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Stollberg-Rilinger, Barbara

Des Kaisers alte Kleider

Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches

Barbara Stollberg-Rilinger erhält den Preis des Historischen Kollegs 2013

Eine der besten Kennerinnen der Geschichte des Alten Reiches erhellt das faszinierende Wechselspiel von schriftlich fixierter Verfassung und im Ritual gelebter Verfassungswirklichkeit. Zum ersten Mal wird Verfassungsgeschichte konsequent von den symbolisch-rituellen Formen und ihrem Wandel her verständlich. 
Wie wurden Vasallen des Reiches belehnt? Wie verständigte man sich auf den Reichstagen? Wie verkehrten die Gesandten an den Höfen der Fürsten? Was über diese Fragen in der Verfassung bestimmt war, war die eine Sache, doch ob und in wieweit diese Regeln mit Leben erfüllt wurden, war eine andere – war abhängig von sehr komplexem symbolisch-rituellen Handeln. Barbara Stollberg-Rilinger zeigt in ihrem spannenden Buch, wie eine politische Formensprache, die alle Beteiligten beherrschten – gleichsam eine Art symbolischer Grundwortschatz – unverzichtbar war, um sich über die gemeinsame Ordnung zu verständigen.

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Bibliografie

978-3-406-57074-2

Erschienen am 22. September 2008

2., durchgesehene und aktualisierte Auflage, 2013

439 S., mit 17 Abbildungen im Text

Hardcover

Hardcover 38,00 € Kaufen
e-Book 29,99 € Kaufen
Inhalt
I. Einleitung
Des Kaisers alte Kleider Fiktionen und Symbole Verfassungsbegriff und Verfassungsgeschichte Verfassungsgeschichte als Ritualgeschichte?

II. Herstellung und Darstellung des Reiches: Worms 1495
Ein Markstein der Verfassungsgeschichte?  Ort und Zeit Ordnung der Personen im Text und im Raum  Die Ordnung des Beratens  Sitzen in majestate Feierliche Belehnungen  Standeserhöhung: Württemberg Doppeldeutigkeit: Lothringen Konflikt: Pommern  Abschied  Zwischenresümee 

III. Spaltung der Sakralgemeinschaft: Augsburg 1530 
Das Heilige Reich Die Glaubensspaltung auf der Bühne des Reichstags Einzug des Kaisers Kampf um den öffentlichen Raum: Schauen versus Hören  Eröffnungsmesse  Beraten und Bekennen Belehnung als antilutherische Demonstration Belehnung als dynastische Demonstra­tion Unvollkommener Abschied Zwischenresümee 

IV. Mehr Streit denn je: Regensburg 1653/54
Der Auftrag des Westfälischen Friedens Gelehrtenstreit Ort, Zeit, Per­sonen Eine neue zeremonielle Grammatik Einzüge, Audienzen, Visi­ten Konfessionelle Inszenierungen  Königswahl und Krönung Wahl in Augsburg Krönung in Regensburg Kaiserinnenkrö­nung Misslungene Eröffnung Verfahrensprobleme und Statuskon­flikte Vergebliche Lösungsversuche Feierliche Belehnungen Ent­scheidungsdefizite Zwischenresümee 

V. Parallelwelten: Frankfurt–Regensburg–Wien 1764/65
Epochenwende Schauplatz Frankfurt am Main: Gespenstisches Weltthea­ter Bühne des Kurkollegs Abwesenheiten Schauplatz Regens­burg: Mehrdeutigkeiten Ein finsterer Ort  Stellvertretungen  Notifikationen Un petit manège des grandes vanités Ritualisierte Be­ratungen Organisierte Heuchelei Schauplatz Wien: Das Reich am Kaiserhof Ende der Thronbelehnungen 

VI. Die symbolische Logik des Reiches 
Eine Kultur der Präsenz  Schriftlichkeit  Stellvertretung Kein letzter Akt 


Danksagung 
Anhang
 
Anmerkungen  Abkürzungen  Quellen-und Literaturverzeich­nis  Abbildungsnachweis  Personenregister 

 

Pressestimmen

Pressestimmen

"Dieser Wirkungsgeschichte spürt das Buch der Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger nach. Es beschreibt die bewußtseinsbildende Bedeutung, die Symbole und Rituale für ein politisches Gemeinwesen haben. (...) Es zu lesen, ist eine Lust."
Gabriele Kalmár, Deutschlandradio Kultur, 21. Juni 2009



"Barbara Stollberg-Rilinger führt nicht nur hinein in die Überzeugungsmacht der Bilder. Sie bestätigt mit ihrer anschaulichen, dem konkreten Moment zugewandten Vergegenwärtigung des Fernen und Vergangenen, dass auch die Poesie den Dingen Dauer verschafft."
Eberhard Straub, Süddeutsche Zeitung, 9./10. April 2009



"(...) Standardwerk der modernen Verfassungsgeschichte (...), [ein] eindrucksvolle[s] Buch, dessen Klarheit, Präzision und Originalität keinen Zweifel daran lassen, dass dieser große Wurf das Fach endgültig ins 21. Jahrhundert katapultiert."
Miloš Vec, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Dezember 2008



"Dass der Kaiser, wie Hegel 1802 spottete, die alten Kleider und Kleinodien Karls des Großen anlegte, sei reiner Mummenschanz, da sich die Verfassung des Reichs längst gewandelt habe. Damit hatte er, wie Barbara Stollberg-Rilinger in ihrem schönen Buch Des Kaisers alte Kleider schreibt, teils recht, teils unrecht. In der Tat hatten sich Außen- und Binnenstruktur des Reichs seit dem 15. Jahrhundert stark verändert (...).
In knappen „Momentaufnahmen“ entfaltet sich die Geschichte des Alten Reichs als eine Geschichte seiner Rituale und Symbolsprachen. Auf packende, manchmal beklemmende Weise und in leserfreundlicher Prosa erfahren wir von den Herausforderungen, die die Glaubensspaltung des 16. Jahrhunderts an die Kohäsion des Ganzen stellte."
Ute Frevert, Die Zeit, Literaturbeilage zu Weihnachten, 27. November 2008



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-57074-2

Erschienen am 22. September 2008

2., durchgesehene und aktualisierte Auflage , 2013

439 S., mit 17 Abbildungen im Text

Hardcover

Hardcover 38,00 € Kaufen
e-Book 29,99 € Kaufen

Stollberg-Rilinger, Barbara

Des Kaisers alte Kleider

Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches

Barbara Stollberg-Rilinger erhält den Preis des Historischen Kollegs 2013

Eine der besten Kennerinnen der Geschichte des Alten Reiches erhellt das faszinierende Wechselspiel von schriftlich fixierter Verfassung und im Ritual gelebter Verfassungswirklichkeit. Zum ersten Mal wird Verfassungsgeschichte konsequent von den symbolisch-rituellen Formen und ihrem Wandel her verständlich. 
Wie wurden Vasallen des Reiches belehnt? Wie verständigte man sich auf den Reichstagen? Wie verkehrten die Gesandten an den Höfen der Fürsten? Was über diese Fragen in der Verfassung bestimmt war, war die eine Sache, doch ob und in wieweit diese Regeln mit Leben erfüllt wurden, war eine andere – war abhängig von sehr komplexem symbolisch-rituellen Handeln. Barbara Stollberg-Rilinger zeigt in ihrem spannenden Buch, wie eine politische Formensprache, die alle Beteiligten beherrschten – gleichsam eine Art symbolischer Grundwortschatz – unverzichtbar war, um sich über die gemeinsame Ordnung zu verständigen.
Webcode: https://www.chbeck.de/22817

Inhalt

I. Einleitung
Des Kaisers alte Kleider Fiktionen und Symbole Verfassungsbegriff und Verfassungsgeschichte Verfassungsgeschichte als Ritualgeschichte?

II. Herstellung und Darstellung des Reiches: Worms 1495
Ein Markstein der Verfassungsgeschichte?  Ort und Zeit Ordnung der Personen im Text und im Raum  Die Ordnung des Beratens  Sitzen in majestate Feierliche Belehnungen  Standeserhöhung: Württemberg Doppeldeutigkeit: Lothringen Konflikt: Pommern  Abschied  Zwischenresümee 

III. Spaltung der Sakralgemeinschaft: Augsburg 1530 
Das Heilige Reich Die Glaubensspaltung auf der Bühne des Reichstags Einzug des Kaisers Kampf um den öffentlichen Raum: Schauen versus Hören  Eröffnungsmesse  Beraten und Bekennen Belehnung als antilutherische Demonstration Belehnung als dynastische Demonstra­tion Unvollkommener Abschied Zwischenresümee 

IV. Mehr Streit denn je: Regensburg 1653/54
Der Auftrag des Westfälischen Friedens Gelehrtenstreit Ort, Zeit, Per­sonen Eine neue zeremonielle Grammatik Einzüge, Audienzen, Visi­ten Konfessionelle Inszenierungen  Königswahl und Krönung Wahl in Augsburg Krönung in Regensburg Kaiserinnenkrö­nung Misslungene Eröffnung Verfahrensprobleme und Statuskon­flikte Vergebliche Lösungsversuche Feierliche Belehnungen Ent­scheidungsdefizite Zwischenresümee 

V. Parallelwelten: Frankfurt–Regensburg–Wien 1764/65
Epochenwende Schauplatz Frankfurt am Main: Gespenstisches Weltthea­ter Bühne des Kurkollegs Abwesenheiten Schauplatz Regens­burg: Mehrdeutigkeiten Ein finsterer Ort  Stellvertretungen  Notifikationen Un petit manège des grandes vanités Ritualisierte Be­ratungen Organisierte Heuchelei Schauplatz Wien: Das Reich am Kaiserhof Ende der Thronbelehnungen 

VI. Die symbolische Logik des Reiches 
Eine Kultur der Präsenz  Schriftlichkeit  Stellvertretung Kein letzter Akt 


Danksagung 
Anhang
 
Anmerkungen  Abkürzungen  Quellen-und Literaturverzeich­nis  Abbildungsnachweis  Personenregister 

 

Pressestimmen

"Dieser Wirkungsgeschichte spürt das Buch der Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger nach. Es beschreibt die bewußtseinsbildende Bedeutung, die Symbole und Rituale für ein politisches Gemeinwesen haben. (...) Es zu lesen, ist eine Lust."
Gabriele Kalmár, Deutschlandradio Kultur, 21. Juni 2009


"Barbara Stollberg-Rilinger führt nicht nur hinein in die Überzeugungsmacht der Bilder. Sie bestätigt mit ihrer anschaulichen, dem konkreten Moment zugewandten Vergegenwärtigung des Fernen und Vergangenen, dass auch die Poesie den Dingen Dauer verschafft."
Eberhard Straub, Süddeutsche Zeitung, 9./10. April 2009


"(...) Standardwerk der modernen Verfassungsgeschichte (...), [ein] eindrucksvolle[s] Buch, dessen Klarheit, Präzision und Originalität keinen Zweifel daran lassen, dass dieser große Wurf das Fach endgültig ins 21. Jahrhundert katapultiert."
Miloš Vec, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Dezember 2008


"Dass der Kaiser, wie Hegel 1802 spottete, die alten Kleider und Kleinodien Karls des Großen anlegte, sei reiner Mummenschanz, da sich die Verfassung des Reichs längst gewandelt habe. Damit hatte er, wie Barbara Stollberg-Rilinger in ihrem schönen Buch Des Kaisers alte Kleider schreibt, teils recht, teils unrecht. In der Tat hatten sich Außen- und Binnenstruktur des Reichs seit dem 15. Jahrhundert stark verändert (...).
In knappen „Momentaufnahmen“ entfaltet sich die Geschichte des Alten Reichs als eine Geschichte seiner Rituale und Symbolsprachen. Auf packende, manchmal beklemmende Weise und in leserfreundlicher Prosa erfahren wir von den Herausforderungen, die die Glaubensspaltung des 16. Jahrhunderts an die Kohäsion des Ganzen stellte."
Ute Frevert, Die Zeit, Literaturbeilage zu Weihnachten, 27. November 2008