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Madelung, Eva / Scholtyseck, Joachim

Heldenkinder, Verräterkinder

Wenn die Eltern im Widerstand waren

Wenn die Eltern im Widerstand waren

Nicht nur die Kinder der Täter des NS-Regimes, sondern auch die der Opfer haben eine schwere Last mit sich herumgetragen. Die in diesem Buch versammelten Lebensgeschichten dokumentieren die tiefgreifenden Probleme der Folgegeneration, mit der schwierigen Erbschaft der Eltern umzugehen. Behutsam werden in den vorliegenden Interviews die seelischen Wunden aufgedeckt und ihre Ursachen hinterfragt.
Die Autoren dieses Bandes haben mit Menschen gesprochen, deren Eltern im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren. Die Kinder von Eltern aus dem militärischen, liberalen, konservativen, kommunistischen oder kirchlichen Widerstand legen in den hier vorliegenden Interviews eindrucksvoll Zeugnis ab von ihrer Geschichte und der ihrer Eltern. Der Leser erfährt viel von den inneren und äußeren Belastungen der Widerstandsfamilien im Krieg und in der Nachkriegszeit – vom Kampf ums Überleben, um Anerkennung, und was es bedeutete, als Kind eines „Verräters“ gebrandmarkt oder eines „Helden“ gefeiert zu werden. Die Spuren der NS-Zeit haben sich tief in die Seelen der Befragten eingegraben; sie offenbaren das Weiterwirken von Schuld und Trauma durch die Generationen.

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Bibliografie

978-3-406-56319-5

Erschienen am 15. September 2007

308 S., mit 26 Abbildungen

Hardcover

Schlagwörter

Hardcover 24,90 € Kaufen
Inhalt
Einleitung von Eva Madelung
Zur Entstehung des Buches und des Autorenteams
Familientherapeutische, entwicklungspsychologische und anthropologische Erkenntnisse als Verständnishintergrund

Methodische Betrachtungen eines Historikers von Joachim Scholtyseck

Die Befragung von Zeitzeugen durch Zeitzeugen

Interviews
Alfred von Hofacker (Ceasar von Hofacker)
Petra Schneiderheinze (Friedrich August Schneiderheinze)
Heinz Hermann Niemöller (Martin Niemöller)
Christine Blumenberg- Lampe (Adolf Lampe)
Michael Hahn (Kurt Hahn)
Mechthild von Kleist (Ewald von Kleist- Schmenzin)
Herzeleide Stöckel (Fabian von Schlabrendorff)
Wibke Bruhns (Hans Georg Klamroth)
Saskia von Brockdorff (Erika von Brockdorff)
Gabriele von Bülow (Hans Jürgen von Bülow)
Katharina Christiansen (Julius Leber)
Monika Popitz- Kuenzer (Richard Kuenzer)
Doris Asmussen (Hans Christian Asmussen)
Regine Sarstedt (Hannelore Thiel)
Uta Maaß (Hermann Maaß)

Schlusswort von Eva Madelung
Lernen wir aus der Geschichte?

Pressestimmen

Pressestimmen

"Da die Zahl der Menschen, die sich gegen Hitler und das Nazisystem stellten, verhältnismäßig gering war, gehören noch heute die Nachkommen zu den Außenseitern; welcher Art, verrät schon der Titel dieses Buches: Heldenkinder, Verräterkinder. Zwar hat sich die Geschichtswissenschaft dem Thema Widerstand in all ihren Facetten gewidmet. Die Kinder der Nazi-Gegner aber wurden bisher in der Forschung kaum berücksichtigt. Man liest das Buch deshalb mit Gewinn."
Elke Nicolini, Süddeutsche Zeitung, 5./6. Januar 2009



"Für die meisten Interviewten war die besondere Situation, dass ein Elternteil Widerstandskämpfer war, prägend für das weitere Leben. (...) Innerhalb der Familie kam es zu Ikonisierungen des ermordeten Vaters, meist durch die verwitwete Mutter. (...) Außerhalb der Familie erfuhren sie fast durchgehend Distanz: Auch viele Jahre nach Kriegsende waren sie als noch „Verräterkinder“ gebrandmarkt und hatten in der Schule eine Sonderstellung. (...)
Diese Stigmatisierung hatte ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder von Widerstandskämpfern: Fast alle erzählen, dass sie dadurch stärker geworden seien, zwar kein Elitebewusstsein, aber doch das Selbstbewusstsein entwickelt hätten, als Angehörige dieser Familie etwas Besonderes zu verkörpern. Und die Befragten geben ähnliche Charaktereigenschaften über sich an, die sie gleichsam als Vermächtnis des Elternteils im Widerstand ihr Leben lang gepflegt hätten: Geradlinigkeit, Sinn für Gerechtigkeit, bei manchem Aufmüpfigkeit schon seit der Schulzeit. Es scheint, als wären alle zu starken Persönlichkeiten gereift."
Stefan May, Deutschlandradio Kultur, 16. Januar 2008



"Eva Madelung, Familientherapeutin in München, und der Bonner Historiker Joachim Scholtyseck haben bemerkt, dass viele Nachkommen von Widerstandkämpfern „schwer in die traumatischen Erfahrungen ihrer Eltern verstrickt“ sind. Dem wollten sie nachgehen, mit Betroffenen reden. 15 Interviews haben sie und zwei Kolleginnen geführt und in diesem Band zusammenfasst. Darin versuchen sie, die seelischen Prägungen der Kinder von Widerstandseltern auszuloten. (...) manche Sätze brennen sich ein. Weil sie eine Klarsichtigkeit und Bedrängnis aufscheinen lassen, in denen diese aufrechten und so unglaublich couragierten Männer und Frauen damals lebten."
Gabriele von Arnim, Die Zeit, 6. Dezember 2007



"(...) eindrucksvoll (...)."
Der Tagesspiegel, 22. Oktober 2007



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-56319-5

Erschienen am 15. September 2007

308 S., mit 26 Abbildungen

Hardcover

Hardcover 24,90 € Kaufen

Madelung, Eva / Scholtyseck, Joachim

Heldenkinder, Verräterkinder

Wenn die Eltern im Widerstand waren

Wenn die Eltern im Widerstand waren

Nicht nur die Kinder der Täter des NS-Regimes, sondern auch die der Opfer haben eine schwere Last mit sich herumgetragen. Die in diesem Buch versammelten Lebensgeschichten dokumentieren die tiefgreifenden Probleme der Folgegeneration, mit der schwierigen Erbschaft der Eltern umzugehen. Behutsam werden in den vorliegenden Interviews die seelischen Wunden aufgedeckt und ihre Ursachen hinterfragt.
Die Autoren dieses Bandes haben mit Menschen gesprochen, deren Eltern im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren. Die Kinder von Eltern aus dem militärischen, liberalen, konservativen, kommunistischen oder kirchlichen Widerstand legen in den hier vorliegenden Interviews eindrucksvoll Zeugnis ab von ihrer Geschichte und der ihrer Eltern. Der Leser erfährt viel von den inneren und äußeren Belastungen der Widerstandsfamilien im Krieg und in der Nachkriegszeit – vom Kampf ums Überleben, um Anerkennung, und was es bedeutete, als Kind eines „Verräters“ gebrandmarkt oder eines „Helden“ gefeiert zu werden. Die Spuren der NS-Zeit haben sich tief in die Seelen der Befragten eingegraben; sie offenbaren das Weiterwirken von Schuld und Trauma durch die Generationen.
Webcode: https://www.chbeck.de/21076

Inhalt

Einleitung von Eva Madelung
Zur Entstehung des Buches und des Autorenteams
Familientherapeutische, entwicklungspsychologische und anthropologische Erkenntnisse als Verständnishintergrund

Methodische Betrachtungen eines Historikers von Joachim Scholtyseck

Die Befragung von Zeitzeugen durch Zeitzeugen

Interviews
Alfred von Hofacker (Ceasar von Hofacker)
Petra Schneiderheinze (Friedrich August Schneiderheinze)
Heinz Hermann Niemöller (Martin Niemöller)
Christine Blumenberg- Lampe (Adolf Lampe)
Michael Hahn (Kurt Hahn)
Mechthild von Kleist (Ewald von Kleist- Schmenzin)
Herzeleide Stöckel (Fabian von Schlabrendorff)
Wibke Bruhns (Hans Georg Klamroth)
Saskia von Brockdorff (Erika von Brockdorff)
Gabriele von Bülow (Hans Jürgen von Bülow)
Katharina Christiansen (Julius Leber)
Monika Popitz- Kuenzer (Richard Kuenzer)
Doris Asmussen (Hans Christian Asmussen)
Regine Sarstedt (Hannelore Thiel)
Uta Maaß (Hermann Maaß)

Schlusswort von Eva Madelung
Lernen wir aus der Geschichte?

Pressestimmen

"Da die Zahl der Menschen, die sich gegen Hitler und das Nazisystem stellten, verhältnismäßig gering war, gehören noch heute die Nachkommen zu den Außenseitern; welcher Art, verrät schon der Titel dieses Buches: Heldenkinder, Verräterkinder. Zwar hat sich die Geschichtswissenschaft dem Thema Widerstand in all ihren Facetten gewidmet. Die Kinder der Nazi-Gegner aber wurden bisher in der Forschung kaum berücksichtigt. Man liest das Buch deshalb mit Gewinn."
Elke Nicolini, Süddeutsche Zeitung, 5./6. Januar 2009


"Für die meisten Interviewten war die besondere Situation, dass ein Elternteil Widerstandskämpfer war, prägend für das weitere Leben. (...) Innerhalb der Familie kam es zu Ikonisierungen des ermordeten Vaters, meist durch die verwitwete Mutter. (...) Außerhalb der Familie erfuhren sie fast durchgehend Distanz: Auch viele Jahre nach Kriegsende waren sie als noch „Verräterkinder“ gebrandmarkt und hatten in der Schule eine Sonderstellung. (...)
Diese Stigmatisierung hatte ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder von Widerstandskämpfern: Fast alle erzählen, dass sie dadurch stärker geworden seien, zwar kein Elitebewusstsein, aber doch das Selbstbewusstsein entwickelt hätten, als Angehörige dieser Familie etwas Besonderes zu verkörpern. Und die Befragten geben ähnliche Charaktereigenschaften über sich an, die sie gleichsam als Vermächtnis des Elternteils im Widerstand ihr Leben lang gepflegt hätten: Geradlinigkeit, Sinn für Gerechtigkeit, bei manchem Aufmüpfigkeit schon seit der Schulzeit. Es scheint, als wären alle zu starken Persönlichkeiten gereift."
Stefan May, Deutschlandradio Kultur, 16. Januar 2008


"Eva Madelung, Familientherapeutin in München, und der Bonner Historiker Joachim Scholtyseck haben bemerkt, dass viele Nachkommen von Widerstandkämpfern „schwer in die traumatischen Erfahrungen ihrer Eltern verstrickt“ sind. Dem wollten sie nachgehen, mit Betroffenen reden. 15 Interviews haben sie und zwei Kolleginnen geführt und in diesem Band zusammenfasst. Darin versuchen sie, die seelischen Prägungen der Kinder von Widerstandseltern auszuloten. (...) manche Sätze brennen sich ein. Weil sie eine Klarsichtigkeit und Bedrängnis aufscheinen lassen, in denen diese aufrechten und so unglaublich couragierten Männer und Frauen damals lebten."
Gabriele von Arnim, Die Zeit, 6. Dezember 2007


"(...) eindrucksvoll (...)."
Der Tagesspiegel, 22. Oktober 2007