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Augustin, Ernst

Schönes Abendland

Roman

Ernst Augustins Roma in drei Teilen erzählt die Parallelbiographien von Drillingen, nach einem Hans-im-Glück-Muster jeweils von ihnen selbst berichte: Stani, der Kaufmann beginnt sehr früh mit scharfer Geschäftstätigkeit und endet in einem Imperium obszön überquellender Warenlager. Kulle ersteigt die ordensbehangene Stufenleiter des Militärs, bringt es mehr oder weniger tragisch bis zum General. Beffchen schließlich schneidet sich mit dem Sezier-Schneid des Chirurgen virtuos durch den gesamten Komplex der Medizin bis zum letzten Schnitt. Alle drei einer Strategie unaufhaltsamen Abstiegs folgend, durch abendländische Landschaften und Jahrhunderte hindurch.
Denn diese so vergnüglich boshaften Lebensläufe der drei tragen in sich eine ganze abendländische Kultur- und Sittengeschichte gargantuesken Ausmaßes. Hier ist ein Abendland üppiger Schönheit und genialen Erfindergeistes, in das „ Mamma“ ihre Drillinge hineingebiert, aber auch des Militarismus, Kolonialismus und der menschlichen Unersättlichkeit. – Der Kreislauf des Staunens über das Geborenwerden und Sterben, und wohin?

"Seine Art zu erzählen ist einzigartig, traumatisch, hypnotisierend und rauschhaft verstörend. Ich wüsste keinen heutigen Autor, der dem Leser so rasch und so unwiderstehlich den Boden unter den Füßen wegzieht.“
Dieter Hildebrandt, Die Zeit

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Bibliografie

978-3-406-56371-3

Erschienen am 15. August 2007

2. Auflage, 2007

436 S.

Gebunden

Hardcover 22,90 € Kaufen
Pressestimmen

Pressestimmen

"Er spielt einen schwindlig, würde man sagen, wenn Ernst Augustin Fussballer wäre. Seine Sprachartistik macht einen atemlos –es geht nicht anders, der Leser wird mitgerissen. (...) Augustin schafft mit wenigen Sätzen ganze Panoramen, er gibt Einblick in Gesellschaftsformen und in menschliche Seelen. Als ausgebildeter Neurologe und Psychiater ist ihm, so viel Klischee muss sein, nichts Menschliches fremd. Und er kann von einem Wort aufs andere die ohnehin schon absurde Handlung mal ins Phantastische kippen lassen, mal ins Slapstickhafte. (...)
Hier sind alle gleich lächerlich: Ärzteschaft, Handel und Militär – in Augustins bösartigem Schelmenroman kommt niemand ungeschoren davon. Der 80-jährige hat ein Sittengemälde entworfen, das keinen lehrhaften Blick aufs „Schöne Abendland“ wirft. Sondern das prall ist und bunt und einen am Ende schwindlig gespielt zurücklässt."
Lena Bodewein, NDR, 8. Januar 2008



"Im Prinzip gilt das für alle Geschichten, die er uns im Buch auftischt. Selbst der Titel "Schönes Abendland" lässt sich eigentlich nur als pure Ironie verstehen. Es sind amüsante Schnurren, rasant aneinandergereiht. In wenigen Sätzen entwirft Ernst Augustin ganze Seelenlandschaften. Für diesen Roman gilt denn auch wie für alle seine Bücher: Sie sind Erkundungen der menschlichen Psyche. Das liegt bei einem ausgebildeten Arzt, Neurologen und Psychiater, der sich Zeit seines Lebens seinen Lebensunterhalt verdient hat, durchaus nahe. Diese Erfahrungen sind in seine Romane mit eingegangen. Eine überfällige Wiederentdeckung eines großen Erzählers."
Johannes Kaiser, Deutschlandradio, 27. September 2007



"Der Roman Mamma um die Schicksale eines Drillingsbrüderpaares war 1970 Gesprächsthema auf der Frankfurter Buchmesse. "Es wird wieder erzählt", lautet die Parole, die bereits den Klappentext des Buches (2007 in revidierter Form als Schönes Abendland neu veröffentlicht) annoncierte. Doch wiederum fanden weder Buch noch Autor den entsprechenden Nachhall. Es sollte eine ganze Autoren- Generation benötigen, bis immer mehr der nachstrebenden Schriftstellerinnen und Schriftsteller (...), das heute neun Romane und einen Erzählband umfassende Werk Augustins preisen und schätzen. Und zwar wegen der immer leichter, immer unangestrengter gewordenen, immer plastischen Sprache, die in ihrer kunstvollen Kunstlosigkeit unverwechselbar ist. (...) Ernst Augustin ist ein großartiger Magier des Grotesken. (...) Diesem Spezialisten für Grenzüberschreitungen aller Arten, ob in der Hirnschale, in der Zeitgeschichte oder im erotischen Diesseits, gelingt der Schritt vom Alltag zum Albtraum mit nur wenigen Worten. Tiefen Ernst und närrischen Schalk spinnt er zusammen mit farbenfroh irisierendem Erzählgarn auf ernstem Grund. (...) Ernst Augustin ist ein Erzähler mit einem ganzen Arsenal fliegender Teppiche."
Alexander Kluy, Der Standard, 3. November 2007



"Ernst Augustins Romane blättern phantastische Welten auf, sind tiefernst komisch, ungemein spannend und behandeln gleichzeitig in irrlichternd schwebender Sprache komplexe Themen. Dabei lässt er Bilder sprechen, statt uns mit spröden, belehrenden Erklärungen zu langweilen, und findet selbst für schwierigste Sachverhalte plausible Szenen. Jeder Satz ein Geschenk, ein Balanceakt über dem Abgrund der Wirklichkeit."
Hansjörg Schertenleib, Neue Zürcher Zeitung, 10. November 2007



"Das Altern, das hört man seinen zeitlosen, von jüngeren Dichtern oft bewunderten Texten an, scheint um sein Schaffen einen Bogen zu machen."
Christine Diller, Münchner Merkur, 31. Oktober 2007



"In artistischer Verdreifachung scheint eine überbordende, hochkomische Sittengeschichte des Abendlands auf. (...) Falsche Väter, Brüder und Söhne, die Frappanz erfundener Lebensläufe: all das orchestriert Ernst Augustin mit schelmischer Grandezza."
Katrin Hillgruber, Der Tagesspiegel, 31. Oktober 2007



"Ernst Augustins Kunst besteht in der Öffnung des uns alle bändigenden gemeinen Lebensalltags mit seinen leidigen Natur- und Sozialgesetzen in ein ästhetisches Reich der Freiheit, eben jene "vierte Dimension". Normalität im landesüblichen Sinn ist etwas Fürchterliches, sie läuft speziell in München, auf jenes "Mir san gsund!" hinaus, das schon Thomas Mann mit Schaudern diagnostizierte und bei Augustin die Gestalt von stämmigen jungen Mobstern angenommen hat, die dem zum ewigen Außenseitertum verurteilten Schriftsteller mit ihren Bierseideln den Schädel einzuschlagen drohen. (...) Die Schönheit seines Erzählens erwächst aus dem Grauenhaften der Wirklichkeit."
Albert von Schirnding, Süddeutsche Zeitung, 31. Oktober 2007



"Augustin durchleuchtet die dunklen inneren Kammern seiner Helden wie die architektonischen Strukturen seiner Erzählräume und weiß genau, wie leicht und schwebend man hinübergleiten kann in eine andere Welt und Zeit,die in der Realität ihren Ausgangspunkt, aber noch lange nicht ihren Grund haben. Die Sprache ist ein belastbares Vehikel, Grenzen des Darstellbaren zu überschreiten. (...) Lesen Sie den klugen, höchst amüsanten Sommer- und München- Roman "Die Schule der Nackten" oder den Doppelroman "Raumlicht", der von einem Psychiater und seiner schizophrenen Patientin erzählt. Schreiten Sie durch Augustins Traumlandschaften, steigen Sie in die seelischen Abgründe seiner Figuren hinab, aus denen Sie mit neuen Erkenntnissen wieder herauskommen. Und lassen Sie sich von Augustins Humor umgarnen. Man kann mit diesem Schriftsteller glückliche Stunden verbringen."
Ulrich Rüdenauer, Frankfurter Rundschau, 31. Oktober 2007



"Zum Glück seiner Leser ist Ernst Augustin aber kein nüchterner Gesellschaftswissenschaftler, sondern ein überaus phantasievoller Erzähler. (...) Die Frage nach der "Wahrheit" des Erzählten wird angesichts der großen Fabulierlust Ernst Augustins immer unwichtiger. (...)
Die Neugier auf die Spielarten menschlichen Verhaltens spiegelt sich in den Büchern dieses Vielgereisten, die von Anfang an jenseits modischer Strömungen ihre eigene vergnügliche Sprache entwickelt haben und ein zutiefst humanes Programm verfolgen."
Sabine Doering, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Oktober 2007



"Denn siehe, mit diesem Buch haben wir eine hochvergnügliche Lektüre vor uns, ein gelungenes Sprachspiel sondergleichen, ein so frech wie stilistisch perfekt konstruiertes Märchen. (...) Was den Roman aber hinaushebt weit über die Beliebigkeitsniederungen und Befindlichkeitsetüden, durch die wir uns von Saison zu Saison quälen müssen, ist die fast strahlende Souveränität, mit der Augustin die drei Sprachebenen balanciert. (...) Der Neurologe als Schriftsteller. Der weiß, wie er uns Bilder ins Gehirn blendet; damit Verstehen. (...) Ernst Augustin ist also ein Kopfjäger. Will sagen: Er jagt nach unserem Kopf. Seine Instrumente sind die Wörter."
Fritz J. Raddatz, Die Zeit, 25. Oktober 2007



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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-56371-3

Erschienen am 15. August 2007

2. Auflage , 2007

436 S.

Gebunden

Gebunden 22,90 € Kaufen

Augustin, Ernst

Schönes Abendland

Roman

Ernst Augustins Roma in drei Teilen erzählt die Parallelbiographien von Drillingen, nach einem Hans-im-Glück-Muster jeweils von ihnen selbst berichte: Stani, der Kaufmann beginnt sehr früh mit scharfer Geschäftstätigkeit und endet in einem Imperium obszön überquellender Warenlager. Kulle ersteigt die ordensbehangene Stufenleiter des Militärs, bringt es mehr oder weniger tragisch bis zum General. Beffchen schließlich schneidet sich mit dem Sezier-Schneid des Chirurgen virtuos durch den gesamten Komplex der Medizin bis zum letzten Schnitt. Alle drei einer Strategie unaufhaltsamen Abstiegs folgend, durch abendländische Landschaften und Jahrhunderte hindurch.
Denn diese so vergnüglich boshaften Lebensläufe der drei tragen in sich eine ganze abendländische Kultur- und Sittengeschichte gargantuesken Ausmaßes. Hier ist ein Abendland üppiger Schönheit und genialen Erfindergeistes, in das „ Mamma“ ihre Drillinge hineingebiert, aber auch des Militarismus, Kolonialismus und der menschlichen Unersättlichkeit. – Der Kreislauf des Staunens über das Geborenwerden und Sterben, und wohin?

"Seine Art zu erzählen ist einzigartig, traumatisch, hypnotisierend und rauschhaft verstörend. Ich wüsste keinen heutigen Autor, der dem Leser so rasch und so unwiderstehlich den Boden unter den Füßen wegzieht.“
Dieter Hildebrandt, Die Zeit
Webcode: https://www.chbeck.de/21212

Pressestimmen

"Er spielt einen schwindlig, würde man sagen, wenn Ernst Augustin Fussballer wäre. Seine Sprachartistik macht einen atemlos –es geht nicht anders, der Leser wird mitgerissen. (...) Augustin schafft mit wenigen Sätzen ganze Panoramen, er gibt Einblick in Gesellschaftsformen und in menschliche Seelen. Als ausgebildeter Neurologe und Psychiater ist ihm, so viel Klischee muss sein, nichts Menschliches fremd. Und er kann von einem Wort aufs andere die ohnehin schon absurde Handlung mal ins Phantastische kippen lassen, mal ins Slapstickhafte. (...)
Hier sind alle gleich lächerlich: Ärzteschaft, Handel und Militär – in Augustins bösartigem Schelmenroman kommt niemand ungeschoren davon. Der 80-jährige hat ein Sittengemälde entworfen, das keinen lehrhaften Blick aufs „Schöne Abendland“ wirft. Sondern das prall ist und bunt und einen am Ende schwindlig gespielt zurücklässt."
Lena Bodewein, NDR, 8. Januar 2008


"Im Prinzip gilt das für alle Geschichten, die er uns im Buch auftischt. Selbst der Titel "Schönes Abendland" lässt sich eigentlich nur als pure Ironie verstehen. Es sind amüsante Schnurren, rasant aneinandergereiht. In wenigen Sätzen entwirft Ernst Augustin ganze Seelenlandschaften. Für diesen Roman gilt denn auch wie für alle seine Bücher: Sie sind Erkundungen der menschlichen Psyche. Das liegt bei einem ausgebildeten Arzt, Neurologen und Psychiater, der sich Zeit seines Lebens seinen Lebensunterhalt verdient hat, durchaus nahe. Diese Erfahrungen sind in seine Romane mit eingegangen. Eine überfällige Wiederentdeckung eines großen Erzählers."
Johannes Kaiser, Deutschlandradio, 27. September 2007


"Der Roman Mamma um die Schicksale eines Drillingsbrüderpaares war 1970 Gesprächsthema auf der Frankfurter Buchmesse. "Es wird wieder erzählt", lautet die Parole, die bereits den Klappentext des Buches (2007 in revidierter Form als Schönes Abendland neu veröffentlicht) annoncierte. Doch wiederum fanden weder Buch noch Autor den entsprechenden Nachhall. Es sollte eine ganze Autoren- Generation benötigen, bis immer mehr der nachstrebenden Schriftstellerinnen und Schriftsteller (...), das heute neun Romane und einen Erzählband umfassende Werk Augustins preisen und schätzen. Und zwar wegen der immer leichter, immer unangestrengter gewordenen, immer plastischen Sprache, die in ihrer kunstvollen Kunstlosigkeit unverwechselbar ist. (...) Ernst Augustin ist ein großartiger Magier des Grotesken. (...) Diesem Spezialisten für Grenzüberschreitungen aller Arten, ob in der Hirnschale, in der Zeitgeschichte oder im erotischen Diesseits, gelingt der Schritt vom Alltag zum Albtraum mit nur wenigen Worten. Tiefen Ernst und närrischen Schalk spinnt er zusammen mit farbenfroh irisierendem Erzählgarn auf ernstem Grund. (...) Ernst Augustin ist ein Erzähler mit einem ganzen Arsenal fliegender Teppiche."
Alexander Kluy, Der Standard, 3. November 2007


"Ernst Augustins Romane blättern phantastische Welten auf, sind tiefernst komisch, ungemein spannend und behandeln gleichzeitig in irrlichternd schwebender Sprache komplexe Themen. Dabei lässt er Bilder sprechen, statt uns mit spröden, belehrenden Erklärungen zu langweilen, und findet selbst für schwierigste Sachverhalte plausible Szenen. Jeder Satz ein Geschenk, ein Balanceakt über dem Abgrund der Wirklichkeit."
Hansjörg Schertenleib, Neue Zürcher Zeitung, 10. November 2007


"Das Altern, das hört man seinen zeitlosen, von jüngeren Dichtern oft bewunderten Texten an, scheint um sein Schaffen einen Bogen zu machen."
Christine Diller, Münchner Merkur, 31. Oktober 2007


"In artistischer Verdreifachung scheint eine überbordende, hochkomische Sittengeschichte des Abendlands auf. (...) Falsche Väter, Brüder und Söhne, die Frappanz erfundener Lebensläufe: all das orchestriert Ernst Augustin mit schelmischer Grandezza."
Katrin Hillgruber, Der Tagesspiegel, 31. Oktober 2007


"Ernst Augustins Kunst besteht in der Öffnung des uns alle bändigenden gemeinen Lebensalltags mit seinen leidigen Natur- und Sozialgesetzen in ein ästhetisches Reich der Freiheit, eben jene "vierte Dimension". Normalität im landesüblichen Sinn ist etwas Fürchterliches, sie läuft speziell in München, auf jenes "Mir san gsund!" hinaus, das schon Thomas Mann mit Schaudern diagnostizierte und bei Augustin die Gestalt von stämmigen jungen Mobstern angenommen hat, die dem zum ewigen Außenseitertum verurteilten Schriftsteller mit ihren Bierseideln den Schädel einzuschlagen drohen. (...) Die Schönheit seines Erzählens erwächst aus dem Grauenhaften der Wirklichkeit."
Albert von Schirnding, Süddeutsche Zeitung, 31. Oktober 2007


"Augustin durchleuchtet die dunklen inneren Kammern seiner Helden wie die architektonischen Strukturen seiner Erzählräume und weiß genau, wie leicht und schwebend man hinübergleiten kann in eine andere Welt und Zeit,die in der Realität ihren Ausgangspunkt, aber noch lange nicht ihren Grund haben. Die Sprache ist ein belastbares Vehikel, Grenzen des Darstellbaren zu überschreiten. (...) Lesen Sie den klugen, höchst amüsanten Sommer- und München- Roman "Die Schule der Nackten" oder den Doppelroman "Raumlicht", der von einem Psychiater und seiner schizophrenen Patientin erzählt. Schreiten Sie durch Augustins Traumlandschaften, steigen Sie in die seelischen Abgründe seiner Figuren hinab, aus denen Sie mit neuen Erkenntnissen wieder herauskommen. Und lassen Sie sich von Augustins Humor umgarnen. Man kann mit diesem Schriftsteller glückliche Stunden verbringen."
Ulrich Rüdenauer, Frankfurter Rundschau, 31. Oktober 2007


"Zum Glück seiner Leser ist Ernst Augustin aber kein nüchterner Gesellschaftswissenschaftler, sondern ein überaus phantasievoller Erzähler. (...) Die Frage nach der "Wahrheit" des Erzählten wird angesichts der großen Fabulierlust Ernst Augustins immer unwichtiger. (...)
Die Neugier auf die Spielarten menschlichen Verhaltens spiegelt sich in den Büchern dieses Vielgereisten, die von Anfang an jenseits modischer Strömungen ihre eigene vergnügliche Sprache entwickelt haben und ein zutiefst humanes Programm verfolgen."
Sabine Doering, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Oktober 2007


"Denn siehe, mit diesem Buch haben wir eine hochvergnügliche Lektüre vor uns, ein gelungenes Sprachspiel sondergleichen, ein so frech wie stilistisch perfekt konstruiertes Märchen. (...) Was den Roman aber hinaushebt weit über die Beliebigkeitsniederungen und Befindlichkeitsetüden, durch die wir uns von Saison zu Saison quälen müssen, ist die fast strahlende Souveränität, mit der Augustin die drei Sprachebenen balanciert. (...) Der Neurologe als Schriftsteller. Der weiß, wie er uns Bilder ins Gehirn blendet; damit Verstehen. (...) Ernst Augustin ist also ein Kopfjäger. Will sagen: Er jagt nach unserem Kopf. Seine Instrumente sind die Wörter."
Fritz J. Raddatz, Die Zeit, 25. Oktober 2007