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Türcke, Christoph

Erregte Gesellschaft

Philosophie der Sensation

Sensation bedeutete ursprünglich nichts anderes als „Wahrnehmung“. Heute versteht man unter einer Sensation das, was die Wahrnehmung magnetisch auf sich zieht: das Spektakuläre. Was kein Aufsehen zu erregen vermag, wird kaum noch wahrgenommen. Esse est percipi – Sein ist Wahrgenommenwerden. Der Kampf ums Dasein wird in der Sensationsgesellschaft zum Kampf um Wahrnehmung. Christoph Türcke verfolgt in seinem grundlegenden philosophischen Werk den Wandel der Sensation zur Anschauungsform des modernen Menschen, zum Verhaltensmuster, zum Unruheherd einer ganzen Gesellschaft. Er rekonstruiert die Bedeutungsgeschichte des Sensationsbegriffs und mit ihr die Formation der neuzeitlichen Welt zur „Erregungsmasse“. Dabei greift er zurück bis zur physiologischen „Urgeschichte“ der Sensation, die einst als Epiphanie des Heiligen erlebt wurde. Deren Nachwirkungen reichen bis in die hochtechnisierte Moderne, wo audiovisuelle Schocks wie Injektionen verabreicht werden und die erregte Gesellschaft zunehmend die Fähigkeit verliert, ohne den Maßstab der Sensation auszukommen. Christoph Türckes Philosophie der Sensation ist ein zentraler Beitrag zur Gesellschaftstheorie der Gegenwart.


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Bibliografie

978-3-406-49521-2

2., durchgesehene Auflage, 2012

328 S.

Hardcover (In Leinen)

Sonstiges 29,90 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

1. Paradigma der Sensation

Nachrichten-Hochdruck - Entfesselte Werbung - Defiziente Systemtheorie - Transformation der Kulturindustrie - «Esse est percipi» - Deregulierter Surrealismus - Integration: Das andere Gesicht der Ausgrenzung - «Sensation seeking» - Tattoo -Piercing-Amok - Komplex-Dispositiv-Paradigma

2. Logik der Sensation

Wunderkammern - Fernhandel und Sensationspresse - Sensualistische Philosophie - Französische Revolution als Spektakel - Zweierlei Sensationsdiskurs

3. Physio-Theologie der Sensation

Traumatische Neurose und Nervensystem - Der Schrecken und das Heilige - Wiederholungszwang als Kulturstifter - Ekstase und Todestrieb - «Tode ti» - Das Heilige: ein Profanisierungsprodukt - Rückgang in den Grund -

4. Absolute Sensation

«The Pencil of Nature» - Das Auge der Kamera - Photographie als Anschauungsform - Bildgedächtnis der industriellen Revolution - Fetisch Ware - Wiederholungszwang, Tausch, Geld - Der «point d'honneur» des Tauschs - Absoluter Markt

5. Surrogat der Sensation

Rausch und Geschichte - Condition moderne - Sucht und Fundamentalismus - Kirche, Schnaps, Kino - Der Film als Geschoß - Konzentrierte Zerstreuung - Ausbeutung: ökonomisch, physisch, ästhetisch - Schrift und Bild - Virtuelle Lust - Nächstenliebe, Fernstenliebe - Griff nach der Notbremse - Gegenfeuer

Dank

Personenregister

Pressestimmen

Pressestimmen

"Philosophische Bücher, die den Nerv der Zeit treffen und gleichzeitig Distanz ihm gegenüber herstellen, die intensive Beschreibungen von Phänomenen und Tendenzen bieten, ohne den Anspruch der Theorie zu vernachlässigen, sind seltene Glücksfälle. Ein solcher Glücksfall ist das neue Buch von Christoph Türcke. Denn auf der einen Seite liefert Türcke eine erfahrungsgesättigte Diagnose der gegenwärtigen Gesellschaft, die nur scheinbar schlicht von der Sinnverschiebung des Worts "Sensation" ausgeht, die sich von der Mitte zu den Extremen, von normaler Empfindung und Wahrnehmung hin zum Spektakulären, Aufsehenerregenden, Ungewöhnlichen vollzogen hat. Auf der anderen Seite bleibt er nicht bei einer bloß deskriptiven Bestandsaufnahme stehen, sondern stellt seine Beschreibungen in den Rahmen einer Kritik, die philosophie- und kulturgeschichtlich, aber auch medien- und religionstheoretisch begründet ist. Man muss sich dem Sog der Gegenwart aussetzen, die man verstehen will, man überschaut sie ja nicht wie etwas, das vor einem liegt. Aber man kann sie zugleich nur verstehen und kritisieren, wenn man fähig bleibt, von ihr zurückzutreten und der Geschichte gewahr zu werden, die in ihr verdeckt wirksam bleibt."
Richard Klein, Die Welt, 14. September 2002



"Eine schräge Verbindung von Marx und ästhetischer Avantgarde."
Hannelore Schlaffer, Frankfurter Rundschau, 11. März 2003



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-49521-2

2., durchgesehene Auflage , 2012

328 S.

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 29,90 € Kaufen

Türcke, Christoph

Erregte Gesellschaft

Philosophie der Sensation

Sensation bedeutete ursprünglich nichts anderes als „Wahrnehmung“. Heute versteht man unter einer Sensation das, was die Wahrnehmung magnetisch auf sich zieht: das Spektakuläre. Was kein Aufsehen zu erregen vermag, wird kaum noch wahrgenommen. Esse est percipi – Sein ist Wahrgenommenwerden. Der Kampf ums Dasein wird in der Sensationsgesellschaft zum Kampf um Wahrnehmung. Christoph Türcke verfolgt in seinem grundlegenden philosophischen Werk den Wandel der Sensation zur Anschauungsform des modernen Menschen, zum Verhaltensmuster, zum Unruheherd einer ganzen Gesellschaft. Er rekonstruiert die Bedeutungsgeschichte des Sensationsbegriffs und mit ihr die Formation der neuzeitlichen Welt zur „Erregungsmasse“. Dabei greift er zurück bis zur physiologischen „Urgeschichte“ der Sensation, die einst als Epiphanie des Heiligen erlebt wurde. Deren Nachwirkungen reichen bis in die hochtechnisierte Moderne, wo audiovisuelle Schocks wie Injektionen verabreicht werden und die erregte Gesellschaft zunehmend die Fähigkeit verliert, ohne den Maßstab der Sensation auszukommen. Christoph Türckes Philosophie der Sensation ist ein zentraler Beitrag zur Gesellschaftstheorie der Gegenwart.

Webcode: https://www.chbeck.de/18937

Inhalt

Vorwort

1. Paradigma der Sensation

Nachrichten-Hochdruck - Entfesselte Werbung - Defiziente Systemtheorie - Transformation der Kulturindustrie - «Esse est percipi» - Deregulierter Surrealismus - Integration: Das andere Gesicht der Ausgrenzung - «Sensation seeking» - Tattoo -Piercing-Amok - Komplex-Dispositiv-Paradigma

2. Logik der Sensation

Wunderkammern - Fernhandel und Sensationspresse - Sensualistische Philosophie - Französische Revolution als Spektakel - Zweierlei Sensationsdiskurs

3. Physio-Theologie der Sensation

Traumatische Neurose und Nervensystem - Der Schrecken und das Heilige - Wiederholungszwang als Kulturstifter - Ekstase und Todestrieb - «Tode ti» - Das Heilige: ein Profanisierungsprodukt - Rückgang in den Grund -

4. Absolute Sensation

«The Pencil of Nature» - Das Auge der Kamera - Photographie als Anschauungsform - Bildgedächtnis der industriellen Revolution - Fetisch Ware - Wiederholungszwang, Tausch, Geld - Der «point d'honneur» des Tauschs - Absoluter Markt

5. Surrogat der Sensation

Rausch und Geschichte - Condition moderne - Sucht und Fundamentalismus - Kirche, Schnaps, Kino - Der Film als Geschoß - Konzentrierte Zerstreuung - Ausbeutung: ökonomisch, physisch, ästhetisch - Schrift und Bild - Virtuelle Lust - Nächstenliebe, Fernstenliebe - Griff nach der Notbremse - Gegenfeuer

Dank

Personenregister

Pressestimmen

"Philosophische Bücher, die den Nerv der Zeit treffen und gleichzeitig Distanz ihm gegenüber herstellen, die intensive Beschreibungen von Phänomenen und Tendenzen bieten, ohne den Anspruch der Theorie zu vernachlässigen, sind seltene Glücksfälle. Ein solcher Glücksfall ist das neue Buch von Christoph Türcke. Denn auf der einen Seite liefert Türcke eine erfahrungsgesättigte Diagnose der gegenwärtigen Gesellschaft, die nur scheinbar schlicht von der Sinnverschiebung des Worts "Sensation" ausgeht, die sich von der Mitte zu den Extremen, von normaler Empfindung und Wahrnehmung hin zum Spektakulären, Aufsehenerregenden, Ungewöhnlichen vollzogen hat. Auf der anderen Seite bleibt er nicht bei einer bloß deskriptiven Bestandsaufnahme stehen, sondern stellt seine Beschreibungen in den Rahmen einer Kritik, die philosophie- und kulturgeschichtlich, aber auch medien- und religionstheoretisch begründet ist. Man muss sich dem Sog der Gegenwart aussetzen, die man verstehen will, man überschaut sie ja nicht wie etwas, das vor einem liegt. Aber man kann sie zugleich nur verstehen und kritisieren, wenn man fähig bleibt, von ihr zurückzutreten und der Geschichte gewahr zu werden, die in ihr verdeckt wirksam bleibt."
Richard Klein, Die Welt, 14. September 2002


"Eine schräge Verbindung von Marx und ästhetischer Avantgarde."
Hannelore Schlaffer, Frankfurter Rundschau, 11. März 2003