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Brague, Rémi

Die Weisheit der Welt

Kosmos und Welterfahrung im westlichen Denken

„Wunderbar geschrieben, erzählt uns Rémi Bragues Buch von der Entstehung der Welt als Kosmos und gibt uns eine Ahnung davon, was wir seither verloren – oder verlassen – haben.“
Harvey Mansfield, Harvard University

Rémi Brague macht in diesem faszinierenden Buch ein grundlegendes Motiv der abendländischen Geistesgeschichte anschaulich. Die Vorstellung, daß die Welt ein schön und weise geordneter Kosmos sei, hat griechische, christliche, muslimische und jüdische Denker über zwei Jahrtausende bewegt. Rémi Brague zeigt die Entstehung dieses Gedankens und schildert die Geschichte seines Verlustes in der Moderne.

Wenn die Griechen in der Antike zum Himmel blickten, sahen sie nicht bloß Sonne und Mond, Sterne und Planeten, sondern den Kosmos – ein in sich geschlossenes, kohärentes Universum voller Schönheit, Wahrheit und Vernunft. Die Schönheit und Weisheit der Welt war den Menschen Vorbild und Maßstab für Ihr eigenes Leben. Griechische und muslimische Philosophen, christliche Denker und jüdische Kabbalisten waren sich einig, daß der Kosmos und der Sinn des menschliche Lebens aufs engste zusammenhingen. Kosmologische Welterkenntnis hatte daher direkte Auswirkungen auf Philosophie und Ethik. Mit der Moderne brach dieses geschlossene Weltbild in sich zusammen. Die Welt, vordem voller Güte, Heilsgewissheit und Weisheit, wurde ethisch indifferent und konnte nicht mehr länger als Leitstern für das moralisch richtige Leben dienen.
Rémi Brague führt den Leser durch zwei Jahrtausende eines abendländischen Denkens, das sich grundlegend von dem unserer eigenen Zeit unterscheidet.

Von Rémi Brague. Aus dem Französischen von Gennaro Ghirardelli.

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Bibliografie

978-3-406-53521-5

Statt 29,90 € jetzt nur noch 14,95 €

381 S.

Hardcover (In Leinen)

Schlagwörter

Sonstiges 14,95 € Kaufen
Inhalt
Vorwort
Einleitung
Kosmographie und Kosmogonie. Kosmologie

I. DER SCHAUPLATZ
1. Vorgeschichte: Eine präkosmische Weisheit
Ein fehlendes Wort. Eine kosmische Ordnung?
2. Griechische Geburt des Kosmos
Gemeinsamer Weg. Der Eigenname. Die Entscheidung des Heraklit.
Die Sokratiker: Von der Welt zum Himmel. Die Welt als Entscheidung.

II. VIER MODELLE
3. Sokratische Revolution, platonische Restauration
Die sokratische Umkehr. Die Rückkehr des Traums: Der Timaios.
4. Das andere Griechenland: Die Atomisten
Demokrit. Der Epikurismus. Lukrez.
5. Anders als Griechenland: Die heiligen Schriften
Das Alte Testament. Neues Testament. Der Koran.
6. Das andere Andere: Die Gnosis
Das letzte Modell. Antikosmismus. Eine entwertete Welt.
Der kosmische Schrecken. Die Seele in der Welt.

III. DAS MITTELALTERLICHE MODELL
7. Marginale Modelle
Impertinenz. Ein abrahamischer Sokratismus. Die zwei überwundenen Modelle und ihre Rückkehr.
8. Das vereinheitlichte Weltbild
Gemeinsames Terrain. Eine stufenförmig geordnete Welt. Der Mensch. Physikalisches Urbild der Anthropologie. Kosmologie und menschliche Würde.
9. Ein ethischer Kosmos
Eine glückliche Welt. Das Böse als Ausnahme. Das Unten. Die Berufung. Die Ethik in der Kosmologie.
10. Eine kosmologische Ethik
Die Welt als Gegenstand der Betrachtung. Ein Text von Seneca.
Primat des Himmels. Die Nachahmung der Welt. Die Himmelsbewegungen
als zentraler Gegenstand. Das ungehorsame Tier.

11. Der abrahamische Überschuß
Neue Nähe. Theologische Erhöhung. Historisierung der Kosmologie.
Kontemplation als theologische Übung. Kosmologische Folgen der Theologie.

IV. DIE NEUE WELT
12. Das Ende einer Welt 237 Die neue Kosmographie. Tod des Kosmos. Tod des Himmels?
Gleichgültigkeit. Das unwiderrufliche Böse. Eine außermoralische Moral.

13. Unmögliche Nachahmung
Immoralität. Die natürliche Gewalt. Die Technik als Moral.
Die Metaphorisierung der kosmologischen Bezüge. Die Rückkehr des alternativen Denkens.

14. Die verlorene Welt
Kosmologische Forderungen der Ethik. Die humanisierte Welt.
Die intelligible Welt. Der phänomenologische Weltbegriff.
Die subjektive Welt.

ANHANG Anmerkungen
Bibliographie
Register

Pressestimmen

Pressestimmen

„(…) ist an diesem faszinierenden und vortrefflich übersetzten Buch (…).“
Joseph Hanimann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2005



„In seiner grandiosen Rechenschaft von mehr als 3000 Jahren Weltverständnis zeichnet der Ideenhistoriker Rémi Brague nach, wie Antike und Mittelalter den „bestirnten Himmel über mir“ (Kant) zum Muster gegliederter Weisheit erhoben, ohne das Fremde und Bedrohliche des Übergroßen Ganzen zu vergessen. (…) Er zeigt, warum antike Dissidenten wie Epikur und die Gnostiker neuerdings wieder gefragt sind. Und zwischendrin gibt er soviel Denkanstöße, dass aus der souveränen Zusammenschau unversehens ein faszinierender philosophischer Grundkurs wird.“
Johannes Saltzwedel, Der Spiegel - Kulturspiegel, 23. Dezember 2005



"Die Planeten und Sterne ziehen seit Jahrmillionen unveränderlich ihre Bahn, doch das Verhältnis des Menschen zum Kosmos hat sich in den vergangenen 2000 Jahren dramatisch gewandelt. Diese Entwicklung zeichnet präzise und allgemein verständlich der französische Philosoph Rémi Brague in seinem Buch «Die Weisheit der Welt» nach. (…) Brague zitiert eine Vielzahl von philosophischen und literarischen Quellen und macht so den Wandel überaus anschaulich.“
dpa, Februar 2006



„Die Pointe, auf die das Buch ohne Fanfare zuläuft, lautet: „Die antike und mittelalterliche Natur erscheint als Reich des Bösen. Aber das Gute kehrt zur Natur zurück“ – als Eingriff in ebendiese, als Technik. „Die Technik ist eine Art Moral, und vielleicht sogar die wahre Moral.“ Die Zucht von Tier und Pflanze, die Manipulation des menschlichen Erbgutes, Bodenversiegelung und Abholzung und künstliche Paradiese: allesamt Triumphe einer Moral nach der Moral? Es wäre schön, wenn Brague sich irrte. Es wäre gut, wenn auch die Irrenden zu diesem erstaunlichen Buch griffen.“
Alexander Kissler, Süddeutsche Zeitung, 1. März 2006



„Mit welch spielerischer Leichtigkeit und Wendigkeit der Philosophiehistoriker Rémi Brague zwischen antiker Philosophie und den drei monotheistischen Religionen hin- und hergeleitet, wie souverän er Ähnlichkeiten und Unterschiede in ihren Vorstellungen zum Vorschein zu bringen und die ihnen gemeinsamen Denkmuster herauszuarbeiten versteht, das ist vielleicht das Faszinierendste an diesem Buch. (…) Die Lektüre dieses Buches ist aufgrund der vielen Anspielungen und subtilen Interpretationen anspruchsvoll. Aber sie lohnt sich: einmal weil dem Leser eine bemerkenswerte Innenansicht zum Mittelalter geboten wird; zum anderen weil darüber unsere eigenen, so selbstverständlich erscheinenden Annahmen in ein neues Licht gerückt werden; und schließlich weil das Buch uns manches an unserer derzeitigen ethischen Desorientierung zu erklären vermag.“
Franziska Meier, Frankfurter Rundschau, 7. März 2006



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Bibliografie

978-3-406-53521-5

Statt 29,90 € jetzt nur noch 14,95 €

381 S.

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 14,95 € Kaufen

Brague, Rémi

Die Weisheit der Welt

Kosmos und Welterfahrung im westlichen Denken

„Wunderbar geschrieben, erzählt uns Rémi Bragues Buch von der Entstehung der Welt als Kosmos und gibt uns eine Ahnung davon, was wir seither verloren – oder verlassen – haben.“
Harvey Mansfield, Harvard University

Rémi Brague macht in diesem faszinierenden Buch ein grundlegendes Motiv der abendländischen Geistesgeschichte anschaulich. Die Vorstellung, daß die Welt ein schön und weise geordneter Kosmos sei, hat griechische, christliche, muslimische und jüdische Denker über zwei Jahrtausende bewegt. Rémi Brague zeigt die Entstehung dieses Gedankens und schildert die Geschichte seines Verlustes in der Moderne.

Wenn die Griechen in der Antike zum Himmel blickten, sahen sie nicht bloß Sonne und Mond, Sterne und Planeten, sondern den Kosmos – ein in sich geschlossenes, kohärentes Universum voller Schönheit, Wahrheit und Vernunft. Die Schönheit und Weisheit der Welt war den Menschen Vorbild und Maßstab für Ihr eigenes Leben. Griechische und muslimische Philosophen, christliche Denker und jüdische Kabbalisten waren sich einig, daß der Kosmos und der Sinn des menschliche Lebens aufs engste zusammenhingen. Kosmologische Welterkenntnis hatte daher direkte Auswirkungen auf Philosophie und Ethik. Mit der Moderne brach dieses geschlossene Weltbild in sich zusammen. Die Welt, vordem voller Güte, Heilsgewissheit und Weisheit, wurde ethisch indifferent und konnte nicht mehr länger als Leitstern für das moralisch richtige Leben dienen.
Rémi Brague führt den Leser durch zwei Jahrtausende eines abendländischen Denkens, das sich grundlegend von dem unserer eigenen Zeit unterscheidet.

Von Rémi Brague. Aus dem Französischen von Gennaro Ghirardelli.
Webcode: https://www.chbeck.de/13122

Inhalt

Vorwort
Einleitung
Kosmographie und Kosmogonie. Kosmologie

I. DER SCHAUPLATZ
1. Vorgeschichte: Eine präkosmische Weisheit
Ein fehlendes Wort. Eine kosmische Ordnung?
2. Griechische Geburt des Kosmos
Gemeinsamer Weg. Der Eigenname. Die Entscheidung des Heraklit.
Die Sokratiker: Von der Welt zum Himmel. Die Welt als Entscheidung.

II. VIER MODELLE
3. Sokratische Revolution, platonische Restauration
Die sokratische Umkehr. Die Rückkehr des Traums: Der Timaios.
4. Das andere Griechenland: Die Atomisten
Demokrit. Der Epikurismus. Lukrez.
5. Anders als Griechenland: Die heiligen Schriften
Das Alte Testament. Neues Testament. Der Koran.
6. Das andere Andere: Die Gnosis
Das letzte Modell. Antikosmismus. Eine entwertete Welt.
Der kosmische Schrecken. Die Seele in der Welt.

III. DAS MITTELALTERLICHE MODELL
7. Marginale Modelle
Impertinenz. Ein abrahamischer Sokratismus. Die zwei überwundenen Modelle und ihre Rückkehr.
8. Das vereinheitlichte Weltbild
Gemeinsames Terrain. Eine stufenförmig geordnete Welt. Der Mensch. Physikalisches Urbild der Anthropologie. Kosmologie und menschliche Würde.
9. Ein ethischer Kosmos
Eine glückliche Welt. Das Böse als Ausnahme. Das Unten. Die Berufung. Die Ethik in der Kosmologie.
10. Eine kosmologische Ethik
Die Welt als Gegenstand der Betrachtung. Ein Text von Seneca.
Primat des Himmels. Die Nachahmung der Welt. Die Himmelsbewegungen
als zentraler Gegenstand. Das ungehorsame Tier.

11. Der abrahamische Überschuß
Neue Nähe. Theologische Erhöhung. Historisierung der Kosmologie.
Kontemplation als theologische Übung. Kosmologische Folgen der Theologie.

IV. DIE NEUE WELT
12. Das Ende einer Welt 237 Die neue Kosmographie. Tod des Kosmos. Tod des Himmels?
Gleichgültigkeit. Das unwiderrufliche Böse. Eine außermoralische Moral.

13. Unmögliche Nachahmung
Immoralität. Die natürliche Gewalt. Die Technik als Moral.
Die Metaphorisierung der kosmologischen Bezüge. Die Rückkehr des alternativen Denkens.

14. Die verlorene Welt
Kosmologische Forderungen der Ethik. Die humanisierte Welt.
Die intelligible Welt. Der phänomenologische Weltbegriff.
Die subjektive Welt.

ANHANG Anmerkungen
Bibliographie
Register

Pressestimmen

„(…) ist an diesem faszinierenden und vortrefflich übersetzten Buch (…).“
Joseph Hanimann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2005


„In seiner grandiosen Rechenschaft von mehr als 3000 Jahren Weltverständnis zeichnet der Ideenhistoriker Rémi Brague nach, wie Antike und Mittelalter den „bestirnten Himmel über mir“ (Kant) zum Muster gegliederter Weisheit erhoben, ohne das Fremde und Bedrohliche des Übergroßen Ganzen zu vergessen. (…) Er zeigt, warum antike Dissidenten wie Epikur und die Gnostiker neuerdings wieder gefragt sind. Und zwischendrin gibt er soviel Denkanstöße, dass aus der souveränen Zusammenschau unversehens ein faszinierender philosophischer Grundkurs wird.“
Johannes Saltzwedel, Der Spiegel - Kulturspiegel, 23. Dezember 2005


"Die Planeten und Sterne ziehen seit Jahrmillionen unveränderlich ihre Bahn, doch das Verhältnis des Menschen zum Kosmos hat sich in den vergangenen 2000 Jahren dramatisch gewandelt. Diese Entwicklung zeichnet präzise und allgemein verständlich der französische Philosoph Rémi Brague in seinem Buch «Die Weisheit der Welt» nach. (…) Brague zitiert eine Vielzahl von philosophischen und literarischen Quellen und macht so den Wandel überaus anschaulich.“
dpa, Februar 2006


„Die Pointe, auf die das Buch ohne Fanfare zuläuft, lautet: „Die antike und mittelalterliche Natur erscheint als Reich des Bösen. Aber das Gute kehrt zur Natur zurück“ – als Eingriff in ebendiese, als Technik. „Die Technik ist eine Art Moral, und vielleicht sogar die wahre Moral.“ Die Zucht von Tier und Pflanze, die Manipulation des menschlichen Erbgutes, Bodenversiegelung und Abholzung und künstliche Paradiese: allesamt Triumphe einer Moral nach der Moral? Es wäre schön, wenn Brague sich irrte. Es wäre gut, wenn auch die Irrenden zu diesem erstaunlichen Buch griffen.“
Alexander Kissler, Süddeutsche Zeitung, 1. März 2006


„Mit welch spielerischer Leichtigkeit und Wendigkeit der Philosophiehistoriker Rémi Brague zwischen antiker Philosophie und den drei monotheistischen Religionen hin- und hergeleitet, wie souverän er Ähnlichkeiten und Unterschiede in ihren Vorstellungen zum Vorschein zu bringen und die ihnen gemeinsamen Denkmuster herauszuarbeiten versteht, das ist vielleicht das Faszinierendste an diesem Buch. (…) Die Lektüre dieses Buches ist aufgrund der vielen Anspielungen und subtilen Interpretationen anspruchsvoll. Aber sie lohnt sich: einmal weil dem Leser eine bemerkenswerte Innenansicht zum Mittelalter geboten wird; zum anderen weil darüber unsere eigenen, so selbstverständlich erscheinenden Annahmen in ein neues Licht gerückt werden; und schließlich weil das Buch uns manches an unserer derzeitigen ethischen Desorientierung zu erklären vermag.“
Franziska Meier, Frankfurter Rundschau, 7. März 2006