31. Dezember 2004



„Der FAZ-Redakteur Henning Ritter hat eine Geschichte dieser Moralskepsis geschrieben, ausgehend vom 18. Jahrhundert. Er versammelt in seinem Essay 43 Miniaturen über die Denkfiguren und Gedankenexperimente Rousseaus, Diderots und Adam Smiths, mit jener philologischen Liebe zum Detail, wie man sie von Ritter kennt.“
Christian Esch, Berliner Zeitung, 10. Januar 2005



„In seinem glanzvollen Buch „Nahes und fernes Unglück“ diskutiert Henning Ritter die Frage, wie weit unsere Verantwortung reicht. (...)
Nahes und fernes Unglück ist auch eine kleine Geistesgeschichte der Entstehung einer universellen Moral. Wer Ritters scharfsinnige Beiträge in der FAZ regelmäßig liest, den wird es nicht wundern, dass auch dieses Buch glanzvoll geschrieben ist, in einer Sprache zurückhaltender Eleganz, die mit Kenntnis nicht prunkt. (...) Die Forderung nach einer weltumspannenden Moral ist ziemlich verbreitet, aber man macht sich oft nicht recht klar, was daraus folgt. Das Hilfreiche an diesem ebenso lesenswerten wie lesbaren Buch besteht nicht zuletzt darin, dass uns Henning Ritter die begrifflichen Unterscheidungen an die Hand gibt, mit deren Hilfe wir diesem verwirrenden Dilemma entkommen können – nicht, um uns entspannt zurückzulehnen, sondern um die Kräfte, die wir besitzen, in diesen schwierigen Zeiten vernünftig anzuwenden.“
Ulrich Greiner, Die Zeit, 3. Februar 2005



„... ein kluges, mit unprätentiöser Eleganz geschriebenes Buch.“
Wolfgang Schneider, Literaturen, März 2005



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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-52186-7

Erschienen am 15. März 2005

2. Auflage , 2005

224 S.

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 19,90 € Kaufen

Ritter, Henning

Nahes und fernes Unglück

Versuch über das Mitleid

Henning Ritter begibt sich in seinem Essay auf die Suche nach den Anfängen der Ungewißheit über unsere moralische Zukunft. Er macht uns dazu vertraut mit einigen Figuren und Gedankenspielen von Balzac, Diderot und Rousseau, die einzig dazu ersonnen wurden, auf die moralischen Verwirrungen zu reagieren, die uns in der Moderne abverlangt werden: ein Mandarin in Peking, dessen Vermögen dem zufallen soll, der ihn über riesige Entfernung hinweg und durch bloße Willenskraft tötet; ein Philosoph, der sich die Ohren verstopft, damit er die Schreie des Unglücklichen nicht hört, der unter seinem Fenster ermordet wird. Bis hin zu Dostojewski, Freud und Jünger zieht sich die Spur dieser und anderer agents provocateurs der Moral, die uns auf die Probe stellen. Sind wir in einer globalisierten und kommerziell organisierten Welt dazu fähig, das Mitleid mit dem Leiden der Welt auszudehnen, oder zerfällt unser Ethos in eines für das nahe und eines für das ferne Unglück?

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Webcode: https://www.chbeck.de/12735

Inhalt

I. Seinen Mandarin töten

  1. Rastignac zögert
  2. Lob der Einfachheit
  3. Unglück in weiter Ferne
  4. Die Wüste des Egoismus
  5. Gedanken, die töten
  6. Ein bewegliches Gewissen
  7. Groß und klein, nah und fern
  8. Ein gewalttätiger Denker
  9. Der Knoten der Menschlichkeit
  10. Der Mensch imMenschen
  11. Glück, auf Unglück gebaut
  12. Die Enttäuschung des Krieges
  13. Das Schulterzucken des Bürgers

    II. Moralische Geographie

  14. Interesse regiert die Welt
  15. Lob der Verschiedenheit
  16. Dieseits Wahheit, jenseits Irrtum
  17. Über die Linie
  18. Vermessung der Moral
  19. Eine einzige Moral
  20. Große und kleine Staaten
  21. Das republikanische Dilemma
  22. Die Genzen der Gleichheit
  23. Geschlossene und offene Gesellschaften

    III. Blicke auf ferne Katastrophen

  24. Alles ist gut in Lissabon
  25. Furcht und Mitleid
  26. Eine Katastrophe in China
  27. Warnung vor allgemeiner Menschenliebe
  28. Dialog mit dem Doppelgänger
  29. Die Verwandlung des Zuschauers
  30. Mitgefühlt mit Irren und Toten
  31. Firlefanz und Tand
  32. Eine gigantische Zweckentfremdung

    IV. Der Philosoph, der sich die Ohren verstopft

  33. Unzeitgemäße Betrachtungen
  34. Zweideutige Ratschläge
  35. Eine Theorie des Mitleids
  36. Unbehagen an der Philsosphie
  37. Egoismus und Menschheitswohl
  38. Fanatismus der Gleichgültigkeit
  39. Atheismus als Versuchung
  40. Doppelte Autorschaft
  41. Ein verdecktes Gespräch
  42. Das aus der Art geschlagene Tier
  43. Ein Feind des Menschengeschlechts

Pressestimmen

„Das anregende Buch (...).“
Michael Krüger, Bunte, 7. Oktober 2004


„(...) des brillanten Essays von Henning Ritter (...) Ritters faszinierendes Buch erinnert behutsam an die Fallhöhe, in die man gerät, wenn man sich allzu blauäugig vom harten Bodensatz menschlicher Unzulänglichkeiten entfernt.“
Reinhard Lassek, Das Parlament, 5. Oktober 2004


„Ritters mit leichter Feder geschriebener Essay spannt ein dichtes Netz zwischen Moralskeptikern der Moderne von Rousseau bis Balzac, von Tocqueville bis Dostojewski, von Adam Smith bis Ernst Jünger. Durch den bewussten Verzicht auf eine systemische, chronologisch geordnete Darstellung kommt die zeitlose Sprengkraft, die der Moralkritik innewohnt, umso deutlicher zum Vorschein. „Lissabon liegt in Trümmern, und in Paris wird getanzt“, notierte Voltaire nach dem Erdbeben von 1754, das die portugiesische Hauptstadt zerstörte und das Weltvertrauen erschütterte. „In einer Welt“, wie Ritter schreibt, „deren Informiertheit weiter reicht als die Gefühle“, gilt das auch heute noch.“
Marion Lühe, Tages-Anzeiger, 20. November 2004


„Was wird aus einer ehrwürdigen Tugend in Zeiten der Weltgesellschaft? Elegant geschriebener, klug argumentierender historisch-philosophischer Essay.“
Ulrich Greiner, Die Zeit, 2. Dezember 2004


„Henning Ritter hat in seinem neuen Essay Nahes und fernes Unglück die vielfältigen Verflechtungen des moralphilosophischen Diskurses im 18. Jahrhundert rekonstruiert und seine Aktualität für die gegenwärtigen Debatten erfahrbar gemacht.“
Rüdiger Zill, Frankfurter Rundschau, 8. Dezember 2004


„Es sind Grenzgänger, die der Autor in seine essayistische Erkundung einbezieht: literarische Philosophen wie Pascal, Rousseau, Diderot und philosophierende Schriftsteller wie Balzac, Dostojewski und Ernst Jünger. Deshalb bekommt es der Leser nicht nur mit abstrakten Ideen zu tun, sondern – und darin liegt ein großer Reiz des Buches – vor allem mit konkreten Gestalten der moralischen Verunsicherung. (...) Ritter schweift konzentriert durch die Ideengeschichte. (...). Ethik erscheint oft als langweilige Disziplin, bei der wohlmeinend ums Wünschenswerte gerungen wird. Ritters Szenen und Parabeln aus der Geschichte der moralischen Verunsicherung bringen Leben und Anschaulichkeit in den trockenen Diskurs. (...) ein mit unprätentiöser Eleganz geschriebenes Buch.“
Wolfgang Schneider, Die Welt, 31. Dezember 2004


„Der FAZ-Redakteur Henning Ritter hat eine Geschichte dieser Moralskepsis geschrieben, ausgehend vom 18. Jahrhundert. Er versammelt in seinem Essay 43 Miniaturen über die Denkfiguren und Gedankenexperimente Rousseaus, Diderots und Adam Smiths, mit jener philologischen Liebe zum Detail, wie man sie von Ritter kennt.“
Christian Esch, Berliner Zeitung, 10. Januar 2005


„In seinem glanzvollen Buch „Nahes und fernes Unglück“ diskutiert Henning Ritter die Frage, wie weit unsere Verantwortung reicht. (...)
Nahes und fernes Unglück ist auch eine kleine Geistesgeschichte der Entstehung einer universellen Moral. Wer Ritters scharfsinnige Beiträge in der FAZ regelmäßig liest, den wird es nicht wundern, dass auch dieses Buch glanzvoll geschrieben ist, in einer Sprache zurückhaltender Eleganz, die mit Kenntnis nicht prunkt. (...) Die Forderung nach einer weltumspannenden Moral ist ziemlich verbreitet, aber man macht sich oft nicht recht klar, was daraus folgt. Das Hilfreiche an diesem ebenso lesenswerten wie lesbaren Buch besteht nicht zuletzt darin, dass uns Henning Ritter die begrifflichen Unterscheidungen an die Hand gibt, mit deren Hilfe wir diesem verwirrenden Dilemma entkommen können – nicht, um uns entspannt zurückzulehnen, sondern um die Kräfte, die wir besitzen, in diesen schwierigen Zeiten vernünftig anzuwenden.“
Ulrich Greiner, Die Zeit, 3. Februar 2005


„... ein kluges, mit unprätentiöser Eleganz geschriebenes Buch.“
Wolfgang Schneider, Literaturen, März 2005