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Dahrendorf, Ralf

Versuchungen der Unfreiheit

Die Intellektuellen in Zeiten der Prüfung

Warum sind so viele Intellektuelle des 20. Jahrhunderts Faschismus und Kommunismus in die Arme gelaufen? Das Spektrum der Antworten auf diese oft gestellte Frage reicht von Opportunismus und Karrierestreben bis zum Idealismus der Überzeugungstäter. Doch läßt sich die Frage auch umkehren: Warum haben manche allen Versuchungen der Unfreiheit widerstanden? Was war ihnen eigen, das den Idealisten und Opportunisten abging?

Ralf Dahrendorf lotet in seinem neuen Buch eine Fülle von beispielhaften Biographien aus, um die Ursachen für die Unversuchbarkeit des liberalen Geistes freizulegen: Karl Popper, Isaiah Berlin, Raymond Aron und Norberto Bobbio, Hannah Arendt, Theodor W. Adorno und George Orwell treten auf – aber auch kontrastierende Persönlichkeiten wie Martin Heidegger und Ernst Jünger, Jean-Paul Sartre, Manès Sperber, Arthur Koestler oder Georg Lukács.

Das Resultat ist eine Tugendlehre der Freiheit, die über die Zeiten hinaus Gültigkeit beanspruchen kann. Erasmus von Rotterdam ist gleichsam der Prototyp dieser „Erasmus-Menschen“, einer Geisteshaltung, die weder innere Emigration erlaubt noch zum Widerstandskämpfer tauglich macht, aber mit der Besonnenheit der „engagierten Beobachtung“ und der Weisheit der leidenschaftlichen Vernunft über einen Kompaß verfügt, der die Erasmier auch durch solche Zeiten navigiert, in denen andere Geister häufig Schiffbruch erleiden. Dahrendorf wäre nicht Dahrendorf, wenn dabei nicht mehr herauskäme als eine historische Betrachtung. Seine brillante Anamnese des „liberal mind“ ist zugleich eine politische Ethik – nicht nur für Intellektuelle.


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Bibliografie

978-3-406-54054-7

2. Auflage, 2006

239 S., mit 15 Abbildungen

Hardcover (In Leinen)

Sonstiges 19,90 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

DIE FRAGE WIRD GESTELLT

1 Wer widerstand den Versuchungen der Unfreiheit?
2 Die Rede ist von öffentlichen Intellektuellen
3 Der Faschismus lockte mit Bindung und Führung
4 Der Kommunismus lockte mit Bindung und Hoffnung
5 Es gab Unversuchbare: Karl Popper, Raymond Aron, Isaiah Berlin zum Beispiel
6 Anmerkungen zur Freiheit, mit und auch gegen Isaiah Berlin

DIE ANTWORT IST EINE TUGENDLEHRE DER FREIHEIT

7 Der Mut des Einzelkampfes um Wahrheit
8 Die Gerechtigkeit des Lebens mit Widersprüchen
9 Die Besonnenheit des engagierten Beobachtens
10 Die Weisheit der leidenschaftlichen Vernunft
11 Erasmus von Rotterdam war Vorbote der liberalen Tugenden
12 Erasmier sind Repräsentanten des liberalen Geistes

AUF DEM PRÜFSTAND DES 20. JAHRHUNDERTS

13 Jahrgang 1902 oder die Vielgeprüften
14 Die lässliche Sünde der Anpassung
15 Die verwundbare Freiheit der inneren Emigration
16 Auf den Marmorklippen oder das reine Schauen
17 Erasmier sind keine Widerstandskämpfer
18 Exil als Not, Chance und Kult

JENSEITS DER VERSUCHBARKEIT

19 Neutralität als Geschenk und Schwäche
20 England für Ausländer
21 England für Engländer
22 Transatlantisches. Nahe Ferne

UMBRÜCHE UND NORMALE ZEITEN

23 1945 oder die kulturelle Freiheit
24 1968 oder die Desillusionierung
25 1989 oder das Ende des Totalitarismus
26 2001 oder die neue Gegenaufklärung

ANHANG

Societas Erasmiana
Nachweise und Anmerkungen
Bildnachweis
Personenregister

Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-54054-7

2. Auflage , 2006

239 S., mit 15 Abbildungen

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 19,90 € Kaufen

Dahrendorf, Ralf

Versuchungen der Unfreiheit

Die Intellektuellen in Zeiten der Prüfung

Warum sind so viele Intellektuelle des 20. Jahrhunderts Faschismus und Kommunismus in die Arme gelaufen? Das Spektrum der Antworten auf diese oft gestellte Frage reicht von Opportunismus und Karrierestreben bis zum Idealismus der Überzeugungstäter. Doch läßt sich die Frage auch umkehren: Warum haben manche allen Versuchungen der Unfreiheit widerstanden? Was war ihnen eigen, das den Idealisten und Opportunisten abging?

Ralf Dahrendorf lotet in seinem neuen Buch eine Fülle von beispielhaften Biographien aus, um die Ursachen für die Unversuchbarkeit des liberalen Geistes freizulegen: Karl Popper, Isaiah Berlin, Raymond Aron und Norberto Bobbio, Hannah Arendt, Theodor W. Adorno und George Orwell treten auf – aber auch kontrastierende Persönlichkeiten wie Martin Heidegger und Ernst Jünger, Jean-Paul Sartre, Manès Sperber, Arthur Koestler oder Georg Lukács.

Das Resultat ist eine Tugendlehre der Freiheit, die über die Zeiten hinaus Gültigkeit beanspruchen kann. Erasmus von Rotterdam ist gleichsam der Prototyp dieser „Erasmus-Menschen“, einer Geisteshaltung, die weder innere Emigration erlaubt noch zum Widerstandskämpfer tauglich macht, aber mit der Besonnenheit der „engagierten Beobachtung“ und der Weisheit der leidenschaftlichen Vernunft über einen Kompaß verfügt, der die Erasmier auch durch solche Zeiten navigiert, in denen andere Geister häufig Schiffbruch erleiden. Dahrendorf wäre nicht Dahrendorf, wenn dabei nicht mehr herauskäme als eine historische Betrachtung. Seine brillante Anamnese des „liberal mind“ ist zugleich eine politische Ethik – nicht nur für Intellektuelle.

Webcode: https://www.chbeck.de/19798

Inhalt

Vorwort

DIE FRAGE WIRD GESTELLT

1 Wer widerstand den Versuchungen der Unfreiheit?
2 Die Rede ist von öffentlichen Intellektuellen
3 Der Faschismus lockte mit Bindung und Führung
4 Der Kommunismus lockte mit Bindung und Hoffnung
5 Es gab Unversuchbare: Karl Popper, Raymond Aron, Isaiah Berlin zum Beispiel
6 Anmerkungen zur Freiheit, mit und auch gegen Isaiah Berlin

DIE ANTWORT IST EINE TUGENDLEHRE DER FREIHEIT

7 Der Mut des Einzelkampfes um Wahrheit
8 Die Gerechtigkeit des Lebens mit Widersprüchen
9 Die Besonnenheit des engagierten Beobachtens
10 Die Weisheit der leidenschaftlichen Vernunft
11 Erasmus von Rotterdam war Vorbote der liberalen Tugenden
12 Erasmier sind Repräsentanten des liberalen Geistes

AUF DEM PRÜFSTAND DES 20. JAHRHUNDERTS

13 Jahrgang 1902 oder die Vielgeprüften
14 Die lässliche Sünde der Anpassung
15 Die verwundbare Freiheit der inneren Emigration
16 Auf den Marmorklippen oder das reine Schauen
17 Erasmier sind keine Widerstandskämpfer
18 Exil als Not, Chance und Kult

JENSEITS DER VERSUCHBARKEIT

19 Neutralität als Geschenk und Schwäche
20 England für Ausländer
21 England für Engländer
22 Transatlantisches. Nahe Ferne

UMBRÜCHE UND NORMALE ZEITEN

23 1945 oder die kulturelle Freiheit
24 1968 oder die Desillusionierung
25 1989 oder das Ende des Totalitarismus
26 2001 oder die neue Gegenaufklärung

ANHANG

Societas Erasmiana
Nachweise und Anmerkungen
Bildnachweis
Personenregister